Ach, Du arme Gans!

Eine mehr als zweifelhafte Erfolgs- Story oder das Grauen hat einen Namen:

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„Lebendrupf  und Gänsestopfleber (Foie Gras)!“

Nachdem viele unserer Kinder und Enkel mittlerweile der Ansicht sind, Kühe seien alle lila, Kabeljau und Goldbarsch hätten von Natur aus die Form von Fischstäbchen ohne Gräten, Fleisch käme aus der Tiefkühltruhe und Milch komme ausschließlich aus dem Tetra- Pack, wundert es nicht, dass leider viele die Gans nur noch fertig gerupft, wahlweise mit oder ohne Füllung, knusprig gebraten und in handlich mundgerechte Stücke zerlegt, kennen. Grundsätzlich sei einem jedem sein Gänsebraten in der Vor- und Weihnachtszeit, wenn er ihn denn für sein Seelenheil und trotz drohender Verdauungsbeschwerden bis zur eigenen Darmverschlingung im Zuge heimischer Völlerei unbedingt braucht, wirklich von Herzen gegönnt. Jedoch machen sich die wenigsten angesichts der eher saisonal alljährlich wiederkehrenden Tradition Gedanken hinsichtlich der Tatsache, dass das, was da in der Bratröhre gemütlich vor sich hinschmurgelt und anschließend auf dem Teller landet, auch irgendwann tatsächlich einmal gelebt hat.

Man kann sich an dieser Stelle natürlich zur Beruhigung des Gewissens und zwecks Erhalt der eigenen Naivität und Ignoranz an Hans A. Piper´s „Märchen von der Gänseliesel“ festhalten und sich noch immer einreden, dass solch ein Gänseleben doch überaus lustig sein muss oder man orientiert sich eisern an dem Grundsatz: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral!“

Spätestens seit einer seit Jahren, gerne von vorzugsweise selbsternannten Gourmets und den „Ich bin`s !“ dieser Welt als Schlachtgebrüll überzeugter Tierschützer, veganer Körnerfresser und einer sinnsuchenden Öko- Fraktion abgebügelt, erbittert geführten Diskussion hinsichtlich einem französischen nationalen Kulturgut, der „Foie Gras“ oder etwas weniger elitär und zu gut deutsch, der Gänsestopfleber, die zwischenzeitlich und glücklicherweise in einigen Ländern verboten wurde, hinterfragen immer mehr Menschen nicht nur, was sie eigentlich essen, sondern vielmehr stellen sich viele die kritische Frage: „Unter welchen Bedingungen hat einmal das gelebt, was ich da gerade auf meinem Teller habe und zu essen gedenke?“

Verabschieden Sie sich also bitte am besten bereits zu Beginn und bevor Sie weiterlesen schon mal von allen Märchen und Gute-Nacht-Geschichten wie „Die goldene Gans“ der Gebrüder Grimm, die Ihnen von Ihrer Omi immer vor dem Einschlafen in Ihrer Kindheit erzählt oder vorgelesen wurden. Zum besseren Verständnis und zur Verdeutlichung: Das Wort Märchen ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Begriff „Maere“, was so viel wie unglaubhafte Kunde oder erfundene Nachricht bedeutet. Bei Märchen handelt es sich also demzufolge um phantasievoll ausgeschmückte Erzählungen, in denen die Naturgesetze aufgehoben werden und zumeist Wunder das Szenario beherrschen. Selbstkritisch sollten wir uns dafür eingestehen: Dem Alter, wo wir noch an Märchen glaubten, dürften wir zwischenzeitlich entwachsen sein, halten wir uns heute also lieber an nackte Fakten.

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„Wie schön könnte doch eigentlich das Gänseleben sein!“

Ursprünglich aus der Arktis und Subarktis stammend, heute jedoch in Gesamt- Europa beheimatet, monogam in lebenslanger Einehe mit dem geliebten Partner „Konkurrenz gibt es nicht am Markt, wir sehen ohnehin alle gleich aus!“, einträchtig nebeneinander über die Wiese watschelnd, gerne auch mit einem Tümpel zum Planschen in der Nähe, denn immerhin gehören Gänse zu der Familie der Entenvögel, friedliebende Pflanzen- Verwerter, besonders gerne in einer WG mit vielen Gleichgesinnten lebend und beim gemeinsamen nächtlichen Gruppenkuscheln vereint. Eigentlich könnte das Gänse- Leben auch in Zukunft so richtig schön, herrlich friedlich und beschaulich im Kreise vertrauter Artgenossen sein! Tja, eigentlich …

Aus bestinformierten Insider- Kreisen war zu erfahren: „Okay, es gab da mal einen rüpeligen und chronisch übellaunigen Typen mit rotbraunem Fell, buschigem Schweif und spitzen Ohren, der uns Gänsen gelegentlich zu schaffen machte und uns zumeist nachts gerne mal einen unerwarteten Besuch abstattete, jedoch eher weniger, um uns eine „Gute Nacht“ zu wünschen. Das passiert jedoch nur noch ganz selten in bevorzugt ländlichen und recht einsamen Gegenden und manchmal, das sagen wir nicht ohne Stolz, haben auch wir gewonnen!“ Irgendwann in grauen Vorzeiten entdeckten dann die Menschen ihre bis heute gepflegte Vorliebe, besonders in der Weihnachtszeit, für besagten schmackhaft knusprigen Gänsebraten, gerne mit Rotkraut und Knödelchen. „Nun ja, auch das haben wir überlebt, schließlich geht auch das wie in jedem Jahr irgendwann mal vorüber!“ Trotzdem waren das einst friedliche und glückliche Zeiten für alle Gänse, als es damals noch hieß:

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„Fuchs, Du hast die Gans gestohlen!“

Was den Gänsen mittlerweile jedoch bereits seit Jahren das Leben zu einer wahren Hölle werden lässt, ist nicht etwa der altbekannte Erzfeind Fuchs, sondern es ist eine ganz andere, überaus dekadente, gewissenlose, gierige, umtriebige und nimmersatte Spezies: Es ist der Mensch! 

Was sich noch immer bei besonders hartleibigen und unbelehrbaren Konsumenten zu halten scheint, ist die Vorstellung, einem echten Gourmet bleibe der Zutritt zum Olymp der genußsüchtigen Feinschmecker auf ewig verschlossen, spricht er sich gegen den Konsum von Gänseleberpastete oder in kulinarischen Kreisen auch gerne als „Foie Gras“ bezeichnet, aus. Gerne werden hierbei die Augen vor dem grausamen Schicksal und Leben zwangsweise ernährter und gemästeter Gänse verschlossen, wobei mittlerweile so ziemlich jedem die Bilder aus Gänsemast- Produktionen bestens bekannt und vertraut sein dürften. Noch einmal gerne zur Erinnerung: Die bedauernswerten Tiere werden mittels eines in den Schlund eingeführten Schlauches mehrfach täglich zwangsweise gestopft bis ihre Leber auf das zehnfache, völlig verfettet, angeschwollen ist!

Viele Tiere sterben bereits während dieser Zwangsmast aufgrund von Organversagen, Atemnot und inneren Verletzungen. Nicht umsonst wurde mittlerweile diese Quälerei in vielen Ländern verboten. Doch auch wenn diese ganz besonders verachtenswerte Grausamkeit bei uns per Tierschutzgesetz untersagt wurde, dürfen trotzdem weiterhin Produkte aus Gänsemast- Produktionen nach Deutschland importiert und vertrieben werden. Besonders denkwürdig ist hierbei, dass krankhaft veränderte Organe tierischen Ursprungs per Gesetz in Deutschland überhaupt nicht in den Handel gebracht, geschweige denn zum Verzehr freigegeben werden dürfen, da diese ein hohes Gesundheitsrisiko bergen. Angesichts dieser Tatsachen: Wohl bekomm´s, Gourmets dieser Welt! Ihr Bluthochdruck vergangener Jahre, Ihre ohnehin viel zu hohen Cholesterinwerte, Ihr massives Übergewicht aufgrund unreflektierten Fraßes und Völlerei ohne Grenzen, und selbstverständlich Ihr Hausarzt, der seit neuestem ein Auto der oberen Luxusklasse fährt, und nicht zu vergessen die Pharma- Industrie mit ihrer sehr gut aufgestellten Produkt- Palette gegen solche selbstverursachten Luxus- Krankheiten, werden es Ihnen von ganzem Herzen auch zukünftig danken und Ihnen sicherlich einen würdigen Nachruf angesichts Ihres zu erwartenden frühzeitigen Ablebens spendieren!

Besonders ignorant beim Vertrieb von Gänsestopfleber- Pastete zeigt sich hierbei auch in diesem Jahr erneut und deutlich verstärkt das Unternehmen Amazon, das trotz enormer Proteste, wieder eine Vielzahl von Gänseleber- Produkten diverser Anbieter im Programm hat. Das Argument seitens Amazon, man könne hier nicht auf die Entscheidungsfreiheit der Kunden einwirken, da entsprechend große Nachfrage bestünde, scheint hier eher vorgeschoben und schmeckt noch fader, als die angebotenen Gänseleber- Produkte. Allerdings hat Amazon zumindest in diesem einem Punkt definitiv Recht: Es wird nichts angeboten, was der Kunde nicht auch verlangt und kauft!

So bietet beispielsweise auch weiterhin ohne jegliches schlechtes Gewissen das bekannte Unternehmen Lacroix nach wie vor Gänseleber- Paté über Amazon an. Und weil anscheinend die Gänsestopfleber zu Weihnachten gehört, wie beispielsweise die Legende vom Weihnachtsmann, den heiligen drei Königen und dem Christkind, empfiehlt das Galeries Lafayette in Berlin auch in diesem Jahr für die Weihnachts- Feiertage in Ergänzung zum geheiligten Gourmet- Menue für den verwöhnten kulinarischen Gaumen neben allerlei geflügeligem und (Ja, was dachten Sie denn jetzt bitte?) selbstverständlich wieder die allseits begehrte Foie Gras und dieses Mal auch Confit de Canard, also demzufolge Enten- Stopfleber!

Schöngeredet wird einer der Anbieter dieser Produkte, das französische Familienunternehmen Castaing, dann in Bezug auf die Produktion von Entenleber- Pastete folgendermaßen: „Die Enten leben 100% in der Natur und stammen hauptsächlich aus der Mulard Race. Und trotz der zu Recht sehr kontrovers diskutierten Technik wird das Stopfen bei Castaing traditionell nach wie vor von Hand durchgeführt. Dabei geht es dem Unternehmen vornehmlich nicht um Masse, sondern um Qualität!“ Ich bin überzeugt davon, den Enten dürfte es, wie auch den Gänsen, ziemlich egal sein, ob sie maschinell oder von Hand, was offensichtlich auch noch als ganz besonderes Güte- und Qualitäts- Merkmal des Unternehmens Castaing interpretiert wird, gewaltsam gestopft werden. Fakt ist hierbei allein, dass es sich sowohl in Enten- wie auch Gänsezuchten um höchst tierquälerische Praktiken zwecks Ausbildung einer mehr als bedenklichen Fettleber, die dann in den Pasteten Verwendung findet, handelt. Der peinlichen und unsäglichen Dekadenz des verwöhnten Gourmets sei an dieser Stelle Rechnung getragen!

Die einziges Möglichkeit hier endgültig Einhalt zu gebieten, ist das Vermeiden ausnahmslos aller Produkte relevanter Unternehmen, die nach wie vor Produkte aus Gänse- und Entenstopfleber anbieten. Hier auf Einsicht und Handlung unserer politischen Elite und auf ein endgültiges Einfuhrverbot im Hinblick auf Gänsestopfleber- Produkte zu hoffen, dürfte so vielversprechend sein, wie das Vorhaben, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu zwängen. Ganz im Gegenteil hat die Gänsestopf- Industrie in Frankreich anlässlich der alljährlich stattfindenden  Lebensmittelmessen zum wiederholten Mal versucht, bei der man eigentlich schon vor Jahren auf die Anbietung von Produkten aus Gänsestopfleber verzichten wollte, die EU mit einer drohenden beispiellosen Massenarbeitslosigkeit zu erpressen. Haben frühere Produktionsländer wie Polen, Tschechien oder aber auch das südliche Österreich die Produktion von Gänsestopfleber eingestellt und verboten, wird nach wie vor in Ungarn und Frankreich weiter produziert.

Sind Sie noch immer als Gourmet von Welt der festen Überzeugung, auch in diesem Jahr nicht ohne Ihre Gänsestopfleber Weihnachten wirklich genießen zu können, sollten Sie sich wenigstens, bevor Sie sich den Teller füllen, mit der Ausgangsbasis dessen, was Sie mit mehr als zweifelhaftem Genuss zu Ihrer Ernährung zählen und was Sie sich in Kürze einzuverleiben gedenken, doch etwas vertraut machen. Also gehen wir´s mal locker an, schlage ich vor:

„Stopfleber in Frankreich“ – eine Undercover- Recherche von Animal Equality 

 

Bedenkt man hierbei, dass gerade Ungarn, bereits seit dem 01.Mai 2004 EU- Mitgliedsstaat, sein Bruttoinlandsprodukt zu weit mehr als 70% aus EU- Fördermitteln deckt, wäre es ein leichtes, hier besagten Geldhahn zuzudrehen und Ungarn zu einem grundlegenden Umdenken und vor allen Dingen Handeln zu zwingen. Leider sieht hier die EU, wie üblich seit Jahren offensichtlich völlig betriebsblind, weiterhin tatenlos zu!

Auch wenn sich begrüßenswerterweise viele Konsumenten gegen diesen zweifelhaften Genuss ausgesprochen haben, gibt es noch immer ein weiteres grausames und viel zu selten beachtetes Leiden unserer bedauernswerten Gans. Blicken wir noch einmal über die Grenzen zu unserem EU- Nachbarn Ungarn hinüber, müssen wir feststellen, dass dort etwas passiert, vor dem viele teilweise aus Unkenntnis, aber auch oftmals aufgrund purer Ignoranz beide Augen fest verschließen: Die Gänsedaunen- Produktion aus Lebendrupf! Neben Ungarn praktizieren auch China, Polen und Frankreich nach wie vor diese grausame Prozedur zur Gewinnung von Gänsedaunen. Wie bitte? Noch nie etwas davon gehört? Dann wird es aber langsam Zeit, dass Sie aufgeklärt werden, woher oftmals die seidenweichen Daunen stammen, auf die Sie nächtens Ihr müdes Haupt zur Ruhe betten. Und hier geht es zur eventuellen Füllung Ihres neuen Daunen- Kissens, bzw. Ihrer ersehnten Daunen- Steppdecke:

„Gänserupfen – Daunen um jeden Preis“

Der Inhalt des Films dürfte damit wohl endgültig und ein für alle Mal das Ende aller Illusionen, Gänse würden eventuell rasiert, die Daunen anlässlich der regelmäßig stattfindenden Mauser eingesammelt, bzw. gewonnen oder aber die Daunen nur nach erfolgter Schlachtung verwendet werden, zerstören.

Laut Tierschutzgesetz dürfen nur die Daunen geschlachteter Tiere weiter verwendet werden, nicht jedoch in Ungarn, Polen, Frankreich oder, dort pfeift man ohnehin auf so ziemlich alles und nichts, China. Hier werden Millionen Tieren im Akkord von Rupfer- Brigaden, die durch das Land reisen, bis zu vier Mal in ihrem ohnehin kurzen Leben die Daunen vor der Mauser ausgerissen, wobei extrem große Verletzungen von bis zu zehn Zentimeter langen und stark blutenden Risswunden entstehen, die dann ohne Betäubung grob mit einer Nadel und einem Faden wieder zugenäht werden. Teilweise verenden die Tiere dabei aufgrund ihrer großen Verletzungen elendig. Nicht nur, dass die gewonnenen Daunen in Kissen und Decken als Füllmaterial Verwendung finden, ein Großteil geht hiervon auch an die Bekleidungsindustrie zur Fertigung und Befüllung von Daunenjacken, Handschuhen und Mänteln.

Aufgrund von massiven Protesten namhafter Tierschutzorganisationen hat die Europäische Union, vertreten durch das wissenschaftliche Gremium der EFSA, der European Food Safety Athority, nunmehr intensiv über das Kämmen und Bürsten von Gänsen nachgedacht, das von Praktikern der Gänsedaunen- Industrie als unrentabler Unsinn bezeichnet wurde. Hinzufügen muss man an dieser Stelle sicherlich nicht, dass man, wie nicht anders zu erwarten, innerhalb der Europäischen Union noch immer über eine adäquate und praktikable Lösung nachdenkt und nachdenkt und nachdenkt, jedoch keinesfalls handelt. Anstatt hier zu einer klaren und eindeutigen Entscheidung zu kommen, hat man nunmehr die grandiose Idee und Schlupfloch für die EU- subventionierten Gänsedaunen- Produzenten aufgegriffen, dass man Gänsedaunen angeblich erheblich schonender beim Rupfen während der Mauser gewinnen könnte, da die Daunen dann erheblich lockerer in der Haut sitzen und, man höre und staune, das Wohlbefinden der Tier insgesamt damit nicht beeinträchtigen würde.

Woher diese Erkenntnis stammt und inwieweit hier eine repräsentative Umfrage unter betroffenen Gänsen stattgefunden hat, ist leider nicht bekannt! Auf jeden Fall dürfte diese Erklärung ebenso sinnvoll sein, wie die Behauptung, dass es mit Sicherheit keine Schmerzen bereitet, wenn man Ihnen täglich eintausend Haare mit dem zündenden Argument, einhundert davon würden ja ohnehin täglich von selbst ausfallen, ausreißen würde! Unbestrittener  Fakt ist hingegen, dass die betroffenen Tiere bei der Mauserrupf ebenso entsetzlich und qualvoll leiden müssen, wie beim bisherigen Lebendrupf. Hier kann es nur eine einzig sinnvolle Konsequenz und Entscheidung geben: EU- weit keinerlei Lebend- und Mauserrupf von Gänsen, ein uneingeschränktes Einfuhrverbot für Gänsedaunen aus Lebend-, bzw. Mauserrupf und keinerlei Ausnahme, wie immer diese auch aussehen mag. Aufgrund zahlreicher Proteste verlagert sich seit Jahren daher die Produktion von Lebendrupf- Daunen nunmehr von Ungarn, Polen und Frankreich zunehmend gen Osten. Und ja, zu 100% richtig geraten: Nach China! Dass China es grundsätzlich in punkto Tierschutz nicht, na ja, ganz so eng sieht, ist weit über die Grenzen hinaus bestens bekannt, ebenso dass sich hier wohl kaum etwas in absehbarer Zeit verändern dürfte.

Ebenso unglaubwürdig erscheinen hier die einschlägigen Erklärungsversuche vieler etablierter Unternehmen, u.a. bekannte Outdoor- Ausrüster, die Großabnehmer von Daunen aus der Gänsemastproduktion ist. Den Unternehmen ist sehr wohl die Herkunft der Daunen bekannt, man will jedoch auch weiterhin keinesfalls auf deren Verwendung verzichten, verweist jedoch Veganer, die grundsätzlich Gänsedaunen- Produkte ablehnen, großmütig auf die Alternative der hauseigenen, mit synthetischen Füllstoffen isolierten, Kollektion. Diesbezügliche magere und eher halbherzige Statements, man engagiere sich für langfristige Lösungen, könne nur sehr schwer die Produktionskette nachverfolgen und kontrollieren und man werde die Öffentlichkeit über die weitere Entwicklung auf dem laufenden halten, nehme ich persönlich nicht allzu ernst und ziehe in diesem Fall für mich persönlich die Konsumenten- Notbremse: Konsequent und radikal kein Kauf von Daunen- Produkten ohne wenn und aber, und zwar solange bis nachweislich (!!!) keinerlei Daunen mehr aus Gänsemastproduktionen in Form von Lebendrupf  bei der Herstellung, bzw. Befüllung von Bekleidungsstücken und Bettwaren, wie Kissen und Decken verwendet werden !

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von führenden Anbietern am Markt, die Kissen und Decken, ohne Daunenfüllung im Programm führen. Sollten Sie sich also mit einer Neuanschaffung derselben beschäftigen, rate ich Ihnen zu einem virtuellen Spaziergang zum Beispiel auf den Webseiten der Unternehmen http://www.grueneerde.com, http://www.hessnatur.com oder auch http://www.kissenwelt.de. Dort werden Kissen und Steppdecken mit alternativen natürlichen Materialien, Micro- Kügelchen oder aber auch Schaumstoff- Flocken angeboten, die im Hinblick auf den Schlafkomfort und die Pflege, insbesondere für Allergiker, sehr empfehlenswert und überdies ökologisch nachhaltig sind. Auch gibt es zwischenzeitlich bereits führende Fachgeschäfte und bekannte Outdoor- Ausrüster, die gefütterte Jacken und Mäntel anstatt wie bisher mit Daunen, mit synthetischem Isolationsmaterial gefüllt, anbieten und für die mit absoluter Sicherheit keine arme und bedauernswerte Gans ihre Federn lassen muss.

Mein ganz persönliches Fazit: Da grundsätzlich die Prinzipien, bzw. das Angebot des Marktes aufgrund der Nachfrage des Konsumenten geregelt wird, ist hier die kritische Eigenreflektion und Bewußtein eines jeden Einzelnen und eine konsequente Auseinandersetzung mit der Thematik als solches gefragt. Solange wir uns noch selbst einreden, Foie Gras, bzw. Produkte aus Gänseleber würden unser aller Gourmet- Dasein bereichern oder Kissen und Decken mit Daunenfedern- Füllungen würden die Schlafqualität günstig beeinflussen, müssen wir uns leider eingestehen, dass wir uns weiterhin unendliches und grausames Tierelend schönreden und ignorant wegsehen. Wir sorgen uns unablässig um das Wohlergehen unserer Haustiere und kein, manches Mal auch völlig sinnentleerter, Aufwand ist hoch genug, um uns selbst das Gefühl eines bewusst denkenden und handelnden Menschen zu geben. Wir sind entsetzt ob der Grausamkeiten gegenüber vergifteten und erschlagenen Straßenhunden, die anlässlich einer längst in Vergessenheit geratenen Säuberungsaktion anlässlich der Fußball- Weltmeisterschaft in der Ukraine, zum Opfer gefallen sind und die teilweise lebendig verbrannt wurden. Wir sind stolz darauf, aktives Mitglied bei Greenpeace, Peta, Vier Pfoten und unzähligen weiteren Natur- und Umweltschutzorganisationen zu sein und setzen uns intensiv mit dem Schutz der Eisbären, der Robben und einer Verringerung des CO2- Ausstoßes auseinander. So lobenswert diese Aktivitäten auch sind, sollten wir jedoch endlich damit beginnen, nicht nur über den eigenen Tellerrand hinwegzusehen, sondern insbesondere zu hinterfragen, wie und auf wessen Kosten wir weiterhin weitgehendst unbedacht unsere eigene Komfortzone und Bequemlichkeit pflegen. Ich empfehle hier allen ausnahmslos dringend das Verinnerlichen des Zitats von Mahatma Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt!“

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

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About juttalotzhentschel

Jutta Lotz- Hentschel Schriftstellerin & Autorin Autoren- Kollektiv "WortKUNST"

2 responses to “Ach, Du arme Gans!”

  1. einsiedler says :

    ist sie nicht schizophren, die beziehung der menschen zu den tieren? zu bestimmten tieren, vor allem katzen, hunde und pferde, entwickeln wir ein sehr inniges verhältnis. sie werden gehegt und gepflegt und sind die besten freunde. die so genannten “nutztiere” dagegen werden gequält und ausgebeutet. wir verdrängen erfolgreich die tatsache, dass fleisch, milch, daunen oder pelz von einem tier mit charakter und eigenen bedürfnissen stammen. die politisch verantwortlichen billigen das sinnlose leid der tiere für wirtschaftlichen profit.

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  2. praxisiyashi says :

    Jeder der diesen hervorragenden Beitrag gelesen und ich meine richtig gelesen hat, sich die Filme angesehen hat , müsste wenigstens darüber nachdenken was er in Zukunft konsumiert . Dieser Beitrag sollte unser Bewusstsein verändern.

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