Archive by Author | juttalotzhentschel

… jetzt bitte klatschen!

„Gut gelaunt auf allen Bühnen zuhause!“

clown-678042_1280

Omnipräsenz wider den geistigen Sink- und Tiefflug! 

Mit was Sie mich wirklich beeindrucken können? Ein beispielsweise hohes Maß an Intelligenz ohne sich dabei besserwisserisch oder schulmeisternd über andere Menschen zu erheben, dazu ein großer Löffel naturgegebener und gut präsentierter, nicht verletzender Humor zumeist zum Nachteil und auf Kosten anderer, das ganze, bitte gerührt und nicht geschüttelt, mit einer ordentlichen Prise philosophischem Tiefgang und zum Schluss, perfekt geschmacklich abgerundet, mit einer kleinen Messerspitze Selbstironie gewürzt. Für mich persönlich die perfekte Mischung, um ein inspirierendes und nachhaltig bereicherndes Gespräch mit meinem Gegenüber zu führen oder jemandem mit tiefer Begeisterung zu lauschen.

Was sich für mich als ultimativer Abtörner, nervend bis zum ausgeprägten, ansonsten für mich ursächlich völlig unerklärlichem, jedoch deutlich spürbarem und anhaltendem Zahnschmerz auswirkt, sind Menschen mit einer medialen Omnipräsenz als letzte Bastion eines vermeintlich geistigen Widerstands gegen die Intelligenz im Stil eines dauerkalauernden Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Sein medialer Auftritt in so ziemlich allen nur erdenklichen Talk- Runden, die kein Mensch wirklich braucht und die lediglich als Einschlafhilfe dienen bis hin zur aktuellen Prime Time- Sendung „Frag doch mal die Maus!“, mit der man allerhöchstens noch Fünfjährige wirklich bespassen kann. Massenkompatibler geistiger Tieftauchgang, zu 100% anspruchslos, oberflächlich und platt, inhalts- und nahezu jugendfrei, gerne als Selbstdarsteller mit ausgeprägtem Hang von der Kamera- Verliebtheit bis hin zum öffentlich ausgelebten mittelschwerem Narzissmus in seiner Rolle als Entertainer, Comedian, Bestseller- Autor eher dünner Literatur, Quiz- Master und Kabarettist mit eigener Bühnen- Show, Fernsehmoderator, Vortragsredner auf wissenschaftlichen Kongressen und Gute Laune- Zauberer, war Dr. med. Eckart von Hirschhausen im Laufe seiner Karriere irgendwann auch mal etwas richtig respektables.

Als vermeintlicher und selbsternannter Allround- Genius und medialer Tausendsassa, der das ganz große Erbrechen über so ziemlich alle öffentlich- rechtlichen und privaten Fernsehsender kultiviert hat, präsentiert er sich gerne als Sex- Experte, Ernährungs- Spezialist, Zauberer und, ja klar, das betont er besonders gern und oft, wie um sich irgendwie selbst gelegentlich daran zu erinnern, auch mal was durchaus gescheites gelernt, bzw. studiert zu haben, natürlich fachlich versierter und universell kundiger Mediziner! Gerne mutiert er dann auch mal zum Allesbesserwisser, wie im März 2015 in Frank Plasberg´s „Hart aber fair!“ zum Thema Impfkritik und ist sich hier auch nicht zu schade, einer anwesenden Mit- Talkerin aufgrund einer eher konträren Meinung zum Thema „Impfen“ blanken Egoismus und Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wobei er eine mehr als unterirdische Diskussionskultur pflegt, generell keinerlei Argumente zulässt und Diskutanten immer wieder brachial ins Wort fällt. Fachliche Ausführungen einer Teilnehmerin werden dann auch gerne mal von ihm mit dem Totschlag- Argument unterhalb der Gürtellinie „Das ist doch Bullshit hoch zehn!“ beschieden und mit bereits von ihm gewohnter Überheblichkeit und Arroganz als schulmedizinisches Allround- Genie abgewürgt. Die Sendung heißt zwar „Hart aber fair!“, von Fairness war hier allerdings vonseiten Dr. med. Eckart von Hirschhausen eher weniger wahrzunehmen, dafür, eher weniger überzeugend, im ganz großen Auskeilen. Last but not least wurde Dr. med. Eckart von Hirschhausen sogar, welch eine hohe Weihe, zum „Krawattenmann 2009“ gekürt! Dies alles wird überstrahlt von einem gloriengleichen Karriere- Aufstieg von der Kleinkunst- Bühne zum glückshumorigen Dauergrins- Apostel der launigen und teilweise recht anspruchslosen Mittelschicht.

Ich habe mir tatsächlich, heute erachte ich das ganze fast eines Pokals würdig ob meines geistigen Masochismus bis hin zur mentalen Selbstkasteiung, diesen Dr. med. EvH (Nennen wir ihn etwas reduzierter der Einfachheit halber mal so!) in diversen Fernsehsendungen, u.a. in der Talkrunde „3 nach 9“, respektive „Tietjen und Hirschhausen“, die er glücklicherweise Ende 2014 verlassen hat und die man sich mittlerweile endlich wieder mal anschauen kann ohne dabei schlechte Laune zu bekommen, angetan und mich durch zähflüssige, gefühlt ellenlange Talk- Shows gequält, um wenigstens fachlich kompetent mitreden und mir angesichts angeblich rauschender und stehender Ovationen begeisterungstrunkener, sich brüllend auf die Schenkel schlagender, Zuhörerschaft, ein eigenes Bild mit im nachhinein besehen, niederschmetterndem Ergebnis in Form von absoluter Lebenszeit- Verschwendung, machen zu können.

Neben seinen diversen, teilweise wirklich gesundheitlich bedenklichen Gewichtszu- und abnahmen, deutlich zu erkennen an den fast zum Zerreißen spannenden Westen und Sakkos in teilweise gruseligen Farben und Mustern, die bereits seit langem in Verdacht stehen Netzhautkrebs zu verursachen, einem seiner Ansicht nach offensichtlich kameratauglichen festgetackerten Dauergrinsen als Gute- Laune- Bär und enervierend aufgesetzter Fröhlichkeit, seinem latenten Hang sich zu allem und vor allen Dingen nichts fast zwanghaft, weitgehendst inhalts- und substanzfrei, äußern zu müssen und eines sich, nachdem ich mir nach rund einem Dutzend Talk- Shows mit ihm als Mitwirkenden angetan habe, angesichts seines medialen Anblicks permanent intensiv einstellenden Gefühls des Fremdschämens, habe ich schlussendlich entnervt aufgegeben, um mich endlich wieder wirklich wichtigem zu widmen. Irgendwie komme ich nicht von der Vorstellung los, dass Herrn Dr. med. EvH irgendwann mal, als Auftakt zum omnipräsenten medialen Rampenferkel auf allen Bühnen und in Erweckung desselben, eine persönliche Sternstunde in Form eines Buddies ereilt haben muss, der ihm selbstlos geraten hat: „Ecki, die Welt wartet auf Dich; mit dem Scheiß, den Du hier an der Theke erzählst, gehörst Du unbedingt auf die Bühne und vor die Kamera!“

Was mich wirklich an dem Menschen Dr. med. EvH, der meines Erachtens absolut null und nichts zur geistigen Erbauung und Weiterentwicklung beiträgt, besonders interessiert hat, ist der Umstand, dass er Mediziner (Dr. med.) ist. Genau an diesem Punkt stellt sich für mich die Frage, inwieweit er sich hier selbst als beständige und unentbehrliche Größe am Himmel etablierter Komödianten sieht oder ob zwischenzeitlich unser Gesundheitssystem tatsächlich so marode ist, um sein Auskommen nicht mehr als praktizierender Arzt verlässlich und stabil verdienen zu können. Forscht man einmal genau nach und begibt sich hier in die Tiefen des Internet, erfährt man, dass Dr. med. EvH, nunmehr seit rund 16 Jahren auf offensichtlich allen nur denkbaren Bühnen dieser Welt zuhause zu sein scheint, in 1994 magna cum laude an der Universität Heidelberg zum Thema „Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinanämie beim Schwein“ zum Dr. med. promovierte, anschließend ein Jahr bis 1995 Wissenschaftsjournalismus an der Freien Universität Berlin studiert hat und sage und schreibe sogar eineinhalb Jahre als Arzt gearbeitet hat. Ein kleiner Schelm derjenige, der angesichts dieser Tatsache kritisch hinterfragt, was hier wohl (… eventuell auch besser Gott sei Dank !) den Patienten erspart geblieben sein mag!

Zur allerletzten Ehrenrettung von Dr. med. EvH mag nicht unerwähnt bleiben, dass er es tatsächlich immer wieder schafft, jeglichen Rest von substantiierten Inhalten und geistigem Tiefgang rückstandslos zu verdampfen. Immerhin handelt es sich hierbei fast um eine Kunst, die nicht wirklich jedem zuteil wird und für die sich andere Comedians relativ hart ins Zeug legen müssen. Dr. med. EvH schafft das immer wieder mit fast spielerischer Leichtigkeit und daher nimmt man ihm auch sofort wahre Authentizität ab, zumal er sich offensichtlich in seiner Rolle als schulmedizinerischer Populist mit latent mental erhobenem und belehrendem Zeigefinger gegenüber dem offensichtlich seiner Ansicht nach unwissendem Plebs mehr als zu gefallen und sehr wohl zu fühlen scheint.

Nachdem Dr. med. EvH in einer seiner medialen geistigen Sinkflug- Auftritte sehr anschaulich eine Reanimation, unterlegt mit dem Bee Gee- Songtitel „Stayin Alive“ als idealen Takt- Geber für eine Herzmassage, demonstrierte, schlägt er nunmehr in seiner One Man- Show mit dem mehr als bezeichnenden Titel „Wunderheiler“ die ganz große Pseudo- Informations- und Humor- Keule gegen alles und jeden außerhalb schulmedizinischer Erkenntnisse. Hier wird aus dem weiten Feld der alternativen Heilung so ziemlich alles jenseits der Grenzen zur Lächerlichkeit ausgeschlachtet, was nicht in den meines Erachtens recht simplifizierten, einseitig geprägten und gestandenen Schulmediziner- Horizont passt. Angesichts dieser Tatsache sollte man sich schon fragen, weshalb ein Dr. med. EvH, der sich augenscheinlich wissenstechnisch und aufgrund seiner überaus fundierten Fähigkeiten öffentlich als Fixstern am Heilerhimmel der evidenz- basierenden Medizin präsentiert, dann nicht selbst erfolgreich praktiziert und selbstlos und altruistisch wenigstens einen Teil der krank siechenden und von der alternativen Heilung offensichtlich heillos verarschten, anscheinend grenzdebilen Bevölkerung rettet. Haben wir irgendwie zum Ende des Studiums festgestellt, dass die Sache mit der Humanmedizin wohl doch irgendwie nicht so das richtige und wahre ist, wie?!!! Ja klar, als Comedian geht´s auch nicht unbedingt um wasserdichte Diagnosen und Therapieansätze, dafür kann man in diesem Genre erheblich besser denn als Mediziner mal so richtig ungehindert ohne Rücksicht auf Verluste und eventuell drohende Kollateralschäden die ganz wilde Wutz gegen alles und jeden auf der Bühne rauslassen und wenn wir ganz ehrlich sind, verdient wird hier auch erheblich besser als beim Buckeln zugunsten des gemeinen Volkes Wohl. Drum sei´s ihm von ganzem Herzen gegönnt und mal ganz ehrlich, möchten Sie von einem Mediziner behandelt werden, der Ihnen anstatt einer haltbaren Diagnose den letzten Brüller aus dem knietief seichten Niveau seiner aktuellen Wunderheiler- Show präsentiert? Wohl eher nicht wirklich!

Besonders kritisch stimmt mich, dass Dr. med. EvH in seiner Bühnen- Show „Wunderheiler“ selbstgefällig, besserwisserisch und mit überheblicher Schulmediziner- Arroganz die gesamte alternative Heilung durch den mittlerweile nur noch lauwarmen und längst abgestandenen Kakao zieht, selbst jedoch kommerziell genau die von ihm so fachlich belächelte und ausgeschlachtete Schiene der Glücksbärchi- Szene und des esoterischen Dschungelcamps bedient. Ganz nach dem Motto: „Scheiß drauf, lach Dich einfach glücklich, sei glücklich und die Welt ist für Dich in Ordnung!“ Besonders herausragend zu erwähnen sei hier seine Glücks- Box mit Glücks- Tagebuch, einer angeblich „magischen“ Glückstasse mit der Aufschrift „Nicht abwarten, Tee trinken!“ und der Beigabe einer obskuren Glücks- Kräuterteemischung mit dem tiefgründigen Namen „Jugendherbergstee“.  Was sich mir ein wenig verschließt, ist allerdings die Deutung der Definition „magisch“ in Bezug auf eine Tasse; zumindest die diesbezüglich sehr tiefgründige Metapher „Wenn man was rein tut, ist was drin!“ lässt bereits tief blicken und vielleicht versteht man tatsächlich erst dann, was „magisch“ wirklich bedeutet.

Besonders enervierend hierbei die beigefügte Glücks- CD mit von Dr. med. EvH umständlich erklärten Pointen, damit auch der Allerletzte der Aufforderung  „Ja, und jetzt kräftig in die Hände klatschen und ganz laut lachen!“ nachkommt. Wahrlich glücklich darf sich meines Erachtens ein jeder schätzen, an dem dieser Kelch in Form der Dr. med EvH´schen Glücks- Box vorübergegangen ist. Mein Tipp für all diejenigen, die dennoch anlässlich des letzten Weihnachtsfestes von einem gutmeinenden Freund oder der sich sorgenden Tante mit diesem ganz besonderen Präsent bedacht wurden: Relativ anonym an Rebuy oder Momox weiterverkaufen und den Erlös an den Tierschutzverein spenden oder bei Nacht und Nebel heimlich, still und leise in der Mülltonne des immer so muffligen und unsympathischen Nachbarn entsorgen!

Mein persönliches Fazit: Wir leben in einer Welt der Dualität, die sowohl die Ebbe und Flut, Tag und Nacht, die Weisheit und Intelligenz, aber auch die Arroganz und den geistigen Tief- und Sinkflug aushält und genau aus diesem Grund hat auch ein Dr. med. EvH durchaus seine Existenzberechtigung und sei es hier nur als grottenschlechtes Beispiel dafür, dass sich auch Humor und Comedy durchaus mit einer großen Schippe Tiefgang und Substanz vertragen, jedoch kein unbedingtes „MUSS“ sind!

Wie Herr Dr. med. E. von Hirschhausen so überaus treffend in einem Interview bereits aus dem September 2012 mit „Der Zeit“ anmerkte: „Ich gehe mir ja selbst auch auf den Zeiger!“. Meine Empfehlung: „Ja, mein Gott, wenn Ihnen das schon damals selbst aufgefallen ist, warum quälen Sie uns dann auch heute noch in Form von geistiger Diarrhoe und Ansammlung schlechten Geschmacks mit unterirdischem Null- Unterhaltungswert zwecks kommerzialisierter Massenbespaßung auf schulmedizinischem Stammtisch- Niveau? Ich schlage daher vor: Etwas weniger wäre zukünftig bedeutend mehr und einfach mal eine zeitlang die Klappe halten!

 

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

Urteile nie vorschnell

„Wahr ist nicht immer das, das wir als wahr betrachten!“

pastries-717841_640

Eine kleine, jedoch sehr berührende Geschichte zum Thema „Schein und Sein“: Eine alte Dame setzt sich am Nachmittag eines warmen Sonnenscheintages in ein Café. Die Kellnerin kommt kurz darauf an ihren Tisch und überreicht ihr die Menü-Karte und erkundigt sich, was sie denn gerne bestellen möchte. Die alte Dame fragt daraufhin: „Wie teuer ist denn bei ihnen ein Stück von der Torte?“

Die Kellnerin antwortet: „Das Stück kostet fünf Euro!“ Die gebrechliche alte Dame holt daraufhin einige Münzen aus ihrer Tasche und beginnt diese ganz langsam und gemächlich zu zählen. Sie schaut die Kellnerin an und fragt sie erneut: „Und was kostet bei ihnen ein ganz einfaches Stück Kuchen?“ Die Kellnerin schon merklich gestresster, da sie noch viele Gäste bedienen muss, antwortet sehr ungeduldig in unfreundlichem Tonfall: „Das kostet bei uns vier Euro!“ Die alte Dame daraufhin: „Das ist gut so, dann nehme ich gerne einmal den ganz einfachen Kuchen für vier Euro!“ Die Kellnerin serviert der Dame mit genervtem Gesichtsausdruck den Kuchen und legt ihr sogleich die Rechnung dafür hin. Leise, aber deutlich hörbar, murmelt sie dabei vor sich hin: „Immer diese geizigen Leute; es kann nie billig genug sein!“

Die alte Dame blieb eine ganze Weile in dem Café sitzen und aß ganz langsam und genussvoll den Kuchen. Dann stand sie langsam auf, legte das Geld neben die Rechnung auf den Tisch und ging davon ohne sich noch einmal umzudrehen. Als die Kellnerin zurückkam, um den Tisch aufzuräumen, stellte sie zu ihrer Überraschung fest, dass die alte gebrechliche Dame ihr neben dem Geld für den Kuchen, den sie ihr gebracht hatte, zusätzlich einen Euro Trinkgeld hingelegt hat. Ihr stiegen vor Rührung die Tränen in die Augen, aber es war bereits zu spät, um sich bei der alten Dame für das, was sie deutlich hörbar zu ihr gesagt hatte, zu entschuldigen. Sie begriff schmerzhaft und fühlte sich dabei ganz klein und schrecklich schlecht, dass die alte Dame sich mit einem einfachen Stück Kuchen zufrieden gegeben hatte, nur um ihr ein Trinkgeld zu schenken!

(Autor leider unbekannt)

 

Diese kleine und sehr berührende Geschichte zeigt uns wieder einmal ganz deutlich und auch aufrüttelnd, dass wir niemals über andere Menschen vorschnell urteilen sollten! Bevor wir über einen anderen Menschen urteilen und werten, uns damit über ihn erheben, sollten wir zunächst einmal mit ganz viel Sensitivität und Empathie hinter die Mauern sehen, um dahinter seine Ängste und Sorgen zu erkennen. Erst dann können wir erkennen, wie zerbrechlich und verletzlich dieser Mensch hinter seiner Maske ist …

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

 

Magisches Basilikum!

„Basilikum: Mehr als nur ein schmackhaftes Topic für Tomaten und Mozzarella!“

 tomato-and-mozzarella-salad-8829_640

It´s magic: Ich musste feststellen, auch das weite Feld der Psychologie (… und offensichtlich auch ich persönlich) muss noch viel lernen! Wer bislang das Kräutlein Basilikum lediglich als unverzichtbares und wohlschmeckendes Beiwerk zu Tomaten und Mozzarella kannte, hinkt nach neuesten Erkenntnissen, wie auch ich, offensichtlich weitgehendst unwissend und hoffnungslos, aufgrund völlig fehlendem Basis- Wissen, hinterher! 

Ein jeder dürfte in der Vergangenheit schon einmal die Begriffe Burn- Out (chronische Überforderung), Bore Out (chronische Unterforderung), Stress und/oder Mobbing, wenn nicht persönlich erlebt, so doch zumindest gehört haben. Betroffene begeben sich in der Regel, aufgrund ärztlicher Empfehlung, nachdem sie ihre körperlichen Symptome einigermaßen im Griff haben und wieder einigermaßen geradeaus laufen können, in psychologische, bzw. psychotherapeutische Behandlung. Nach neuesten (pseudo- und grenz-) wissenschaftlichen Erkenntnissen wird diese sich zuweilen im Bereich der persönlichen Odyssee bewegenden Reise durch die unterschiedlichsten Arzt- und Therapeuten- Praxen, angefangen vom sonst bei Grippe und Magen-/ Darmbeschwerden zuständigen Hausarzt, bis hin zu Internisten, Hals- Nasen- Ohren- Spezialisten, Neurologen, Psychologen, Psycho- Analytikern, bzw. Psychotherapeuten nicht mehr notwendig sein, denn man kann dem ganzen jetzt bereits vorbeugen und sehr effizient und zielgerichtet entgegenwirken.

Nachdem auch ich in meiner Praxis eine Vielzahl von Klienten berate und coache, die unter den oben beschriebenen Beschwerden bis hin zu Seelen- Qualen oftmals bereits seit Jahren zutiefst leiden, muss auch ich mir nunmehr eingestehen: Ich hinke offensichtlich neuesten Erkenntnissen im Hinblick auf die heilerischen und therapeutischen Möglichkeiten, respektive Präventivmaßnahmen dieser mittlerweile nahezu zur Volksseuche gewordenen Leiden hoffnungslos hinter! An dieser Stelle schon mal ein schuldbewusstes „Mea Culpa!“ angesichts meiner augenscheinlichen Unwissenheit! 

Es klingt so einfach und selbstverständlich, ich wundere mich über mich selbst, dass ich auf dieses so universell einsetzbare und dabei so probate und einfache (Haus-) Mittel nicht selbst gekommen bin. Keinesfalls möchte ich meinen Lesern und selbstverständlich auch meinen Praxis- Klienten diese mehr als revolutionäre Erkenntnis und Methode vorenthalten.

Man nehme also hierzu:

–  einen Topf Basilikum (bevorzugt aus der Bio- Abteilung des ortsansässigen Supermarktes!) 

– eine durchgefärbte schwarze (Um Gottes Willen, bloß keine andere Farbe verwenden. Man weiß ja nie was passiert!) Kerze plus passendem Kerzenhalter 

– ein getrocknetes Lorbeerblatt (Kennen Sie ja sicherlich auch noch als Zutat zu selbstgemachtem Rotkraut!) 

–  eine kleine Flasche reines Lavendelöl (das, wonach Oma immer schon so schlimm roch!) 

–  Küchenpapier, Mörser, Streichhölzer und einen kleinen Stoffbeutel (Die Farbe und Beschaffenheit des Stoffs scheinen hierbei völlig irrelevant zu sein!) 

… und jetzt kommt´s: Bei abnehmendem Mond (… und bitte nur dann!) zupfen Sie zur Mittagszeit (Bloß nicht früher oder aber später!) die frischen Blättchen von der Basilikum- Pflanze liebevoll ab; diese werden dann auf dem Küchenpapier zum Trocknen ausgelegt (… aaah ja, dafür braucht man das also. Ich muss da selbst ganz genau mitlesen, um Ihnen bloß nichts falsches zu raten, was unangenehme oder schlimmere Folgen nach sich ziehen könnte. Sicher ist sicher, denn hier geht´s ja offensichtlich nicht nur um belanglose Pillepalle!) Bloß nicht in der Sonne trocknen (Davor wird ganz dringend abgeraten!), dafür lieber einen nicht ganz so heißen und trockenen Ort auswählen. Nach ca. 1-2 Tagen sind die Basilikumblättchen getrocknet und das Ritual kann beginnen. Also, Ihr Lieben, auf geht´s frohgemut und vor allen Dingen mit ganz viel Mut und Enthusiasmus! Irgendwie, finde ich, gehört das unbedingt dazu und schaden kann´s meines Erachtens ganz bestimmt nicht! Es ist ja schliesslich „Magic!“. 

Schaffen Sie eine ruhige und entspannte Atmosphäre und weihen Sie die schwarze Kerze (Bitte nochmals: Bloß keine andere Farbe verwenden, damit auch wirklich nichts schief gehen kann. Da wird immer wieder drauf hingewiesen, also scheint es wirklich immens wichtig zu sein!) mit dem Lavendelöl. Das geschieht, indem man einen Tropfen des Lavendelöls auf die Fingerspitzen der rechten Hand gibt und die in der linken Hand befindliche (Also nochmals dringend zur Erinnerung: Nur auf eine schwarze Kerze!) Kerze vom Kerzenende bis zum Docht hin sanft damit bestreicht. Nach jedem Strich mit den Fingerspitzen dabei die Kerze um eine Viertelumdrehung weiter drehen und das ganze insgesamt 4x wiederholen. Dazu muss man offensichtlich wissen: Das viermalige Wiederholen steht für die vier Elemente; danach ist die Kerze aktiviert und magisch aufgeladen. It´s schon ein bisschen grusel- magic! Das mögen jedoch nur die ganz Unwissenden, wie mich, so empfinden; für echte Kenner und Hardliner der Ritual- Szene scheint das fast normal zu sein. Wer sich jetzt spätestens noch nicht wie eine echte Hexe fühlt, hat meiner Meinung nach selbst schuld! Inwieweit sich hier ein edler Zauberstab á la Bibi Blocksberg und ein passendes Gewand förderlich auswirken könnten, wurde mir leider vorenthalten, aber schaden kann´s mit Sicherheit nicht! Solche Extra- Zutaten müssen sich doch irgendwie über´s Internet bestellen lassen. Mein Tipp: Einfach mal googeln! Ach übrigens, sorry, das vergaß ich in meiner Begeisterung ganz zu erwähnen: Das Magic- Ritual scheint sich eindeutig besser für meine weiblichen Geschlechtsgenossinen zu eignen, als für Männer. Die Betriebsanleitung liest sich eindeutig und unzweifelhaft „weiblich“, also offensichtlich nur oder weitgehendst für Mädels geeignet oder dann besonders wirksam. Meine Überlegung hingegen: Vielleicht neigen aber auch Frauen eher zu solch einem Budenzauber und Männer denken da ganz praktisch in Richtung „Ich schlag meinem Gegner bei Gelegenheit und wenn´s draußen dunkel ist einfach komplett die Zähne ein!“ etwas reduzierter und weitaus pragmatischer! 

Und weiter geht´s: Jetzt die Kerze im Kerzenhalter befestigen und anzünden. Als nächstes dann das Lorbeerblatt und die getrockneten Basilikumblätter in den Mörser geben und mit dem dazu gehörigen Stößel fein zermahlen. Unbedingt darauf zu achten ist, dass Sie den Mahlvorgang nur links herum ausüben (Ich weiß zwar nicht, was passiert, wenn Sie sich in der Richtung irren sollten, aber lassen wir´s einfach besser, nehmen es einfach mal so hin und denken an dieser Stelle nicht weiter drüber nach!) Während Sie die Blättchen also links (!!!) herum zermahlen, muss folgender Zauberspruch 9x (Oh mein Gott, geht´s vielleicht auch noch öfter?!) laut (!!!) aufgesagt werden (Hier empfehle ich dringend eine Strichliste zu führen, das scheint nämlich enorm wichtig zu sein. Und bitte, das ist jetzt nur so ein merkwürdiges und unerklärliches Gefühl von mir und steht nicht in der Bedienungsanleitung: Keinesfalls dabei lachen, bloß nicht und unter keinen Umständen!). Also, Mädels, gehen wir´s mal ganz mutig gemeinsam mit dem Gefühl des echten Profis an: 

„Aus Neid wird Liebe, aus Hass Harmonie!

Den Zauber ich schmiede, so stark wie noch nie!

Du königlich Gewächs vereinst Dich nun, mit dem Erfolg für all mein Handeln und Tun!

Wend ab von mir böse Menschen schnell, damit mein Leben wird lichtvoll und hell!

So sei es, so sei es, so sei es! “

Das ganze fühlt und hört sich jetzt aber schon ein bisschen gruselig und grenzwertig an, gell? … und bitte: Bloß keinen zuhören lassen! Es reicht schon völlig, dass Sie solch einen geballten Schwachsinn überhaupt aussprechen, das müssen jetzt nicht auch noch Dritte mit anhören. Und weil´s so prickelnd und schön gruselig ist, war es jetzt auch das noch lange nicht.Da kommt nämlich noch etwa ganz entscheidendes, denn jetzt muss das Zeug ja auch schliesslich zum Front- Einsatz kommen, um endlich Wunder bewirken zu können. 

Also: Nachdem die Blättchen jetzt sicherlich so fein wie Puderzucker sind (Immerhin muss der Spruch ja 9x dabei aufgesagt werden und bitte, ganz wichtig, nicht einfach nur mal nebenbei so herunterleiern, sondern hierfür ein bisschen Ernsthaftigkeit und Pathos in die Stimme legen, immerhin geht´s hier auch um was!), wird dieses (Das ist jetzt nicht mehr einfach nur Lorbeer und Basilikum, nein, wir haben ja jetzt magisches hex- hex gemacht!) „magisch aufgeladenes“ Pulver in das Stoffbeutelchen gefüllt. 

Dringend empfohlen wird, niemandem, wirklich wirklich absolut niemandem, ganz egal was auch passiert und sei es die Androhung schwerer Folter, von Ihrem magischen Ritual zu erzählen. Man sollte lt. Empfehlung solche Dinge besser für sich behalten, damit die Rituale (Wie, da gibt´s noch mehr davon? Die kenne ich ja noch gar nicht!) ihre Wirkung voll und ganz entfalten können. (Ganz vertraulich unter uns gesagt: Erzählen Sie von dem Budenzauber Ihrem Psychologen, bzw. Psychotherapeuten, wird er Sie aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Diagnose „wahnhafte Paranoia“ und einer Anfangsdosis von 5mg Haloperidol in die geschlossene Psychiatrie einweisen!) 

Jetzt brauchen Sie ganz viiiel Zeit und Geduld: Die Kerze muss bis ganz zum Schluß vollständig abbrennen; bloß nicht auspusten, das soll angeblich den Kerzengeist verschrecken und ihn infolge dessen stinksauer machen. Ich persönlich habe diesen Typen zwar auch noch nicht kennengelernt, aber auf jeden Fall hört sich das ganze schon mal sehr bedrohlich und gefährlich an. Ergo: Das gesamte Procedere kann also dauern und dauern und nochmals dauern! Aber wir sind ja noch jung, knackig und Hexen sind ja angeblich unsterblich und für die Ewigkeit gemacht. Wir haben also daher durchaus die benötigte Zeit und Muse und mit einem Tässchen frischem Kaffee im Anschlag stehen wir das ganze auch noch durch … Schliesslich dient das ganze ja einem wichtigen und höheren Ziel und Zweck und bitte, was ist schon Zeit? 

Ist die Kerze dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit vollständig abgebrannt, gehen wir jetzt lässig in Aktion, um das Ding zu rocken. Das „magisch aufgeladene“ Pulver, schon bei dieser Bezeichnung kriege ich persönlich Gänsehaut, kommt jetzt endlich zum Einsatz. Also all Ihr widerlichen Mobber, nervtötenden Stressoren und ekelhaften Kotzbrocken dieser Erde gut aufgepasst und schon mal vorsorglich die Ohren angelegt; Ihr seid jetzt mehr als überreif und gehört schon bald der Geschichte und Historie an, denn wir blasen zur ultimativen Attacke! Gegenwehr absolut sinn- und zwecklos!

So gehen Sie weiter vor: Sobald Sie am nächsten Morgen das Haus in Richtung Arbeitsplatz verlassen, unbedingt das Säckchen mit dem „magisch aufgeladenen“ Pülverchen mitnehmen (Bloß nicht vergessen, denken Sie lieber dabei an die bevorstehende magische Schlacht und den Schlagabtausch mit Ihren bisherigen und in Kürze vergangenen Widersachern. In einen Krieg zieht man ja schliesslich auch nicht unbewaffnet und schwenkt schon beim ersten gefallenen Schuss die weisse Kapitulations- Flagge!) Empfohlen wird an dieser Stelle, etwas früher als sonst am Arbeitsplatz zu erscheinen, damit Sie noch etwas Ruhe haben, das Wundermittel im Raum zu verteilen. Sie sollten jetzt also bereits das Frühaufstehen fest einplanen, das Pulver muss nämlich jeden (!!!) Tag angewandt werden, damit es auch wirklich dauerhaft wirkt und das funktioniert dann folgendermaßen: 

Etwas von dem „magisch aufgeladenen“ Pulver in die Handflächen geben und in Gedanken sagen:

„Du lichtvolles Pulver, verbreite Dich schnell, damit in diesen Räumen die Schwingung wird hell!“

 Wow, was für eine krasse Kampf- Ansage! Klingt das nicht irgendwie nach ultimativem Sieg auf allen Ebenen und echtem Befreiungsschlag? Das macht doch irgendwie so richtig was her … So in etwa muss sich Harry Potter gefühlt haben, wenn er Lord Voldemort gegenübersteht, um ihn mit Schwung dahin zurück zu schicken, wo er hergekommen ist. Einfach grandios und unbesiegbar! Übrigens: Kaum zu glauben, was das Gefühl der Machtergreifung doch persönlich verändert, hat man erst einmal die richtigen Waffen zur Hand!

… und jetzt starten wir den General- Angriff: Ein wenig von dem magischen Zauber- Pülverchen von der Handfläche in den Raum pusten, und jetzt bloß keine Skrupel an dieser Stelle. Die Putzkolonne kommt schließlich jeden Abend und saugt und wischt Staub, also bloß keine Hemmungen! Angeblich soll man sofort, neben dem durchdringenden Basilikumduft (Was ich definitiv für durchaus möglich halte!) eine gravierende positive Veränderung der Energie und Schwingung erfahren und vor allen Dingen spüren! Wooow, was für ein Knaller- Effekt ungeahnten Ausmaßes … Einfach nur magic!

Das Kraut plus Lorbeerblatt soll negative Energien sofort blitzartig abwenden und die reine, pure Herzensliebe anziehen. Treffen also Ihre nervigen Kollegen ein, sollten diese Sie mit einem locker- flockigen und für Sie völlig ungewohnten „Einen wundervollen und berauschenden guten Morgen, meine Lieben!“ fröhlich pfeifend mit Sonnenschein im Gesicht begrüßen und Sie anschließend in die betriebseigene Kantine zum Kaffee einladen (Das wäre übrigens an deren Stelle jetzt spätestens der Moment, an dem ich misstrauisch werden würde!). Angeblich sollen lt. Bedienungsanleitung für das Pülverchen Hektik und Stress sofort rapide abnehmen und bisherige Mobber und Kotzbrocken, denen Sie lieber ganz weit aus dem Weg gegangen sind, zu Ihren besten Kumpels forever mutieren, Sie nie mehr die Mittagspause freiwillig oder gezwungenermassen alleine in der Kantine am Tisch in der hintersten Ecke verbringen müssen, Ihnen nie mehr eine undurchdringliche Mauer der Ablehnung seitens mobbender Kollegen und Kolleginnen gegenübersteht, Ihr Vorgesetzter, bisher ein mehr als cholerischer und profilneurotischer Kotzbrocken der Extra- Klasse, Ihnen nur noch lobend ob Ihres selbstlosen täglichen Arbeitseinsatzes anerkennend auf die Schulter schlägt und Sie sofort für die nächste Gehaltserhöhung und Beförderung vorschlägt, und Sie die bereits vor langer Zeit geschriebene innere Kündigung im internen mentalen Shredder versenken können! Mal ehrlich: Das hört sich doch wirklich nach zukünftig fast schon paradiesischen Zuständen an, nicht wahr?! 

Ich habe zwar das ganze noch nicht durchgezogen, aber ich bin wirklich maßlos beeindruckt und habe sofort auf meinem Einkaufszettel Lorbeerblätter, frisches Basilikum, Lavendelöl und eine schwarze Kerze, durchgefärbt versteht sich, notiert. Ich habe zwar keine mobbenden Kollegen, keinen echten Kotzbrocken als Chef und zu meiner Praxis gehört auch keine Kantine, aber sicher ist sicher, das ziehe ich jetzt auch in meiner Praxis radikal und konsequent voll durch. Man weiß ja nie, was einem so alles begegnet und „positive vibrations“ haben ja immer was!

Was enorm bemerkenswert ist: Das „It´s magic- Pülverchen“ soll angeblich auch besonders gut gegen den bösen Blick helfen! Aaah ja, also universell einsetzbar! Da einem der aber nicht nur in geschlossenen Räumen, ganz besonders von dem chronisch übellaunigen Kollegen in der Ecke gegenüber und Kotzbrocken- Cheffe zuteil wird, stellt sich für mich die logische Frage, wie bewerkstelligt man das mit dem „Pülverchen in die Luft blasen“ auf der Straße ohne dabei unangenehm aufzufallen? Praktikable Vorschläge hierzu werden gerne entgegen genommen! 

Mein ganz persönliches Fazit: Auch wenn hier streckenweise eine ganz wichtige und wesentliche Erkenntnis zur Behandlung und Prävention von Stress- Symptomen, zum Burn Out- und/oder Bore Out- Syndrom oder aber Mobbing bisher an mir vorbei gegangen sein sollte, werde ich auch weiterhin sicherheitshalber in meiner Praxis Beratungen zum Thema „Nie mehr Opfer!“ und „Wege aus der Opferhaltung!“ anbieten. Auf jeden Fall, sicher ist sicher und man weiß ja nie, werde ich zukünftig all meinen Klienten und ratsuchenden Mandanten die Rezeptur für das „It´s magic- Pülverchen“ in die Hand drücken. Schließlich bin ich immer und grundsätzlich gegenüber neuesten Erkenntnissen und themenbezogener Weiterbildung überaus aufgeschlossen und das Wohl meiner Klienten liegt mir generell sehr am Herzen! It´s magic!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

Quelle/Ritual: Magazin „Zukunftsblick“, Ausgabe 08/2010

Ein letztes Mal?

„Stell Dir vor, wenn es kein morgen mehr gäbe …“

night-68073_640

Es dürfte wohl kaum jemanden auf dieser Welt geben, der gerade angesichts des bedeutenden Datums 11.September nicht an ein „Gibt es morgen noch ein morgen?“ und „…was wäre wenn?“ denkt. Auch wenn wir täglich mit immer neuen Schreckensmeldungen und gefühlten Endzeit- Nachrichten hinsichtlich weltweiter Katastrophen, Unruhen, Kriegen und persönlicher Schicksale überflutet werden und uns diese manches Mal kaum noch berühren, macht uns dieses einprägsame Ereignis, das nunmehr schon so lange Jahre zurückliegt, noch immer sehr, sehr betroffen und nachdenklich – was wäre, wenn es tatsächlich kein „morgen“ mehr gäbe? Gerade das lang zurückliegende Ereignis des 11.September 2001 zeigt uns immer wieder, dass wir endlich sind, uns nur ein zeitlich begrenztes Leben zur Verfügung steht und wir oftmals sehr unbewusst und auch unachtsam leben, gerade im Umgang mit unseren Mitmenschen, so als ob es wirklich kein „morgen“, sondern vielmehr ein „immer“ gäbe und wir eine garantierte und verbriefte Option auf die Unendlichkeit hätten, die beliebig verlängerbar ist.

 

„Wenn ich wüsste …“

Wenn ich wüsste, es ist das letzte Mal,
dass ich dich einschlafen sehe,
würde ich dich liebevoller zudecken
und zu Gott beten, deine Seele zu beschützen.

Wenn ich wüsste, es ist das letzte Mal,
dass ich dich zur Tür hinausgehen sehe,
würde ich dich umarmen, dir einen Kuss geben
und dich zurückrufen für noch einen.

Wenn ich wüsste, es ist das letzte Mal,
dass ich deine Stimme höre,
ich würde jede deiner Gesten und Worte auf Video aufzeichnen,
um sie mir jeden Tag wieder ansehen zu können.

Wenn ich wüsste, es ist das letzte Mal,
würde ich eine Minute oder zwei innehalten
und dir „Ich liebe dich“ sagen, anstatt davon auszugehen,
dass du das auch ohne meine Worte weißt.  

Wenn ich wüsste, es ist das letzte Mal,
würde ich diesen Tag mit dir teilen.
Jetzt bin ich mir so sicher, dass wir noch so viele haben,
dass ich diesen ahnungslos verstreichen lasse.

Es gibt immer ein Morgen,
um eine Verletzung wieder gutzumachen,
und wir bekommen immer eine zweite Chance,
um das Leben in Ordnung zu bringen.
Es gibt immer noch einen Tag, um „Ich liebe dich“ zu sagen,
und immer noch eine Chance
für ein „Kann ich etwas für dich tun?“

 Aber nur für den Fall, dass ich falsch liege,
und es bleibt nur der heutige Tag,
möchte ich dir sagen, wie sehr ich dich liebe,
und ich hoffe, wir vergessen nie:
Das Morgen ist niemandem versprochen,
weder Jung noch Alt.
Heute könnte deine letzte Gelegenheit sein,
um deine Lieben ganz fest zu umarmen.
 

Wenn du auf morgen wartest,
wieso tust du’s nicht heute?
Denn falls morgen nicht mehr kommt,
wirst du den Tag bereuen,
an dem du dir keine Zeit genommen hast
für ein Lächeln, eine Umarmung oder einen Kuss,
weil du zu beschäftigt warst,
um jemandem etwas zu geben,
was sich im Nachhinein als sein letzter Wunsch herausstellt.  

Halte deine Lieben heute ganz fest,
flüstere ihnen ins Ohr,
sag ihnen, wie sehr du sie liebst,
und dass du sie für immer in deinem Herzen behalten wirst.

 Nimm dir die Zeit zu sagen: „Es tut mir Leid“,
„Bitte verzeih mir“,„Danke“ oder „Ist in Ordnung“.
Und wenn es kein Morgen gibt,
musst du das heute nicht bereuen.

(aus: Worauf kommt es an im Leben? Erzählungen und Gedichte auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, Autoren: Ulrike Vornweg-Elzner und Thomas Euteneuer)

 

Ich wünsche allen ein achtsames und respektvolles Leben mit dem Bewusstsein, dass es sicherlich für uns alle morgen auch erneut ein neues „Morgen“ geben wird, wir jedoch zukünftig sehr aufmerksam und bewusst damit umgehen sollten. Denn irgendwann einmal wird es für einen jeden von uns kein neues „Morgen“ mehr geben; genießen wir also gemeinsam sinnlich und sinnvoll das „Heute, hier und jetzt“ mit dem Bewusstsein an ein endliches und vergängliches „Morgen“!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

Das böse Karma

Brandneu und auch garantiert für Sie geeignet: Das ultimative und absolut unverzichtbare „Must have!“ 

 monastic-892682_640

Die unentbehrliche Revolution aus dem esoterischen Absurdistan: „ Karma- Ablösung light und to go versus Ablasshandel oder Sündigen ohne Reue leicht gemacht!“ “

Wie bitte???! Na, das geht ja mal gar nicht, einfach undenkbar und definitiv nicht akzeptabel! Ihr karmisches Schuldkonto ist weit überzogen und befindet sich schon seit Jahren im abgrundtiefen Minus- Bereich? In der Vergangenheit schwer hingelangt und Sie haben deshalb tiefe Ängste, dafür im Fegefeuer oder in der Hölle zu landen und sich Ihr Karma bereits für dieses und die nächsten drei Leben restlos versaut zu haben? Aber nicht doch, das kann man doch flugs ohne großes Aufheben regeln! Einfach, problemlos, light und to go; Ihre Pizza, den Mäckes und das Menue vom Chinesen können Sie auch schließlich telefonisch bestellen und einfach und easy nachhause liefern lassen! Wer bitteschön hebt denn heute noch tatsächlich für solche Banalitäten und derart triviales den Hintern von der bequemen Couch oder legt auch noch die Fernbedienung aus der Hand …

Vergessen Sie bitte sofort alles, was Sie jemals über das Thema Vergeben von Sünden und Buße tun gehört oder aber anlässlich Ihres Konfirmations- oder Kommunionsunterricht irgendwann einmal gelernt haben: Nix mehr mit im einheitsgrauem Büßergewand und gesenktem Haupt durchs Leben schleichen, beichten und beten, unzählige „Ave Maria“ und „Vater Unser“ mit Rosenkranz in den Angstschweiß- feuchten Schwitze- Händen kniend in Endlosschleife murmeln oder in zumeist lebenslang schlechtem Gewissen suhlen, angstbehaftet vor dem ewigen Fegefeuer, der Verdammnis bis in alle Ewigkeit und dem drohenden „zur Hölle fahren“ nach dem Ableben. Nix da, jetzt gibt es die ultimative Generalabsolution „light & to go“, die Karma- Ablösung, bzw. Karma- Auflösung für alles, was das Schuldkonto jemals belastet hat! Wie noch nie etwas davon gehört? Sie (Vielleicht noch!) Unwissender, dann wird´s jetzt aber langsam Zeit! Schließlich sollten Sie, nicht nur in Bezug auf Ihren neuerstandenen PKW modernster Technologie, sondern auch, was Ihr eigenes zukünftiges Seelenheil nach Ihrem Ableben anbelangt, technisch immer auf dem neuesten Stand sein und sich niemals einer revolutionären Neuerung verschließen! Sicher ist sicher und man weiß ja schließlich nie was noch kommt … 

Selbst etabliert mit einer spirituell- psychologischen Praxis, bezeichne ich mich dennoch als einen überaus misstrauischen Kritiker, gerade was hinsichtlich dre mittlerweile am Markt, gerne von mir als „esoterisches Absurdistan“ oder auch alternativ „Esoterik- Dschungelcamp Update 2.0“ bezeichnet, angebotenen und nahe der Grenze zur kollektiven Volksverblödung nahe den weiten Grenzen der Debilität angesiedelten Praktiken vereinzelter, zumeist selbsternannter, Super- Gurus dieser Szene anbelangt. Die Grenzen meines persönlich nahezu grenzenlosen Humors sehe ich immer dann weit überschritten, wenn das eigene kommerzielle und vor allem materielle Gewinnstreben mit Hilfe eines reißerischen und narzisstischen PR- Auftritts über das Schicksal von hilfesuchenden und teilweise völlig verzweifelten Menschen gestellt und dabei augenscheinlich vergessen und auch oftmals nur zu gerne ignoriert wird, dass es hierbei um Leben und Schicksale geht, die ihnen in der Hoffnung auf Hilfe anvertraut werden. Dass auch sogenannte „Licht- Arbeiter“ nicht ausschliesslich von Licht, Luft und Liebe leben, dürfte dabei außer Frage stehen; für die dabei angewandten Verkaufs- Methoden und Anbietungen hingegen gibt es meines Erachtens deutliche Grenzen in punkto Seriosität und Kompetenz 

Besonders hellhörig lässt mich grundsätzlich und immer wieder werden, wenn angebliche „Kapazitäten“ und zumeist selbsternannte „Koryphäen“ damit werben, dass sich täglich in ihrer Praxis die zumeist „Ich bin Super- Wichtigs!“ von eigenen Gnaden dieser Welt die Türklinge nonstop gegenseitig in die Hand geben. Zum einen unterliegen auch spirituelle Berater und Coaches einer auferlegten Schweigepflicht und zum anderen ist es eine Frage der Ehre, zumal das Namedropping von B- bis Z- Promis rein gar nichts hinsichtlich der Kompetenz und Qualifikation des Anbieters aussagt, niemals die eigenen angeblichen Leistungen durch die Namensnennung von Prominenten aufzuwerten. Ein seriöser alternativer Heiler oder ein parapsychologisches Medium überzeugt grundsätzlich ausschliesslich und nur durch Sach- und Fachkompetenz, Leistung und nachweisbare Erfolge und nicht mittels marktschreierischer Werbemaßnahmen! 

Ich greife daher immer wieder aktuelle und brisante Themen und Praktiken auf, wohlgemerkt, um jedweden Verdacht bereits von Beginn an auszuhebeln, nicht um die ungeliebte und bucklige Konkurrenz vom Markt zu mobben (Einem jeden sei von ganzem Herzen ein wohlgefüllter Terminkalender gegönnt; bei rund 7 Milliarden Menschen auf dieser Welt und einer empirisch belegten rasanten Zunahme von psychischen und psycho- somatischen Belastungsstörungen wird wohl keiner von uns lebenslang arbeitslos werden!), sondern um verzweifelten Hilfesuchenden unerfüllbare Illusionen und Hoffnungen zu nehmen, die Ihnen mit vielen völlig unhaltbaren Versprechungen und teilweise exorbitanten Kosten angeboten, aufgedrängt und verkauft werden. 

Zunächst einmal zwecks besserem Verständnis ein wenig Hintergrundwissen: Das Wort „Karma“ stammt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet soviel wie „Wirken“ oder „Taten“. Das Thema Karma bildet neben dem Samsara, dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt, einen festen Bestandteil vor allem des Hinduismus und Buddhismus und muss sich nach deren Lehren nicht unmittelbar im aktuellen Leben auswirken, sondern sich möglicherweise auch erst im nächsten manifestieren und neu zur Disposition stehen. Die Entstehung von Karma basiert nach Auslegung dieser Lehren auf der Gesetzmäßigkeit und Gültigkeit von Ursache und Wirkung, d.h. auf eine Handlung oder einen Gedanken erfolgt grundsätzlich eine Auswirkung und erfolgt nicht etwa aufgrund einer Bewertung oder Bestrafung einer höheren Institution. Erstrebenswertes Ziel ist es hierbei überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen, da sowohl schlechtes, als auch gutes Karma erneut den Kreislauf der Wiedergeburten, bzw. Inkarnationen erzeugt. Das immerwährende uns begleitende Karma wird in historischen Schriften zumeist als Rad, das symbolisch für den ewigen Kreislauf von Wiedergeburt und Tod steht, dargestellt.

Von fernöstlichen Religionen nunmehr zur römisch- katholischen Theologie: Selbst die hartnäckigsten Atheisten unter uns, werden sicherlich schon einmal den Begriff des Ablasshandels gehört haben. Der Ablass aus dem lateinischen „indulgentia“ oder auch „die römische Gnade“ ist ein Grundbegriff der römisch- katholischen Kirche. Hierunter versteht man einen Gnadenakt, durch den temporäre Strafen infolge von Sünden ganz oder teilweise, z.B. heute in Form der Beichte, einer Pilgerreise oder dem päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“, erlassen werden können. Wohlgemerkt wird hierbei lediglich die Strafe, jedoch nicht die Sünde als solches vergeben. Geahndet wurden in früheren Zeiten schwerere Sünden in Form von längerem Fasten oder einem Ausschluss aus der Glaubensgemeinschaft, die jedoch durch Fürsprache und Fürbitte eines verdienten Gemeinschaftsmitgliedes wieder aufgehoben werden konnte.

Im späten Mittelalter entdeckten dann die Päpste, die zu damaligen Zeiten unter chronischem Geldmangel und drohender Verarmung der Klöster litten, den Erlass begangener Sünden gegen Bezahlung. D.h. nachdem dem reuigen Sünder blumenreich das ihn erwartende Fegefeuer in allen grausamen Einzelheiten geschildert worden war, gerne noch unter Einbeziehung bereits verblichener Verwandter, die angeblich ebenfalls für ihre auf Erden begangenen Sünden auf ewig in der Hölle schmoren, die man aber auch gerne gegen Bares freikaufen könne, was als besonders ehrenvoll und nächstenliebend betrachtet wurde, wurde eine Geldsumme nach einer Art Bußgeldkatalog vereinbart, gegen die begangene Sünden  aufgerechnet, die dann sogleich erlassen wurden – der gewerbsmäßige Ablasshandel der katholischen Kirche war somit erfunden.

Im Klartext: Also im Prinzip nix mit Generalabsolution zu Lebzeiten, man durfte erst einmal wie bisher ohne schlechtes Gewissen und Reue gegen Bares weitermachen; verschärftes „Dudu“  gab´s dafür anschließend in der Hölle, es sei denn, es fand sich nach dem eigenen Ableben einen gnädig gestimmten liebenden Verwandten, der über genügend Bares verfügte, für den armen Sünder mitbezahlte und ihn damit entsprechend aus dem Fegefeuer auslöste! Der Ablasshandel und gewerbsmäßige Handel der römisch- katholischen Kirche mit Ablassbriefen nach dem Schema „Nur Bares ist wahres!“ war dann auch Auslöser der Luther´schen Reformation, was ihn wiederum zur Verfassung der 95 Thesen veranlasste. Im Jahre 1567 wurde seitens Papst Pius dem V. dann endgültig der Ablasshandel verboten und mit Androhung der Exkommunikation, die wiederum ewige Verdammnis bedeutete, unter schwere Strafe gestellt.

Im Zuge der heute allerorts üblichen und überaus bequemen Cash- & Carry- Mentalität regelt man derartige Kleinigkeiten, die einem ohnehin bloß unnötigerweise den Tag vermiesen, zwar noch immer gegen Bares, jedoch erheblich diskreter, ohne öffentliche Reue und Pranger, päpstlichen Bußgeldkatalog oder eine Zwangsmitgliedschaft in der römisch- katholischen Kirche. Denn merke: Auch ein heutiger Sündenerlass ist nur möglich, wenn der reuige Sünder ein getaufter Katholik ist, frei von schwerer Schuld und mit Gott und der Kirche versöhnt ist.

Wenn Sie also beispielsweise, um die Scheidungskosten zu sparen, Ihre Ex- Gemahlin gemeuchelt oder ebensolches in Auftrag gegeben hätten, wäre dies nach Auffassung der Kirche (… und nicht nur dieser !) eine schwere Sünde und nicht zu verzeihende Verfehlung. In diesem Fall sollten Sie weniger auf einen Sündenerlass hoffen, sondern sich wohl eher auf die irdische Dienstleistungen eines kompetenten und erfahrenen Strafverteidigers verlassen! Die dringende Warnung: Bevor Sie jetzt in diese Richtung weiterdenken, sei diesbezüglich nur am Rande erwähnt, dass selbst ein langjähriger Gefängnisaufenthalt nicht das aufgrund der Tat verursachte Karma ausgleicht oder etwa aufhebt, sondern hierdurch lediglich der weltliche Rechtsfrieden wieder hergestellt wird. Für die Handlung als solches gibt´s dann nach Auffassung buddhistischer oder hinduistischer Religionslehren hinterher im Hinblick auf Ihr Karma noch mal extra was auf die Griffel! Daher mein wohlgemeinter  Rat an Sie: Freunden Sie sich lieber mit dem Gedanken hinsichtlich der Zahlung anfallender Scheidungskosten an; alles andere verursacht nur mieses Karma und würde Ihr Karma- Schuldkonto überdies unnötig belasten!

Ich frage mich an dieser Stelle ohnehin, ob des weltweit in allen Fernseh- und Radiosendern übertragenen (Allein das Hören dieses päpstlichen Segens soll bereits genügen, um in den Genuss des Erlasses zu kommen; persönliche Anwesenheit ist also nicht mehr zwingend erforderlich!) alljährlichen päpstlichen Segens „Urbi et Orbi“, was machen all diejenigen die weder getauft, noch Mitglied der katholischen Kirche sind? Also doch Hölle geschlossen wegen Überfüllung? Ein klares und entschiedenes „Nein“, das geht auch anders und ohne viel Aufhebens, eben light und to go!

Für alle anderen die der Ansicht sind, ihre Seele sei nicht gänzlich unbefleckt, gibt es jetzt den ultimativen Ablasshandel der Neuzeit und die vollumfängliche Generalabsolution „light & to go“ in Fom der Karma- Ablösung, bzw. Auflösung ! Ein Schelm wer glaubt, der einst praktizierte Ablasshandel gegen Bares im Stile des Mittelalters sei erneut aufgegriffen worden und damit in unsere zivilisierte Welt zurückgekehrt. Nein, beileibe nicht, so schlecht geht es der katholischen Kirche und den Klöstern heute gottlob nun auch nicht mehr und das ganze Procedere wurde auch ein bisschen modifiziert, ergo dem aktuellen Zeitgeist angepasst! Heute funktioniert das ganze in Zeiten von Coffee to go, Pizza und Burger auf Bestellung, heiraten in Las Vegas am Drive Inn- Schalter und ebensolches sich wieder nach drei Tagen in Reno scheiden lassen, viel einfacher und bequemer. Sie brauchen hierfür noch nicht einmal mühselig aus Ihrem Auto auszusteigen. Das läuft ähnlich wie bei Ihrer bevorzugten Mc Donald´s- Filiale: Fenster runterkurbeln, benötigte Papiere auf die Ablage am Schalter knallen, eine kurze verbale Bekräftigung der Scheidungsabsichten (Anstatt der sonst üblichen Bestellung bei Mäckes !) und endgültigen Zerrüttung Ihrer erst vor drei Tagen geschlossenen Ehe (An dieser Stelle nur noch mal zur Erinnerung, es hieß in etwa „…. bis dass der Tod Euch scheidet !“), Unterschrift und ex und hopp stehen Sie dem Markt wieder voll und ganz zur Verfügung!

Es geht jedoch jetzt noch einfacher, Zeit ist schliesslich eine äußerst knappe Ressource, und hierfür müssen Sie noch nicht einmal ein Flugticket buchen: Für eine Karma- Ablösung brauchen Sie heute nicht einmal mehr ins Auto zu steigen und können das ganze auch bequem in Bademantel und Adiletten von der heimischen Couch aus per Telefon und PayPal erledigen, bzw. erledigen lassen – also ähnlich wie beim Pizza- Service: Anrufen, bestellen, okay geben und liefern, in diesem ganz speziellen Fall abholen, lassen – persönliche Anwesenheit ist dabei nicht zwingend erforderlich und erscheint eher entbehrlich! Ich nehme an diesem Punkt einfach mal an, bei Ihrem beauftragten Lieferanten, bzw. Abholer sieht es auch nicht anders aus als bei Ihnen. Im Bademantel und Adiletten bequem auf der Couch, mit der Fernbedienung wird mal kurz der Ton  abgeschaltet und los geht´s … Eben ganz easy, light und to go auf allen Ebenen!

Sollten Sie sich das ganze doch lieber persönlich antun wollen, sollten Sie sich bereits vorher mental auf so einiges gefasst machen. Dieser Budenzauber allererster Güte ist wirklich nur etwas für ganz Hartgesottene und absolute Esoterik- Hardliner! Mir liegen authentische und absolut glaubhafte Berichte von Auftraggebern vor, nach denen das Erlösen und Befreien von miesem Karma mittels ähnlich  Flügel- schlagender Bewegungen der Arme aufgelöst wurde, Klienten zwei Stunde lang hustend in Weihrauch- und Salbei- geschwängerten Räumen im Untergeschoss in gemeinsamer stiller Kontemplation mit der beauftragten Esoterik-Koryphäe durchhalten mussten oder diese jenseits der Grenzen zur absoluten Lächerlichkeit angesiedelte fast anfallsähnliche Ausbrüche zelebrierten. Man war sich an dieser Stelle nicht ganz klar hinsichtlich der Tatsache, inwieweit die Betreffenden dabei eine Art offensichtlich kosmischen Orgasmus erlebten oder aber eindeutig der Verdacht bestand, dass diese vorher etwas rauchten, was es definitiv in keinem Zigaretten- Automaten gibt und eventuell im Zuge einer Strafverfolgung wohl zu mindestens zwei Sonntagen, ääähem sorry, natürlich Totensonntagen, staatlich verordneter Auszeit geführt hätte. Auf jeden Fall werden Sie bei persönlicher Anwesenheit anlässlich einer Karma- Ablösung die ansonsten sehr gefestigten Grenzen Ihrer eigenen Toleranz und Belastbarkeit Ihrer Ernsthaftigkeit neu kennenlernen! Also dann doch lieber in den eigenen vier Wänden bleiben und die Variante „to go“ wählen!

Die mittlerweile offerierten Karma- Ablösungen sind wohlgemerkt dem ehemals angebotenen Ablasshandel der römisch- katholischen Kirche weit voraus: Es ist dabei völlig unerheblich, ob Ihr mieses Karma aus einem früheren Leben stammt oder Sie es im aktuellen angehäuft haben. Ist Ihre Zahlung, schlappe € 150,– bis 300,–, das wird Ihnen Ihr Seelenheil ja wohl wert sein (Also zum echten Discount- und Schnäppchen- Preis! Beachten Sie hierbei bitte: Die Hölle könnte weitaus schlimmer und unangenehmer werden !“), via in der Regel PayPal auf dem Konto des Anbieters eingegangen, können Sie sicher sein, dass für Sie extra- hart und äußerst kräftezehrend gearbeitet wird und Ihr Karma anschließend, ähnlich dem Kochwaschgang Ihrer Waschmaschine, die gerade im Hintergrund läuft, blitzsauber, fleckenrein und blütenweiß gereinigt wurde. Sie können sich also danach nahezu sicher sein, dass Sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der Hölle landen werden! Es sei denn,  Sie sündigen erneut und überlegen sich noch einmal sehr gründlich, ob es angesichts der immens hohen Scheidungskosten, von den zu erwartenden Unterhaltszahlungen mal ganz zu schweigen, nicht doch noch eine andere Variante in punkto Kostenersparnis gibt. Na ja, macht auch nichts, das sehen wir jetzt mal nicht so eng; die Karma- Ablösung kann man ja bei Bedarf gegen Bares einfach nochmal wiederholen lassen und damit ist dann das Minus- Karma- Konto wieder im Plus- Bereich und ausgeglichen! 

So wie Sie im Mittelalter einen sündigen Anverwandten gegen entsprechende Zahlung aus dem Fegefeuer, wahlweise der Hölle, erlösen konnten, so werden Karma- Ablösungen auch gerne und oft im Auftrag für Dritte angenommen. Nehmen wir einmal rein fiktiv an, Sie haben einen wirklich tollen Mann kennengelernt. Er ist eindeutig gefühlt der Richtige, aber er hat noch immer nicht von seiner vorherigen Partnerin losgelassen, denkt täglich noch immer an sie und überlegt unablässig, ob das ganze nicht doch noch eine zweite Chance verdient hätte. Mit der Karma- Ablösung „light & to go“ kein Problem; auch das kann man ganz einfach und unproblematisch hinkriegen! Einfach das ganze in Auftrag geben, Sie brauchen lt. Anbieter den Betreffenden noch nicht einmal um Erlaubnis zu fragen oder dahingehend zu informieren, bequem bezahlen, das Karma wird sofort aufgelöst und Ihr neuer Traumprinz ist Ihnen mit allen Exklusivrechten sicher. Die Ex- Frau, bzw. Ex- Freundin? Ach was, die ist endgültig Geschichte und möge sie vielleicht auf ewig in der Hölle schmoren!

Sie merken es sicherlich schon, das ganze ist eine echte Revolution auf dem Jahrmarkt des esoterischen Absurdistans: Karma- Ablösung oder Befreiung vom Sündenfall „light & to go“. Einfach anrufen, bestellen, löhnen, erledigt! Sündigen ohne Reue leicht gemacht und nix mit anschliessender Hölle und ewiger Verdammnis! Klingt für mich persönlich alles irgendwie so ein bisschen nach dem Versprechen „Endlos alles fressen ohne Zuzunehmen!“ oder „Lebenslanges Komasaufen, garantiert ohne zu erwartenden Leberschaden!“ Eines sei Ihnen an dieser Stelle bereits im voraus verraten: Weder das mit der Fresserei, noch das mit dem Suff ohne Folgen klappt und schon gar nicht der Mythos Schuldenerlass aufgrund einer gekauften Karma- Ablösung! Übrigens: Auch die Sache mit der Ex- Freundin können Sie gleich wieder vergessen, auch das funktioniert leider oder zum Glück nicht! Grundsätzlich gilt immer und bei allem das Prinzip von Ursache und Wirkung, Resonanz und Ausgleich: Keine Wirkung ohne Ursache und keine Ursache ohne Wirkung, und was wir bestellen, müssen wir auch bezahlen!

Um nunmehr endgültig Klarheit ins nebulöse Dunkel einer mittlerweile bestens am Markt etablierten und als absolute Revolution gepriesenen Praktik á la früherem Ablasshandel zu bringen, folgendes: 

Es gibt nur „das“ Karma! Alles was Ihnen sonst noch in Zusammenhang mit dem Oberbegriff „Karma“ angeboten wird, wie z.B. Untreue- Karma, Sexual- Karma, Armuts- Karma, Eifersuchts- Karma, Kinderlosigkeits- Karma oder Einsamkeits- Karma ist wirklich absolut hirnrissiger Unsinn und lediglich eine phantasievolle Kreation mehr als fragwürdiger Anbieter. Interessanterweise werden diese kreierten Phantasiebegriffe passgenau auf die Problematiken Hilfesuchender abgestimmt, um hierüber eigene Sachkompetenz zu demonstrieren.

Karma entsteht grundsätzlich und ausschließlich nur durch eigene Handlungen, Taten oder Gedanken und unterliegt niemals äußeren Einwirkungen oder dem Zutun Dritter, d.h. niemand außer Ihnen selbst kann Ihr Karma beeinflussen, weder negativ, noch positiv. Merke daher: Sie haben Ihr Karma verursacht, also stehen Sie auch selbst mit allen Konsequenzen dafür gerade und wenn nicht im aktuellen Leben, dann eben im nächsten oder übernächsten!

Entstandenes Karma kann auch nur von Ihnen selbst erlöst oder ausgeglichen werden, d.h. niemand außer Ihnen, kann Ihnen Ihr Karma nehmen, ausgleichen, ablösen oder erleichtern, hierfür müssen Sie schon selbst aktiv werden und Ihren eigenen Beitrag leisten. Schließlich tragen Sie auch nicht freiwillig die Hypothek Ihres Nachbarn für dessen neu gebautes Haus ab, nur weil dieser Sie immer so freundlich grüßt und dabei anlächelt!

Der Gipfel des ultimativen Budenzaubers: Sie werden niemals jemanden damit beauftragen können, ein bestehendes Karma, ob tatsächlich oder angeblich sei an dieser Stelle einmal völlig dahin gestellt, bei Ihnen selbst oder einem unbeteiligten Dritten abzulösen oder diesem zu nehmen. Geht nicht, gibt´s nicht? In diesem Fall trifft das leider nicht zu! Sollte Ihnen also jemals ein derartiges Versprechen gegeben werden, erinnern Sie den Betreffenden bitte ganz nebenbei an sein eigenes Karma, bzw. nach dessen Kontostand seines Karma- Minus- Kontos!

Lassen Sie sich bitte niemals von „Wunderberichten“ Betroffener infolge von augenscheinlich erfolgreich durchgeführten Karma- Ablösungen und Auflösungen blenden. Das ganze fällt unter den Begriff „Auto- Suggestion“ oder etwas einfacher ausgedrückt: Massiver Selbstbetrug! Aufgrund der Tatsache, dass angeblich eine Karma- Ablösung erfolgreich durchgeführt wurde, verändern die Betroffenen zumeist selbst unbemerkt ihre eigenen Handlungen, Entscheidungen und Gedankenstrukturen, hierdurch stellt sich dann infolgedessen auch ein oder der erwünschte Erfolg ein. Diese Veränderung bewirkt jedoch lediglich die eigene Aktivität, jedoch niemals eine vorangegangene angeblich erfolgreiche Karma- Ablösung!

Haben Sie sich in der Vergangenheit selbst schon einmal die universelle Patentlösung zur Auf- oder Ablösung Ihres eigenen oder eines Dritten Karmas „verkaufen“ lassen, akzeptieren und sehen Sie das ganze bitte jetzt als wahrscheinlich recht teure, aber auch sehr lehrreiche Lernaufgabe ganz nach dem Grundsatz: „Reich an Erkenntnis, dafür etwas ärmer das Budget!“ Und ganz ehrlich: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben damit offensichtlich sehr erfolgreich eine noch für Sie zu bewältigende Lernaufgabe von wann auch immer wahrgenommen und bewältigt!

Ich kann Sie jedoch zumindest dahingehend beruhigen, dass Sie Ihr bisheriges Karma mittels des in Anspruch genommenen „Ablasshandels light & to go“ in Form einer Karma- Ablösung nicht erneut verschlechtert haben; verbessert hat es sich allerdings leider auch nicht gerade! Sie haben gerade das mulmige Gefühl, dass man Sie anlässlich der teuer erkauften, jedoch leider völlig ergebnis- und sinnlosen Karma- Ablösung mit Vorsatz kräftig über den Tisch gezogen und Ihnen hierbei auch noch das erzeugte Hitzegefühl anlässlich der entstandenen Reibung als wohlige Nestwärme erklärt hat? Richtig, genießen Sie es bitte ausgiebig und kosten Sie es so richtig aus, denn dies wird Ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein zweites Mal passieren!

Fazit: Bei allem, was sich eigentlich zu einfach und zu gut anhört, sollte man etwas gesunde Skepsis und etwas mehr Misstrauen mitbringen! Seien Sie bitte ein bisschen nachsichtig mit sich, die Gründe liegen mit Sicherheit zwischen Unwissenheit, Naivität, Obrigkeitshörigkeit gegenüber einer angeblichen Kapazität, Irrglauben, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit oder einer wilden Mischung aus allem. Trösten Sie sich bitte damit, dass Sie mit absoluter Sicherheit keine Ausnahme oder der Einzige sind, der sich diesen teuren, jedoch leider völlig wirkungslosen esoterischen Budenzauber hat andrehen lassen. Hätte auf der Visitenkarte auf teurem Glanzpapier mit Stahlstich- Schrift, dem edlen Messingschild neben der Eingangstür zum gediegenem Refugium oder der hoch- professionellen Webseite mit hoch- energetischem Logo anstatt des realen Namens, Praxis „H.A.Lunke“ oder „B.E.Trüger“ gestanden, wären Sie sicherlich schon viel früher misstrauisch geworden. Leider klang jedoch alles so einfach, klar und einleuchtend, einfach zu einfach, wenn Sie ganz ehrlich zu sich selbst sind!

Was leider aufgrund meiner Recherchen niemals so ganz geklärt werden konnte ist die Frage, inwieweit etablierte Anbieter das ganze mit Vorsatz in Kenntnis der völligen Unwirksamkeit und Grenzwertigkeit dieses zelebrierten Budenzaubers anbieten oder aber selbst unerschütterlich von diesen Praktiken überzeugt sind. Völlig unerheblich wie die Antwort hinsichtlich dieser Spekulation auch aussehen mag, restlos beeindruckt haben mich in jedem Fall die Präsenz, Überzeugungskraft und Wortgewalt mit denen die unabdingbare Notwendigkeit einer angeblichen Karma- Ablösung Hilfesuchenden angeboten und eingeredet wird. Keinesfalls außer Acht lassen sollte man hierbei den ausgeübten Druck auf verzweifelte und hoffnungsvolle Klienten nach dem Schema „Wenn Du nicht, dann …!“ Verständlich, dass die hierbei oftmals erzeugte Angst vor einem angeblich unabwägbaren Schicksal, inklusive Hölle und Verdammnis, gerne auch garniert mit dem Nachschlag „Tja, dann kann Ihnen wohl keiner mehr helfen!“, regelmäßig sowohl die Kritikfähigkeit, als auch den klaren Verstand, zumindest temporär beschränkt, brachlegt oder zumindest extrem hemmt. Betrachten Sie das bezahlte Honorar an den Anbieter einfach als mildtätige Spende ohne die er vielleicht vor einem frühzeitigen Ableben durch Auszehrung gerettet und bewahrt wurde. Mit ein klein wenig Glück trägt wenigstens diese altruistische Gabe tatsächlich zum Abbau Ihres mittlerweile aufgebauten Karmas bei! … jetzt aber bitte nicht dem Anbieter die Pest oder schlimmeres ans Hinterteil wünschen, dies würde nämlich Ihr Karma erneut verschlechtern, denn mittlerweile wissen Sie ja: Karma- Ablösungen „light & to go“ gibt es nicht, für Ihr Karma stehen Sie auch selbst gerade!

Noch etwas deutlicher wird das ganze mit folgendem Beispiel: Ein Karma kann niemals durch Verdrängen, in diesem Fall Übertragung der Aufgabe an einen Dritten, damit er das Karma ab- oder auflöst, erlöst werden, sondern ausschließlich und nur indem man bereit ist, eine Lernaufgabe wahrzunehmen und einen Ausgleich mit darauffolgender Erkenntnis anstrebt. Wäre eine Karmaablösung durch einen unabhängigen Dritten tatsächlich möglich, wie das nur allzu gerne von diversen Anbietern Glauben gemacht werden soll, wäre dies vergleichbar mit dem Umstand, dass jemand für Sie täglich die Schulbank drückt und die Vorlesungen an der Uni besucht, Ihnen jedoch anschließend das Zeugnis auf Ihren Namen für die erbrachten überragenden Leistungen überreicht wird obwohl Sie noch nie einen Vorlesungssaal von innen gesehen haben.

Eine kleine Anmerkung: Nicht überliefert ist, inwieweit die Anbieter dieser nahezu grenzwertigen Praktiken diesbezüglich täglich selbst eine Karma- Ablösung, respektive Auflösung in eigener Sache vollziehen oder aber zwischenzeitlich selbst in der Hölle schmoren! Aus diesem Grund sei Ihnen dieses Mal mit dem Glauben an entstehendes Karma verziehen, denn wir ernten immer, was wir säen!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

Und wen fütterst Du?

„Weisheiten der Cherokees: Vom guten und dem bösen Wolf !“

 wolf-725380_640

Ein alter Cherokee- Indianer saß gemeinsam mit seinem Enkel am Lagerfeuer und erzählte ihm die Legende von dem guten und dem bösen Wolf. Er blickte seinen Enkel ernst an und sagte: „Mein geliebter Junge, in uns allen tobt der Kampf zwischen dem guten und dem bösen Wolf. Der eine Wolf trägt das dunkle, das böse in sich – es sind der Zorn, die Wut, der Hass, der Neid, die Eifersucht, das nicht- verzeihen- können, das Bedauern, die Habsucht, die Missgunst, die Arroganz, das Selbstmitleid und die Selbstgefälligkeit, das unüberwindbare Schuldgefühl, die eigene Minderwertigkeit, falscher Stolz, die Lüge, die Überheblichkeit und der Egoismus. Der andere Wolf trägt nur das gute und positive in sich: Es ist das Verständnis, die Sensibilität, die Empathie, die Fröhlichkeit und die Leichtigkeit, der Frieden, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Freundlichkeit, die Demut, die Gefälligkeit, das Wohlwollen, das Einfühlungsvermögen und die Großzügigkeit, die Wahrheit, das Mitgefühl, die Treue und die Loyalität.“

Der kleine Junge denkt eine ganze Weile schweigend, am Feuer sitzend, nach, blickt still und angestrengt in die Sterne und dann fragt er seinen Großvater: „Großvater, ich habe nachgedacht. Bitte beantworte mir doch eine Frage. Welcher von den beiden Wölfen gewinnt denn bei ihrem Kampf ?“ Der alte Cherokee- Indianer sieht seinen Enkel zunächst ebenfalls schweigend an und antwortet nach einer Weile mit einem Lächeln: „Mein geliebter Junge, es gewinnt immer derjenige den Kampf, den Du fütterst !“

(Autor leider unbekannt)

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita