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DSG… What?!!!

E U  –  D S G V O !!!

Das bitte was ?

Nachdem das EU- Bürokratie- Monster bereits seit langem den Durchmesser von Tomaten und Äpfeln, die Länge von Gurken, die Krümmung von Bananen oder die Norm- Grösse für Kondome ( Die gibt´s tatsächlich unter der Bezeichnung: Norm EN ISO 4074) regelt und vor allem reguliert, werden wir ab dem 25. Mai 2018 mit dem nächsten EU- Schwachsinn, der bereits seit 2016 in Arbeit ist, in punkto weitgehend sinnentleerter Verordnungen, Regelungen und Gesetze zwangsbeglückt: Die EU- DSGVO oder etwas sperriger die europäische Datenschutz- Grundverordnung!

Mittels der DSGVO soll im Zuge einer verschärften Daten- Informationspflicht – ich möchte das ganze gerne etwas simplifizierter ausdrücken – auch dem allerletzten Deppen haarklein erklärt und auf eventuell drohende Konsequenzen hingewiesen werden, auf was er sich anlässlich des Besuches auf einer Website, dem Drücken des „Folgen- Buttons“ auf einer Seite, dem Zustimmen von Cookies oder gar dem Abonnement eines Newsletters (Offensichtlich ganz gefährlich und risikobehaftet, wenn nicht sogar tödlich!) einlässt. Das ganze könnte man auch lässig unter dem mittlerweile üblichen „EU- betreutes Denken“ einordnen!

Wiehern bis der Arzt kommt …

„Das „Neuland“ Internet!“

Überdenkt man freilich noch einmal kritisch und etwas wertfrei, was mir persönlich mittlerweile nur noch unter Einsatz aller mir zur Verfügung stehenden Ressourcen wie extra- dunkle Sonnenbrille und überdimensionierte geistige Scheuklappen gelingt, die denkwürdige Aussage unser aller deutschen Kandesbunz, äh ´tschuldigung, Bundeskanzlerin im September 2013 anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Barack Obama auf die Frage nach dem Überwachungsprogramm Prism „Das Internet ist für uns alle Neuland!“ und schenkt man dieser Aussage, die ich persönlich unter der Rubrik „Euren gequirltem geistigen Dünnschiss gebt uns auch heute wieder!“ einordne, Glauben, scheint die DSGVO nicht nur mehr als gerechtfertigt, sondern für den durch EU- Bürokraten betreuten europaweiten Kindergarten sogar dringend empfehlenswert. Also bitte nicht dauernd meckern und nörgeln; seien wir lieber den vielen umsichtigen EU- Bürokraten und beauftragten „unabhängigen Experten“ dankbar, dass sie sich für uns als Verbraucher so aufopferungsvoll und selbstlos um solch immens wichtige Belange sorgen und kümmern und uns vor dem schlimmst Anzunehmenden bewahren! (Satire hiermit OFF!)

Grundsätzlich mag durchaus für eine Frau Dr. Merkel das Internet Neuland bedeuten, wenn man wie sie, über eine Heerschar von willfährigen und  obrigkeitsbesoffenen Domestiken verfügt, die bereitwillig derlei triviales Ungemach von einem fernhalten und wohldosierte Internet- News für das gemeine Plebs veröffentlichen. Dem widerspricht hingegen das permanente und ausdauernde Schwadronieren der Bundeskanzlerin über das Global- Player- Thema „Digitalisierung“, was durchaus beweisen würde, dass man zu allem wohl eine Meinung haben kann ohne jedoch davon wirklich Ahnung zu haben!

Nachdem ich definitiv nicht glaube, dass ein jeder Web- User zukünftig geneigt sein wird, erst einmal akribisch die ellenlangen Datenschutzrichtlinien einer besuchten Seite durchzulesen und diese dann auf Rechtssicherheit zu prüfen, um danach eventuell ernüchtert die virtuelle Flucht ins weite Web- Nirvana zu ergreifen, schützt meines Erachtens weder ein Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens, noch solch ein erneuter bürokratischer EU- Schwachsinn wie die DSGVO, sondern einzig und allein das Zuschalten der Gehirnfunktion plus einer gesunden Portion Skepsis, Kritikfähigkeit und Misstrauen vor drohendem grösserem Unbill! Da in Bezug auf immense Blödheit und ein gerütteltes Mass an Naivität weder Gesetze, noch Verordnungen und schon garnicht ein DSGVO das Allheilmittel sind, steht hier ausnahmslos ein jeder Web- User in der Selbstverantwortung und vor der Entscheidung, wie viele persönliche Daten er von sich preisgibt, was er bloggt und postet und vor allen Dingen, wo er im Netz aktiv ist.

Sehe ich teilweise in Seiten auf Facebook oder in private Blogs und finde dabei Fotos von Kleinkindern, geschminkt und gekleidet wie Barbie- Püppchen, halb- bis vollständig nackt am Strand im Familienurlaub, und die neuesten Fotos vom trendy Baby- Casting- Shooting inklusive Mini- Modenschau, veröffentlicht von Mamis und Papis, die sich vor lauter Stolz kaum noch einkriegen, und lese dann, wie empört die Eltern der lieben Kleinen dann doch sind, wenn diese Fotos von unbekannten Dritten in einschlägigen Pädophilen- Foren, besonders gerne im Darknet, nicht nur veröffentlicht, sondern gerne auch gegen Bares gehandelt werden, stelle ich fest, dass es definitiv nicht an einem rundum betreuenden und All- inklusive- EU- DSGVO fehlt, sondern eindeutig an klarem Verstand und einem offensichtlich eklatanten Mangel an Verantwortung!Klartext: Es fehlt eindeutig an Hirn!

Sehr gut kommen im übrigen auch immer wieder einschlägige Posts in Facebook und Blogs an, bei denen die allerneuesten Urlaubsbilder vom Strand in Malle gepostet werden, gerne garniert mit dem Zusatz „Heute hat´s bei uns 30 Grad und das Wasser ist super!“. Dass es so etwas wie die veröffentlichte vollständige Anschrift, am besten gleich der Einfachheit halber noch mit Wegbeschreibung per Google Maps, im Impressum gibt, wird dabei nur allzu gerne vergessen. Man könnte auch gleich für jeden hochinteressierten und ambitionierten Einbrecher dazu schreiben „Schlüssel liegt wie üblich unter der Fussmatte! Aber bitte nur tagsüber Besuch, dann kriegt das so gut wie keiner mit. Die Nachbarn wissen nämlich, dass wir zur Zeit auf Mallorca am Strand liegen und noch 14 Tage dort Urlaub machen. Wäre also ganz doof, wenn abends das Licht bei uns brennt!“ Arg blöder geht´s nun wirklich nicht, gell?!!!

Aber nun noch einmal zurück zum Thema: Dem EU- DSGVO! Da wir unseren Lesern diesen virtuellen Rattenschwanz an Informationen innerhalb eines Blogbeitrages nicht zumuten möchten, finden Sie, respektive Interessierte (… und natürlich auch die diversen Abmahnanwälte, die bereits in freudiger Erwartung mit den Hufen in den Startlöchern scharren und den 25.Mai 2018 herbeisehnen, um all diejenigen, die noch keine Datenschutzrichtlinien nach DSGVO in ihrer Website vorweisen können, abzumahnen und zu verklagen!) den Link zu den Datenschutzrichtlinien nach der neuen DSGVO am Ende eines jeden Beitrages oder alternativ selbstverständlich auf der Startseite unseres Blogs unterhalb des Impressums.

Wer also wissen möchte, was datenrechtlich bei uns möglichweise, eventuell und vielleicht so überaus gefährliches und konspiratives abläuft: Mit nur einem Klick sind Sie bei unseren Datenschutzrichtlinien nach EU- DSGVO und dann heisst es „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!“

 

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

Die Zeit ist reif!

„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ (Zitat: Victor Hugo) 

… und die Zeit ist für mich persönlich mehr als reif in Richtung einer grundlegenden Veränderung, eines elementaren Wandels. Was bietet sich dabei mehr an als das bevorstehende Jahresende, um pünktlich zum Beginn des neuen Jahres das zu beenden, was sich überlebt hat und zukünftig nicht mehr zu mir gehört, und mit klaren Visionen, hohen Zielen und beachtlichen Herausforderungen neu durchzustarten! 

Für mich persönlich ist das Jahresende 2017 der absolut perfekte Zeitpunkt, um Türen in die Vergangenheit, die ich bereits lange hinter mir gelassen habe, und durch die ich aller Wahrscheinlichkeit und nach eigenem Ermessen auch nie mehr treten werde, ohne Rückschau, ohne jegliche Wehmut oder Traurigkeit, ohne Bitterkeit oder ein Resümee endgültig und für immer zu schließen, damit sich neue Pforten in Richtung der kommenden Veränderung öffnen können.

Um einer anfänglichen Idee, einem flüchtigen Gedanken jedoch Gestalt zu geben und neues daraus entstehen zu lassen, muss man diesem Ruf nach Wandel und Veränderung auch aktiv folgen, zumal absolut nichts in unserem Leben passieren wird, außer wir tun es. Es genügt bei weitem nicht, nur von einer eventuell möglichen Veränderung zu träumen, unablässig darüber nachzudenken oder zwecks eigens kreierter Durchhalte- Parolen darüber zu philosophieren, das ganze Vorhaben dann jedoch in den diffusen Bereich des vagen, eventuellen, vielleicht möglichen und damit in die temporäre Endlos- Warteschleife der unerfüllten Visionen und zu guter Letzt abgeschriebenen Lebensträume zu verschieben. Die erfolgreiche Realisierung eines angestrebten Zieles hängt elementar davon ab wie ernst wir das ganze meinen, wie ernst wir uns selbst dabei nehmen und was wir zu gegebener Zeit eventuell bereit sind für dieses eine Ziel, diese große Lebens- Vision, aufzugeben und in die Waagschale zu werfen. Etwas frei- und bereitwillig aufzugeben ohne einen einzigen Gedanken an einen gefühlt erlittenen imaginären Verlust, sondern vielmehr mit ganz viel Mut, Energie und Begeisterung in Richtung der kommenden Herausforderungen und des Ziels.

Da ich meine eigene Lebens- Vision und meine persönlichen Ziele und damit mich selbst sehr ernst nehme, werde ich nach langen 15 Jahren Arbeit mit Menschen in meiner Praxis „Ansavita“ diese zum 31.Dezember 2017 endgültig schließen und meine Beratungstätigkeit beenden, um mich voll und ganz meiner neuen Aufgabe und damit sehr anspruchsvollen Herausforderung als Autorin und Schriftstellerin zu widmen. Aus einer anfänglichen Vision, die sich bereits im Jahr 2015 ankündigte und deren Zeit jetzt gekommen ist, ist mittlerweile gemeinsam mit meinem Mann das Autoren- Kollektiv „WortKUNST“ entstanden, das für uns als Synonym anspruchsvoller Literatur fernab des Markt- überflutenden Mainstream- Schrotts und der Omnipräsenz trivialer Trash- Pamphlete steht.

Mit der Schließung meiner Praxis zum 31.Dezember 2017 werde ich meinen bisherigen Blog www.praxisansavita.com, wie auch meine Website www.juttalotz-hentschel.de, die ich bereits Mitte des Jahres vom Netz genommen habe, ebenfalls schließen. Neu entstanden ist hierfür unser neuer gemeinsamer Blog, bzw. ein neuer Internet- Auftritt www.jlotzhentschel.com, der ab sofort zur Verfügung steht. Da ich keine Newsletter und eMail- Informationen mehr an meine bisherigen Praxis- Klienten verschicken werde, können Sie sich gerne als Follower eintragen, um auch weiterhin automatisch interessante Veröffentlichungen der Website „WortKUNST“ Jutta Lotz- Hentschel und Jürgen Lotz, Schriftsteller- und Autoren- Kollektiv, zu erhalten. Bisherige Beiträge und Veröffentlichungen aus der Seite http://www.praxisansavita.com bleiben im Archiv bis auf weiteres erhalten und sind somit für interessierte Leser jederzeit abruf- und einsehbar.

Ich darf mich bei Ihnen allen aus tiefstem Herzen für die jahrelange Treue und das mir entgegengebrachtes große Vertrauen, die vielen berührenden Gespräche, den inspirierenden und tiefen Austausch bedanken. Vielen herzlichen Dank, dass ich Sie auf Ihrem Weg begleiten und kennenlernen durfte; ich werde mich sehr gerne an Sie erinnern!

Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Vorweihnachtszeit und alles erdenklich liebe und gute.

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Ja, geht´s noch?!!!

„Verwaltete Armut in Deutschland!“

Wenn sogar mir persönlich die Worte fehlen …

Folgt man aufmerksam der medialen Berichterstattung, die sich täglich über Deutschland erbricht, hat man fast den Eindruck, wir leben in unserem Land tatsächlich in nahezu paradiesischen Zuständen mit All inclusive- Wellness- Faktor und Rundum- Kuschel- Service: Deutschland ist ein reiches Land; Deutschland ist weiterhin Export- Weltmeister; in 2016 weit über € 50 Milliarden an Steuer- Mehreinnahmen; die Arbeitslosenzahlen befinden sich angeblich auf dem ultimativen Sinkflug und die Konjunktur erfährt zur Zeit einen absoluten Höhenflug! Das hört sich doch wirklich alles supi an! Dazu erklärt uns die Politik aus dem Elfenbeinturm selbstverliebter Egomanen: Allen geht es wirklich so gut wie nie zuvor! Fazit: Ein echtes Superlativ und wer jammert und sich beschwert, jault auf extrem hohem Niveau!

Beschäftigt man sich hingegen kritisch mit den harten Fakten, sieht es tatsächlich weitaus nüchterner und reduzierter aus, also „Herzlich willkommen im weiten und bunten Reich der Sagen, Märchen und Legenden deutscher Medien und hauseigener, sich in der Selbstbeweihräucherung gegenseitig überbietender, Politiker!“

Kleine Anmerkung am Rande: Na, Herr Maas, wie war das nochmal mit den Fake- News oder haben etwa in diesem Land Politiker und Medien nach den Kriterien des Wahrheits- Ministeriums und diverserer staatlich geförderter Blockwart- Institutionen Narrenfreiheit ohne Limit?!!! Zu diesem Thema später gerne mehr! Denn, wissen Sie, bei mir ist aktuell etwas Zeit- Straffing angezeigt, ich ziehe nämlich gerade um!

Nun zu den eher unappetitlichen Tatsachen und die eiskalt serviert: Rund 800.000 Menschen in Deutschland geht es wirtschaftlich so schlecht, dass sie ihre Einkäufe bei den Tafeln tätigen müssen! Nahezu jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut und nahezu 300.000 Menschen sind so mittellos, dass sie sich noch nicht einmal eine Wohnung leisten können und obdachlos auf der Strasse leben. Ganz zu schweigen von den zahllosen Rentnern, die mittlerweile nicht einmal mehr von ihren Altersbezügen angemessen leben können und daher gezwungen sind, ihre Einkünfte mittels Mini- Jobs oder noch weitaus schlimmer Flaschensammeln aufzubessern! Tatsache ist, noch nie zuvor gab es so viele mittellose und arme Menschen in Deutschland wie heute!

… und nun zur heutigen Ausnüchterung! Ich ziehe demnächst bekanntlich um und im Zuge des allgemeinen Aufräumens möchte ich mich von Dingen, wie Möbel, Bekleidung und vielem mehr, was ich definitiv nicht mehr brauche, trennen. Wohlgemerkt alles Dinge, die völlig in Ordnung, fast neuwertig, völlig intakt, liebevoll gepflegt und allesamt unbeschädigt sind. Mein Grundgedanke: Mit Sicherheit gibt es noch Menschen in Deutschland, die sich über den Besitz, von dem ich mich trennen werde, freuen und denen ich mit der kostenlosen Überlassung vielleicht sogar ein kleines Stück weiterhelfen kann, zumal ein eventuell zu führendes Bewerbungsgespräch in einem erstklassig und absolut neuwertigem dunkelblauen Windsor- Anzug oder einem Kostüm nun mal selbstbewusster und sicherer geführt werden kann, als in dem geliehenen Teil einer Freundin, das man anschließend gereinigt der Besitzerin wehmütig wieder zurückgeben muss.

Mein erster Gedanke: Ich biete den gesamten Fundus einem Sozial- Kaufhaus, der Caritas, den Johannitern oder einer anderen sozialen Institution oder privaten Initiative an und stifte einfach alles. Mit Sicherheit wird das ganze dort neue und glückliche Besitzer finden, die genau das suchen und brauchen, was ich nicht mehr benötige.

Also habe ich in den vergangenen Tagen so ziemlich alle ortsansässigen Institutionen per eMail angeschrieben oder angerufen, um das ganze reibungslos in die Wege zu leiten. Und? Hört und fühlt sich doch im Prinzip sehr gut durchdacht an: Simplify your life, tu damit was Gutes und mach andere zum Nulltarif glücklich! Ja, hört sich in der Theorie eindeutig Klasse an! In der Praxis hingegen: Effekt gleich Null!

Aber zunächst zurück zu meinen Aktivitäten! Die erste Antwort einer bekannten sozialen Einrichtung, die sich in den abendlichen Sendepausen zur Prime- Time des Mainstream- Fernsehens in punkto Spendenaufrufen á la „Nur Bares ist wahres!“ was Gutes gönnt und sich dabei so richtig den Allerwertesten aufreißt: „Ja, aber klar doch gerne! Das können Sie uns alles gerne vorbei bringen, aber …!“

„Bitte nur Möbel, die maximal 3-5 Jahre alt, respektive die neu sind, keinerlei Gebrauchspuren aufweisen und in absolut einwandfreiem Bestzustand sind. Antike Stücke lassen wir erst einmal auf deren Wert taxieren und dann überlegen wir uns, ob wir sie annehmen, wenn diese einen sehr hohen Wert darstellen! Kleidung bitte nur gebügelt, gereinigt und am besten neu und ungetragen, modisch und aktuell, in sehr guter Qualität, in ansprechenden Farben und Mustern, was immer das auch bedeuten mag, und am liebsten nur bekannte Markenware. Schuhe bitte ausschließlich neu und ungetragen, zumindest aber neu besohlt, 1A- gepflegt, aktuelle Modelle und ohne jegliche Trage- und Gebrauchsspuren. Ach, und die nur einmal benutzten Inline Skates inklusive Tragetasche nehmen wir garnicht an, da sieht man ja auf der Oberfläche der Rollen, dass sie schon mal benutzt wurden! Am besten wird sein, wir schicken mal demnächst jemanden vorbei und suchen uns dann alles das aus, was wir gerne haben möchten; den Rest können Sie ja anschließend noch im Sperrmüll und im Altkleiner- Container entsorgen!“ Nur am Rande bemerkt: Ich habe so vieles zu verschenken, das absolut neuwertig und sehr gepflegt ist, ich könnte damit meinen eigenen Sozialladen „Top- Shopping zum Nulltarif!“ eröffnen!

Leute, ja geht´s noch?!!! Die erhaltene Antwort und weitere zumindest nahezu identische, stehen stellvertretend für ausnahmslos alle von mir kontaktierten Institutionen und Initiativen und sind meines Erachtens an Überheblichkeit und Arroganz nicht mehr zu überbieten. In meinem anfänglichen Enthusiasmus war ich tatsächlich der Ansicht, man würde sich über mein Angebot, bzw. meine Spende ehrlich freuen, allerdings bin ich aufgrund der Statements mittlerweile mehr als geerdet: In Deutschland wird Armut und Bedürftigkeit offensichtlich nur noch verwaltet, zur Statistik reduziert und kommerziell ausgeschlachtet! Überall wird vollmundig über Essen- Retter; schont wertvolle Ressourcen; teilen und verschenken, anstatt teuer konsumieren und „Kein deutscher Müll für die Dritte Welt!“ berichtet – oder sollte ich eher sagen „schwadroniert“ – beschäftigt man sich jedoch ernsthaft und kritisch mit der Materie, kommt als Abgesang die eiskalte Ausnüchterung! Die von mir kontaktierten angeblich so sozialen Institutionen, Einrichtungen und Initiativen sind überhaupt nicht daran interessiert, bedürftigen und von der Armut bedrohten Menschen wirklich altruistisch zu helfen und das noch nicht einmal, wenn es sich dabei um Top- Spenden im Überfluss zum Nulltarif handelt, die man sicherlich recht einfach entsprechend verteilen und weitergeben könnte!

Mein ganz persönliches Fazit: Von mir gibt es zukünftig mit Sicherheit nicht einen einzigen Euro als Spende an karitative Institutionen mehr! Das örtliche Tierheim freut sich über ausnahmslos jede Futterspende, und seien es nur 5 Dosen Hunde- oder Katzenfutter, mehr, als jede soziale Institution oder Initiative, die den Namen noch nicht einmal ansatzweise verdient hat, bzw. diesem Anspruch gerecht wird.

Aber, ich habe verstanden, es geht auch gerne anders! Die Möbel lasse ich  jetzt tatsächlich vom Sperrmüll entsorgen und die Kleidung verkaufe ich an das Unternehmen „Momox- Fashion“. Summasummarum € 1.000,– kommen da nach ersten Einschätzungen mindestens zusammen und das Geld spende ich dann an das Tierheim unserer Stadt. Die brauchen es nämlich wirklich dringend, freuen sich ehrlich über ausnahmslos jede Spende und sagen anschließend sogar noch „Danke!“.

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Saatzeit!

„Einkaufen fast wie in einem gigantischen Supermarkt“

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Der Traum eines vom Himmel gefallenen ganz großen Lebensglücks oder die unerfüllbare Illusion, reich ernten zu können ohne jemals Saat ausbringen zu müssen!

Es gibt eine wunderbare und sehr metaphorische Geschichte, die eine Problematik nicht treffender auf den Punkt bringen könnte: Die illusionäre Hoffnung reiche und vielfältige Ernte einfahren zu können ohne sich vorher Gedanken hinsichtlich der auszubringenden Saat und sich während der Wachstumsphase auch keine Arbeit in Bezug auf Dünger, Bewässerung und Pflege machen zu müssen. Irgendwas wird schon wachsen und irgendwann wird das ganze auch irgendwie reif zur Ernte sein. Nun jedoch erst einmal zur Geschichte!

Ein junger Mann hatte eines Nachts einen sehr lebhaften und ganz wunderbaren Traum. Er befand sich in einem sehr luxuriösen und unüberschaubar großen Geschäft. Die gesamte Einrichtung und Ausstattung, die hohen Wände, der Marmor- Boden und die Decke glänzten und glitzerten und waren aus den erlesensten Materialien sehr kunst- und geschmackvoll gestaltet. Leider war für den jungen Mann nicht erkennbar, was in dem Laden zum Kauf angeboten wurde.

Hinter üppig bestückten und unendlich langen Regal- Reihen und einer riesengroßen Verkaufstheke stand zunächst schweigend ein wunderschöner Engel in einem sehr kostbaren Gewand, der ihn ansah und gewinnend und freundlich zulächelte. Der Engel sagte zu dem jungen Mann: „Guten Tag, seien Sie uns von ganzem Herzen gegrüßt und willkommen! Wir freuen uns, dass Sie heute den Weg zu uns gefunden haben. Sehen Sie sich ganz in Ruhe in unserem Laden um, vielleicht finden Sie bei uns genau das, was Sie schon immer gesucht, jedoch nie gefunden haben. Wir bieten Ihnen das absolut außergewöhnliche in bemerkenswerter und einzigartiger Qualität, die Sie sonst nirgends finden können. Nur Mut, Sie haben unendlich viel Zeit, um sich alles ganz genau anzuschauen und auch alles anzufassen. Sollten Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.“

Völlig überwältigt und gefangen von dieser freundlichen Begrüßung und all dem Glanz und Glitzer fragte der junge Mann: „Ich wünsche Ihnen auch einen schönen guten Tag. Was verkaufen Sie denn hier in Ihrem wunderschönen Laden?“ Der Engel gab ihm freundlich Auskunft: „Alles was Sie wollen und was immer Sie sich wünschen, mein Herr!“ Der junge Mann antwortete: „Das hört sich ja ganz phantastisch und fast paradiesisch an. Dann hätte ich selbstverständlich gerne sofort zum Mitnehmen…

– eine Frau, die mich immer versteht, mich alleine und beständig bis an ihr Lebensende selbstlos liebt und auf die ich mich immer und ewig verlassen kann,

– eine wahnsinnig glückliche Ehe mit meiner Frau bis zu unserem gemeinsamen Lebensende,

– ausnahmslos sehr gute Freunde, die uns begleiten, immer für uns da sind, uns unterstützen und uns helfen, wenn wir sie rufen,

– viele Kinder, die sich sehr gut entwickeln und an denen wir unsere wahre Freude haben und auf die wir stolz sein können; die uns pflegen, wenn wir einmal alt und gebrechlich sind und die uns bei allem unterstützen nach Leibeskräften,

– ein sehr gutes und hohes Einkommen, das uns ein wunderbares Leben garantiert und einen gesellschaftlich angesehenen und wichtigen Beruf, der mich voll und ganz erfüllt und mir die Anerkennung, den Ruhm und die Ehre beschert, die mir gebührt,

– und, und, und ….. !“

Die Wünsche des jungen Mannes nahmen kein Ende mehr und er redete und redete ohne Unterlass. Da fiel ihm der Engel plötzlich ins Wort und sagte sehr freundlich, aber auch ein klein wenig bestimmt: „Entschuldigen Sie bitte vielmals, mein Herr, dass ich Sie unterbreche. Aber meines Erachtens haben Sie da wohl etwas falsch verstanden! Wir verkaufen keine Früchte in unserem Laden, wir verkaufen hier ausschließlich den Samen, den Sie dann nach Gutdünken selbst aussäen, und anschließend hegen und pflegen, düngen und wässern können, bis er viele Früchte trägt, die Sie dann selbst reichlich ernten können!“ Erschrocken und schweißnass erwachte der Mann aus seinem Traum; von harter Arbeit und Aufopferung war keine Rede, er wollte doch lediglich ernten und das gänzlich ohne jegliche Anstrengung, ohne zeitaufwendige und anstrengende Arbeit und ohne Aufopferung für die anschließende Last einer Ernte. Irgendwie muss der Engel da wohl etwas gründlich missverstanden haben; ihm ging es niemals um Arbeit, sondern vielmehr nur um die Ernte der Früchte. Na ja, es war ja auch nur ein Engel und die haben ohnehin keine Ahnung vom wirklich wichtigen und richtigen Leben!

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Diese kleine Geschichte, die sich so sehr nach einem Gutenacht- Märchen anhört, ist leider alltägliche Realität in meiner Praxis in der Beratung von Klienten. Zuerst kommt die Phase der Visionen: Hier werden mir wort- und blumenreich ausnahmslos alle Visionen und Träume hinsichtlich neuer Projekte, geplanter Neu- und Umorientierungen und persönlicher Veränderungen geschildert. Das hört sich zunächst sehr enthusiastisch und zielorientiert an und man könnte wirklich unterstellen: Das wird was!

In der zweiten Phase werden die einzelnen Schritte und Etappen auf dem Weg zum anvisierten Ziel erörtert und festgelegt. Auch dabei sprudeln die Ideen und Vorschläge meiner Klienten und das ganze gestaltet sich sehr strukturiert und zielgerichtet. Die Planung steht und der Vollendung des Projekts steht an und für sich nichts mehr im Wege. Außer … Nun ja, der Klient sich selbst! Etwaige Rückfragen meinerseits, die schon ein wenig kritischer klingen, werden zumeist beschieden mit einem schlappen „Ach was, ich weiß ja jetzt, welchen Weg ich gehen muss, das wird bombig!“ Damit naht das Ende der Besprechung.

… und dann? Höre ich von meinem Klienten erst einmal bis auf weiteres garnichts mehr! Man könnte sich jetzt der Nerven- Beruhigung und eigenen Illusion hingeben, dass das Projekt doch viel Aufmerksamkeit, Energien und Zeit kostet und das ganze definitiv so klar besprochen war, dass keine Rückfragen notwendig sind. Nach, sagen wir mal in etwa mit schöner Regelmäßigkeit, drei Monaten kündigt sich das nächste Beratungsgespräch an. Meine erste Frage selbstverständlich: „Was macht den Ihr angestrebtes Projekt? Wie weit sind Sie denn bisher bei der Realisierung gekommen?“ Die Antwort dann: “ Tjaaa, irgendwie funktioniert das ganze nicht so, wie ich mir das eigentlich (!!!) vorgestellt habe und deshalb habe ich das ganze dann nach vier Wochen wieder aufgegeben!“Meine Frage: „Weshalb das denn? Die Planung war perfekt, das Ziel absolut realistisch; woran sind Sie bisher gescheitert?“ … und jetzt kommt´s: „Ja wissen Sie, das stimmt ja alles auch. Sie haben ja auch gesagt, dass ich mit dem, was ich da plane, sehr erfolgreich werde. Nachdem das ganze aber nach vier Wochen nicht sofort bombig am Markt eingeschlagen hat, habe ich gedacht, lass ich´s lieber und verschwende nicht noch mehr Zeit und Energie damit. Also irgendwie haben Sie da dieses Mal völlig schief gelegen!“ 

Häää, wie bitte?!!! Wir sprachen über die angestrebten Ziele, Zukunfts- und Markt- Chancen und eine realistische Planung auf dem Weg zum Ziel. Über was wir definitiv nicht gesprochen hatten, war die magische Wunscherfüllung nach dem Schema „Ernten ohne auszusäen!“. Dass meine Klienten in erster Linie selbst erheblich zum Erfolg beitragen, dürfte wohl klar sein; dass das ganze Projekt bis zur Realisierung logischerweise Zeit, Arbeit und Energie plus eventueller Muskel- Hypothek kostet, steht wohl auch unzweifelhaft fest; dass das ganze nicht quasi über Nacht zum Senkrecht- Starter mit Turbolader mutiert, dürfte bei realistischer Betrachtung auch klar sein. Wovon jedoch niemals die Rede war, dass sich das Projekt Wunsch- Ziel wie von selbst aufgrund einer Beratung in meiner Praxis ohne jegliche Anstrengungen und Eigenleistung aus dem Nichts realisiert, sofort ein Bomben- Business mit Wahnsinns- Gewinnen wird, um anschließend möglichst anstrengungsfrei und bequem nur noch die reiche Ernte einfahren zu müssen!

Ganz einfach und schlicht auf den Punkt gebracht: „That´s not my job, it´s your job!“. Ich berate und begleite Sie und zeige Ihnen Wege zum Erfolg auf. Für Ihren zukünftigen Traum- Job ist hingegen nur einer verantwortlich und das sind Sie und sonst niemand! Nicht ich, kein Engelein, ausschließlich Sie, Sie und nochmals Sie! Meine Praxis ist nämlich nicht eine Filiale der zentralen Wunscherfüllungs- Annahme, kein kosmischer Supermarkt und auch nicht die ultimative Geschenke- Abwurfstelle des Universums! Was Sie also Ihrem Traum- Ziel entscheidend nahe bringt? Motivation, und die gibt es in meiner Praxis leider nicht flaschenweise zum käuflichen Erwerb, Innnovation, Zielstrebigkeit, Kampfgeist, Mut und vor allen Dingen Durchhaltevermögen oder etwas simplifizierter ausgedrückt: Den eigenen Hintern in Bewegung bringen! Bedenken Sie bitte: Bewegen Sie sich nicht, bewegt sich garnichts und Ihr angestrebtes Ziel verschwindet vom Horizont wie eine Fata Morgana in der Wüste Gobi!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Magisches Basilikum!

„Basilikum: Mehr als nur ein schmackhaftes Topic für Tomaten und Mozzarella!“

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It´s magic: Ich musste feststellen, auch das weite Feld der Psychologie (… und offensichtlich auch ich persönlich) muss noch viel lernen! Wer bislang das Kräutlein Basilikum lediglich als unverzichtbares und wohlschmeckendes Beiwerk zu Tomaten und Mozzarella kannte, hinkt nach neuesten Erkenntnissen, wie auch ich, offensichtlich weitgehendst unwissend und hoffnungslos, aufgrund völlig fehlendem Basis- Wissen, hinterher! 

Ein jeder dürfte in der Vergangenheit schon einmal die Begriffe Burn- Out (chronische Überforderung), Bore Out (chronische Unterforderung), Stress und/oder Mobbing, wenn nicht persönlich erlebt, so doch zumindest gehört haben. Betroffene begeben sich in der Regel, aufgrund ärztlicher Empfehlung, nachdem sie ihre körperlichen Symptome einigermaßen im Griff haben und wieder einigermaßen geradeaus laufen können, in psychologische, bzw. psychotherapeutische Behandlung. Nach neuesten (pseudo- und grenz-) wissenschaftlichen Erkenntnissen wird diese sich zuweilen im Bereich der persönlichen Odyssee bewegenden Reise durch die unterschiedlichsten Arzt- und Therapeuten- Praxen, angefangen vom sonst bei Grippe und Magen-/ Darmbeschwerden zuständigen Hausarzt, bis hin zu Internisten, Hals- Nasen- Ohren- Spezialisten, Neurologen, Psychologen, Psycho- Analytikern, bzw. Psychotherapeuten nicht mehr notwendig sein, denn man kann dem ganzen jetzt bereits vorbeugen und sehr effizient und zielgerichtet entgegenwirken.

Nachdem auch ich in meiner Praxis eine Vielzahl von Klienten berate und coache, die unter den oben beschriebenen Beschwerden bis hin zu Seelen- Qualen oftmals bereits seit Jahren zutiefst leiden, muss auch ich mir nunmehr eingestehen: Ich hinke offensichtlich neuesten Erkenntnissen im Hinblick auf die heilerischen und therapeutischen Möglichkeiten, respektive Präventivmaßnahmen dieser mittlerweile nahezu zur Volksseuche gewordenen Leiden hoffnungslos hinter! An dieser Stelle schon mal ein schuldbewusstes „Mea Culpa!“ angesichts meiner augenscheinlichen Unwissenheit! 

Es klingt so einfach und selbstverständlich, ich wundere mich über mich selbst, dass ich auf dieses so universell einsetzbare und dabei so probate und einfache (Haus-) Mittel nicht selbst gekommen bin. Keinesfalls möchte ich meinen Lesern und selbstverständlich auch meinen Praxis- Klienten diese mehr als revolutionäre Erkenntnis und Methode vorenthalten.

Man nehme also hierzu:

–  einen Topf Basilikum (bevorzugt aus der Bio- Abteilung des ortsansässigen Supermarktes!) 

– eine durchgefärbte schwarze (Um Gottes Willen, bloß keine andere Farbe verwenden. Man weiß ja nie was passiert!) Kerze plus passendem Kerzenhalter 

– ein getrocknetes Lorbeerblatt (Kennen Sie ja sicherlich auch noch als Zutat zu selbstgemachtem Rotkraut!) 

–  eine kleine Flasche reines Lavendelöl (das, wonach Oma immer schon so schlimm roch!) 

–  Küchenpapier, Mörser, Streichhölzer und einen kleinen Stoffbeutel (Die Farbe und Beschaffenheit des Stoffs scheinen hierbei völlig irrelevant zu sein!) 

… und jetzt kommt´s: Bei abnehmendem Mond (… und bitte nur dann!) zupfen Sie zur Mittagszeit (Bloß nicht früher oder aber später!) die frischen Blättchen von der Basilikum- Pflanze liebevoll ab; diese werden dann auf dem Küchenpapier zum Trocknen ausgelegt (… aaah ja, dafür braucht man das also. Ich muss da selbst ganz genau mitlesen, um Ihnen bloß nichts falsches zu raten, was unangenehme oder schlimmere Folgen nach sich ziehen könnte. Sicher ist sicher, denn hier geht´s ja offensichtlich nicht nur um belanglose Pillepalle!) Bloß nicht in der Sonne trocknen (Davor wird ganz dringend abgeraten!), dafür lieber einen nicht ganz so heißen und trockenen Ort auswählen. Nach ca. 1-2 Tagen sind die Basilikumblättchen getrocknet und das Ritual kann beginnen. Also, Ihr Lieben, auf geht´s frohgemut und vor allen Dingen mit ganz viel Mut und Enthusiasmus! Irgendwie, finde ich, gehört das unbedingt dazu und schaden kann´s meines Erachtens ganz bestimmt nicht! Es ist ja schliesslich „Magic!“. 

Schaffen Sie eine ruhige und entspannte Atmosphäre und weihen Sie die schwarze Kerze (Bitte nochmals: Bloß keine andere Farbe verwenden, damit auch wirklich nichts schief gehen kann. Da wird immer wieder drauf hingewiesen, also scheint es wirklich immens wichtig zu sein!) mit dem Lavendelöl. Das geschieht, indem man einen Tropfen des Lavendelöls auf die Fingerspitzen der rechten Hand gibt und die in der linken Hand befindliche (Also nochmals dringend zur Erinnerung: Nur auf eine schwarze Kerze!) Kerze vom Kerzenende bis zum Docht hin sanft damit bestreicht. Nach jedem Strich mit den Fingerspitzen dabei die Kerze um eine Viertelumdrehung weiter drehen und das ganze insgesamt 4x wiederholen. Dazu muss man offensichtlich wissen: Das viermalige Wiederholen steht für die vier Elemente; danach ist die Kerze aktiviert und magisch aufgeladen. It´s schon ein bisschen grusel- magic! Das mögen jedoch nur die ganz Unwissenden, wie mich, so empfinden; für echte Kenner und Hardliner der Ritual- Szene scheint das fast normal zu sein. Wer sich jetzt spätestens noch nicht wie eine echte Hexe fühlt, hat meiner Meinung nach selbst schuld! Inwieweit sich hier ein edler Zauberstab á la Bibi Blocksberg und ein passendes Gewand förderlich auswirken könnten, wurde mir leider vorenthalten, aber schaden kann´s mit Sicherheit nicht! Solche Extra- Zutaten müssen sich doch irgendwie über´s Internet bestellen lassen. Mein Tipp: Einfach mal googeln! Ach übrigens, sorry, das vergaß ich in meiner Begeisterung ganz zu erwähnen: Das Magic- Ritual scheint sich eindeutig besser für meine weiblichen Geschlechtsgenossinen zu eignen, als für Männer. Die Betriebsanleitung liest sich eindeutig und unzweifelhaft „weiblich“, also offensichtlich nur oder weitgehendst für Mädels geeignet oder dann besonders wirksam. Meine Überlegung hingegen: Vielleicht neigen aber auch Frauen eher zu solch einem Budenzauber und Männer denken da ganz praktisch in Richtung „Ich schlag meinem Gegner bei Gelegenheit und wenn´s draußen dunkel ist einfach komplett die Zähne ein!“ etwas reduzierter und weitaus pragmatischer! 

Und weiter geht´s: Jetzt die Kerze im Kerzenhalter befestigen und anzünden. Als nächstes dann das Lorbeerblatt und die getrockneten Basilikumblätter in den Mörser geben und mit dem dazu gehörigen Stößel fein zermahlen. Unbedingt darauf zu achten ist, dass Sie den Mahlvorgang nur links herum ausüben (Ich weiß zwar nicht, was passiert, wenn Sie sich in der Richtung irren sollten, aber lassen wir´s einfach besser, nehmen es einfach mal so hin und denken an dieser Stelle nicht weiter drüber nach!) Während Sie die Blättchen also links (!!!) herum zermahlen, muss folgender Zauberspruch 9x (Oh mein Gott, geht´s vielleicht auch noch öfter?!) laut (!!!) aufgesagt werden (Hier empfehle ich dringend eine Strichliste zu führen, das scheint nämlich enorm wichtig zu sein. Und bitte, das ist jetzt nur so ein merkwürdiges und unerklärliches Gefühl von mir und steht nicht in der Bedienungsanleitung: Keinesfalls dabei lachen, bloß nicht und unter keinen Umständen!). Also, Mädels, gehen wir´s mal ganz mutig gemeinsam mit dem Gefühl des echten Profis an: 

„Aus Neid wird Liebe, aus Hass Harmonie!

Den Zauber ich schmiede, so stark wie noch nie!

Du königlich Gewächs vereinst Dich nun, mit dem Erfolg für all mein Handeln und Tun!

Wend ab von mir böse Menschen schnell, damit mein Leben wird lichtvoll und hell!

So sei es, so sei es, so sei es! “

Das ganze fühlt und hört sich jetzt aber schon ein bisschen gruselig und grenzwertig an, gell? … und bitte: Bloß keinen zuhören lassen! Es reicht schon völlig, dass Sie solch einen geballten Schwachsinn überhaupt aussprechen, das müssen jetzt nicht auch noch Dritte mit anhören. Und weil´s so prickelnd und schön gruselig ist, war es jetzt auch das noch lange nicht.Da kommt nämlich noch etwa ganz entscheidendes, denn jetzt muss das Zeug ja auch schliesslich zum Front- Einsatz kommen, um endlich Wunder bewirken zu können. 

Also: Nachdem die Blättchen jetzt sicherlich so fein wie Puderzucker sind (Immerhin muss der Spruch ja 9x dabei aufgesagt werden und bitte, ganz wichtig, nicht einfach nur mal nebenbei so herunterleiern, sondern hierfür ein bisschen Ernsthaftigkeit und Pathos in die Stimme legen, immerhin geht´s hier auch um was!), wird dieses (Das ist jetzt nicht mehr einfach nur Lorbeer und Basilikum, nein, wir haben ja jetzt magisches hex- hex gemacht!) „magisch aufgeladenes“ Pulver in das Stoffbeutelchen gefüllt. 

Dringend empfohlen wird, niemandem, wirklich wirklich absolut niemandem, ganz egal was auch passiert und sei es die Androhung schwerer Folter, von Ihrem magischen Ritual zu erzählen. Man sollte lt. Empfehlung solche Dinge besser für sich behalten, damit die Rituale (Wie, da gibt´s noch mehr davon? Die kenne ich ja noch gar nicht!) ihre Wirkung voll und ganz entfalten können. (Ganz vertraulich unter uns gesagt: Erzählen Sie von dem Budenzauber Ihrem Psychologen, bzw. Psychotherapeuten, wird er Sie aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Diagnose „wahnhafte Paranoia“ und einer Anfangsdosis von 5mg Haloperidol in die geschlossene Psychiatrie einweisen!) 

Jetzt brauchen Sie ganz viiiel Zeit und Geduld: Die Kerze muss bis ganz zum Schluß vollständig abbrennen; bloß nicht auspusten, das soll angeblich den Kerzengeist verschrecken und ihn infolge dessen stinksauer machen. Ich persönlich habe diesen Typen zwar auch noch nicht kennengelernt, aber auf jeden Fall hört sich das ganze schon mal sehr bedrohlich und gefährlich an. Ergo: Das gesamte Procedere kann also dauern und dauern und nochmals dauern! Aber wir sind ja noch jung, knackig und Hexen sind ja angeblich unsterblich und für die Ewigkeit gemacht. Wir haben also daher durchaus die benötigte Zeit und Muse und mit einem Tässchen frischem Kaffee im Anschlag stehen wir das ganze auch noch durch … Schliesslich dient das ganze ja einem wichtigen und höheren Ziel und Zweck und bitte, was ist schon Zeit? 

Ist die Kerze dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit vollständig abgebrannt, gehen wir jetzt lässig in Aktion, um das Ding zu rocken. Das „magisch aufgeladene“ Pulver, schon bei dieser Bezeichnung kriege ich persönlich Gänsehaut, kommt jetzt endlich zum Einsatz. Also all Ihr widerlichen Mobber, nervtötenden Stressoren und ekelhaften Kotzbrocken dieser Erde gut aufgepasst und schon mal vorsorglich die Ohren angelegt; Ihr seid jetzt mehr als überreif und gehört schon bald der Geschichte und Historie an, denn wir blasen zur ultimativen Attacke! Gegenwehr absolut sinn- und zwecklos!

So gehen Sie weiter vor: Sobald Sie am nächsten Morgen das Haus in Richtung Arbeitsplatz verlassen, unbedingt das Säckchen mit dem „magisch aufgeladenen“ Pülverchen mitnehmen (Bloß nicht vergessen, denken Sie lieber dabei an die bevorstehende magische Schlacht und den Schlagabtausch mit Ihren bisherigen und in Kürze vergangenen Widersachern. In einen Krieg zieht man ja schliesslich auch nicht unbewaffnet und schwenkt schon beim ersten gefallenen Schuss die weisse Kapitulations- Flagge!) Empfohlen wird an dieser Stelle, etwas früher als sonst am Arbeitsplatz zu erscheinen, damit Sie noch etwas Ruhe haben, das Wundermittel im Raum zu verteilen. Sie sollten jetzt also bereits das Frühaufstehen fest einplanen, das Pulver muss nämlich jeden (!!!) Tag angewandt werden, damit es auch wirklich dauerhaft wirkt und das funktioniert dann folgendermaßen: 

Etwas von dem „magisch aufgeladenen“ Pulver in die Handflächen geben und in Gedanken sagen:

„Du lichtvolles Pulver, verbreite Dich schnell, damit in diesen Räumen die Schwingung wird hell!“

 Wow, was für eine krasse Kampf- Ansage! Klingt das nicht irgendwie nach ultimativem Sieg auf allen Ebenen und echtem Befreiungsschlag? Das macht doch irgendwie so richtig was her … So in etwa muss sich Harry Potter gefühlt haben, wenn er Lord Voldemort gegenübersteht, um ihn mit Schwung dahin zurück zu schicken, wo er hergekommen ist. Einfach grandios und unbesiegbar! Übrigens: Kaum zu glauben, was das Gefühl der Machtergreifung doch persönlich verändert, hat man erst einmal die richtigen Waffen zur Hand!

… und jetzt starten wir den General- Angriff: Ein wenig von dem magischen Zauber- Pülverchen von der Handfläche in den Raum pusten, und jetzt bloß keine Skrupel an dieser Stelle. Die Putzkolonne kommt schließlich jeden Abend und saugt und wischt Staub, also bloß keine Hemmungen! Angeblich soll man sofort, neben dem durchdringenden Basilikumduft (Was ich definitiv für durchaus möglich halte!) eine gravierende positive Veränderung der Energie und Schwingung erfahren und vor allen Dingen spüren! Wooow, was für ein Knaller- Effekt ungeahnten Ausmaßes … Einfach nur magic!

Das Kraut plus Lorbeerblatt soll negative Energien sofort blitzartig abwenden und die reine, pure Herzensliebe anziehen. Treffen also Ihre nervigen Kollegen ein, sollten diese Sie mit einem locker- flockigen und für Sie völlig ungewohnten „Einen wundervollen und berauschenden guten Morgen, meine Lieben!“ fröhlich pfeifend mit Sonnenschein im Gesicht begrüßen und Sie anschließend in die betriebseigene Kantine zum Kaffee einladen (Das wäre übrigens an deren Stelle jetzt spätestens der Moment, an dem ich misstrauisch werden würde!). Angeblich sollen lt. Bedienungsanleitung für das Pülverchen Hektik und Stress sofort rapide abnehmen und bisherige Mobber und Kotzbrocken, denen Sie lieber ganz weit aus dem Weg gegangen sind, zu Ihren besten Kumpels forever mutieren, Sie nie mehr die Mittagspause freiwillig oder gezwungenermassen alleine in der Kantine am Tisch in der hintersten Ecke verbringen müssen, Ihnen nie mehr eine undurchdringliche Mauer der Ablehnung seitens mobbender Kollegen und Kolleginnen gegenübersteht, Ihr Vorgesetzter, bisher ein mehr als cholerischer und profilneurotischer Kotzbrocken der Extra- Klasse, Ihnen nur noch lobend ob Ihres selbstlosen täglichen Arbeitseinsatzes anerkennend auf die Schulter schlägt und Sie sofort für die nächste Gehaltserhöhung und Beförderung vorschlägt, und Sie die bereits vor langer Zeit geschriebene innere Kündigung im internen mentalen Shredder versenken können! Mal ehrlich: Das hört sich doch wirklich nach zukünftig fast schon paradiesischen Zuständen an, nicht wahr?! 

Ich habe zwar das ganze noch nicht durchgezogen, aber ich bin wirklich maßlos beeindruckt und habe sofort auf meinem Einkaufszettel Lorbeerblätter, frisches Basilikum, Lavendelöl und eine schwarze Kerze, durchgefärbt versteht sich, notiert. Ich habe zwar keine mobbenden Kollegen, keinen echten Kotzbrocken als Chef und zu meiner Praxis gehört auch keine Kantine, aber sicher ist sicher, das ziehe ich jetzt auch in meiner Praxis radikal und konsequent voll durch. Man weiß ja nie, was einem so alles begegnet und „positive vibrations“ haben ja immer was!

Was enorm bemerkenswert ist: Das „It´s magic- Pülverchen“ soll angeblich auch besonders gut gegen den bösen Blick helfen! Aaah ja, also universell einsetzbar! Da einem der aber nicht nur in geschlossenen Räumen, ganz besonders von dem chronisch übellaunigen Kollegen in der Ecke gegenüber und Kotzbrocken- Cheffe zuteil wird, stellt sich für mich die logische Frage, wie bewerkstelligt man das mit dem „Pülverchen in die Luft blasen“ auf der Straße ohne dabei unangenehm aufzufallen? Praktikable Vorschläge hierzu werden gerne entgegen genommen! 

Mein ganz persönliches Fazit: Auch wenn hier streckenweise eine ganz wichtige und wesentliche Erkenntnis zur Behandlung und Prävention von Stress- Symptomen, zum Burn Out- und/oder Bore Out- Syndrom oder aber Mobbing bisher an mir vorbei gegangen sein sollte, werde ich auch weiterhin sicherheitshalber in meiner Praxis Beratungen zum Thema „Nie mehr Opfer!“ und „Wege aus der Opferhaltung!“ anbieten. Auf jeden Fall, sicher ist sicher und man weiß ja nie, werde ich zukünftig all meinen Klienten und ratsuchenden Mandanten die Rezeptur für das „It´s magic- Pülverchen“ in die Hand drücken. Schließlich bin ich immer und grundsätzlich gegenüber neuesten Erkenntnissen und themenbezogener Weiterbildung überaus aufgeschlossen und das Wohl meiner Klienten liegt mir generell sehr am Herzen! It´s magic!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

Quelle/Ritual: Magazin „Zukunftsblick“, Ausgabe 08/2010

Das böse Karma

Brandneu und auch garantiert für Sie geeignet: Das ultimative und absolut unverzichtbare „Must have!“ 

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Die unentbehrliche Revolution aus dem esoterischen Absurdistan: „ Karma- Ablösung light und to go versus Ablasshandel oder Sündigen ohne Reue leicht gemacht!“ “

Wie bitte???! Na, das geht ja mal gar nicht, einfach undenkbar und definitiv nicht akzeptabel! Ihr karmisches Schuldkonto ist weit überzogen und befindet sich schon seit Jahren im abgrundtiefen Minus- Bereich? In der Vergangenheit schwer hingelangt und Sie haben deshalb tiefe Ängste, dafür im Fegefeuer oder in der Hölle zu landen und sich Ihr Karma bereits für dieses und die nächsten drei Leben restlos versaut zu haben? Aber nicht doch, das kann man doch flugs ohne großes Aufheben regeln! Einfach, problemlos, light und to go; Ihre Pizza, den Mäckes und das Menue vom Chinesen können Sie auch schließlich telefonisch bestellen und einfach und easy nachhause liefern lassen! Wer bitteschön hebt denn heute noch tatsächlich für solche Banalitäten und derart triviales den Hintern von der bequemen Couch oder legt auch noch die Fernbedienung aus der Hand …

Vergessen Sie bitte sofort alles, was Sie jemals über das Thema Vergeben von Sünden und Buße tun gehört oder aber anlässlich Ihres Konfirmations- oder Kommunionsunterricht irgendwann einmal gelernt haben: Nix mehr mit im einheitsgrauem Büßergewand und gesenktem Haupt durchs Leben schleichen, beichten und beten, unzählige „Ave Maria“ und „Vater Unser“ mit Rosenkranz in den Angstschweiß- feuchten Schwitze- Händen kniend in Endlosschleife murmeln oder in zumeist lebenslang schlechtem Gewissen suhlen, angstbehaftet vor dem ewigen Fegefeuer, der Verdammnis bis in alle Ewigkeit und dem drohenden „zur Hölle fahren“ nach dem Ableben. Nix da, jetzt gibt es die ultimative Generalabsolution „light & to go“, die Karma- Ablösung, bzw. Karma- Auflösung für alles, was das Schuldkonto jemals belastet hat! Wie noch nie etwas davon gehört? Sie (Vielleicht noch!) Unwissender, dann wird´s jetzt aber langsam Zeit! Schließlich sollten Sie, nicht nur in Bezug auf Ihren neuerstandenen PKW modernster Technologie, sondern auch, was Ihr eigenes zukünftiges Seelenheil nach Ihrem Ableben anbelangt, technisch immer auf dem neuesten Stand sein und sich niemals einer revolutionären Neuerung verschließen! Sicher ist sicher und man weiß ja schließlich nie was noch kommt … 

Selbst etabliert mit einer spirituell- psychologischen Praxis, bezeichne ich mich dennoch als einen überaus misstrauischen Kritiker, gerade was hinsichtlich dre mittlerweile am Markt, gerne von mir als „esoterisches Absurdistan“ oder auch alternativ „Esoterik- Dschungelcamp Update 2.0“ bezeichnet, angebotenen und nahe der Grenze zur kollektiven Volksverblödung nahe den weiten Grenzen der Debilität angesiedelten Praktiken vereinzelter, zumeist selbsternannter, Super- Gurus dieser Szene anbelangt. Die Grenzen meines persönlich nahezu grenzenlosen Humors sehe ich immer dann weit überschritten, wenn das eigene kommerzielle und vor allem materielle Gewinnstreben mit Hilfe eines reißerischen und narzisstischen PR- Auftritts über das Schicksal von hilfesuchenden und teilweise völlig verzweifelten Menschen gestellt und dabei augenscheinlich vergessen und auch oftmals nur zu gerne ignoriert wird, dass es hierbei um Leben und Schicksale geht, die ihnen in der Hoffnung auf Hilfe anvertraut werden. Dass auch sogenannte „Licht- Arbeiter“ nicht ausschliesslich von Licht, Luft und Liebe leben, dürfte dabei außer Frage stehen; für die dabei angewandten Verkaufs- Methoden und Anbietungen hingegen gibt es meines Erachtens deutliche Grenzen in punkto Seriosität und Kompetenz 

Besonders hellhörig lässt mich grundsätzlich und immer wieder werden, wenn angebliche „Kapazitäten“ und zumeist selbsternannte „Koryphäen“ damit werben, dass sich täglich in ihrer Praxis die zumeist „Ich bin Super- Wichtigs!“ von eigenen Gnaden dieser Welt die Türklinge nonstop gegenseitig in die Hand geben. Zum einen unterliegen auch spirituelle Berater und Coaches einer auferlegten Schweigepflicht und zum anderen ist es eine Frage der Ehre, zumal das Namedropping von B- bis Z- Promis rein gar nichts hinsichtlich der Kompetenz und Qualifikation des Anbieters aussagt, niemals die eigenen angeblichen Leistungen durch die Namensnennung von Prominenten aufzuwerten. Ein seriöser alternativer Heiler oder ein parapsychologisches Medium überzeugt grundsätzlich ausschliesslich und nur durch Sach- und Fachkompetenz, Leistung und nachweisbare Erfolge und nicht mittels marktschreierischer Werbemaßnahmen! 

Ich greife daher immer wieder aktuelle und brisante Themen und Praktiken auf, wohlgemerkt, um jedweden Verdacht bereits von Beginn an auszuhebeln, nicht um die ungeliebte und bucklige Konkurrenz vom Markt zu mobben (Einem jeden sei von ganzem Herzen ein wohlgefüllter Terminkalender gegönnt; bei rund 7 Milliarden Menschen auf dieser Welt und einer empirisch belegten rasanten Zunahme von psychischen und psycho- somatischen Belastungsstörungen wird wohl keiner von uns lebenslang arbeitslos werden!), sondern um verzweifelten Hilfesuchenden unerfüllbare Illusionen und Hoffnungen zu nehmen, die Ihnen mit vielen völlig unhaltbaren Versprechungen und teilweise exorbitanten Kosten angeboten, aufgedrängt und verkauft werden. 

Zunächst einmal zwecks besserem Verständnis ein wenig Hintergrundwissen: Das Wort „Karma“ stammt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet soviel wie „Wirken“ oder „Taten“. Das Thema Karma bildet neben dem Samsara, dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt, einen festen Bestandteil vor allem des Hinduismus und Buddhismus und muss sich nach deren Lehren nicht unmittelbar im aktuellen Leben auswirken, sondern sich möglicherweise auch erst im nächsten manifestieren und neu zur Disposition stehen. Die Entstehung von Karma basiert nach Auslegung dieser Lehren auf der Gesetzmäßigkeit und Gültigkeit von Ursache und Wirkung, d.h. auf eine Handlung oder einen Gedanken erfolgt grundsätzlich eine Auswirkung und erfolgt nicht etwa aufgrund einer Bewertung oder Bestrafung einer höheren Institution. Erstrebenswertes Ziel ist es hierbei überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen, da sowohl schlechtes, als auch gutes Karma erneut den Kreislauf der Wiedergeburten, bzw. Inkarnationen erzeugt. Das immerwährende uns begleitende Karma wird in historischen Schriften zumeist als Rad, das symbolisch für den ewigen Kreislauf von Wiedergeburt und Tod steht, dargestellt.

Von fernöstlichen Religionen nunmehr zur römisch- katholischen Theologie: Selbst die hartnäckigsten Atheisten unter uns, werden sicherlich schon einmal den Begriff des Ablasshandels gehört haben. Der Ablass aus dem lateinischen „indulgentia“ oder auch „die römische Gnade“ ist ein Grundbegriff der römisch- katholischen Kirche. Hierunter versteht man einen Gnadenakt, durch den temporäre Strafen infolge von Sünden ganz oder teilweise, z.B. heute in Form der Beichte, einer Pilgerreise oder dem päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“, erlassen werden können. Wohlgemerkt wird hierbei lediglich die Strafe, jedoch nicht die Sünde als solches vergeben. Geahndet wurden in früheren Zeiten schwerere Sünden in Form von längerem Fasten oder einem Ausschluss aus der Glaubensgemeinschaft, die jedoch durch Fürsprache und Fürbitte eines verdienten Gemeinschaftsmitgliedes wieder aufgehoben werden konnte.

Im späten Mittelalter entdeckten dann die Päpste, die zu damaligen Zeiten unter chronischem Geldmangel und drohender Verarmung der Klöster litten, den Erlass begangener Sünden gegen Bezahlung. D.h. nachdem dem reuigen Sünder blumenreich das ihn erwartende Fegefeuer in allen grausamen Einzelheiten geschildert worden war, gerne noch unter Einbeziehung bereits verblichener Verwandter, die angeblich ebenfalls für ihre auf Erden begangenen Sünden auf ewig in der Hölle schmoren, die man aber auch gerne gegen Bares freikaufen könne, was als besonders ehrenvoll und nächstenliebend betrachtet wurde, wurde eine Geldsumme nach einer Art Bußgeldkatalog vereinbart, gegen die begangene Sünden  aufgerechnet, die dann sogleich erlassen wurden – der gewerbsmäßige Ablasshandel der katholischen Kirche war somit erfunden.

Im Klartext: Also im Prinzip nix mit Generalabsolution zu Lebzeiten, man durfte erst einmal wie bisher ohne schlechtes Gewissen und Reue gegen Bares weitermachen; verschärftes „Dudu“  gab´s dafür anschließend in der Hölle, es sei denn, es fand sich nach dem eigenen Ableben einen gnädig gestimmten liebenden Verwandten, der über genügend Bares verfügte, für den armen Sünder mitbezahlte und ihn damit entsprechend aus dem Fegefeuer auslöste! Der Ablasshandel und gewerbsmäßige Handel der römisch- katholischen Kirche mit Ablassbriefen nach dem Schema „Nur Bares ist wahres!“ war dann auch Auslöser der Luther´schen Reformation, was ihn wiederum zur Verfassung der 95 Thesen veranlasste. Im Jahre 1567 wurde seitens Papst Pius dem V. dann endgültig der Ablasshandel verboten und mit Androhung der Exkommunikation, die wiederum ewige Verdammnis bedeutete, unter schwere Strafe gestellt.

Im Zuge der heute allerorts üblichen und überaus bequemen Cash- & Carry- Mentalität regelt man derartige Kleinigkeiten, die einem ohnehin bloß unnötigerweise den Tag vermiesen, zwar noch immer gegen Bares, jedoch erheblich diskreter, ohne öffentliche Reue und Pranger, päpstlichen Bußgeldkatalog oder eine Zwangsmitgliedschaft in der römisch- katholischen Kirche. Denn merke: Auch ein heutiger Sündenerlass ist nur möglich, wenn der reuige Sünder ein getaufter Katholik ist, frei von schwerer Schuld und mit Gott und der Kirche versöhnt ist.

Wenn Sie also beispielsweise, um die Scheidungskosten zu sparen, Ihre Ex- Gemahlin gemeuchelt oder ebensolches in Auftrag gegeben hätten, wäre dies nach Auffassung der Kirche (… und nicht nur dieser !) eine schwere Sünde und nicht zu verzeihende Verfehlung. In diesem Fall sollten Sie weniger auf einen Sündenerlass hoffen, sondern sich wohl eher auf die irdische Dienstleistungen eines kompetenten und erfahrenen Strafverteidigers verlassen! Die dringende Warnung: Bevor Sie jetzt in diese Richtung weiterdenken, sei diesbezüglich nur am Rande erwähnt, dass selbst ein langjähriger Gefängnisaufenthalt nicht das aufgrund der Tat verursachte Karma ausgleicht oder etwa aufhebt, sondern hierdurch lediglich der weltliche Rechtsfrieden wieder hergestellt wird. Für die Handlung als solches gibt´s dann nach Auffassung buddhistischer oder hinduistischer Religionslehren hinterher im Hinblick auf Ihr Karma noch mal extra was auf die Griffel! Daher mein wohlgemeinter  Rat an Sie: Freunden Sie sich lieber mit dem Gedanken hinsichtlich der Zahlung anfallender Scheidungskosten an; alles andere verursacht nur mieses Karma und würde Ihr Karma- Schuldkonto überdies unnötig belasten!

Ich frage mich an dieser Stelle ohnehin, ob des weltweit in allen Fernseh- und Radiosendern übertragenen (Allein das Hören dieses päpstlichen Segens soll bereits genügen, um in den Genuss des Erlasses zu kommen; persönliche Anwesenheit ist also nicht mehr zwingend erforderlich!) alljährlichen päpstlichen Segens „Urbi et Orbi“, was machen all diejenigen die weder getauft, noch Mitglied der katholischen Kirche sind? Also doch Hölle geschlossen wegen Überfüllung? Ein klares und entschiedenes „Nein“, das geht auch anders und ohne viel Aufhebens, eben light und to go!

Für alle anderen die der Ansicht sind, ihre Seele sei nicht gänzlich unbefleckt, gibt es jetzt den ultimativen Ablasshandel der Neuzeit und die vollumfängliche Generalabsolution „light & to go“ in Fom der Karma- Ablösung, bzw. Auflösung ! Ein Schelm wer glaubt, der einst praktizierte Ablasshandel gegen Bares im Stile des Mittelalters sei erneut aufgegriffen worden und damit in unsere zivilisierte Welt zurückgekehrt. Nein, beileibe nicht, so schlecht geht es der katholischen Kirche und den Klöstern heute gottlob nun auch nicht mehr und das ganze Procedere wurde auch ein bisschen modifiziert, ergo dem aktuellen Zeitgeist angepasst! Heute funktioniert das ganze in Zeiten von Coffee to go, Pizza und Burger auf Bestellung, heiraten in Las Vegas am Drive Inn- Schalter und ebensolches sich wieder nach drei Tagen in Reno scheiden lassen, viel einfacher und bequemer. Sie brauchen hierfür noch nicht einmal mühselig aus Ihrem Auto auszusteigen. Das läuft ähnlich wie bei Ihrer bevorzugten Mc Donald´s- Filiale: Fenster runterkurbeln, benötigte Papiere auf die Ablage am Schalter knallen, eine kurze verbale Bekräftigung der Scheidungsabsichten (Anstatt der sonst üblichen Bestellung bei Mäckes !) und endgültigen Zerrüttung Ihrer erst vor drei Tagen geschlossenen Ehe (An dieser Stelle nur noch mal zur Erinnerung, es hieß in etwa „…. bis dass der Tod Euch scheidet !“), Unterschrift und ex und hopp stehen Sie dem Markt wieder voll und ganz zur Verfügung!

Es geht jedoch jetzt noch einfacher, Zeit ist schliesslich eine äußerst knappe Ressource, und hierfür müssen Sie noch nicht einmal ein Flugticket buchen: Für eine Karma- Ablösung brauchen Sie heute nicht einmal mehr ins Auto zu steigen und können das ganze auch bequem in Bademantel und Adiletten von der heimischen Couch aus per Telefon und PayPal erledigen, bzw. erledigen lassen – also ähnlich wie beim Pizza- Service: Anrufen, bestellen, okay geben und liefern, in diesem ganz speziellen Fall abholen, lassen – persönliche Anwesenheit ist dabei nicht zwingend erforderlich und erscheint eher entbehrlich! Ich nehme an diesem Punkt einfach mal an, bei Ihrem beauftragten Lieferanten, bzw. Abholer sieht es auch nicht anders aus als bei Ihnen. Im Bademantel und Adiletten bequem auf der Couch, mit der Fernbedienung wird mal kurz der Ton  abgeschaltet und los geht´s … Eben ganz easy, light und to go auf allen Ebenen!

Sollten Sie sich das ganze doch lieber persönlich antun wollen, sollten Sie sich bereits vorher mental auf so einiges gefasst machen. Dieser Budenzauber allererster Güte ist wirklich nur etwas für ganz Hartgesottene und absolute Esoterik- Hardliner! Mir liegen authentische und absolut glaubhafte Berichte von Auftraggebern vor, nach denen das Erlösen und Befreien von miesem Karma mittels ähnlich  Flügel- schlagender Bewegungen der Arme aufgelöst wurde, Klienten zwei Stunde lang hustend in Weihrauch- und Salbei- geschwängerten Räumen im Untergeschoss in gemeinsamer stiller Kontemplation mit der beauftragten Esoterik-Koryphäe durchhalten mussten oder diese jenseits der Grenzen zur absoluten Lächerlichkeit angesiedelte fast anfallsähnliche Ausbrüche zelebrierten. Man war sich an dieser Stelle nicht ganz klar hinsichtlich der Tatsache, inwieweit die Betreffenden dabei eine Art offensichtlich kosmischen Orgasmus erlebten oder aber eindeutig der Verdacht bestand, dass diese vorher etwas rauchten, was es definitiv in keinem Zigaretten- Automaten gibt und eventuell im Zuge einer Strafverfolgung wohl zu mindestens zwei Sonntagen, ääähem sorry, natürlich Totensonntagen, staatlich verordneter Auszeit geführt hätte. Auf jeden Fall werden Sie bei persönlicher Anwesenheit anlässlich einer Karma- Ablösung die ansonsten sehr gefestigten Grenzen Ihrer eigenen Toleranz und Belastbarkeit Ihrer Ernsthaftigkeit neu kennenlernen! Also dann doch lieber in den eigenen vier Wänden bleiben und die Variante „to go“ wählen!

Die mittlerweile offerierten Karma- Ablösungen sind wohlgemerkt dem ehemals angebotenen Ablasshandel der römisch- katholischen Kirche weit voraus: Es ist dabei völlig unerheblich, ob Ihr mieses Karma aus einem früheren Leben stammt oder Sie es im aktuellen angehäuft haben. Ist Ihre Zahlung, schlappe € 150,– bis 300,–, das wird Ihnen Ihr Seelenheil ja wohl wert sein (Also zum echten Discount- und Schnäppchen- Preis! Beachten Sie hierbei bitte: Die Hölle könnte weitaus schlimmer und unangenehmer werden !“), via in der Regel PayPal auf dem Konto des Anbieters eingegangen, können Sie sicher sein, dass für Sie extra- hart und äußerst kräftezehrend gearbeitet wird und Ihr Karma anschließend, ähnlich dem Kochwaschgang Ihrer Waschmaschine, die gerade im Hintergrund läuft, blitzsauber, fleckenrein und blütenweiß gereinigt wurde. Sie können sich also danach nahezu sicher sein, dass Sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der Hölle landen werden! Es sei denn,  Sie sündigen erneut und überlegen sich noch einmal sehr gründlich, ob es angesichts der immens hohen Scheidungskosten, von den zu erwartenden Unterhaltszahlungen mal ganz zu schweigen, nicht doch noch eine andere Variante in punkto Kostenersparnis gibt. Na ja, macht auch nichts, das sehen wir jetzt mal nicht so eng; die Karma- Ablösung kann man ja bei Bedarf gegen Bares einfach nochmal wiederholen lassen und damit ist dann das Minus- Karma- Konto wieder im Plus- Bereich und ausgeglichen! 

So wie Sie im Mittelalter einen sündigen Anverwandten gegen entsprechende Zahlung aus dem Fegefeuer, wahlweise der Hölle, erlösen konnten, so werden Karma- Ablösungen auch gerne und oft im Auftrag für Dritte angenommen. Nehmen wir einmal rein fiktiv an, Sie haben einen wirklich tollen Mann kennengelernt. Er ist eindeutig gefühlt der Richtige, aber er hat noch immer nicht von seiner vorherigen Partnerin losgelassen, denkt täglich noch immer an sie und überlegt unablässig, ob das ganze nicht doch noch eine zweite Chance verdient hätte. Mit der Karma- Ablösung „light & to go“ kein Problem; auch das kann man ganz einfach und unproblematisch hinkriegen! Einfach das ganze in Auftrag geben, Sie brauchen lt. Anbieter den Betreffenden noch nicht einmal um Erlaubnis zu fragen oder dahingehend zu informieren, bequem bezahlen, das Karma wird sofort aufgelöst und Ihr neuer Traumprinz ist Ihnen mit allen Exklusivrechten sicher. Die Ex- Frau, bzw. Ex- Freundin? Ach was, die ist endgültig Geschichte und möge sie vielleicht auf ewig in der Hölle schmoren!

Sie merken es sicherlich schon, das ganze ist eine echte Revolution auf dem Jahrmarkt des esoterischen Absurdistans: Karma- Ablösung oder Befreiung vom Sündenfall „light & to go“. Einfach anrufen, bestellen, löhnen, erledigt! Sündigen ohne Reue leicht gemacht und nix mit anschliessender Hölle und ewiger Verdammnis! Klingt für mich persönlich alles irgendwie so ein bisschen nach dem Versprechen „Endlos alles fressen ohne Zuzunehmen!“ oder „Lebenslanges Komasaufen, garantiert ohne zu erwartenden Leberschaden!“ Eines sei Ihnen an dieser Stelle bereits im voraus verraten: Weder das mit der Fresserei, noch das mit dem Suff ohne Folgen klappt und schon gar nicht der Mythos Schuldenerlass aufgrund einer gekauften Karma- Ablösung! Übrigens: Auch die Sache mit der Ex- Freundin können Sie gleich wieder vergessen, auch das funktioniert leider oder zum Glück nicht! Grundsätzlich gilt immer und bei allem das Prinzip von Ursache und Wirkung, Resonanz und Ausgleich: Keine Wirkung ohne Ursache und keine Ursache ohne Wirkung, und was wir bestellen, müssen wir auch bezahlen!

Um nunmehr endgültig Klarheit ins nebulöse Dunkel einer mittlerweile bestens am Markt etablierten und als absolute Revolution gepriesenen Praktik á la früherem Ablasshandel zu bringen, folgendes: 

Es gibt nur „das“ Karma! Alles was Ihnen sonst noch in Zusammenhang mit dem Oberbegriff „Karma“ angeboten wird, wie z.B. Untreue- Karma, Sexual- Karma, Armuts- Karma, Eifersuchts- Karma, Kinderlosigkeits- Karma oder Einsamkeits- Karma ist wirklich absolut hirnrissiger Unsinn und lediglich eine phantasievolle Kreation mehr als fragwürdiger Anbieter. Interessanterweise werden diese kreierten Phantasiebegriffe passgenau auf die Problematiken Hilfesuchender abgestimmt, um hierüber eigene Sachkompetenz zu demonstrieren.

Karma entsteht grundsätzlich und ausschließlich nur durch eigene Handlungen, Taten oder Gedanken und unterliegt niemals äußeren Einwirkungen oder dem Zutun Dritter, d.h. niemand außer Ihnen selbst kann Ihr Karma beeinflussen, weder negativ, noch positiv. Merke daher: Sie haben Ihr Karma verursacht, also stehen Sie auch selbst mit allen Konsequenzen dafür gerade und wenn nicht im aktuellen Leben, dann eben im nächsten oder übernächsten!

Entstandenes Karma kann auch nur von Ihnen selbst erlöst oder ausgeglichen werden, d.h. niemand außer Ihnen, kann Ihnen Ihr Karma nehmen, ausgleichen, ablösen oder erleichtern, hierfür müssen Sie schon selbst aktiv werden und Ihren eigenen Beitrag leisten. Schließlich tragen Sie auch nicht freiwillig die Hypothek Ihres Nachbarn für dessen neu gebautes Haus ab, nur weil dieser Sie immer so freundlich grüßt und dabei anlächelt!

Der Gipfel des ultimativen Budenzaubers: Sie werden niemals jemanden damit beauftragen können, ein bestehendes Karma, ob tatsächlich oder angeblich sei an dieser Stelle einmal völlig dahin gestellt, bei Ihnen selbst oder einem unbeteiligten Dritten abzulösen oder diesem zu nehmen. Geht nicht, gibt´s nicht? In diesem Fall trifft das leider nicht zu! Sollte Ihnen also jemals ein derartiges Versprechen gegeben werden, erinnern Sie den Betreffenden bitte ganz nebenbei an sein eigenes Karma, bzw. nach dessen Kontostand seines Karma- Minus- Kontos!

Lassen Sie sich bitte niemals von „Wunderberichten“ Betroffener infolge von augenscheinlich erfolgreich durchgeführten Karma- Ablösungen und Auflösungen blenden. Das ganze fällt unter den Begriff „Auto- Suggestion“ oder etwas einfacher ausgedrückt: Massiver Selbstbetrug! Aufgrund der Tatsache, dass angeblich eine Karma- Ablösung erfolgreich durchgeführt wurde, verändern die Betroffenen zumeist selbst unbemerkt ihre eigenen Handlungen, Entscheidungen und Gedankenstrukturen, hierdurch stellt sich dann infolgedessen auch ein oder der erwünschte Erfolg ein. Diese Veränderung bewirkt jedoch lediglich die eigene Aktivität, jedoch niemals eine vorangegangene angeblich erfolgreiche Karma- Ablösung!

Haben Sie sich in der Vergangenheit selbst schon einmal die universelle Patentlösung zur Auf- oder Ablösung Ihres eigenen oder eines Dritten Karmas „verkaufen“ lassen, akzeptieren und sehen Sie das ganze bitte jetzt als wahrscheinlich recht teure, aber auch sehr lehrreiche Lernaufgabe ganz nach dem Grundsatz: „Reich an Erkenntnis, dafür etwas ärmer das Budget!“ Und ganz ehrlich: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben damit offensichtlich sehr erfolgreich eine noch für Sie zu bewältigende Lernaufgabe von wann auch immer wahrgenommen und bewältigt!

Ich kann Sie jedoch zumindest dahingehend beruhigen, dass Sie Ihr bisheriges Karma mittels des in Anspruch genommenen „Ablasshandels light & to go“ in Form einer Karma- Ablösung nicht erneut verschlechtert haben; verbessert hat es sich allerdings leider auch nicht gerade! Sie haben gerade das mulmige Gefühl, dass man Sie anlässlich der teuer erkauften, jedoch leider völlig ergebnis- und sinnlosen Karma- Ablösung mit Vorsatz kräftig über den Tisch gezogen und Ihnen hierbei auch noch das erzeugte Hitzegefühl anlässlich der entstandenen Reibung als wohlige Nestwärme erklärt hat? Richtig, genießen Sie es bitte ausgiebig und kosten Sie es so richtig aus, denn dies wird Ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein zweites Mal passieren!

Fazit: Bei allem, was sich eigentlich zu einfach und zu gut anhört, sollte man etwas gesunde Skepsis und etwas mehr Misstrauen mitbringen! Seien Sie bitte ein bisschen nachsichtig mit sich, die Gründe liegen mit Sicherheit zwischen Unwissenheit, Naivität, Obrigkeitshörigkeit gegenüber einer angeblichen Kapazität, Irrglauben, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit oder einer wilden Mischung aus allem. Trösten Sie sich bitte damit, dass Sie mit absoluter Sicherheit keine Ausnahme oder der Einzige sind, der sich diesen teuren, jedoch leider völlig wirkungslosen esoterischen Budenzauber hat andrehen lassen. Hätte auf der Visitenkarte auf teurem Glanzpapier mit Stahlstich- Schrift, dem edlen Messingschild neben der Eingangstür zum gediegenem Refugium oder der hoch- professionellen Webseite mit hoch- energetischem Logo anstatt des realen Namens, Praxis „H.A.Lunke“ oder „B.E.Trüger“ gestanden, wären Sie sicherlich schon viel früher misstrauisch geworden. Leider klang jedoch alles so einfach, klar und einleuchtend, einfach zu einfach, wenn Sie ganz ehrlich zu sich selbst sind!

Was leider aufgrund meiner Recherchen niemals so ganz geklärt werden konnte ist die Frage, inwieweit etablierte Anbieter das ganze mit Vorsatz in Kenntnis der völligen Unwirksamkeit und Grenzwertigkeit dieses zelebrierten Budenzaubers anbieten oder aber selbst unerschütterlich von diesen Praktiken überzeugt sind. Völlig unerheblich wie die Antwort hinsichtlich dieser Spekulation auch aussehen mag, restlos beeindruckt haben mich in jedem Fall die Präsenz, Überzeugungskraft und Wortgewalt mit denen die unabdingbare Notwendigkeit einer angeblichen Karma- Ablösung Hilfesuchenden angeboten und eingeredet wird. Keinesfalls außer Acht lassen sollte man hierbei den ausgeübten Druck auf verzweifelte und hoffnungsvolle Klienten nach dem Schema „Wenn Du nicht, dann …!“ Verständlich, dass die hierbei oftmals erzeugte Angst vor einem angeblich unabwägbaren Schicksal, inklusive Hölle und Verdammnis, gerne auch garniert mit dem Nachschlag „Tja, dann kann Ihnen wohl keiner mehr helfen!“, regelmäßig sowohl die Kritikfähigkeit, als auch den klaren Verstand, zumindest temporär beschränkt, brachlegt oder zumindest extrem hemmt. Betrachten Sie das bezahlte Honorar an den Anbieter einfach als mildtätige Spende ohne die er vielleicht vor einem frühzeitigen Ableben durch Auszehrung gerettet und bewahrt wurde. Mit ein klein wenig Glück trägt wenigstens diese altruistische Gabe tatsächlich zum Abbau Ihres mittlerweile aufgebauten Karmas bei! … jetzt aber bitte nicht dem Anbieter die Pest oder schlimmeres ans Hinterteil wünschen, dies würde nämlich Ihr Karma erneut verschlechtern, denn mittlerweile wissen Sie ja: Karma- Ablösungen „light & to go“ gibt es nicht, für Ihr Karma stehen Sie auch selbst gerade!

Noch etwas deutlicher wird das ganze mit folgendem Beispiel: Ein Karma kann niemals durch Verdrängen, in diesem Fall Übertragung der Aufgabe an einen Dritten, damit er das Karma ab- oder auflöst, erlöst werden, sondern ausschließlich und nur indem man bereit ist, eine Lernaufgabe wahrzunehmen und einen Ausgleich mit darauffolgender Erkenntnis anstrebt. Wäre eine Karmaablösung durch einen unabhängigen Dritten tatsächlich möglich, wie das nur allzu gerne von diversen Anbietern Glauben gemacht werden soll, wäre dies vergleichbar mit dem Umstand, dass jemand für Sie täglich die Schulbank drückt und die Vorlesungen an der Uni besucht, Ihnen jedoch anschließend das Zeugnis auf Ihren Namen für die erbrachten überragenden Leistungen überreicht wird obwohl Sie noch nie einen Vorlesungssaal von innen gesehen haben.

Eine kleine Anmerkung: Nicht überliefert ist, inwieweit die Anbieter dieser nahezu grenzwertigen Praktiken diesbezüglich täglich selbst eine Karma- Ablösung, respektive Auflösung in eigener Sache vollziehen oder aber zwischenzeitlich selbst in der Hölle schmoren! Aus diesem Grund sei Ihnen dieses Mal mit dem Glauben an entstehendes Karma verziehen, denn wir ernten immer, was wir säen!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

Und wen fütterst Du?

„Weisheiten der Cherokees: Vom guten und dem bösen Wolf !“

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Ein alter Cherokee- Indianer saß gemeinsam mit seinem Enkel am Lagerfeuer und erzählte ihm die Legende von dem guten und dem bösen Wolf. Er blickte seinen Enkel ernst an und sagte: „Mein geliebter Junge, in uns allen tobt der Kampf zwischen dem guten und dem bösen Wolf. Der eine Wolf trägt das dunkle, das böse in sich – es sind der Zorn, die Wut, der Hass, der Neid, die Eifersucht, das nicht- verzeihen- können, das Bedauern, die Habsucht, die Missgunst, die Arroganz, das Selbstmitleid und die Selbstgefälligkeit, das unüberwindbare Schuldgefühl, die eigene Minderwertigkeit, falscher Stolz, die Lüge, die Überheblichkeit und der Egoismus. Der andere Wolf trägt nur das gute und positive in sich: Es ist das Verständnis, die Sensibilität, die Empathie, die Fröhlichkeit und die Leichtigkeit, der Frieden, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Freundlichkeit, die Demut, die Gefälligkeit, das Wohlwollen, das Einfühlungsvermögen und die Großzügigkeit, die Wahrheit, das Mitgefühl, die Treue und die Loyalität.“

Der kleine Junge denkt eine ganze Weile schweigend, am Feuer sitzend, nach, blickt still und angestrengt in die Sterne und dann fragt er seinen Großvater: „Großvater, ich habe nachgedacht. Bitte beantworte mir doch eine Frage. Welcher von den beiden Wölfen gewinnt denn bei ihrem Kampf ?“ Der alte Cherokee- Indianer sieht seinen Enkel zunächst ebenfalls schweigend an und antwortet nach einer Weile mit einem Lächeln: „Mein geliebter Junge, es gewinnt immer derjenige den Kampf, den Du fütterst !“

(Autor leider unbekannt)

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

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