Archiv | Bewusstseins- Offensive RSS for this section

Detox your life!

„Wenn weniger mehr ist“

book-863418_1280

Was wir definitiv nicht brauchen!

Noch einmal zur Erinnerung für alle diejenigen, die noch immer und unverbesserlich der Ansicht sind, uns täglich nach ihren Vorstellungen zwangsweise missionieren und belehren zu müssen.

Wir brauchen definitiv keine selbsternannten Super- Gurus, die uns für „Nur viel Bares ist wahres!“ erklären, wer wir sind und wer wir sein könnten ohne uns jemals zu fragen, wer wir wirklich sein wollen.

Wir brauchen auch keine Lebens- Bedienungsanleitung, die wir nur noch einmal durchlesen müssen, um zu erfahren, wo bei uns die Stop- Taste ist.

Wir brauchen für unser kleines narzisstisches Ego auch keine Fan- Gruppe, die schon deshalb Standing Ovations gibt und uns liked, nur weil wir mal geniest haben, und wir brauchen auch definitiv keine innovative, wissenschaftlich fundierte, computergestützte, individuelle, ganzheitliche und als absolut unverzichtbar angepriesene Anleitung zum Selbstmanagement, um für das Überleben im angeblich so gefährlichen Lebens- Dschungelcamp Update 2.0 trainieren zu können.

Wir brauchen auch niemanden, der uns täglich beteuert, dass wir für ihn der ultimative Lebensretter sind, ohne den er sich frühzeitig schon eine Kugel in den Kopf gejagt hätte oder ohne unseren Beistand längst am Strick des eigenen selbst gezimmerten Galgens baumeln würde! Kapiert es endlich: Wir retten immer und grundsätzlich nur uns selbst!

Was wir brauchen ist nur eines: Den Mut zur unabdingbaren Stille und Einsamkeit, in der wir endlich wieder unserem eigenen Seelen- Geflüster lauschen können, das uns sagt, wer wir wirklich sind und was wir tatsächlich brauchen, um ganz in Einklang und Balance wir selbst zu sein!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Einfach nur ein Wort?

„Ein kleines und fast vergessenes Zauberwort mit großer Wirkung!“

 thank-you-175224_640

Sicherlich erinnert sich ein jeder von uns, der bereits seit langem den Kinderschuhen entwachsen ist und auch schon geraume Zeit alleine über die Strasse und den Zebrastreifen gehen darf, an den gestrengen Blick unserer Eltern und Großeltern, wenn uns der Schoko- Osterhase, das Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk überreicht wurde. Übersahen wir diesen eindringlichen Blick unserer Erziehungsberechtigten kam sogleich der verbale Nachschlag in Form von „Naaaa, und wie heißt das Zauberwort?“ Aaaah ja, richtig! Da war doch noch etwas ganz wichtiges: „Danke!“

In der Kindheit manches Mal geäußert, um einer anschließend nachhaltigen Strafpredigt und gelegentlich auch schlimmeren Sanktionen zu entgehen, kannten wir trotz allem die Wirkung dieses Zauberwortes, zumindest war damit das Osterei oder das Geburtstagsgeschenk der ansonsten nervigen Tante, gesegnet mit einer Stimme wie eine Kreissäge und immer so komisch muffelnd nach Mottenkugeln, die uns immer zur Begrüßung ein feuchtes Küsschen auf die Wange drücken wollte, schon mal sicher. Auf jeden Fall können wir zur Ehrenrettung unserer Eltern und Großeltern und angesichts deren Bemühungen um eine zumeist einigermaßen gelungene Erziehung schon mal behaupten, dass wir das Zauberwort „Danke!“ zumindest irgendwann, auch wenn´s schon recht lange her ist, einmal gelernt haben! 

Ein geäußertes „Danke!“ ist nicht nur das Signal von gutem Benehmen und Zeichen dafür, dass wir nicht mit dem D- Zug durch die Kinderstube gerauscht sind und aus einem einigermaßen zivilisierten „Stall“ kommen, sondern vielmehr signalisiert man damit in der Regel grundsätzlich Respekt und Achtung, Wertschätzung und Höflichkeit anderen gegenüber. Die Signalwirkung eines für Dritte hörbaren Dankes sollte also nicht unterschätzt werden, zumal sie die eigene Persönlichkeit ungemein positiv unterstreicht und einfach sympathisch ist.

Ein paar kleine und nahezu unbedeutende Erlebnisse an einem fast alltäglichen Nachmittag haben mich mittlerweile jedoch sehr nachdenklich werden und mich hinsichtlich der fast schon philosophischen Frage sinnieren lassen: Wo bitteschön ist unser ehemaliges „Danke!“ geblieben? Wohlgemerkt spreche ich hier nicht über Ausnahmesituationen anlässlich der Entgegennahme eines Präsentes oder im Anschluss an eine Einladung, sondern vielmehr in ganz alltäglichen Situationen. Einfach weil uns jemand die Tür aufhält oder den heruntergefallenen Schlüssel aufhebt. Einfach eine Geste der Freundlichkeit, des meines Erachtens Mensch- Sein, des guten Benehmens und der Höflichkeit. Wir haben uns offensichtlich mittlerweile schon so sehr an eine Welt und ein kollektives Miteinander ohne ein freundliches und sympathisches „Dankeschön!“ gewöhnt, dass es uns fast nicht mehr auffällt und nahezu selbstverständlich geworden ist; ein ehrlich gemeintes „Danke!“ somit leider fast schon gefühlt zum Unwort geworden ist. Fast grotesk mutet hierbei an, dass man geradezu auffällt, wenn man dieses Zauberwort nicht nur „in memoriam“ kennt, sondern es sogar noch wie selbstverständlich, insbesondere gegenüber Fremden, aussprechen kann!

Ein „fast“ ganz normaler Einkaufsnachmittag in der Innenstadt: Ein Besuch in meiner bevorzugten Parfümerie, die ich mit den Worten „Einen schönen guten Tag!“ betrete. Eine Reaktion oder Antwort? Wo denken Sie hin; das wäre jetzt aber wirklich zuviel verlangt; nun ja, vielleicht beim nächsten Mal! Immerhin registriert mich die Verkäuferin mit einem sehr saloppen „Naaaaa, unn wie isses???!“ Okay, ich habe wirklich noch immenses Glück gehabt, sie hätte auch gleich sagen können „Verpiss Dich zügig und subito, merkst Du eigentlich nicht, dass Du uns gerade störst?“ Nun ja, ich habe durchaus Verständnis dafür, dass ein jeder mal einen miesen Tag haben kann, auch wenn ich mit der Dame aufgrund der Tatsache, dass sie mich bereits mehrere Mal in der Vergangenheit bedient hatte, in Anbetracht dieser mehr als lässigen Wortwahl nicht gerade ein Kumpel- ähnliches Verhältnis eingehen wollte! Nachdem ich meine Wahl getroffen hatte, steuerte ich die Kasse an, um meinen Einkauf zu bezahlen. Die Verkäuferin widmet sich wieder dem aufgrund meines offensichtlich recht störenden Besuches unterbrochenen Pläuschchens mit ihren Kolleginnen. Ich deponiere selbst die Ware auf den Tresen (Daran haben wir uns ja bereits im Supermarkt um die Ecke gewöhnt!) und lege das Geld dazu. Die Kassiererin tippt meine Einkauf in die Kasse, wirft mir lässig das restliche Wechselgeld auf den Tresen, knallt meine Einkaufstüte daneben und…. Ja, was denken Sie denn bitte???! Glauben Sie etwa ernsthaft, Sie hätten, nachdem Sie lediglich das bezahlt haben, was Sie auch gekauft haben, auch noch Anspruch auf ein „Danke!“ oder sogar ein „Beehren Sie uns bald wieder!“, bzw. gar ein fröhliches „Auf Wiedersehen!“ Weit gefehlt und wovon träumen Sie eigentlich nachts? Schließlich sind Sie lediglich zahlender Kunde in dem Geschäft und nicht die Oma mit dem ersehnten alljährlichen Osterei!

Knappe zehn Minuten später Laden Nummer 2: Eine stadtbekannte Esoterik- Buchhandlung mit absoluter Monopolstellung – hoher Eigenanspruch, bestens sortiertes Angebot, das ganze mit leisem, jedoch unüberhörbar meditativem indischem Hintergrund- Geluller in Patchouli- beduftetem Ambiente (Der Geruch haftet übrigens bei feuchter Witterung in den Klamotten wie schlechtes Benehmen, weshalb mein Hund nur unter Protest und vorzugsweise liegend zum Betreten dieses heiligen Aschrams zu bewegen ist!) und leise vor sich hin plätschernden Zimmerbrunnen! Ich steuere die nächstbeste freie Verkäuferin an; mein freundliches „Guten Tag!“ wird eher träge gelangweilt, unkommentiert und mit hochgezogener Augenbraue zur Kenntnis genommen und lediglich mit einem leicht gedehnten „Jaaa?“ beantwortet. Okay, sicherlich auch einen miesen Tag erwischt, liegt vielleicht an dem Nieselregen und der eher kühlem Außentemperatur! An der Kasse erlebe ich anschließend ein Déja Vu: Hatte ich das nicht alles schon mal vor kurzen exakt identisch erlebt? Ware mit einem genervten Killerblick einpacken, Wechselgeld auf den Verkaufstresen schmeißen, Tüte daneben knallen und dann… Nichts, null, niente, garnichts! Kennen die sich irgendwie alle untereinander oder sollte das tatsächlich echte Seelenverwandtschaft sein?

Eine weitere Viertelstunde später Laden Nummer 3: Erneut eine bekannte Großbuchhandlung! Ich steuere sofort die Ausgabe für bestellte Bücher an, um meine reservierte Lektüre abzuholen. Ein junger Mann hinter der Theke sieht mich zwar, ignoriert jedoch kommentarlos mein „Guten Tag!“ und blättert hochkonzentriert und genüsslich in der ausliegenden Hochglanz- Hauspostille.  Nach endlosen 10 Minuten warten, gefühlte 100 Minuten, klappt er endlich seine interessante Lektüre zu und schlurft im betont lässigen Schleichgang zu mir. Ich nochmals vernehmlich „Guten Tag!“, er „Jaaa, was iss?“ – langsam beschleicht mich das Gefühl, ich müsste mich vor Äußerung meiner Kaufabsichten ob dieser offensichtlich mehr als unpassenden Störung beim Lesen seiner augenscheinlich äußerst interessanten Lektüre dringendst entschuldigen. Ich „Für mich wurden diverse Bücher reserviert, die ich gerne abholen würde!“, ein bereits leicht genervtes „Name?“ Ich: „Ich habe leider jetzt nicht alle Titel im Kopf, aber sie sind unter meiner Kundennummer für mich reserviert! Meine Kundennummer lautet …“,weiter kam ich leider nicht mehr. Der „freundliche“ Verkäufer schon mit leicht gereiztem und bedrohlichen Unterton  „Neee, Ihr Name ?“

Also habe ich bereitwillig dem Herrn meinen Namen genannt und dann erlebte ich nahezu identisch das gleiche Szenario wie in den zuvor besuchten Geschäften: Meine Bücher wurden vor mir auf den Tisch geworfen, eine gewisse Verachtung im Blick des Verkäufers konnte ich an dieser Stelle wirklich nicht mehr ignorieren, zahlen, Bücher in eine Tüte schmeißen und diese vor mir auf die Theke knallen, das war´s! Einzig die Frage, nachdem mir die Bücher ziemlich übellaunig auf den Tresen geworfen wurden „Noch mal reinsehen oder gleich kaufen?“ und die Ansage, nachdem ich ihm meine Kreditkarte zwecks Zahlung ausgehändigt und er mir das Lesegerät zugeschoben hatte, „Pin- Nummer!“ lockerten die weitgehendst unverbindliche Kommunikation dann doch etwas auf! Mein abschließendes „Tut mir wirklich sehr leid, dass ich Sie offensichtlich beim Lesen gestört habe!“ kommentierte der „freundliche“ Herr mit einem hörbaren tiefen Durchatmen und beherztem Griff nach links in Richtung Hauspostille, um sich erneut seiner unfreiwillig unterbrochenen Lektüre zu widmen. Okay, schenken wir uns auch hier ein „Danke!“, „Auf Wiedersehen!“ oder aber launiges „Tschüssikowski!“  – man kann sich schließlich so ziemlich an alles gewöhnen, auch an die Tatsache, dass das einzige was stört und offensichtlich endgültig den Tag versaut, der Kunde ist! 

Hier ein „Danke!“ oder gar eine Winzigkeit an mehr zu erwarten, käme wohl wirklich einer illusionären Hoffnung meinerseits und darüber hinaus persönlichen Zumutung für dieses Traum- Exemplar eines beseelten Verkäufers gleich. Man kann sich jetzt trefflich hinsichtlich der Tatsache streiten, inwieweit sich eine chronische Übellaunigkeit im Laufe einer längeren Karriere in den Abgründen des Verkaufs von selbst einstellt oder aber ob eine derartige Charakteristik Grundvoraussetzung für eine Einstellung als Verkäufer/in ist. Eines dürfte jedoch klar sein: Es scheint den Job irgendwie auf unerklärliche Art erträglicher zu machen und offensichtlich nachhaltig abzurunden, da sich sonst nicht ein Großteil des im Verkauf tätigen Personals diese Eigenschaft teilen würden!

An der Eingangstür des Geschäftes, inzwischen mit vollem Einkaufskorb und zwei Tüten beladen angekommen, versuchte ich mit einer nahezu akrobatischen Glanzleistung dieselbige zu öffnen. Im Verlauf dieser Aktion blieb ich mit meiner vollen Tüte Obst am Handgriff der Tür hängen, der Boden der Tüte zerriss und der gesamte Inhalt verteilte sich infolgedessen auf dem Boden und unter den Regalen des Eingangsbereiches. Während ich leicht hektisch bemüht war, meine kullernden Äpfel und Tomaten wieder einzusammeln, blieb mein Blick auf Bodenhöhe an einem Paar sauberen, blank gewienerten dunkelbraunen Herrenschuhen hängen. Vor mir stand ein älterer Herr, vielleicht Anfang Sechzig, in seinen Händen ein rundes halbes Dutzend meiner Äpfel und Tomaten. Er legte das Obst in meinen Einkaufskorb und half mir anschließend mit einem freundlichen Lächeln beim Aufstehen. Ich lächelte ihn ebenfalls an und sagte „Vielen Dank für Ihre Hilfe!“ In diesem Moment verschwand das freundliche Lächeln aus dem Gesicht des Unbekannten, er runzelte die Stirn, als ob er konzentriert nachdenken würde – ich schwör´s an dieser Stelle, ich hatte ihm ganz bestimmt nicht etwa ein unmoralisches Angebot unterbreitet – und meinte dann ganz ernst: „Mein Gott, wann habe ich das eigentlich das letzte Mal gehört?“ Ich fragte ihn, wie ich das verstehen müsse und er antwortete ganz ernst „Na ja, ich kann mich eigentlich nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt das Wort Danke gehört habe. Ist das nicht wirklich traurig?“

Obwohl zwischenzeitlich restlos bedient und auch nicht gerade, was sicherlich verständlich ist, mit bester Laune gesegnet, hielt ich auf meinem Nachhauseweg noch kurz bei einem Lebensmittelmarkt, um noch ganz schnell ein paar fehlende Kleinigkeiten für das geplante Abendessen einzukaufen. Vor mir an der Kasse stand ein kleiner Junge, vielleicht 7 oder 8 Jahre alt, der eine Tiefkühl- Pizza auf das Band gelegt hatte. Die Kassiererin zieht die Pizza über den Scanner und sagt „3,98 Euro bitte !“ Der Kleine fängt an umständlich in seinen Taschen zu wühlen und befördert nach fast endlosem Suchen, schon sichtlich nervös und leicht blass um die Nase € 3,50 aus den Tiefen seiner Jeans zutage. Die Kassiererin „Du, da musst Du schon noch etwas drauf legen, die Pizza kostet € 3,98!“  Der Kleine wühlt weiter vergeblich in den Tiefen seiner Hosentaschen und sagt schon leicht weinerlich zu der Kassiererin „Ich habe aber nur das, was ich da hingelegt habe!“ Die Kassiererin mit schon leicht angenervtem Tonfall „Tjaaa, dann muss die Pizza wohl heute hier bleiben!“ Da fängt der Kleine herzzerreißend an zu heulen „Ich hab´ aber so ´nen Hunger und meine Mama kommt erst um acht heim und ich hab´ jetzt nicht mehr Geld dabei!“

Angesichts dieses Szenarios gab es wohl kaum eine Frau in der Schlange hinter mir, die nicht das gleiche dachte wie ich „Los, Du dumme Nuß an der Kasse, gib dem Zwergi die Pizza, davon geht der Laden auch nicht gleich pleite!“ Angesichts des immer verzweifelter heulenden Kleinen, der sich zwischenzeitlich überhaupt nicht mehr einkriegen konnte und einer mittlerweile mit einer fast schon hysterischen Tonlage gesegneten Kassiererin, hatte ich endgültig die Nase voll: Portemonnaie auf und 50 Cent auf´s Band geklatscht! Ich: „So, es reicht endgültig. Die Pizza gehört jetzt ihm!“ Die Tränen versiegten schlagartig und der Kleine sah mich mit großen Augen an. Die Kassiererin mit spitzem Fingerzeig auf den Kleinen „Ist das etwa Ihrer?“ Ich: „Für die nächsten 60 Sekunden ja und jetzt geben Sie ihm seine Pizza, wenn ich bitten darf!“ Der Kleine dreht sich freudestrahlend zu mir um, winkt mich ein Stück weit zu sich nach unten, gibt mir, die ersehnte Pizza triumphierend unter den Arm geklemmt, ein Küsschen auf die Wange und sagt doch glatt mit Killerblick in Richtung Kassiererin „Danke, Mami!“ Unglaublich, was dieses kleine Zwerglein mit diesem kurzen Wort ausgelöst hat: Meine Laune steigerte sich um hundert Punkte, die Kassiererin brachte sogar ein leichtes ansatzweises Lächeln über die Lippen, die Frauen in der Schlange hinter mir klatschten Beifall und sammelten noch ganz schnell € 2,– ein, denn ohne Cola schmeckt nun mal so eine Pizza nur halb so gut und irgendwie gehören Pizza und ´ne Cola zusammen!

Wieder zuhause angekommen, ließ ich die Erlebnisse des Nachmittags noch einmal Revue passieren: Richtig, der Mann in der Buchhandlung hatte definitiv Recht, wie traurig ist doch unsere Welt und unsere Gesellschaft geworden, dass das Wort „Danke!“ fast völlig im Vergessen verschwunden ist und sich kaum noch jemand daran erinnert, geschweige es denn ausspricht. Dabei tut ein freundliches, vielleicht noch mit einem kleinen Lächeln ausgesprochenes, „Danke!“ eigentlich so gut, es ist unverbindlich, zeigt jedoch Höflichkeit, Respekt und Achtung und tut auch weniger weh, als eventuelles Bohren beim nächsten Zahnarzttermin. Offensichtlich tun sich jedoch immer mehr Menschen immer öfter sehr schwer damit, anderen mit Respekt, Achtung, Höflichkeit und gutem Benehmen zu begegnen. Ich möchte nicht soweit gehen, hier von einer gestiegenen allgemeinen Verrohung unserer Gesellschaft zu sprechen, obwohl man diesen Gedanken ruhig in einem gesonderten Beitrag bei passender Gelegenheit aufgreifen sollte, sondern vielmehr mit kritischem Blick auf ganz alltägliche Begegnungen: Ich halte einer mit Mülltüte und Einkaufskorb beladenen Nachbarin die Türe auf – ein eventuelles „Danke!“ – wovon träumen Sie eigentlich nachts? Ich verschicke ein Präsent an eine langjährige gute Freundin, nachdem ich über zwei Wochen hinsichtlich des Erhalts noch immer nichts von ihr gehört habe, greife ich zum Hörer. Auf meine Frage, ob denn mein Päckchen angekommen sei, die Antwort „Jaaa, iss schon letzte Woche gekommen!“ – ein „Danke“? Nein, das wäre wirklich schon zuviel des guten, das Päckchen ist ja auch so angekommen! Ich verschicke immer wieder per Post und Mail Geburtstagsgrüße, Blumen oder Präsente an Menschen, die mir am Herzen liegen; in rund 60% der Fälle erhalte ich wenigstens noch eine Bestätigung bezüglich des Erhalts, lediglich ca. 40% halten es auch nur ansatzweise für nötig, sich auch noch dafür zu bedanken. Eine mehr als traurige Bilanz, jedoch auch die Bestätigung dafür, dass sich doch noch rund 40% der Empfänger an das berühmte Zauberwort und die unmissverständliche Aufforderung unserer Eltern und Großeltern erinnern.

Ein kleines Wort mit nur fünf Buchstaben, das jedoch eine immens große und unschätzbare Wirkung hat. Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt bedankt oder vielleicht dem Menschen, der immer für Sie da ist und Sie in jeder Lebenslage unterstützt, einfach nur gesagt „Danke, dass es Dich gibt und Du jetzt für mich da bist!“ Schon lange nicht mehr oder noch nie? Dann wird es aber langsam Zeit sich wieder daran zu erinnern: „Naaa, und wir heißt das Zauberwort?“ Aaah ja, richtig: „Danke!“

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita

 

 

Game over!

„Das endgültige GAME OVER“

angel-1361413_1280

Das Ende aller Ausreden!

Wie viele Argumente und Ausreden liefern Sie sich eigentlich noch immer täglich selbst, um Ihre bequeme und warmgekuschelte Komfortzone nicht verlassen und sich eingestehen zu müssen, dass Sie nicht in der gefühlten Champions League Ihres Lebens mitspielen, sondern eher auf der Reservebank der Kreisliga sitzen?

Fakt ist unbestritten: Sie wurden geboren, aber haben Sie sich auch wirklich für das wahre Leben mit allen sich bietenden Facetten, Chancen, Herausforderungen und Möglichkeiten entschieden? Haben Sie bereits vor sich selbst kapituliert und resigniert oder schwimmen Sie bereits bewusst gegen den Strom? Was hindert Sie daran, Ihre Visionen und Ziele sehr erfolgreich in die Tat umzusetzen und endlich Ihr Leben in seiner ganzen sich bietenden Vielfalt und Fülle zu (er-)leben? Welcher faulen Ausrede bedienen Sie sich eigentlich bevorzugt, um sich Ihre persönliche Kapitulation vor dem Leben selbst zu erklären, weiterhin zu rechtfertigen, zu relativieren und und vehement schönzureden?

Die Bezeichnung „Komfortzone“ hört sich zunächst einmal sehr nach Stabilität und Sicherheit, einem überaus luxuriösen und sorgenfreien Umfeld an. Was jedoch gerne übersehen wird: Auch eine selbstgewählte latente Opferhaltung und das eigens eingeredete angebliche Elend können zu einer gefühlten Komfortzone werden, einem Lebensbereich, den man kennt, der berechenbar und transparent erscheint, an den man sich gewöhnt hat, der zur Routine geworden ist und an dem man dauerhaft festhält. Die Problematik hierbei ist, dass die gefühlte und gelebte Komfortzone immer kleiner und enger wird; die Grenzen, in denen wir uns bewegen, unser Reich Leben immer weiter einschränken. Da wir in unserer selbstauferlegten Starre und aufgrund einer fehlenden übergeordneten Betrachtung uns das ganze noch immer als (Norm-)ale Entwicklung erklären, nehmen wir nahezu kritiklos diesen Zustand an und akzeptieren diesen ohne auch nur einen einzigen Schritt in Richtung Befreiung aus dieser Einzelhaft in unserem Seelengefängnis zu gehen.

Im Laufe vieler Jahre meiner Praxisarbeit gibt es wohl kaum eine kreative und phantasievolle Antwort auf die Frage „Was hindert Sie eigentlich daran, endlich ein glückliches, bewusstes, sinnliches, intensives und erfolgreiches Leben zu leben?“, die ich noch nicht von meinen ratsuchenden Klienten gehört habe. Ich musste dabei leider feststellen, dass gefühlte „Opfer“ in der Regel erheblich mehr Energie in ihre Erklärungsversuche, weshalb sie ihr Drama weiter pflegen und aufrechterhalten, legen, als in die Schilderung einer möglichen Vision eines sinnerfüllten und glücklichen Lebens. Geschafft haben es in die Nominierungen der Top- Ten- Liga der ultimativen Ausreden diese zehn Aussagen.

Mein persönlicher Top- Favorit der zündendsten Pseudo- Argumente: „Weil ich Steinbock, Löwe oder sonst was mit Aszendent XY, Sonne im vierzehnten Haus und einem ganz bedrohlichen Lilith- Aspekt und Mond und Saturn im geht-nicht-mehr habe, bin ich gezwungen, grundsätzlich immer auf Nummer sicher zu gehen und deshalb keinerlei Risiko einzugehen!“

Die Auflistung dessen, was man alles angeblich naturgegeben und schicksalhaft nicht kann oder können soll und wozu man angeblich nicht in der Lage ist, weil man ausgerechnet in diesem oder jenem Sternzeichen mit einem Aszendenten im was auch immer geboren wurde, ist hierbei unüberschaubar lang, wird auch entsprechend kreativ gestaltet und permanent auf alle erdenklichen Lebenslagen ausgeweitet. Untermauert und zementiert wird das ganze gerne mit Hilfe eines hauseigenen, zumeist hoch- ambitionierten Hobby- Astrologen, der in periodischen Abständen gerne mal um Rat gefragt wird und das ganze Elends- Szenario noch entsprechend befeuert, protegiert und bestätigt.  

Besonders gut kommt bei mir auch an: „In fünfzehn Jahren gehe ich ohnehin in Rente, das ziehe ich jetzt noch voll durch und dann fange ich erst einmal so richtig an zu leben, die Zeit kriege ich bis dahin auch irgendwie noch rum!“

Bedenkt man, dass zwischen der Geburt und dem eigenen Tod das liegt, was man gemeinhin Leben nennt, sollten Sie sich an dieser Stelle selbst eingestehen, dass Sie lediglich versuchen, die noch verbleibenden Jahre bis zu Ihrem unausweichlichen Lebensende irgendwie rumzukriegen, aber mit Sicherheit diese nicht intensiv und sinnerfüllt erleben! Aspiranten dieser Couleur rate ich immer besonders gerne zu dem Film „Das Beste kommt zum Schluß !“ mit Morgan Freeman und Jack Nicholson. In diesem Film treffen sich zwei an Krebs erkrankte Männer, die nur noch sechs Monate zu leben haben und die angesichts des eigenen Todes eine Bucket- List mit den wichtigsten Taten, Herausforderungen und Begegnungen erstellen, die sie unbedingt noch bis zu ihrem Tod erleben und vollenden wollen. Ein sehr zu Herzen gehender und aufrüttelnder Film, der uns die Endlichkeit unseres eigenen Lebens vor Augen führt, aber auch wie trivial, unachtsam und sorglos wir mit dem Thema Lebenszeit umgehen, als wäre unser Leben nie endend und beliebig verlängerbar.  

Ein für mich wirklich einleuchtendes und überzeugendes Argument: „Am 20.Dezember 2012 sollte ohnehin schon mal die Welt untergehen, das passiert irgendwann ganz bestimmt, und da lohnt sich doch jetzt kein Einsatz mehr!“

Und was haben Sie gemacht, als Sie am 21.Dezember 2012 morgens aufgewacht sind und die Welt sich wider Erwarten noch immer drehte? Bedenken Sie bitte bei Ihren Überlegungen, dass in immer wiederkehrenden periodischen Abfolgen auch in der Vergangenheit immer wieder mal ein drohender Weltuntergang vorausgesagt wurde. Und? Es ist absolut nichts passiert und uns gibt es noch immer! Wie also möchten Sie in Zukunft Ihr Leben gestalten und wie möchten Sie es erleben? Schaumgebremst und sehr verhalten mit dem Blick auf den nächsten drohenden Weltuntergang oder endlich frei, intensiv, glücklich und sehr sinnlich und sinnerfüllt?    

„Ich bin doch schon seit zwanzig Jahren in meiner miesen Beziehung, das lohnt doch nicht mehr jetzt noch einmal nach etwas anderem zu suchen, bei anderen Paaren sieht es auch nicht anders aus!“

Greift man täglich zu einem Hammer, um sich mit Genuss auf den Daumen zu schlagen, gewöhnt man sich auch irgendwann einmal an den einsetzenden Schmerz! Wen interessiert wirklich, ob andere täglich zum Hammer greifen; müssen Sie deshalb das gleiche tun? Geben Sie sich nicht mit dem zufrieden, was Sie bereits bestens kennen, sondern nur mit dem, was Sie wirklich glücklich und intensiv, leidenschaftlich und mit Hingabe leben möchten. Sie haben nicht Ihre am Nullpunkt dümpelnde Beziehung aufgegeben und akzeptiert, realisieren Sie bitte, Sie geben sich selbst damit auf und verraten Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse und damit sich selbst täglich aufs neue!  

„Ich habe nie in meinem Leben den richtigen Partner gefunden, der das nötige Kleingeld, das super- tolle, vollständig bezahlte große Haus und die Luxus- Karosse besitzt; seine Aufmerksamkeit ausschließlich in mich, selbstverständlich mit allen Exklusivrechten, tollen  Urlauben und dem Einkaräter zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest investiert, mich immerwährend auf Händen trägt und mir das Gefühl gibt, seine Göttin zu sein. Deshalb habe ich aufgegeben, überhaupt noch zu hoffen, den Richtigen finden!“

Sie sollten sich endlich eingestehen, dass Sie noch immer dem naiven Märchen von der Prinzessin auf der Erbse und damit einem völlig unrealistischen Traum hinterherlaufen! Glauben Sie wirklich, dass ein vorzeigbares Haus, ein Auto der Luxusklasse und tolle Urlaube in Edel- Refugien die Qualität einer glücklichen Beziehung ausmachen? Halten Sie weiterhin an diesem unerfüllbaren Traum fest, empfehle ich Ihnen im Gegenzug: Träumen Sie weiter alleine vom unerreichbaren Glück in Ihrem Leben in Ihrem einsamen Wolkenkuckucksheim oder fangen Sie alternativ endlich damit an, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen! Steigen Sie endlich und für immer aus der selbst geschaffenen Abhängigkeit aus, sich ausschließlich über materiellen Besitz zu definieren und der Unterordnung gegenüber einer Norm, was man angeblich alles, inklusive einem erfolgreichen und vorzeigbarem Mann und viel Blingbling am Ringfinger, besitzen muss, um sich selbst bestätigt, dazugehörig und wertgeschätzt zu fühlen. Verinnerlichen Sie bitte endgültig, dass ein glückliches, bewusstes und intensives Leben absolut nichts mit der Anhäufung von materiellem Besitz gemein hat und man dies alles auch für kein Geld dieser Erde käuflich erwerben kann. Lebensqualität und Intensität, Glück und Erfülltheit, Achtsamkeit und Zufriedenheit sind ein Geschenk des Lebens an uns. Der Preis dafür ist, sich von einigen Dingen endgültig zu verabschieden, die uns bisher keinen Meter weiter gebracht haben. Ein Abschied von zumeist selbst eingeredetem Mangeldenken, blankem Egoismus, Paradigmen, begrenzenden Verhaltensmustern, selbst auferlegten Glaubenssätzen und althergebrachten Strukturen.  

„Meine astrologische Konstellation in meinem Geburtshoroskop ist derart ungünstig, deshalb kann ich in diesem Leben gar kein Glück haben!“

Sie sollten sich darüber im klaren sein, dass Ihr ursprüngliches Geburtshoroskop niemals Ihr Leben bestimmt, sondern ausschließlich Sie selbst bestimmen welchen Weg Sie gehen möchten! Indem Sie sich in die Abhängigkeit von nicht beeinflussbaren Aspekten, wie einer imaginären astrologischen Konstellation begeben, haben Sie vor dem Abenteuer Leben bereits restlos kapituliert und sich die Verantwortung für Ihr Leben, Ihre ganz persönliche Macht, restlos abnehmen lassen. Wachen Sie endlich auf, werden Sie aktiv und vor allen Dingen, fangen Sie endlich an eigenverantwortlich zu leben! Sie wurden geboren, um zu leben und nicht um lebenslang auf den unausweichlichen Tod zu warten!  

„Ich habe solch ein mieses Karma aus einem meiner früheren Leben, das kriege ich in diesem Leben ohnehin nicht mehr los!“

Karma bedeutet immer eine Lernaufgabe und nicht etwa lebenslanger Fluch! Sie entscheiden immer und grundsätzlich selbst: Sind Sie endlich bereit zu lernen und Ihr Leben als Ihr größtes Abenteuer und Herausforderung zu sehen oder stehen Sie sich auch weiterhin mit Vorsatz und Ignoranz Ihrer Aufgabe, das Leben in seiner ganzen Fülle und seinem Reichtum zu erleben, mit beiden Füssen auf Ihrer (Lebens-)Bremse? Die Welt wartet auf nichts anderes als Ihre Antwort, setzen Sie endlich das Signal: Ich nehme mit Hingabe die Herausforderung an und ich will mein Leben sinnerfüllt und intensiv erleben !  

„Ich wünsche mir einfach, was ich haben will und mache dafür täglich 100 Affirmationen an das Universum, da wird sich irgendwann schon was ändern!“

Hier stellt sich für mich die ganz einfache Frage: Wann ist zum einen irgendwann und mal ganz ehrlich, haben Sie jemals jemandem die Hand schütteln dürfen, dem tatsächlich das vollumfänglich geliefert wurde, was er sich im kosmischen Supermarkt bestellt hat? Nein? Meine Gratulation, ich ebenfalls noch nicht! Und ganz ehrlich? Realisieren Sie bitte endgültig, dass es die Geschenke- Abwurfstelle des Universums nichts gibt und bisher noch nicht einmal eine Wunsch- Hotline nach oben geschaltet wurde. Wann hören Sie endlich damit auf noch an dieses naiv- kindliche Märchen zu glauben und daran eisern festzuhalten. Gestehen Sie sich möglichst heute noch ein, dass nichts, absolut nichts, in Ihrem Leben passieren wird, außer Sie werden selbst aktiv, bewegen Ihr Hinterteil und verlassen endlich Ihre gut geheizte und überaus bequeme Kuschelzone, die schon zu lange zum Seelenknast geworden ist !

„Bis jetzt ist alles immer nur schlechter geworden und wer weiß, was da noch kommt. Jetzt weiß ich wenigstens, was ich (nicht) habe!“

Kein Problem: Mit diesem Mangeldenken gesegnet, sollten Sie sich jedoch bereits jetzt mit dem Gedanken anfreunden, auch noch das letzte bisschen, das Sie heute noch besitzen, zu verlieren! Sie sollten sich ganz schnell mit der Tatsache anfreunden, dass Sie immer genau das bekommen, mit was Sie sich am meisten mental beschäftigen: Mangel oder Fülle, Glück oder Drama, alles oder nichts, Sie haben die ganz große Auswahl und entscheiden! Lieber weiter mit Mundwinkeln, die tiefer hängen als die Unterkante Ihres Kiefers, durch´s Leben schleichen und sich weiter hinter Ausflüchten und Ausreden verstecken oder endlich aufrecht, hoch erhobenen Hauptes und mit Siegerlächeln im Gesicht machtvoll und eigenverantwortlich durch das Leben schreiten? Sie sollten sich endlich entscheiden! Sagen Sie endlich „JA!“ zum Leben oder weiterhin „NEIN!“ zur Herausforderung Ihr Leben in seiner Vielfalt zu erleben?

„Ich habe mich ohnehin schon daran gewöhnt, dass ich im Leben niemals Glück haben werde, das war schon bei meinen Eltern, Großeltern, Ur- Großeltern so, das habe ich halt geerbt!“

Zum einen gibt es keine genetische Disposition zum lebenslang gepachteten Unglück und Drama und haben Sie zum anderen schon einmal darüber nachgedacht, dass man ein angebotenes Erbe auch einfach ablehnen kann ohne dafür in der Hölle zu landen oder Minus- Punkte auf dem eigenen Karma- Konto anzusammeln? Gestehen Sie sich am besten heute noch ein, dass Sie sich und Ihre Lebensziele mit dieser ultimativen faulen Ausrede täglich und bereitwillig selbst verraten! Nicht Ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern bestimmen bis auf weiteres Ihr Leben, sondern Sie. Sie allein besitzen die Exklusivrechte an Ihrem Film „Leben“! Entscheiden Sie bitte endlich selbst, wie dieser heißen soll: „Vom Winde verweht!“ oder doch lieber „Grandioses und sinnliches Geschenk Leben!“

Ein mehr als auffälliges Kuriosum ist, dass sich nahezu alle Menschen, die täglich ihren ganz persönlichen „Bacillus Opferitis“ oder die abgrundtiefe und selbstgeschaffene Drama- Suhle pflegen, wie eine erstrebenswerte Eigenschaft, gerne in kollektiven Elends- Netzwerken und Opfer- Allianzen bewegen. Im Durchschnitt kennt ein jeder, der sein Opfer- Dasein derart hingebungsvoll düngt und weiterhin nährt, noch mindestens ein halbes Dutzend weitere Menschen, denen es mindestens ebenso schlecht geht, wenn nicht sogar schlimmer. Als Synergieeffekt dieses kollektiven Beweinens und Bejammerns des irdischen und angeblich schicksalhaften Daseins und der immerwährenden Benachteiligung, wird die eigene Trägheit und Bequemlichkeit schöngeredet, relativiert, schlussendlich als normal betrachtet und gemeinsam akribisch nach Beweisen für diesen Zustand gesucht. Im Hinblick auf das eigene Opfer- Dasein stellt man sich nicht mehr die zwingend notwendige Frage nach dem „Wie?“ auf der Spurensuche nach der ultimativen Lösung der Herausforderung, sondern sucht ausschließlich und grundsätzlich nur die Antwort nach dem „Warum?“ und vor allen Dingen „Wer?“. Ein selbst ernanntes Opfer sucht keinen Weg aus dem Dilemma, sondern vielmehr die Begründung und Rechtfertigung dafür, warum es Opfer geworden ist und wer dafür im außen verantwortlich gemacht werden könnte.

Man trifft sich oft und gerne mit ebenso bedauernswerten und bedürftigen Gleichgesinnten, tauscht sich unablässig aus, bejault und beklatscht mit Hingabe gegenseitig die Tatsache, wie sehr man doch vom Leben benachteiligt wurde und wie angeblich unverdient gut es doch nur den anderen gehe. Den farbenprächtigen Schilderungen des eigenen bedauernswerten Elends sind hier keinerlei Grenzen gesetzt, ganz im Gegenteil befeuern sich die zahlreichen Mitglieder dieser kollektiven Elends- Netzwerke im Zuge der Gruppendynamik gegenseitig und tragen damit maßgeblich zur Akzeptanz der angeblichen Gründe und vor allen Dingen, der Suche nach Schuldzuweisungen gegenüber in der Regel abwesenden Dritten, weshalb man ehemals gewählte Ziele und Visionen angeblich nicht erreichen konnte, bei. Fakt ist definitiv: Jaulen ist Kult und mittlerweile gesellschaftsfähig! Man betrauert kollektiv das gemeinsame Schicksal und akzeptiert ergeben das schier Unvermeidliche und Unausweichliche.

Was ebenfalls auffällt: Diese kollektiven Opfer- Allianzen scheinen einen hervorragend gedüngten Nährboden für jedwede Ergüsse und Kreationen des esoterischen Absurdistans und einen nahezu unerschütterlichen Glauben an die kosmische Spontan- und Wunderheilung, bzw. magische Wunscherfüllung des Universums zu bieten. In ihrer nahezu naiven Realitätsferne und einem kindlichen Wunschdenken erleben die Mitglieder dieser Drama- Netzwerke nicht mehr das Leben bewusst mit all seinen Facetten, Möglichkeiten und Herausforderungen, sondern warten hingegen bewegungslos und starr auf die freundliche Zauberfee, die ihnen ihre Wunschträume möglichst schnell und vollständig erfüllt und das ganze gerne über Nacht „all inclusive“ und passgenau auf dem güldenen Tablett serviert.

Durchforsten auch Sie noch immer jede Woche akribisch die Liste der Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt auf der Suche nach dem neuesten überaus erfolgversprechenden und hochgelobten Werk aus dem Bereich des „Wünsch Dir das Leben super- glücklich und rosarot!“, um sofort im Anschluss daran die Buchhandlung Ihrer Wahl zu stürmen? Wundervoll! Jeder Erfolgsautor dieses Genres wird Sie als Traumkunden und treuen Käufer seiner geistigen Ergüsse lieben und schätzen. Sie können jetzt bereits sicher sein, dass zumindest der Wunsch des Autoren mit dem reißenden Absatz seines Werkes, zu dem auch Sie maßgeblich in Ihrer Euphorie beigetragen haben, in Erfüllung gegangen ist.

Mal ganz ehrlich: Wie viele dieser Wunsch- Standard- Werke stehen bei Ihnen bereits zerlesen und mittlerweile recht eingestaubt im Regal? Glauben Sie tatsächlich noch immer an das wundersame Märchen, der kosmische Supermarkt des Universums warte nur darauf, seine Tore zu öffnen, um seine Gaben an Sie zu verteilen? Ist Ihnen jemals nach Lesen der Anleitung zum erfolgreichen Wünschen und anschließendem Praktizieren der empfohlenen 100 Affirmationen pro Tag die kosmische Fee erschienen, um Ihnen mit devot gesenktem Haupt die Erfüllung Ihres Herzenswunsches sogleich auf dem Silbertellerchen zu präsentieren? Wie? Sie warten noch immer vergeblich? Sie sollten an dieser Stelle weniger darüber nachdenken, ob Sie vielleicht doch einen Fehler hinsichtlich der Formulierung oder Absendung Ihres Herzenswunsches an den Supermarkt des Universums gemacht haben, sondern vielmehr darüber, dass Sie in Ihrem naiven Wunschdenken einer unreifen Illusion, bzw. einem gigantischen Selbstbetrug erlegen sind.

Leider muss ich Sie an dieser Stelle, auch wenn Sie das vielleicht bis jetzt trotz inzwischen eventuell leise aufkommender Zweifel nicht wahrhaben wollten, einer Ihrer vielleicht letzten Illusionen berauben: Zum einen existiert der kosmische Supermarkt des Universums definitiv nicht, der sehnlichst erwartete magische Liefer- Service wird auch nicht bei Ihnen klingeln und ob Sie täglich 100 oder aber 1.000 Affirmationen an das Universum schicken oder es besser gleich bleiben lassen, spielt ebenfalls keinerlei Rolle, denn die vielgepriesene magische Wunscherfüllung gibt es nicht und wird es auch niemals geben! Ein kleines Licht des Trostes, auf das Ihnen dieses auf dem Weg des Erwachens Licht spenden möge, sei Ihnen an dieser Stelle mitgegeben: Seien Sie jetzt bitte nicht traurig, das Geld, das Sie für diese Bücher ausgegeben haben, ist nicht wirklich verloren, das besitzt jetzt nur ein anderer!

Sie sind jetzt endlich aus Ihrem Dornröschen- Schlaf erwacht und wieder auf dem Boden der Realität angekommen? Wundervoll, dann haben Sie jetzt bereits den ersten und vielleicht schwersten, aber auch wichtigsten Schritt in Ihr befreites Leben und eine zukünftig sinnerfüllte Zukunft getan! Verabschieden Sie sich bitte endgültig von illusorischen Wunschträumen und kindlichem Glauben an Märchen, Rituale und Zauberformeln, die ohnehin nicht funktionieren, sondern Ihnen lediglich immer wieder aufs neue bestätigen, niemals Glück im Leben verdient zu haben. Hören Sie endlich damit auf, Ihr angeblich desaströses Geburtshoroskop und Ihr übles Erbe in Form eines miesen Karmas als Ausrede für Ihre eigene Trägheit und Bequemlichkeit verantwortlich zu machen. Verschwenden Sie nicht länger Ihr wertvolles Potenzial und Ihre ungeahnten Ressourcen damit, weiterhin Ihre Opfersuhle täglich neu zu pflegen, zu zementieren und Ihr bisher erreichtes eingeschränktes Limit als ultimative und höchstmögliche Königsklasse zu relativieren. Hören Sie endlich auf damit, sich selbst täglich neue Ausreden und Argumente dafür zu liefern, weshalb Sie nicht das Leben führen, das Sie gerne führen würden und nicht der Mensch sind, der Sie so gerne wären!

Der nächste Schritt zurück ins Leben: Wachen Sie endlich aus dem kollektiven und komatösen Tiefschlaf auf und fangen Sie damit an endgültig Formulierungen, wie z.B. „wenn …“ und „eigentlich …“ aus Ihrem Wortschatz zu streichen. Wenn nicht heute, wann dann? Eigentlich müsste man endlich damit beginnen richtig intensiv zu leben, anstatt nur zu funktionieren und sich weiterhin im Kriechgang durch das Leben zu bewegen und sich lediglich mit der gefühlten unteren Hälfte des Mittelmaßes zufrieden zu geben! Der gefasste Vorsatz klingt zunächst wirklich sehr gut und zukunftsträchtig, wenn … Tja, wenn da nicht das kleine Wörtchen „eigentlich“ wäre! Denn jetzt kommt die ultimative Frage nach dem „wann“! Wann wollen Sie Ihr persönliches Projekt „Leben“ endlich beginnen und voll durchstarten? Wann wollen Sie endlich damit beginnen das zu erleben, was Sie sich bis jetzt mit Vorsatz bewusst vorenthalten haben? Wann möchten Sie endlich so richtig durchstarten?

Wenn am 20.Dezember 2012 die Welt nicht untergeht, Sie endlich Ihre Wohnung renoviert haben, der Garten neu bepflanzt ist, Sie das Renteneintrittsalter erreicht haben, Sie irgendwann den richtigen Partner gefunden haben, die Kinder endlich das Elternhaus verlassen haben, es Ihrem Seelenleben und Ihrer Psyche endlich wieder besser geht oder wenn Sie bereits tot sind? Wann ist wann und was muss in Ihrem Leben entscheidendes passieren, damit Sie endlich aktiv werden und beginnen, Ihr Leben nach Ihren Vorstellungen, Ihren Zielen und Visionen und Ihrer Antwort auf der Suche nach dem Sinn Ihres Lebens selbst zu gestalten und vor allen Dingen zu leben? Bedenken Sie bitte: Nichts ist so gerecht verteilt auf dieser Welt wie die Zeit! Ein jeder Mensch besitzt immer nur 24 Stunden pro Tag dieses überaus kostbaren Gutes und lebt aktuell immer nur dieses eine Leben! Beschäftigen Sie sich ab sofort nicht mehr mit unwichtigem Ballast, der Sie nur weiterhin auf der Stelle treten und dabei ausbrennen lässt, sondern endlich mit dem, was wirklich wichtig und erstrebenswert ist: Mit Ihrem zukünftig sinnerfüllten und sinnlichen Projekt Leben!

Eventuell fällt Ihnen die Antwort auf die gestellte Frage hinsichtlich des „Wann?“ etwas leichter, wenn Sie sich darüber im klaren sind, dass Ihr Leben nicht ewig währt und es niemals den falschen Zeitpunkt gibt, das richtige zu tun. Liefern Sie sich selbst nicht mehr täglich faule Ausreden, um nicht endlich aktiv zu werden und weiterhin Ihre Lethargie und Bewegungslosigkeit zu pflegen. Hören Sie endlich auf damit, Menschen, die mit Vorsatz und bewusst weit unter ihrem Potenzial leben und anstatt zu agieren nur reagieren, als leuchtendes Beispiel auf den Opfer- Thron Ihres eigenen Versagens zu heben und sie weiterhin tatkräftig darin zu unterstützen, indem Sie gemeinsam mit ihnen ihr angeblich so bedürftiges Schicksal bejammern, beweinen und unablässig diskutieren, wer von Ihnen die schlechtesten Karten des Lebens gezogen hat. Lassen Sie sich nicht länger von der negativen, besserwisserischen und pessimistischen Haltung und Denkstruktur von selbsternannten Opfern beeinflussen und weiterhin einreden, das lebenslang gepachtete Elend sei leider schicksalhaft und dagegen können man definitiv nichts tun.

Ich rate Ihnen mit sofortiger Wirkung zur fristlosen Kündigung Ihrer Mitgliedschaft in Ihrem ganz persönlichen kollektiven Elends- Netzwerk. Die lange Mitgliedschaft war zwar bisher umsonst, könnte Sie jedoch den sehr kostbaren Sinn Ihres Lebens kosten! Ich kann Sie dahingehend beruhigen, dass Sie mit Sicherheit keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen bei einem sofortigen Entzug befürchten müssen. Ganz im Gegenteil werden Sie in der Lage sein, unbeeinflusst und eigenverantwortlich aus dem gemeinschaftlichen Drama- Dasein auszusteigen und bisher begangene und ausgetretene Pfade zu verlassen, um endlich eine grundlegend positive Veränderung Ihres Bewusstseins in Richtung Transformation mit Blick auf das angestrebte Ziel „Ich und mein neues Leben!“ beginnen zu können. Sie können ganz beruhigt sein: Sie werden absolut nichts verlieren, nichts hergeben müssen und nichts vermissen, ganz im Gegenteil haben Sie die ganz große Chance auf den bisher lediglich erhofften Hauptgewinn. Das Los hierfür haben Sie bereits in der Tasche, greifen Sie endlich danach und holen Sie sich jetzt das ab, was Ihnen schon immer gehört: Ihr glückliches und sinnliches Leben!

Nichts und niemand kann Sie daran hindern, heute noch damit zu beginnen, Ihre persönlichen Träume und Visionen zu verwirklichen, mit einer Ausnahme: Sie selbst! Fangen Sie endlich an, Ihr Leben und Ihr Lebensglück selbst zu bestimmen und hören Sie nicht mehr auf die Menschen, die Ihnen täglich erzählen, Sie hätten doch schon alles erreicht, was wirklich glücklich macht. Was Sie persönlich unter Lebensglück, Lebensqualität und Intensität definieren, bestimmen ausschließlich Sie selbst und niemals Ihr Partner, nicht Ihr Chef, keinesfalls Ihr bester Freund und schon garnicht Ihr Nachbar! Diese essentiell wichtige Entscheidung treffen Sie täglich allein und in jeder Minute Ihres Lebens neu: Wie will ich leben, wer will ich sein, was ist der Sinn meines Lebens und was brauche ich, um ein sinnerfülltes und glückliches Leben zu führen! Schreiben Sie bitte nicht länger Ihre Hoffnungen, Träume und Visionen als unerfüllbare Illusion ab, sondern fangen Sie vielmehr damit an, sie zu leben, zu fühlen und geben Sie Ihrem Leben endlich einen einzigartigen Sinn und fühlbare Sinnlichkeit, Qualität und Intensität, Glück und Erfolg. Es stellt sich hierbei nicht die Frage, welches zukünftige Ziel Sie für sich gewählt haben, sondern vielmehr welcher Mensch Sie werden müssen, um das angestrebte Ziel auch tatsächlich zu erreichen.

Verinnerlichen Sie bitte: Nichts und niemand kann Sie daran hindern und Sie bremsen, das zu verwirklichen, was allein Sie unter ultimativem Lebensglück verstehen und definieren. Realisieren Sie bitte: Alles was Sie benötigen, besitzen Sie bereits; Sie waren bisher nur nicht in der Lage dieses Potenzial zu erkennen und dieses sinnvoll und zielgerichtet für sich selbst einzusetzen. Als Kompensation dieses Mangels haben Sie sich zumeist ausschließlich über das außen konkurrierend definiert, jedoch niemals Ihre ganz eigene Vision von Ihrem Leben gelebt. Die Definition, was Lebensglück und Sinn des Lebens bedeuten könnte, wird zumeist daran bemessen, was andere besitzen, verwirklichen und erleben. Ein folgenschwerer und fataler Fehler, da hierbei die gesamte Aufmerksamkeit und Fixierung für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nur noch ins außen gerichtet und hierüber gewertet, jedoch nicht mehr auf das wesentliche, die eigene Definition eines Lebenszieles, ins innen gelenkt werden. Ein Wettbewerb mit der mühseligen Einzelanstrengung, unbedingt mithalten und womöglich sogar konkurrieren zu wollen, bei dem man angesichts der eigenen vermeintlichen Defizite und des gefühlten und erlebten angeblichen Mangels nur überaus schlecht abschneiden kann. Was dabei gerne übersehen wird: Durch die Anhäufung materiellen Besitzes wird oftmals lediglich eine öffentliche Zurschaustellung nicht gelebter und nicht umgesetzter guter Vorsätze signalisiert. Hier heißt es nicht etwa „Ich bin, was ich bin!“, sondern vielmehr „Ich bin, was ich besitze und zeige!“. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wir bewerten uns selbst nicht mehr als tatsächlich wertvoll, sondern definieren uns selbst als bedürftig angesichts eines selbst eingeredeten, für uns jedoch im Vergleich mit dem außen, offensichtlichen und erkennbaren Mangels.

Betroffene angeblich Bedürftige beschäftigen und fokussieren sich nicht mehr auf das Erleben der tatsächlich vorhandenen Fülle und dem eigenen Reichtum, sondern nur noch mit einem imaginären Mangel nach dem Prinzip und verinnerlichten Glaubenssatz: „Warum haben andere immer alles und ich nichts?“. Kurioserweise wird die Definition „Alles haben!“ und „Reich sein!“ zumeist ausschließlich an materiellem Besitz festgemacht. Aus diesem Grund sollten wir an dieser Stelle zunächst einmal den Begriff „Reichtum“ genauer beleuchten. Fragen Sie einen Menschen, der sein halbes Leben in Armut auf der Strasse gelebt hat und völlig mittellos ist, was für ihn Reichtum bedeutet, wird er Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach antworten: „Alles was mehr ist als nichts!“. Fragen Sie hingegen einen materiell und finanziell sehr gut gestellten Mitmenschen das gleiche, wird er Ihnen vielleicht die Antwort geben: „Wenn ich meine erste angesparte Million auf dem Kontoauszug sehen kann!“ Reichtum hat jedoch absolut nichts mit finanziellem  Sicherheitsdenken, dem Kontostand und versorgt sein zu tun, sondern vielmehr mit dem, was wir ganz persönlich als Fülle und Sinn des Lebens definieren. Reich ist ein Mensch, der anderen etwas von sich gibt und verschenkt: Verständnis, Sensibilität, Mitgefühl und Empathie, aber auch vielleicht auch Zeit, Aufmerksamkeit und Raum schenken für ein intensives Gespräch, für zwischenmenschlichen Austausch und für ein einander nah sein. Reichtum erwartet und fordert nichts, sondern gibt in der Fülle des eigenen gefühlten und erlebten Reichtums!

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt!“

(Erich Fromm (1900-80), amerikanischer Psychoanalytiker dt. Herkunft)

Reichtum bedeutet, ein Zeichen in die Welt zu setzen und Spuren in ihr zu hinterlassen; endlich das langjährige Herzensprojekt in Angriff zu nehmen und ein Buch mit Gedichten zu schreiben oder nach Jahren wieder zu beginnen, sich künstlerisch zu betätigen, zu malen und vielleicht mit Gleichgesinnten die erträumte Galerie zu eröffnen. Reichtum kann auch bedeuten, mit befreundeten Familien endlich das Mehrgenerationenhaus neuester ökologischer Technologie zu planen und entstehen zu lassen, von dem man schon immer gemeinsam geträumt hat. Reichtum bedeutet für manche Menschen auch, im eigenen Garten genau das komfortable Insekten- Hotel zu bauen, das schon so lange als Bauplan auf dem Reißbrett existiert hat und das jetzt endlich realisiert werden will. Reichtum bedeutet, die eigenen Lebensträume und -ziele zu erspüren, sich darüber klar zu werden, für was das eigene Herz wirklich brennt und Wege zu suchen, diese endlich nach langen Jahren zu realisieren und in die Welt zu tragen.

Da wir aufgrund einer fokussierten Zentrierung auf ein selbst konstruiertes Mangeldenken genau das anziehen, was im Prinzip für uns nicht erstrebenswert ist und ein exaktes inneres Bild davon in unserem Unterbewusstsein erschaffen, nämlich einem latenten gefühlten Mangel, wird sich nach und nach eine tatsächlich reale Bedürftigkeit in allen Bereichen nahezu selbständig in allen Lebensbereichen manifestieren. Das bedeutet schlussendlich, Sie werden auch das kleine bisschen realen Reichtum, das Sie noch besitzen, endgültig verlieren ausschließlich aufgrund der Tatsache und Überzeugung, dass Sie unerschütterlich und fest nicht nur an den Mangel glauben, sondern darüber hinaus Ihren Fokus und Ihre gesamte Aufmerksamkeit darauf gelegt haben, was Sie im Prinzip alles nicht mehr wollen und damit weiteren Mangel erschaffen und anziehen. Ein gutgedüngter Nährboden, um weiterhin unerschütterlich am Mangel festzuhalten und diesen weiter in seinem Wachstum zu nähren!

In dem erfolglosen Bestreben und vagen Hoffnung nach einer grundlegend positiven Veränderung ohne hierbei jedoch die Bereitschaft zu eigenen Aktivität zu entwickeln, beherrschen die Betroffenen nicht mehr Ihr Leben, sondern kontrollieren und verwalten nur noch den erschaffenen Mangel und vergrößern hiermit das, was sie nicht mehr wollen und was sie dauerhaft daran hindert den entscheidenden Schritt zu wagen. Die Angst noch mehr zu verlieren und aufzugeben als bereits geschehen, verhindert somit aktiv jeden Handlungsspielraum. Ausschließlich das endgültige Loslassen des Mangeldenkens und der eigenen Bedürftigkeit, dem Ausstieg aus dem selbstgewählten Opfer- Dasein, gibt Raum für neues, erfüllendes und unerwartetes. Opfer sind kaum noch in der Lage sich vorzustellen und zu visualisieren, dass auf sie noch etwas anderes wartet, als sie bereits bisher kennen gelernt und gelebt haben: Das eigentliche Leben! Geben wir hier jedoch die selbstgewählte Kontrolle und das Festhalten am Drama ab, werden auch wir nicht mehr vom Mangel festgehalten. Ergo: Alles was und woran wir festhalten, hält uns ebenfalls dauerhaft fest und wir gehen hiermit in eine aktive Verhinderung, anstatt dieses Potenzial für eine aktive und grundlegende Veränderung und Transformation zu nutzen!

Für betroffene Menschen, die verinnerlichten Glaubenssätzen unterliegen und diese zu ihrer ganz eigenen Philosophie, nahezu einer Religion, gemacht haben, sprengen diese Endlosspirale nur durch einen radikal veränderten Blickwinkel auf sich selbst und die tatsächlichen Gegebenheiten, nämlich die Ursachen und Gründe für die Tatsache, dass sie ihr Leben nicht mehr eigenverantwortlich, sinnlich und selbstbestimmt leben, sondern sich vom Leben, den Umständen und dem selbsterschaffenen Mangeldenken erleben lassen. Selbst erstrebenswert erscheinende Ziele und Visionen können aufgrund der eigenen Verstrickung in einer dauerhaften Opferrolle nicht mehr uneingeschränkt positiv formuliert werden. Anstatt „Ich will eine emotional erfüllte und glückliche Partnerschaft erleben!“ oder „Ich will in Fülle und Reichtum leben!“, erfährt auch diese zunächst positive Absichtserklärung eine äußerst negative und destruktive Ausrichtung in Richtung „Ich will weg vom Alleinsein!“ oder „Ich will keinen Mangel mehr in meinem Leben!“ oder aber auch gerne „Ich will nie mehr kämpfen!“. Eine grundlegend positive Wandlung wird nur möglich sein, wenn Sie endgültig und für immer damit aufhören sich unablässig mit den Fragen zu beschäftigen, was Sie zukünftig alles nicht mehr wollen, sondern sich vielmehr die Antworten auf die Fragen geben, was Sie tatsächlich leben und erleben möchten. Ein radikaler und endgültiger Abschied für immer vom bisher negativen „Weg wollen von …!“ und hin zu einem zukünftig positiven „Ich will … !“

„Wer sich dauerhaft einer Visualisierung des schier Unmöglichen

verweigert, wird niemals auch nur das ihm Mögliche erreichen!“

Es genügt nicht, lediglich eventuell mögliche erstrebenswerte Ziele vor Augen zu haben. Nur die multidimensionale Betrachtung aus einer neuen Perspektive und die klare Definition einer Vision, bzw. eines Zieles gibt einer tatsächlich auch möglichen Realisierung den dafür notwendigen Raum. Nutzen Sie ihr zur Verfügung stehendes inneres Potenzial, indem Sie sich sofort von allen vagen und schwammigen Aussagen mit Blick auf die Hintertüre zum Tiefkeller der eigenen Ausflüchte und Ausreden in Form von „eigentlich-“, „vielleicht-“ und „eventuell- Sätzen“, sowie ein Leben im Konjunktiv mit halbgaren und vagen Aussagen wie „Ich sollte, ich müsste und ich könnte …!“ für immer verabschieden und diese durch eine deutliche, kraftvolle, radikale und überaus klare Absichtserklärung ersetzen: „Ich will, ich werde und ich darf!“

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Das Brett vor dem Kopf mit Ansage!

hammer-1629587_1280

 

In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es wieder einmal soweit: Die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit! Wie üblich eine Stunde, 60 Minuten oder 3.600 Sekunden – eigentlich lächerlich geringfügig und doch gefühlt für mich ein echtes Schwergewicht.

Auch wenn ich ZEITlos lebe, keine Uhr besitze, seit Jahren keine Geburtstage feiere und mein Alter für mich persönlich völlig irrelevant ist; ich weder darüber nachdenke, was wir für einen Wochentag haben und keinerlei Zeitgefühl mehr besitze und ich das ganze reduziert habe auf die Maxime „Wenn es hell ist, ist es Tag und wenn es dunkel ist, ist es Nacht!“, ist diese eine Stunde Zeitverschiebung für mich für mindestens vier Wochen die absolute Hölle.

Vier Wochen Privat- Hölle bedeuten für mich: Ich werde morgens nicht munter und nachts nicht müde; meine Konzentration sinkt auf den mit meinen persönlichen Ansprüchen äußerst unverträglichen und inkompatiblen Nullpunkt; meine Aktivitäten dümpeln nur noch vor sich hin und ich bin schlicht und einfach komplett lahmgelegt als ob mir jemand den Fuß auf die Leitung gestellt hat. Ich habe Kopfschmerzen, mein Kreislauf ist im kleinen Fußzeh zu finden und mir ist morgens speiübel – und nein, ich bin nicht schwanger!

Sonst eine echte Frohnatur, lerne ich meine eigene schlechte Laune bestens kennen und das völlig grundlos. Morgens bereits schon bestens drauf, darf mich für die nächsten vier Wochen möglichst niemand für die ersten zwei Stunden ansprechen, da ich sonst den Killerblick bekomme, was meine ohnehin schon schlechte Laune nur noch weiter befeuert und sich nicht gerade förderlich auswirkt. Ich brauche täglich ein sehr ausgedehntes Mittagsschläfchen, ohne das garnichts mehr geht; ich schlage für die nächsten Tage die Zeit eher tot, als dass ich sie sinnvoll fülle und – besonders auffällig – ich laufe die nächsten drei Tage nicht, ich schlurfe! Ansonsten sehr auf ausgewähltes Soul- Food, Essen ist für mich Seelen- Nahrung, bedacht, esse ich in den nächsten Tagen alles das, was ich persönlich lediglich als Überlebens- Fraß bezeichne. Also definitiv mehr Food, als Soul …

Die Wissenschaft hat schon vor Jahren festgestellt, dass die Zeitumstellung Gift für Körper, Geist und Seele ist, und zwischenzeitlich wurde auch realisiert, dass wir nicht etwa Energie sparen, sondern  hierdurch ganz im Gegenteil mehr Energie verbrauchen. Was jedoch eine Stunde plus/minus tatsächlich mit der inneren Uhr und dem ganz eigenen Biorhythmus veranstalten kann, erlebe ich jedesmal auf´s neue. Und beim nächsten Mal? Bleibe ich persönlich ganz einfach bei der MEZ und tue einfach so, als ob es weder eine Winter-, noch eine Sommerzeit gibt! … und bitte, was ist schon Zeit?

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

 

 

Urteile nie vorschnell

„Wahr ist nicht immer das, das wir als wahr betrachten!“

pastries-717841_640

Eine kleine, jedoch sehr berührende Geschichte zum Thema „Schein und Sein“: Eine alte Dame setzt sich am Nachmittag eines warmen Sonnenscheintages in ein Café. Die Kellnerin kommt kurz darauf an ihren Tisch und überreicht ihr die Menü-Karte und erkundigt sich, was sie denn gerne bestellen möchte. Die alte Dame fragt daraufhin: „Wie teuer ist denn bei ihnen ein Stück von der Torte?“

Die Kellnerin antwortet: „Das Stück kostet fünf Euro!“ Die gebrechliche alte Dame holt daraufhin einige Münzen aus ihrer Tasche und beginnt diese ganz langsam und gemächlich zu zählen. Sie schaut die Kellnerin an und fragt sie erneut: „Und was kostet bei ihnen ein ganz einfaches Stück Kuchen?“ Die Kellnerin schon merklich gestresster, da sie noch viele Gäste bedienen muss, antwortet sehr ungeduldig in unfreundlichem Tonfall: „Das kostet bei uns vier Euro!“ Die alte Dame daraufhin: „Das ist gut so, dann nehme ich gerne einmal den ganz einfachen Kuchen für vier Euro!“ Die Kellnerin serviert der Dame mit genervtem Gesichtsausdruck den Kuchen und legt ihr sogleich die Rechnung dafür hin. Leise, aber deutlich hörbar, murmelt sie dabei vor sich hin: „Immer diese geizigen Leute; es kann nie billig genug sein!“

Die alte Dame blieb eine ganze Weile in dem Café sitzen und aß ganz langsam und genussvoll den Kuchen. Dann stand sie langsam auf, legte das Geld neben die Rechnung auf den Tisch und ging davon ohne sich noch einmal umzudrehen. Als die Kellnerin zurückkam, um den Tisch aufzuräumen, stellte sie zu ihrer Überraschung fest, dass die alte gebrechliche Dame ihr neben dem Geld für den Kuchen, den sie ihr gebracht hatte, zusätzlich einen Euro Trinkgeld hingelegt hat. Ihr stiegen vor Rührung die Tränen in die Augen, aber es war bereits zu spät, um sich bei der alten Dame für das, was sie deutlich hörbar zu ihr gesagt hatte, zu entschuldigen. Sie begriff schmerzhaft und fühlte sich dabei ganz klein und schrecklich schlecht, dass die alte Dame sich mit einem einfachen Stück Kuchen zufrieden gegeben hatte, nur um ihr ein Trinkgeld zu schenken!

(Autor leider unbekannt)

 

Diese kleine und sehr berührende Geschichte zeigt uns wieder einmal ganz deutlich und auch aufrüttelnd, dass wir niemals über andere Menschen vorschnell urteilen sollten! Bevor wir über einen anderen Menschen urteilen und werten, uns damit über ihn erheben, sollten wir zunächst einmal mit ganz viel Sensitivität und Empathie hinter die Mauern sehen, um dahinter seine Ängste und Sorgen zu erkennen. Erst dann können wir erkennen, wie zerbrechlich und verletzlich dieser Mensch hinter seiner Maske ist …

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita