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Ja, geht´s noch?!!!

„Verwaltete Armut in Deutschland!“

Wenn sogar mir persönlich die Worte fehlen …

Folgt man aufmerksam der medialen Berichterstattung, die sich täglich über Deutschland erbricht, hat man fast den Eindruck, wir leben in unserem Land tatsächlich in nahezu paradiesischen Zuständen mit All inclusive- Wellness- Faktor und Rundum- Kuschel- Service: Deutschland ist ein reiches Land; Deutschland ist weiterhin Export- Weltmeister; in 2016 weit über € 50 Milliarden an Steuer- Mehreinnahmen; die Arbeitslosenzahlen befinden sich angeblich auf dem ultimativen Sinkflug und die Konjunktur erfährt zur Zeit einen absoluten Höhenflug! Das hört sich doch wirklich alles supi an! Dazu erklärt uns die Politik aus dem Elfenbeinturm selbstverliebter Egomanen: Allen geht es wirklich so gut wie nie zuvor! Fazit: Ein echtes Superlativ und wer jammert und sich beschwert, jault auf extrem hohem Niveau!

Beschäftigt man sich hingegen kritisch mit den harten Fakten, sieht es tatsächlich weitaus nüchterner und reduzierter aus, also „Herzlich willkommen im weiten und bunten Reich der Sagen, Märchen und Legenden deutscher Medien und hauseigener, sich in der Selbstbeweihräucherung gegenseitig überbietender, Politiker!“

Kleine Anmerkung am Rande: Na, Herr Maas, wie war das nochmal mit den Fake- News oder haben etwa in diesem Land Politiker und Medien nach den Kriterien des Wahrheits- Ministeriums und diverserer staatlich geförderter Blockwart- Institutionen Narrenfreiheit ohne Limit?!!! Zu diesem Thema später gerne mehr! Denn, wissen Sie, bei mir ist aktuell etwas Zeit- Straffing angezeigt, ich ziehe nämlich gerade um!

Nun zu den eher unappetitlichen Tatsachen und die eiskalt serviert: Rund 800.000 Menschen in Deutschland geht es wirtschaftlich so schlecht, dass sie ihre Einkäufe bei den Tafeln tätigen müssen! Nahezu jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut und nahezu 300.000 Menschen sind so mittellos, dass sie sich noch nicht einmal eine Wohnung leisten können und obdachlos auf der Strasse leben. Ganz zu schweigen von den zahllosen Rentnern, die mittlerweile nicht einmal mehr von ihren Altersbezügen angemessen leben können und daher gezwungen sind, ihre Einkünfte mittels Mini- Jobs oder noch weitaus schlimmer Flaschensammeln aufzubessern! Tatsache ist, noch nie zuvor gab es so viele mittellose und arme Menschen in Deutschland wie heute!

… und nun zur heutigen Ausnüchterung! Ich ziehe demnächst bekanntlich um und im Zuge des allgemeinen Aufräumens möchte ich mich von Dingen, wie Möbel, Bekleidung und vielem mehr, was ich definitiv nicht mehr brauche, trennen. Wohlgemerkt alles Dinge, die völlig in Ordnung, fast neuwertig, völlig intakt, liebevoll gepflegt und allesamt unbeschädigt sind. Mein Grundgedanke: Mit Sicherheit gibt es noch Menschen in Deutschland, die sich über den Besitz, von dem ich mich trennen werde, freuen und denen ich mit der kostenlosen Überlassung vielleicht sogar ein kleines Stück weiterhelfen kann, zumal ein eventuell zu führendes Bewerbungsgespräch in einem erstklassig und absolut neuwertigem dunkelblauen Windsor- Anzug oder einem Kostüm nun mal selbstbewusster und sicherer geführt werden kann, als in dem geliehenen Teil einer Freundin, das man anschließend gereinigt der Besitzerin wehmütig wieder zurückgeben muss.

Mein erster Gedanke: Ich biete den gesamten Fundus einem Sozial- Kaufhaus, der Caritas, den Johannitern oder einer anderen sozialen Institution oder privaten Initiative an und stifte einfach alles. Mit Sicherheit wird das ganze dort neue und glückliche Besitzer finden, die genau das suchen und brauchen, was ich nicht mehr benötige.

Also habe ich in den vergangenen Tagen so ziemlich alle ortsansässigen Institutionen per eMail angeschrieben oder angerufen, um das ganze reibungslos in die Wege zu leiten. Und? Hört und fühlt sich doch im Prinzip sehr gut durchdacht an: Simplify your life, tu damit was Gutes und mach andere zum Nulltarif glücklich! Ja, hört sich in der Theorie eindeutig Klasse an! In der Praxis hingegen: Effekt gleich Null!

Aber zunächst zurück zu meinen Aktivitäten! Die erste Antwort einer bekannten sozialen Einrichtung, die sich in den abendlichen Sendepausen zur Prime- Time des Mainstream- Fernsehens in punkto Spendenaufrufen á la „Nur Bares ist wahres!“ was Gutes gönnt und sich dabei so richtig den Allerwertesten aufreißt: „Ja, aber klar doch gerne! Das können Sie uns alles gerne vorbei bringen, aber …!“

„Bitte nur Möbel, die maximal 3-5 Jahre alt, respektive die neu sind, keinerlei Gebrauchspuren aufweisen und in absolut einwandfreiem Bestzustand sind. Antike Stücke lassen wir erst einmal auf deren Wert taxieren und dann überlegen wir uns, ob wir sie annehmen, wenn diese einen sehr hohen Wert darstellen! Kleidung bitte nur gebügelt, gereinigt und am besten neu und ungetragen, modisch und aktuell, in sehr guter Qualität, in ansprechenden Farben und Mustern, was immer das auch bedeuten mag, und am liebsten nur bekannte Markenware. Schuhe bitte ausschließlich neu und ungetragen, zumindest aber neu besohlt, 1A- gepflegt, aktuelle Modelle und ohne jegliche Trage- und Gebrauchsspuren. Ach, und die nur einmal benutzten Inline Skates inklusive Tragetasche nehmen wir garnicht an, da sieht man ja auf der Oberfläche der Rollen, dass sie schon mal benutzt wurden! Am besten wird sein, wir schicken mal demnächst jemanden vorbei und suchen uns dann alles das aus, was wir gerne haben möchten; den Rest können Sie ja anschließend noch im Sperrmüll und im Altkleiner- Container entsorgen!“ Nur am Rande bemerkt: Ich habe so vieles zu verschenken, das absolut neuwertig und sehr gepflegt ist, ich könnte damit meinen eigenen Sozialladen „Top- Shopping zum Nulltarif!“ eröffnen!

Leute, ja geht´s noch?!!! Die erhaltene Antwort und weitere zumindest nahezu identische, stehen stellvertretend für ausnahmslos alle von mir kontaktierten Institutionen und Initiativen und sind meines Erachtens an Überheblichkeit und Arroganz nicht mehr zu überbieten. In meinem anfänglichen Enthusiasmus war ich tatsächlich der Ansicht, man würde sich über mein Angebot, bzw. meine Spende ehrlich freuen, allerdings bin ich aufgrund der Statements mittlerweile mehr als geerdet: In Deutschland wird Armut und Bedürftigkeit offensichtlich nur noch verwaltet, zur Statistik reduziert und kommerziell ausgeschlachtet! Überall wird vollmundig über Essen- Retter; schont wertvolle Ressourcen; teilen und verschenken, anstatt teuer konsumieren und „Kein deutscher Müll für die Dritte Welt!“ berichtet – oder sollte ich eher sagen „schwadroniert“ – beschäftigt man sich jedoch ernsthaft und kritisch mit der Materie, kommt als Abgesang die eiskalte Ausnüchterung! Die von mir kontaktierten angeblich so sozialen Institutionen, Einrichtungen und Initiativen sind überhaupt nicht daran interessiert, bedürftigen und von der Armut bedrohten Menschen wirklich altruistisch zu helfen und das noch nicht einmal, wenn es sich dabei um Top- Spenden im Überfluss zum Nulltarif handelt, die man sicherlich recht einfach entsprechend verteilen und weitergeben könnte!

Mein ganz persönliches Fazit: Von mir gibt es zukünftig mit Sicherheit nicht einen einzigen Euro als Spende an karitative Institutionen mehr! Das örtliche Tierheim freut sich über ausnahmslos jede Futterspende, und seien es nur 5 Dosen Hunde- oder Katzenfutter, mehr, als jede soziale Institution oder Initiative, die den Namen noch nicht einmal ansatzweise verdient hat, bzw. diesem Anspruch gerecht wird.

Aber, ich habe verstanden, es geht auch gerne anders! Die Möbel lasse ich  jetzt tatsächlich vom Sperrmüll entsorgen und die Kleidung verkaufe ich an das Unternehmen „Momox- Fashion“. Summasummarum € 1.000,– kommen da nach ersten Einschätzungen mindestens zusammen und das Geld spende ich dann an das Tierheim unserer Stadt. Die brauchen es nämlich wirklich dringend, freuen sich ehrlich über ausnahmslos jede Spende und sagen anschließend sogar noch „Danke!“.

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Giftige Spezies!

„Vorsicht: Toxische Menschen“

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Hohes Gefährdungspotenzial und absolut unverträglich!

Ausnahmslos jeder kennt mindestens einen, wenn nicht sogar mehrere Menschen, dieser ganz besonderen Spezies: Toxisch, giftig, sozial unverträglich, extrem anstrengend und überaus kräftezehrend, Egomanen wie man es sich schlimmer nicht vorstellen kann, besserwisserisch, abgehoben ob der eigenen Grandiosität, und definitiv nicht gerade das, was man einen Menschenfreund nennt, sondern eher vergleichbar mit einem schnell wirksamen Brechmittel auf zwei Beinen. Menschen, denen man nur allzu gern aus dem Weg geht und es sehr ratsam ist, muss man sich unvermeidbar mit ihnen zwangsweise austauschen, dies auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und in äußerst überschaubaren Grenzen zu halten. Toxische Menschen möchte man nicht zum Freund haben und noch weitaus weniger zum Feind, zumal dies recht anstrengungsfrei und sehr schnell möglich ist.

Eines verbindet ausnahmslos alle toxischen Menschen: Sie schlagen zumeist unerwartet zu, sind äußerst giftig, enorm schädlich mit nachhaltiger Wirkung und auch in homöopathisch dosierten Mengen absolut unverträglich! Die ganz schlechte Nachricht: Gegen toxische Menschen gibt es, schon aufgrund des Umstandes, dass es nur möglich ist aus dem wirksamen Gift ein wirkungsvolles Gegengift herzustellen, leider kein verlässliches Serum. Wird man von einer Schlange gebissen, ist es in den seltensten Fällen möglich, die exakte Spezies zu identifizieren. Aus diesem Grund ist man heute durchaus in der Lage, polyvalente Anti-Seren die aus den verschiedensten Schlangengiften als Gegengift, auch ohne vorherige Bestimmung der genauen Gattung, herzustellen und sehr erfolgreich und lebensrettend einzusetzen.

Anders hingegen bei toxischen Menschen. Das einzige, was Sie rettet, wenn Sie dieser gefährlichen und leider auch sehr weit verbreiteten Spezies begegnen? Laufen und zwar ganz schnell und möglichst weit, denn der toxische Mensch hat Sie bereits im Visier und ist jederzeit bereit, Sie in den Würgegriff zu nehmen und dann, oftmals mit bleibenden Spätschäden für den Selbstwert, ohne jegliche Skrupel zuzuschlagen.

Bei einer giftigen Schlange könnte man noch entschuldigend anmerken, dass man sie provoziert hat oder versehentlich auf sie getreten ist, man sie beim Schlafen gestört hat oder sie einfach einen ganz miesen Tag hatte. Bei einem toxischen Menschen bedarf es keinerlei nachvollziehbare Gründe, um sein hochwirksames Gift zu verbreiten. Was diese Menschen höchst toxisch und absolut unverträglich macht, ist allein ihre Lebensphilosophie, die sie gegenüber allem und jedem mit der sprichwörtlich mentalen und emotionalen Brechstange nach der Maxime „… und bist Du nicht willig, brauch ich Gewalt!“ und „Steter Tropfen höhlt auch den härtesten Stein!“ durchsetzen!

Auf den ersten Blick sind toxische Menschen zunächst anfangs immer nett und freundlich, man könnte ihnen, kennt man sie nicht näher, sogar den Anflug von Empathie und Emotionalität unterstellen, auf den ersten Blick zunächst noch recht harmlos, jedoch leider bei näherer Betrachtung und infolge der Spuren, die sie bei ihren Opfern nachhaltig hinterlassen, hoch- giftig und absolut tödlich! Seien Sie sicher: Einem toxischen Menschen sind Begriffe wie Empathie, Mitgefühl oder Skrupel völlig fremd. Etwaige Anflüge von Emotionalität und Empathie sind lediglich gut geschärfte Waffen gegen Sie und sollen Ihnen lediglich den Eindruck vermitteln, man bewege sich mit Ihnen auf mentaler Augenhöhe. Dass dem definitiv nicht so ist, werden Sie sehr schnell feststellen sobald ein Toxiker Ihnen den sprichwörtlichen Absatz ins Genick stellt, um sie zu Fall zu bringen.

Toxische Menschen bewegen sich gegenüber anderen Menschen niemals auf Augenhöhe, sondern sie sehen grundsätzlich auf ihr Gegenüber herab, zumal sie bedenkenlos ausschließlich Opfer links und rechts ihres Weges hinterlassen. Bedauern oder läuternde Einsicht? Eine Entschuldigung und gar ein schlechtes Gewissen oder Bewusstsein angesichts des eigenen Verhaltens? Wo denken Sie denn hin! Ein toxischer Mensch hat zum einen immer und grundsätzlich Recht, daran lässt er keinerlei Zweifel aufkommen, und zum anderen ist er gefühlt die Sonne, um das sich das gesamte Universum, und damit selbstverständlich auch Sie, dreht. Basta und für ihn Ende der Durchsage! Ein toxischer Mensch diskutiert niemals, er befiehlt grundsätzlich und ordnet an. Haben Sie damit im Hinblick auf die Sinnhaftigkeit ein Problem, ist dies eindeutig ihres, jedoch niemals das des Toxikers. Aber er erklärt Ihnen das gerne auf Anfrage, gegebenenfalls auch schriftlich, nochmals ganz langsam, damit auch Sie das ganze verstehen, denn schließlich kann es nur einen geben: Ihn, ihn und nochmals ihn!

Um zu toxischen Menschen einen möglichst weiten Abstand zu halten, stellt sich zunächst die kritische Frage nach deren Identifizierung. Wie erkennt man diese „Toxic People“, um ihnen erst gar keine Chance zu geben, ihr Gift wirksam und nachhaltig zu übertragen? Nachfolgend einige untrügliche Merkmale, die alle toxischen Menschen eint und sie zu Brüdern und Schwestern im Geiste, aber damit auch zur Interessengemeinschaft der ultimativen Kotzbrocken jenseits dieser Hemisphäre werden lässt!

Toxische Menschen sind zumeist große und raumgreifende Rhetoriker, aber in der Regel auch immer pathologische Lügner und Manipulateure par excellence. Gerade weil sie selbst immer das glauben, was sie anderen Menschen als ihre mitunter sehr schräge und äußerst kreative Sicht auf das, was man gemeinhin als Wahrheit bezeichnet, erzählen, sind sie nur dann wirklich zu entlarven, wenn eine Lüge schlussendlich auffliegt. Aber selbst dann werden toxische Menschen noch bestens geübt in der Lage sein, sogar einen kapitalen Absturz zum eigenen Nachteil in eine Gegenoffensive zum eigenen Vorteil zu verwandeln. Bei diesen Menschen gilt grundsätzlich: Treffer und punktgenau versenkt!

Bestens im Dauer- Training beherrschen toxische Menschen auch die besonders perfide Version des Intrigierens, der schamlosen Verleumdung bis hin zum Rufmord auf Raten und die bemerkenswerte Fähigkeit immer wieder die Gerüchteküche ordentlich anzuheizen, um anderen zum Selbstzweck zu schaden, der in der Regel über ausnahmslos alles gestellt werden. Ziel des ganzen Aufwandes: Um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, den eigenen Status, der gefühlt immer deutlich über dem aller anderen Menschen liegt, hervorzuheben und um die eigenen Ziele gnadenlos gegen alle Widerstände durchzusetzen. Hierbei überschreiten toxische Menschen ausnahmslos alle sich bietenden Grenzen. Ein „Nein!“, auch noch so klar und überdeutlich geäußert, gilt für sie nicht, wird von ihnen geflissentlich überhört und schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen. Für diese Menschen gilt immer und grundsätzlich: Geht nicht, gibt´s generell nicht, alles ist immer möglich!

Das problematische im Umgang mit toxischen Menschen: Sie können niemals Kompromisse eingehen; sie kennen ausschließlich ein schwarz oder weiß, nur ein entweder oder, jedoch niemals ein sowohl als auch. Es geht ihnen hierbei nicht darum, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden, toxischen Menschen geht es nur um das Gewinnen und um den eigenen Standpunkt, den es für sie unter allen Umständen umzusetzen gilt.

Wer im Umgang mit toxischen Menschen auf echte Authentizität, Emotionalität und Empathie hofft, wird bitter enttäuscht werden. Derlei Gefühlsregungen sind ihnen weitgehend unbekannt und werden von ihnen lediglich als äußerst hinderlich hinsichtlich der Durchsetzung ihrer Ziele betrachtet. Auch sind sie an einem ehrlichen Austausch mit anderen Menschen nicht interessiert, ihnen geht es hierbei lediglich um Aufmerksamkeit und schlussendlich die vollumfängliche Zustimmung und das Einknicken ihres Gegenübers.

Was das Thema Egoismus anbelangt, könnte man schon fast behaupten, es wurde von toxischen Menschen erfunden. Nicht nur, dass sie sich immer und grundsätzlich anderen gegenüber überlegen fühlen, nein, sie lassen dies andere Menschen auch deutlich spüren und aufgrund von Konsequenzen erfahren. Wer ihnen widerspricht, wird nicht nur argumentativ so gut wie mundtot gemacht, sondern geht es in einer Diskussion einmal ganz hoch her, wird dieser auch mit Provokationen, Beleidigungen und wüsten Beschimpfungen eingedeckt, damit das eigene grandiose Selbstbild nicht ins Wanken gerät. Toxische Menschen ertragen weder Kritik, noch können sie Zweifel an der eigenen Unantastbarkeit, Grandiosität und Genialität ertragen, geschweige denn dulden. Seine immense Kraft nährt der toxische Mensch nicht etwa aus gemeinsam zu feiernden Erfolgen, sondern immer nur aus den vermeintlichen Fehlern anderer, die dann zu einem gigantischen Weltereignis aufgeplustert und überdramatisiert werden, insbesondere weil Toxiker Neid- zerfressen auf ausnahmslos alles sind, was nicht auf ihrer eigenen Feder stammt.

Hoffen Sie bitte nie, aber auch wirklich niemals darauf, dass Sie einen toxischen Menschen mittels einer Beschwerde mental erreichen oder zur Einsicht hinsichtlich seiner Fehlentscheidung bewegen können. Ganz im Gegenteil bedeutet ausnahmslos jede Kritik gegenüber einem Toxiker ein kapitales Eigentor für Sie selbst, das dann weidlich ausgeschlachtet und weiterhin gegen Sie verwendet wird! Ein kleiner Vergleich, den Sie im Umgang mit einem toxischen Menschen immer beherzigen sollten: Das echte Mitgefühl eines australischen Taipans, der mit zu den giftigsten Schlangen unserer Erde zählt, hält sich ebenfalls mehr als in Grenzen falls er zubeißt, weil Sie ihm versehentlich beherzt auf das Schwanzende getreten haben. Ähnlich gnadenlos verhalten sich toxische Menschen!

Welches Phänomen ausnahmslos allen toxischen Menschen ebenfalls zu eigen ist: Sie selbst ziehen enorme Kraft und Energie aus von ihnen verursachten negativen Situationen und destruktiven Ereignissen, und kontaminieren damit ihr gesamtes Umfeld. Umso mehr Menschen von ihnen klein gemacht, bewusst provoziert und zerstört werden, umso übergriffiger und grenzverletzender wird ihre Aura der Unantastbar- und Unbesiegbarkeit. Man fühlt sich neben solchen Menschen automatisch sehr klein, permanent bedroht, äußerst verletzlich und befindet sich einer latenten Habacht- Position, deren Berechtigung in der Regel sich dann zumeist ganz schnell bestätigt.

Über was man sich grundsätzlich im Umgang mit toxischen Menschen im Klaren sein sollte: Man kann ihnen nicht vertrauen und sollte niemals zuviel von sich selbst preisgeben. Machen Sie sich bewusst: Sie werden immer und überall akribisch durchleuchtet und bei passender Gelegenheit wird Ihnen ausnahmslos jede Schwachstelle, jede Vertraulichkeit und jede noch so mickrige Kleinigkeit um die Ohren geschlagen, schamlos ausgenutzt und gegen Sie verwendet und Ihnen zum Verhängnis werden! Bedenken Sie bitte immer: Toxische Menschen sind wie eine Schmarotzer- Pflanze – sie nähren sich von der Energie ihres vermeintlichen Kontrahenten, und hierzu zählen so ziemlich ausnahmslos alle Menschen auf dieser Erde, zumal Toxiker niemals Freunde, sondern ausschließlich Feinde und Gegner haben. Toxische Menschen werden sich nicht nur über Ihren Niedergang und Ihr vermeintliches Versagen enorm freuen und sich anschließend selbst vor Begeisterung einen Orden verleihen, sie werden ihre Opfer für deren Niederlage sogar aufs tiefste verachten.

Wie Sie einem toxischen Menschen überdeutlich klar machen, dass Sie mit ihm nichts zu tun haben wollen? Ganz einfach: Sagen Sie es ihm und zwar ebenso barrierefrei und unumwunden! Stehen Sie zu Ihrer inneren Wahrheit und Klarheit und sagen Sie ihm: „Ich will mit Dir nichts zu tun haben, weil Du mir nicht gut tust!“. Dieser Mensch wird niemals zu Ihrem bevorzugten Freundeskreis gehören und Sie wären auch niemals sein Freund geworden, sondern eher das nächste auserwählte und potentielle Opfer. Also bitte endgültig Schluss mit einem netten „Wir müssen uns doch alle ganz toll lieb haben und Du darfst niemals werten und beurteilen!“. Doch das dürfen wir ebenso, wie schon alleine die Strasse überqueren und genau das nennt man: Authentizität!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Alle Jahre wieder …

„Der alljährliche Friedhof der Kuscheltiere hat wieder seine Pforten geöffnet“

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Kommen Sie ruhig näher, treten Sie ein und fühlen Sie sich wie in jedem Jahr ganz wie zuhause!

Wenn sich Gewissen und Bewusstsein temporär verabschieden, kann man davon ausgehen, es ist demnächst wieder mal soweit: Es weihnachtet! Alle Jahre wieder auf´s neue beschäftigt mich die überaus wichtige und umtriebige Frage: Wie hätten Sie denn gerne Ihr diesjähriges (pelziges) Weihnachtsgeschenk? Was darf´s denn dieses Mal nettes sein: Vergast, erschlagen, per Stromschlag getötet, durch Genickbruch gemeuchelt oder doch lieber bei lebendigem Leib das Fell über die puscheligen Ohren gezogen? Wuffi und Hauskatze nach „Methode Chinoise“ brutal vor dem Haus ihrer Besitzer eingefangen und in das Auto der Tierfänger gezerrt, oder darf es doch lieber etwas üppiger und edler in Form eines kuscheligen Marderhundes oder gar Waschbärs aus staatlichen Zuchtbetrieben sein?

Wie bitte? Das wollen Sie garnicht so genau wissen, weil es Ihnen dann immer ziemlich übel wird und ihnen das Wissen um diese Praktiken den ohnehin schon recht miesen Tag endgültig versaut? Nein, das gehört meines Erachtens unbedingt mit dazu, denn schließlich sollen Sie Ihre neue „Pelz- Leiche“ auch wirklich mit Überzeugung und Genuss tragen, und hierzu gehört nicht nur das Wissen um die die Frage „Was?“, sondern insbesondere die Antwort auf das „Wie?“ Wie bitte, Sie sind schon seit Jahren Fördermitglied bei Greenpeace, dem WWF und Peta und spenden sogar immer wieder regelmäßig zu Weihnachten an einige kleinere lokale Tierschutzorganisationen und das örtliche Tierheim? Sie haben sogar die Petition gegen Massentierhaltung und Legebatterien unterschrieben, lehnen seit neuestem Fleischkonsum ab und sind aus moralisch- ethischen Gründen Vegetarier oder Veganer geworden? Spitzenklasse, das nenne ich wirklich selbstlosen Einsatz mit Weitblick! Ich bin wirklich nachhaltig beeindruckt, das haben Sie ganz toll gemacht und Ihre Eltern sind ganz bestimmt auch enorm stolz auf Sie. Aber glauben Sie ernsthaft, Sie könnten sich auf diese Weise am gängigen Ablasshandel beteiligen, um so Ihr eventuell und gelegentlich aufkeimendes schlechtes Gewissen freizukaufen? Nein, das nehme ich Ihnen definitiv nicht ab, zumal der klerikale Ablasshandel schon vor sehr langer Zeit abgeschafft wurde und ich mich an Ihrer Stelle definitiv nicht auf die alljährlich pünktlich zu Weihnachten stattfindende päpstliche General- Absolution „Urbi et Orbi“ verlassen würde!

Nur nochmals zum verinnerlichen: In dem Wort „Gewissen“ versteckt sich auch immer das Wörtlein „WISSEN“ und gegenüber diesem können Sie sich aufgrund von angeblichen Nicht- Wissen und Unkenntnis dieses Mal definitiv nicht verstecken, denn in diesem Jahr gibt es meine Bewusstseins- Antipelz- Offensive zwecks GeWISSENserweiterung einiger weniger noch immer angeblich Unwissender bereits pünktlich vor dem demnächst stattfindenden Weihnachtsfest! Sie können sich also demzufolge jederzeit noch pünktlich zum Geschenke verteilen in unendlicher Vielfalt für alles mögliche, mit Ausnahme von Echt- Pelz, entscheiden und damit endlich mal authentisch und bewusst, vor allen Dingen ohne weitere Leichen auf Ihrem Karma- Weg zu hinterlassen, mit Ihren Lieben das diesjährige Weihnachtsfest verbringen. Meine dringende Empfehlung: Denken Sie bitte hierüber nochmals ganz genau nach! Und jetzt zum wesentlichen, bzw. der Wahrheits- und Bewusstseins- Offensive und dem moralisch- ethischen Wake- up.  Fangen wir also mal ganz locker und flockig mit den unzweifelhaften Fakten an …

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Nein, jetzt nicht eben mal kurz kotzen gehen, das können Sie gerne anschließend erledigen, wenn sich Ihr Gewissen wieder zu Wort meldet. Einfach zurücklehnen und entspannt weiterlesen und idealerweise dabei reflektieren und mitdenken!

Schlendert man demnächst, Spekulatius, Dominosteine und Gewürz- Lebkuchen gibt es ja immerhin schon seit dem Spätsommer in allen Supermärkten und an jeder Ecke, ergo müsste es bald wieder soweit sein, aufmerksam und interessiert durch die dann schon zumeist weihnachtlich geschmückten und frühzeitig festlich illuminierten Strassen unserer Innenstädte, fällt auf, dass in nahezu jedem Geschäft, das Bekleidung oder Accessoires anbietet, wieder verstärkt Pelze oder aber zumindest Bekleidungsstücke mit Pelz- Applikationen und Pelz- Besatz angeboten werden. Mich persönlich überkommen da zumeist, wenn auch weitgehend ungewollt, sofort Erinnerungen an Stephen King´s „Friedhof der Kuscheltiere“. … aber das war auch nur ein Film zum schön gruseln, hier geht es um´s wahre Leben, respektive einen völlig sinnlosen Tod!

Auch wenn Sie mich jetzt für etwas leicht durchgeknallt halten: Die Vorweihnachtszeit ist immer die Jahreszeit, in der ich meinen Wuffi von sonst entspannten Innenstadt- Besuchen fernhalte und Luna zuhause bis zu meiner Rückkehr in ihrem Körbchen mit ihrer lila Quietsche- Maus als Gesellschaft kuschelt. Schliesslich trägt auch mein Hundi Fell (= Pelz) und ich möchte ihr den Anblick angesichts ausgestellter Artgenossen (Jaaa, das was Gae- Wolf heisst, war in Wahrheit zu Lebzeiten tatsächlich mal ein Artgenosse von Luna! Nur, mal ehrlich, Gae- Wolf hört sich irgendwie geländegängiger und weitaus beruhigender an, als eben ganz profan Hund!) in Prävention eines eventuell zu erwartenden Traumas, nicht zumuten!

Mit ein Grund, weshalb ich nie, wirklich niemals, noch nicht einmal unter Androhung von schwerster Folter und ähnlichem Unbill, die Ausstellungen der „Körperwelten“ von Gunther von Hagen, der für mich so ein klitzekleines bisschen Ähnlichkeit mit Frankenstein hat, besuchen würde. Allerdings bin ich in diesem Fall schon wieder ein wenig morbide. Denn mich würde unbedingt mal interessieren, woher er die ganzen Leichen hatte, aus denen er dann filetierte Schaustücke für seine gruselige Wanderausstellung fertigte. Was man da sieht, hat ja schliesslich auch alles mal tatsächlich gelebt. Ob die alle wussten, wo sie mal landen und ein jeder Besucher ihr Innenleben, gut ausgeleuchtet und vorteilhaft präsentiert, mit Gänsehaut im Nacken bestaunen kann? Oder gab es da etwa Bares zu Lebzeiten inklusive Dauerkarte für die Ausstellung bis ans zu erwartende Lebensende? Ich darf da irgendwie garnicht drüber nachdenken, aber ganz, ganz ehrlich, interessieren würde es mich doch brennend!

Aber zurück zum Thema: Selbst wer sich angesichts aggressiver Anti- Pelz- Kampagnen, wie z.B. von PETA oder öffentlicher, teilweise recht handfester, Reaktionen privater Anti- Pelz- Aktivisten, etc. nicht traut, das begehrte pelzige Beutestück seiner Wahl in seiner vertrauten Heimatstadt zu erwerben, wird schnell u.a. bei AMAZON und einer Vielzahl von Online- Shops etablierter Internet- Anbietern fündig. Im Hause AMAZON kann dann auch gleich noch überaus diskret die allseits verpönte Gänsestopfleber- Pastete oder hochtrabend und kulinarisch korrekt „Foie Gras“, das derzeit aktuelle Angebot „Mousse de Foie d´Oie Truffée“ oder verständlich für den Hausgebrauch „Gänsestopfleber- Mousse mit Trüffel“ (Sorry, jetzt könnte ich mich an dieser Stelle mal eben kurz aus ethisch- moralischen Gewissensgründen beherzt übergeben. Sehr empfehlens- und lesenswert hierzu auch mein Beitrag „Ach, Du arme Gans!“), mitbestellt werden ohne sich eventuell dem zu erwartenden Spießrutenlauf im Geschäft und schiefen Blick des ebenfalls dort befindlichen ethisch bewussten Nachbarn aussetzen zu müssen. Eine kleine Anmerkung meinerseits: Ich wünsche den Bestellern dieser vermeintlich kulinarischen „Köstlichkeit“ an dieser Stelle, damit Sie endlich auch mal aufgrund eigener Erfahrungen mitreden können, aus tiefstem Herzen im nächsten Leben die Wiedergeburt als Mastgans! 

Galt dieser mehr als fragwürdige Mode- Trend doch angesichts einer weltweit aggressiven Aufklärung, PETA sei an dieser Stelle für die oftmals heroischen Einsätze nochmals zutiefst gedankt, und einer verstärkten Anti- Pelz- Bewegung jahrelang und bis vor kurzem noch als absolutes „No Go“. Nicht nur die gerne als körnerfressenden Öko- Spinner in Bio- Latschen bezeichneten Aktivisten sprachen sich vehement und energisch gegen das Tragen von Pelzen und Pelz- besetzten Accessoires aus, selbst VIP´s der A- Liga, wie Eva Mendes, Elisabetta Canalis oder die Sängerin Pink waren sich nicht zu schade, die Kampagnen von PETA aktiv zu unterstützen und demonstrativ bei pressewirksamen Auftritten nur noch im Kunstpelz zu erscheinen. Die Gemeinde West Hollywood ging sogar soweit, hier ein Gesetz zu verabschieden, das den Kauf und das Tragen von Pelzen strafbewehrt verbietet.

Nur ganz Mutige wagten sich lange Zeit noch mit Kaninchen- Muff in die Öffentlichkeit, legten aber bereits vorsorglich angesichts wüster Beschimpfungen im Schwerstbeleidigungs- Niveau und schlimmerem die gegen die Kälte Pelz- bewehrten Ohren an. Sehr populär und beliebt waren in der Vergangenheit des öfteren vor allen Dingen Rot- Kreuz- Altkleider- Container, in denen die noch in Besitz befindlichen Pelz- Kreationen gerne in Nacht- und Nebel- Aktionen heimlich, still und ganz leise versenkt und entsorgt wurden. Schlug denn doch das schlechte Gewissen und die eigene Reflektion im Hinblick auf das PETA- Zitat „Wenn Du Pelz zum Warmhalten brauchst, hast Du ein Problem!“ an, so wollte auf jeden Fall niemand mehr seinen manchmal jahrelang ans Herz gewachsenen Pelz öffentlich spazieren tragen und sich damit selbst als latenten Bewusstseins- Verweigerer outen.

Besonders auffallend und die endgültige Absage an gute Vorsätze und die Trendwende der Vorjahre war jedoch bereits der Umstand, dass große Modehäuser wie Fendi, Versace, Gucci & Co. auf den diesjährigen Herbst-/Winter- Shows erneut verstärkt Pelze, wenn schon nicht als Jacke oder Mantel, denn doch in Form von Innenfutter, Applikationen und Besatz, präsentierten. Wen wundert es also, dass dekadente „Ober- Wichtig´s“ des Promi- Olymps wie z.B. Paris Hilton, Heidi Klum, Sylvie Meis, Donatella Versace oder auch Jennifer Lopez, aufgrund offensichtlich mangelnder Reflektion und Weitblicks und / oder mangels Masse des denkenden Organs zwischen den Ohren weiterhin über jedem einleuchtenden Argument stehen und nach wie vor ihr Image und Äußeres durch Echt- Pelze aufwerten. Hier gilt augenscheinlich das Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, agiert sich´s gänzlich ungeniert!“

Besonders bemerkens- und überdies denkenswert die Show von Donatella Versace anlässlich der diesjährig stattfindenen Fashion Week: Um das ganze besonders üppig und dekadent zu präsentieren, trampelten dort die Models über einen Echtpelz- bezogenen Catwalk! Okay, dass die verpflichteten Models hierbei ohnehin nicht viel Mitspracherecht genießen dürften und überdies aufgrund einer mehr als üppigen Apanage für diesen Auftritt das Gewissen ohnehin weitgehend abschalten, dürfte wohl einem jedem klar sein; dass jedoch die Zuschauer angesichts dieser Entgleisung auch noch rauschenden Beifall zollten und sich gegenseitig abklatschten, dass man auch in diesem Jahr wieder dabei sein durfte, ist mir persönlich völlig unerklärlich und auch definitiv nicht näher nachvollziehbar.

Da sich nun einmal nicht ein jeder gleich einen Pelzmantel oberster Preiskategorie leisten kann oder auch will, die Nachfrage jedoch grundsätzlich den Markt reguliert und sich auch Otto- Normal- Verbraucher gerne dem Hauch des Luxus- Feelings hingibt, werden nun massenkompatibel, wie zum Beispiel im Hause Bogner (www.bogner.com) Pelze verstärkt weiterhin und für jeden erschwinglich in Form von Pelzkrägen, Innenfutter und Verbrämungen angeboten. Trösten Sie sich bitte an dieser Stelle nicht mit der lahmen Ausrede „Ist doch nur ein klitzekleines bisschen Pelz!“. Nein, reden Sie sich das ganze bitte jetzt nicht selbst besser verdaulich: NUR ein klitzekleines bisschen gibt es bei Echtpelz ebenso wenig, wie nur ein klitzekleines bisschen schwanger!

Einem jeden Konsumenten sei sein ganz persönliches Bogner- Fire & Ice- Feeling wirklich gerne gegönnt, daher hier schon einmal ein Vorschlag zur Beruhigung des eigenen Gewissens, sofern sich dieses nicht bereits in den Winterschlaf verabschiedet hat und das ultimative Argument für den kritischen und ethisch korrekten Nachbarn, falls dieser Sie auf Ihren Kragen aus Pelz ansprechen sollte: „Macht doch nichts, das Tier war ja schon tot, als ich den Pelz gekauft habe!“ oder könnte auch ganz gut ankommen: „In der Steinzeit wurden schließlich auch schon Pelze getragen!“ und im schlimmsten Fall: „Frau Sonia Bogner trägt das schließlich auch!“ Sie halten das ganze emotionale Getue um den Schutz von Pelztieren noch immer für von heuchlerischen und selbsternannten Gutmenschen inszeniert und von moralistischen Instanzen, wie Tierschutzorganisationen und moralin- sauren Öko- Spinnern etwa aus Sozialneid propagiert? Sorry, aber dann sind Sie noch weitaus schlimmer, als Ihr Nachbar das ohnehin von Ihnen bereits glaubt!

Mal ganz ehrlich: Glauben Sie nicht auch, dass das Tier, dessen Pelz Sie jetzt an Ihrer Jacke oder Ihrem Mantel spazieren tragen, diesen viel dringender gebraucht hätte als Sie? Glauben Sie tatsächlich ernsthaft, Ihr bisheriges Image und gesellschaftliches Ansehen hätten sich durch das Tragen von Pelz in irgend einer Form verändert? Positiv mit absoluter Sicherheit nicht, das kann ich Ihnen jetzt bereits versichern. Sollten Sie hier anderer Ansicht sein und tatsächlich die Auffassung vertreten, das Tragen von Echtpelz würde maßgeblich und nachhaltig zur positiven Image- Politur beitragen und Sie im gesellschaftlichen Ansehen in die ersehnte und bisher nicht erreichte Königsklasse katapultieren, rate ich Ihnen dringend, als guten Vorsatz für das neue Jahr, einen Termin bei einem adäquaten Psycho- Analytiker oder Psychiater Ihrer Wahl ins Auge zu fassen, denn Sie haben wirklich ein Problem, das man sich unbedingt mal näher anschauen sollte. Vielleicht ist da ja noch etwas korrigierbar …

Mit dem Tragen von Pelz tragen Sie nur zu einem bei: Zu Ihrer eigenen Peinlichkeit, Ihrer eigenen zur Schau gestellten Ignoranz und Arroganz, völlig fehlendem Bewusstsein und als Helfershelfer der Pelz- Industrie, zu unvorstellbaren Grausamkeiten, sowie zur Selbstbefriedigung Ihres kleinen narzisstischen Egos. Glauben Sie nunmehr noch immer nicht, dass Pelz Sie definitiv nicht zu einem besseren Menschen macht, Ihnen kein besseres Image verleiht und verstecken Sie sich noch immer hinter dem Argument, schließlich habe man schon in der Steinzeit Pelze getragen und, last but not least als Gipfelsturm der Heuchelei, finanzieren Sie schließlich mit dem Kauf Ihres Pelzes auch das Einkommen und den Arbeitsplatz der Menschen, die in China sonst noch ärmer wären, als sie es bereits sind, sollten Sie sich den nachfolgenden Beitrag ansehen.

Liebäugeln Sie danach noch immer auch in diesem Jahr mit dem Kauf eines Pelz- Produktes oder aber sollte ein ebensolches Stück auf Ihrem Weihnachts- Wunschzettel stehen oder aber Sie noch immer nicht überzeugt sein, empfehle ich Ihnen vorsorglich und dringend einen Blick in diesen Filmbeitrag – live, in Farbe und aus der allerersten Reihe – aus chinesischen Pelztier- Farmen und Tier- Märkten zu werfen. Zur Warnung: Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle dringend Ihre Kinder, bevor Sie die Play- Taste betätigen, nach draußen zum Spielen zu schicken, da dieser Beitrag meines Erachtens für eine Kinder- Seele mehr als ungeeignet ist!

„China´s grausame Pelz- Industrie“

Ihnen sind dabei die Tränen gekommen, haben Sie vielleicht sogar bitterlich geweint oder hatten Sie spontan das tiefe Bedürfnis, trotz ansonsten sehr friedfertiger Gesinnung, den Arbeitern das gleiche anzutun, was sie diesen armen, geschundenen Tieren zufügen? Das ist gut so, denn mir erging es nicht anders als Ihnen! Sie haben den Film wirklich zu Ende gesehen?  Wunderbar, das sollten Sie auch!  Sie haben sich anschließend übergeben? Hervorragend, dann haben Sie den Film nicht nur gesehen, sondern haben auch Mitgefühl und Empathie kennen gelernt und zugelassen! Sie möchten auch jetzt noch immer einen Pelz oder ein Accessoire mit Pelzbesatz? Dann ist Ihnen leider wirklich nicht mehr zu helfen! Ich rate Ihnen nochmals eine Nacht über Ihre Entscheidung zu schlafen und die Filme nochmals zu sehen. Entscheiden Sie sich dann dagegen, noch einmal in Ihrem Leben Pelz, in welcher Form auch immer, zu tragen, kann ich Sie zu Ihrem Entschluss nur beglückwünschen. Entscheiden Sie sich dann noch dagegen, jemals wieder Foie Gras, bzw. Gänse- und Entenstopfleber zu essen, keinen lebenden Hummer und keine Flusskrebse mehr in kochendes Wasser zu werfen, keine Produkte mehr mit Gänsedaunen aus Lebendrupf zu kaufen und intensiv über Ihre Entscheidung und Ihre Kaufabsicht nachzudenken, bevor Sie konsumieren, sind Sie auf dem allerbesten Weg wieder das zu werden, was Sie aller Wahrscheinlichkeit einmal vor vielleicht langen Jahren einmal waren: 

Ein mitfühlender Mensch mit tiefem Bewusstsein, Reflektion und Empathie!

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis “Ansavita”

Quelle Bild (Alexandra Kamp): www.peta.de

Ach, Du arme Gans!

Eine mehr als zweifelhafte Erfolgs- Story oder das Grauen hat einen Namen:

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„Lebendrupf  und Gänsestopfleber (Foie Gras)!“

Nachdem viele unserer Kinder und Enkel mittlerweile der Ansicht sind, Kühe seien alle lila, Kabeljau und Goldbarsch hätten von Natur aus die Form von Fischstäbchen ohne Gräten, Fleisch käme aus der Tiefkühltruhe und Milch komme ausschließlich aus dem Tetra- Pack, wundert es nicht, dass leider viele die Gans nur noch fertig gerupft, wahlweise mit oder ohne Füllung, knusprig gebraten und in handlich mundgerechte Stücke zerlegt, kennen. Grundsätzlich sei einem jedem sein Gänsebraten in der Vor- und Weihnachtszeit, wenn er ihn denn für sein Seelenheil und trotz drohender Verdauungsbeschwerden bis zur eigenen Darmverschlingung im Zuge heimischer Völlerei unbedingt braucht, wirklich von Herzen gegönnt. Jedoch machen sich die wenigsten angesichts der eher saisonal alljährlich wiederkehrenden Tradition Gedanken hinsichtlich der Tatsache, dass das, was da in der Bratröhre gemütlich vor sich hinschmurgelt und anschließend auf dem Teller landet, auch irgendwann tatsächlich einmal gelebt hat.

Man kann sich an dieser Stelle natürlich zur Beruhigung des Gewissens und zwecks Erhalt der eigenen Naivität und Ignoranz an Hans A. Piper´s „Märchen von der Gänseliesel“ festhalten und sich noch immer einreden, dass solch ein Gänseleben doch überaus lustig sein muss oder man orientiert sich eisern an dem Grundsatz: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral!“

Spätestens seit einer seit Jahren, gerne von vorzugsweise selbsternannten Gourmets und den „Ich bin`s !“ dieser Welt als Schlachtgebrüll überzeugter Tierschützer, veganer Körnerfresser und einer sinnsuchenden Öko- Fraktion abgebügelt, erbittert geführten Diskussion hinsichtlich einem französischen nationalen Kulturgut, der „Foie Gras“ oder etwas weniger elitär und zu gut deutsch, der Gänsestopfleber, die zwischenzeitlich und glücklicherweise in einigen Ländern verboten wurde, hinterfragen immer mehr Menschen nicht nur, was sie eigentlich essen, sondern vielmehr stellen sich viele die kritische Frage: „Unter welchen Bedingungen hat einmal das gelebt, was ich da gerade auf meinem Teller habe und zu essen gedenke?“

Verabschieden Sie sich also bitte am besten bereits zu Beginn und bevor Sie weiterlesen schon mal von allen Märchen und Gute-Nacht-Geschichten wie „Die goldene Gans“ der Gebrüder Grimm, die Ihnen von Ihrer Omi immer vor dem Einschlafen in Ihrer Kindheit erzählt oder vorgelesen wurden. Zum besseren Verständnis und zur Verdeutlichung: Das Wort Märchen ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Begriff „Maere“, was so viel wie unglaubhafte Kunde oder erfundene Nachricht bedeutet. Bei Märchen handelt es sich also demzufolge um phantasievoll ausgeschmückte Erzählungen, in denen die Naturgesetze aufgehoben werden und zumeist Wunder das Szenario beherrschen. Selbstkritisch sollten wir uns dafür eingestehen: Dem Alter, wo wir noch an Märchen glaubten, dürften wir zwischenzeitlich entwachsen sein, halten wir uns heute also lieber an nackte Fakten.

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„Wie schön könnte doch eigentlich das Gänseleben sein!“

Ursprünglich aus der Arktis und Subarktis stammend, heute jedoch in Gesamt- Europa beheimatet, monogam in lebenslanger Einehe mit dem geliebten Partner „Konkurrenz gibt es nicht am Markt, wir sehen ohnehin alle gleich aus!“, einträchtig nebeneinander über die Wiese watschelnd, gerne auch mit einem Tümpel zum Planschen in der Nähe, denn immerhin gehören Gänse zu der Familie der Entenvögel, friedliebende Pflanzen- Verwerter, besonders gerne in einer WG mit vielen Gleichgesinnten lebend und beim gemeinsamen nächtlichen Gruppenkuscheln vereint. Eigentlich könnte das Gänse- Leben auch in Zukunft so richtig schön, herrlich friedlich und beschaulich im Kreise vertrauter Artgenossen sein! Tja, eigentlich …

Aus bestinformierten Insider- Kreisen war zu erfahren: „Okay, es gab da mal einen rüpeligen und chronisch übellaunigen Typen mit rotbraunem Fell, buschigem Schweif und spitzen Ohren, der uns Gänsen gelegentlich zu schaffen machte und uns zumeist nachts gerne mal einen unerwarteten Besuch abstattete, jedoch eher weniger, um uns eine „Gute Nacht“ zu wünschen. Das passiert jedoch nur noch ganz selten in bevorzugt ländlichen und recht einsamen Gegenden und manchmal, das sagen wir nicht ohne Stolz, haben auch wir gewonnen!“ Irgendwann in grauen Vorzeiten entdeckten dann die Menschen ihre bis heute gepflegte Vorliebe, besonders in der Weihnachtszeit, für besagten schmackhaft knusprigen Gänsebraten, gerne mit Rotkraut und Knödelchen. „Nun ja, auch das haben wir überlebt, schließlich geht auch das wie in jedem Jahr irgendwann mal vorüber!“ Trotzdem waren das einst friedliche und glückliche Zeiten für alle Gänse, als es damals noch hieß:

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„Fuchs, Du hast die Gans gestohlen!“

Was den Gänsen mittlerweile jedoch bereits seit Jahren das Leben zu einer wahren Hölle werden lässt, ist nicht etwa der altbekannte Erzfeind Fuchs, sondern es ist eine ganz andere, überaus dekadente, gewissenlose, gierige, umtriebige und nimmersatte Spezies: Es ist der Mensch! 

Was sich noch immer bei besonders hartleibigen und unbelehrbaren Konsumenten zu halten scheint, ist die Vorstellung, einem echten Gourmet bleibe der Zutritt zum Olymp der genußsüchtigen Feinschmecker auf ewig verschlossen, spricht er sich gegen den Konsum von Gänseleberpastete oder in kulinarischen Kreisen auch gerne als „Foie Gras“ bezeichnet, aus. Gerne werden hierbei die Augen vor dem grausamen Schicksal und Leben zwangsweise ernährter und gemästeter Gänse verschlossen, wobei mittlerweile so ziemlich jedem die Bilder aus Gänsemast- Produktionen bestens bekannt und vertraut sein dürften. Noch einmal gerne zur Erinnerung: Die bedauernswerten Tiere werden mittels eines in den Schlund eingeführten Schlauches mehrfach täglich zwangsweise gestopft bis ihre Leber auf das zehnfache, völlig verfettet, angeschwollen ist!

Viele Tiere sterben bereits während dieser Zwangsmast aufgrund von Organversagen, Atemnot und inneren Verletzungen. Nicht umsonst wurde mittlerweile diese Quälerei in vielen Ländern verboten. Doch auch wenn diese ganz besonders verachtenswerte Grausamkeit bei uns per Tierschutzgesetz untersagt wurde, dürfen trotzdem weiterhin Produkte aus Gänsemast- Produktionen nach Deutschland importiert und vertrieben werden. Besonders denkwürdig ist hierbei, dass krankhaft veränderte Organe tierischen Ursprungs per Gesetz in Deutschland überhaupt nicht in den Handel gebracht, geschweige denn zum Verzehr freigegeben werden dürfen, da diese ein hohes Gesundheitsrisiko bergen. Angesichts dieser Tatsachen: Wohl bekomm´s, Gourmets dieser Welt! Ihr Bluthochdruck vergangener Jahre, Ihre ohnehin viel zu hohen Cholesterinwerte, Ihr massives Übergewicht aufgrund unreflektierten Fraßes und Völlerei ohne Grenzen, und selbstverständlich Ihr Hausarzt, der seit neuestem ein Auto der oberen Luxusklasse fährt, und nicht zu vergessen die Pharma- Industrie mit ihrer sehr gut aufgestellten Produkt- Palette gegen solche selbstverursachten Luxus- Krankheiten, werden es Ihnen von ganzem Herzen auch zukünftig danken und Ihnen sicherlich einen würdigen Nachruf angesichts Ihres zu erwartenden frühzeitigen Ablebens spendieren!

Besonders ignorant beim Vertrieb von Gänsestopfleber- Pastete zeigt sich hierbei auch in diesem Jahr erneut und deutlich verstärkt das Unternehmen Amazon, das trotz enormer Proteste, wieder eine Vielzahl von Gänseleber- Produkten diverser Anbieter im Programm hat. Das Argument seitens Amazon, man könne hier nicht auf die Entscheidungsfreiheit der Kunden einwirken, da entsprechend große Nachfrage bestünde, scheint hier eher vorgeschoben und schmeckt noch fader, als die angebotenen Gänseleber- Produkte. Allerdings hat Amazon zumindest in diesem einem Punkt definitiv Recht: Es wird nichts angeboten, was der Kunde nicht auch verlangt und kauft!

So bietet beispielsweise auch weiterhin ohne jegliches schlechtes Gewissen das bekannte Unternehmen Lacroix nach wie vor Gänseleber- Paté über Amazon an. Und weil anscheinend die Gänsestopfleber zu Weihnachten gehört, wie beispielsweise die Legende vom Weihnachtsmann, den heiligen drei Königen und dem Christkind, empfiehlt das Galeries Lafayette in Berlin auch in diesem Jahr für die Weihnachts- Feiertage in Ergänzung zum geheiligten Gourmet- Menue für den verwöhnten kulinarischen Gaumen neben allerlei geflügeligem und (Ja, was dachten Sie denn jetzt bitte?) selbstverständlich wieder die allseits begehrte Foie Gras und dieses Mal auch Confit de Canard, also demzufolge Enten- Stopfleber!

Schöngeredet wird einer der Anbieter dieser Produkte, das französische Familienunternehmen Castaing, dann in Bezug auf die Produktion von Entenleber- Pastete folgendermaßen: „Die Enten leben 100% in der Natur und stammen hauptsächlich aus der Mulard Race. Und trotz der zu Recht sehr kontrovers diskutierten Technik wird das Stopfen bei Castaing traditionell nach wie vor von Hand durchgeführt. Dabei geht es dem Unternehmen vornehmlich nicht um Masse, sondern um Qualität!“ Ich bin überzeugt davon, den Enten dürfte es, wie auch den Gänsen, ziemlich egal sein, ob sie maschinell oder von Hand, was offensichtlich auch noch als ganz besonderes Güte- und Qualitäts- Merkmal des Unternehmens Castaing interpretiert wird, gewaltsam gestopft werden. Fakt ist hierbei allein, dass es sich sowohl in Enten- wie auch Gänsezuchten um höchst tierquälerische Praktiken zwecks Ausbildung einer mehr als bedenklichen Fettleber, die dann in den Pasteten Verwendung findet, handelt. Der peinlichen und unsäglichen Dekadenz des verwöhnten Gourmets sei an dieser Stelle Rechnung getragen!

Die einziges Möglichkeit hier endgültig Einhalt zu gebieten, ist das Vermeiden ausnahmslos aller Produkte relevanter Unternehmen, die nach wie vor Produkte aus Gänse- und Entenstopfleber anbieten. Hier auf Einsicht und Handlung unserer politischen Elite und auf ein endgültiges Einfuhrverbot im Hinblick auf Gänsestopfleber- Produkte zu hoffen, dürfte so vielversprechend sein, wie das Vorhaben, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu zwängen. Ganz im Gegenteil hat die Gänsestopf- Industrie in Frankreich anlässlich der alljährlich stattfindenden  Lebensmittelmessen zum wiederholten Mal versucht, bei der man eigentlich schon vor Jahren auf die Anbietung von Produkten aus Gänsestopfleber verzichten wollte, die EU mit einer drohenden beispiellosen Massenarbeitslosigkeit zu erpressen. Haben frühere Produktionsländer wie Polen, Tschechien oder aber auch das südliche Österreich die Produktion von Gänsestopfleber eingestellt und verboten, wird nach wie vor in Ungarn und Frankreich weiter produziert.

Sind Sie noch immer als Gourmet von Welt der festen Überzeugung, auch in diesem Jahr nicht ohne Ihre Gänsestopfleber Weihnachten wirklich genießen zu können, sollten Sie sich wenigstens, bevor Sie sich den Teller füllen, mit der Ausgangsbasis dessen, was Sie mit mehr als zweifelhaftem Genuss zu Ihrer Ernährung zählen und was Sie sich in Kürze einzuverleiben gedenken, doch etwas vertraut machen. Also gehen wir´s mal locker an, schlage ich vor:

„Stopfleber in Frankreich“ – eine Undercover- Recherche von Animal Equality 

 

Bedenkt man hierbei, dass gerade Ungarn, bereits seit dem 01.Mai 2004 EU- Mitgliedsstaat, sein Bruttoinlandsprodukt zu weit mehr als 70% aus EU- Fördermitteln deckt, wäre es ein leichtes, hier besagten Geldhahn zuzudrehen und Ungarn zu einem grundlegenden Umdenken und vor allen Dingen Handeln zu zwingen. Leider sieht hier die EU, wie üblich seit Jahren offensichtlich völlig betriebsblind, weiterhin tatenlos zu!

Auch wenn sich begrüßenswerterweise viele Konsumenten gegen diesen zweifelhaften Genuss ausgesprochen haben, gibt es noch immer ein weiteres grausames und viel zu selten beachtetes Leiden unserer bedauernswerten Gans. Blicken wir noch einmal über die Grenzen zu unserem EU- Nachbarn Ungarn hinüber, müssen wir feststellen, dass dort etwas passiert, vor dem viele teilweise aus Unkenntnis, aber auch oftmals aufgrund purer Ignoranz beide Augen fest verschließen: Die Gänsedaunen- Produktion aus Lebendrupf! Neben Ungarn praktizieren auch China, Polen und Frankreich nach wie vor diese grausame Prozedur zur Gewinnung von Gänsedaunen. Wie bitte? Noch nie etwas davon gehört? Dann wird es aber langsam Zeit, dass Sie aufgeklärt werden, woher oftmals die seidenweichen Daunen stammen, auf die Sie nächtens Ihr müdes Haupt zur Ruhe betten. Und hier geht es zur eventuellen Füllung Ihres neuen Daunen- Kissens, bzw. Ihrer ersehnten Daunen- Steppdecke:

„Gänserupfen – Daunen um jeden Preis“

Der Inhalt des Films dürfte damit wohl endgültig und ein für alle Mal das Ende aller Illusionen, Gänse würden eventuell rasiert, die Daunen anlässlich der regelmäßig stattfindenden Mauser eingesammelt, bzw. gewonnen oder aber die Daunen nur nach erfolgter Schlachtung verwendet werden, zerstören.

Laut Tierschutzgesetz dürfen nur die Daunen geschlachteter Tiere weiter verwendet werden, nicht jedoch in Ungarn, Polen, Frankreich oder, dort pfeift man ohnehin auf so ziemlich alles und nichts, China. Hier werden Millionen Tieren im Akkord von Rupfer- Brigaden, die durch das Land reisen, bis zu vier Mal in ihrem ohnehin kurzen Leben die Daunen vor der Mauser ausgerissen, wobei extrem große Verletzungen von bis zu zehn Zentimeter langen und stark blutenden Risswunden entstehen, die dann ohne Betäubung grob mit einer Nadel und einem Faden wieder zugenäht werden. Teilweise verenden die Tiere dabei aufgrund ihrer großen Verletzungen elendig. Nicht nur, dass die gewonnenen Daunen in Kissen und Decken als Füllmaterial Verwendung finden, ein Großteil geht hiervon auch an die Bekleidungsindustrie zur Fertigung und Befüllung von Daunenjacken, Handschuhen und Mänteln.

Aufgrund von massiven Protesten namhafter Tierschutzorganisationen hat die Europäische Union, vertreten durch das wissenschaftliche Gremium der EFSA, der European Food Safety Athority, nunmehr intensiv über das Kämmen und Bürsten von Gänsen nachgedacht, das von Praktikern der Gänsedaunen- Industrie als unrentabler Unsinn bezeichnet wurde. Hinzufügen muss man an dieser Stelle sicherlich nicht, dass man, wie nicht anders zu erwarten, innerhalb der Europäischen Union noch immer über eine adäquate und praktikable Lösung nachdenkt und nachdenkt und nachdenkt, jedoch keinesfalls handelt. Anstatt hier zu einer klaren und eindeutigen Entscheidung zu kommen, hat man nunmehr die grandiose Idee und Schlupfloch für die EU- subventionierten Gänsedaunen- Produzenten aufgegriffen, dass man Gänsedaunen angeblich erheblich schonender beim Rupfen während der Mauser gewinnen könnte, da die Daunen dann erheblich lockerer in der Haut sitzen und, man höre und staune, das Wohlbefinden der Tier insgesamt damit nicht beeinträchtigen würde.

Woher diese Erkenntnis stammt und inwieweit hier eine repräsentative Umfrage unter betroffenen Gänsen stattgefunden hat, ist leider nicht bekannt! Auf jeden Fall dürfte diese Erklärung ebenso sinnvoll sein, wie die Behauptung, dass es mit Sicherheit keine Schmerzen bereitet, wenn man Ihnen täglich eintausend Haare mit dem zündenden Argument, einhundert davon würden ja ohnehin täglich von selbst ausfallen, ausreißen würde! Unbestrittener  Fakt ist hingegen, dass die betroffenen Tiere bei der Mauserrupf ebenso entsetzlich und qualvoll leiden müssen, wie beim bisherigen Lebendrupf. Hier kann es nur eine einzig sinnvolle Konsequenz und Entscheidung geben: EU- weit keinerlei Lebend- und Mauserrupf von Gänsen, ein uneingeschränktes Einfuhrverbot für Gänsedaunen aus Lebend-, bzw. Mauserrupf und keinerlei Ausnahme, wie immer diese auch aussehen mag. Aufgrund zahlreicher Proteste verlagert sich seit Jahren daher die Produktion von Lebendrupf- Daunen nunmehr von Ungarn, Polen und Frankreich zunehmend gen Osten. Und ja, zu 100% richtig geraten: Nach China! Dass China es grundsätzlich in punkto Tierschutz nicht, na ja, ganz so eng sieht, ist weit über die Grenzen hinaus bestens bekannt, ebenso dass sich hier wohl kaum etwas in absehbarer Zeit verändern dürfte.

Ebenso unglaubwürdig erscheinen hier die einschlägigen Erklärungsversuche vieler etablierter Unternehmen, u.a. bekannte Outdoor- Ausrüster, die Großabnehmer von Daunen aus der Gänsemastproduktion ist. Den Unternehmen ist sehr wohl die Herkunft der Daunen bekannt, man will jedoch auch weiterhin keinesfalls auf deren Verwendung verzichten, verweist jedoch Veganer, die grundsätzlich Gänsedaunen- Produkte ablehnen, großmütig auf die Alternative der hauseigenen, mit synthetischen Füllstoffen isolierten, Kollektion. Diesbezügliche magere und eher halbherzige Statements, man engagiere sich für langfristige Lösungen, könne nur sehr schwer die Produktionskette nachverfolgen und kontrollieren und man werde die Öffentlichkeit über die weitere Entwicklung auf dem laufenden halten, nehme ich persönlich nicht allzu ernst und ziehe in diesem Fall für mich persönlich die Konsumenten- Notbremse: Konsequent und radikal kein Kauf von Daunen- Produkten ohne wenn und aber, und zwar solange bis nachweislich (!!!) keinerlei Daunen mehr aus Gänsemastproduktionen in Form von Lebendrupf  bei der Herstellung, bzw. Befüllung von Bekleidungsstücken und Bettwaren, wie Kissen und Decken verwendet werden !

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von führenden Anbietern am Markt, die Kissen und Decken, ohne Daunenfüllung im Programm führen. Sollten Sie sich also mit einer Neuanschaffung derselben beschäftigen, rate ich Ihnen zu einem virtuellen Spaziergang zum Beispiel auf den Webseiten der Unternehmen http://www.grueneerde.com, http://www.hessnatur.com oder auch http://www.kissenwelt.de. Dort werden Kissen und Steppdecken mit alternativen natürlichen Materialien, Micro- Kügelchen oder aber auch Schaumstoff- Flocken angeboten, die im Hinblick auf den Schlafkomfort und die Pflege, insbesondere für Allergiker, sehr empfehlenswert und überdies ökologisch nachhaltig sind. Auch gibt es zwischenzeitlich bereits führende Fachgeschäfte und bekannte Outdoor- Ausrüster, die gefütterte Jacken und Mäntel anstatt wie bisher mit Daunen, mit synthetischem Isolationsmaterial gefüllt, anbieten und für die mit absoluter Sicherheit keine arme und bedauernswerte Gans ihre Federn lassen muss.

Mein ganz persönliches Fazit: Da grundsätzlich die Prinzipien, bzw. das Angebot des Marktes aufgrund der Nachfrage des Konsumenten geregelt wird, ist hier die kritische Eigenreflektion und Bewußtein eines jeden Einzelnen und eine konsequente Auseinandersetzung mit der Thematik als solches gefragt. Solange wir uns noch selbst einreden, Foie Gras, bzw. Produkte aus Gänseleber würden unser aller Gourmet- Dasein bereichern oder Kissen und Decken mit Daunenfedern- Füllungen würden die Schlafqualität günstig beeinflussen, müssen wir uns leider eingestehen, dass wir uns weiterhin unendliches und grausames Tierelend schönreden und ignorant wegsehen. Wir sorgen uns unablässig um das Wohlergehen unserer Haustiere und kein, manches Mal auch völlig sinnentleerter, Aufwand ist hoch genug, um uns selbst das Gefühl eines bewusst denkenden und handelnden Menschen zu geben. Wir sind entsetzt ob der Grausamkeiten gegenüber vergifteten und erschlagenen Straßenhunden, die anlässlich einer längst in Vergessenheit geratenen Säuberungsaktion anlässlich der Fußball- Weltmeisterschaft in der Ukraine, zum Opfer gefallen sind und die teilweise lebendig verbrannt wurden. Wir sind stolz darauf, aktives Mitglied bei Greenpeace, Peta, Vier Pfoten und unzähligen weiteren Natur- und Umweltschutzorganisationen zu sein und setzen uns intensiv mit dem Schutz der Eisbären, der Robben und einer Verringerung des CO2- Ausstoßes auseinander. So lobenswert diese Aktivitäten auch sind, sollten wir jedoch endlich damit beginnen, nicht nur über den eigenen Tellerrand hinwegzusehen, sondern insbesondere zu hinterfragen, wie und auf wessen Kosten wir weiterhin weitgehendst unbedacht unsere eigene Komfortzone und Bequemlichkeit pflegen. Ich empfehle hier allen ausnahmslos dringend das Verinnerlichen des Zitats von Mahatma Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt!“

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Das Brett vor dem Kopf mit Ansage!

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es wieder einmal soweit: Die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit! Wie üblich eine Stunde, 60 Minuten oder 3.600 Sekunden – eigentlich lächerlich geringfügig und doch gefühlt für mich ein echtes Schwergewicht.

Auch wenn ich ZEITlos lebe, keine Uhr besitze, seit Jahren keine Geburtstage feiere und mein Alter für mich persönlich völlig irrelevant ist; ich weder darüber nachdenke, was wir für einen Wochentag haben und keinerlei Zeitgefühl mehr besitze und ich das ganze reduziert habe auf die Maxime „Wenn es hell ist, ist es Tag und wenn es dunkel ist, ist es Nacht!“, ist diese eine Stunde Zeitverschiebung für mich für mindestens vier Wochen die absolute Hölle.

Vier Wochen Privat- Hölle bedeuten für mich: Ich werde morgens nicht munter und nachts nicht müde; meine Konzentration sinkt auf den mit meinen persönlichen Ansprüchen äußerst unverträglichen und inkompatiblen Nullpunkt; meine Aktivitäten dümpeln nur noch vor sich hin und ich bin schlicht und einfach komplett lahmgelegt als ob mir jemand den Fuß auf die Leitung gestellt hat. Ich habe Kopfschmerzen, mein Kreislauf ist im kleinen Fußzeh zu finden und mir ist morgens speiübel – und nein, ich bin nicht schwanger!

Sonst eine echte Frohnatur, lerne ich meine eigene schlechte Laune bestens kennen und das völlig grundlos. Morgens bereits schon bestens drauf, darf mich für die nächsten vier Wochen möglichst niemand für die ersten zwei Stunden ansprechen, da ich sonst den Killerblick bekomme, was meine ohnehin schon schlechte Laune nur noch weiter befeuert und sich nicht gerade förderlich auswirkt. Ich brauche täglich ein sehr ausgedehntes Mittagsschläfchen, ohne das garnichts mehr geht; ich schlage für die nächsten Tage die Zeit eher tot, als dass ich sie sinnvoll fülle und – besonders auffällig – ich laufe die nächsten drei Tage nicht, ich schlurfe! Ansonsten sehr auf ausgewähltes Soul- Food, Essen ist für mich Seelen- Nahrung, bedacht, esse ich in den nächsten Tagen alles das, was ich persönlich lediglich als Überlebens- Fraß bezeichne. Also definitiv mehr Food, als Soul …

Die Wissenschaft hat schon vor Jahren festgestellt, dass die Zeitumstellung Gift für Körper, Geist und Seele ist, und zwischenzeitlich wurde auch realisiert, dass wir nicht etwa Energie sparen, sondern  hierdurch ganz im Gegenteil mehr Energie verbrauchen. Was jedoch eine Stunde plus/minus tatsächlich mit der inneren Uhr und dem ganz eigenen Biorhythmus veranstalten kann, erlebe ich jedesmal auf´s neue. Und beim nächsten Mal? Bleibe ich persönlich ganz einfach bei der MEZ und tue einfach so, als ob es weder eine Winter-, noch eine Sommerzeit gibt! … und bitte, was ist schon Zeit?

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

 

 

… jetzt bitte klatschen!

„Gut gelaunt auf allen Bühnen zuhause!“

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Omnipräsenz wider den geistigen Sink- und Tiefflug! 

Mit was Sie mich wirklich beeindrucken können? Ein beispielsweise hohes Maß an Intelligenz ohne sich dabei besserwisserisch oder schulmeisternd über andere Menschen zu erheben, dazu ein großer Löffel naturgegebener und gut präsentierter, nicht verletzender Humor zumeist zum Nachteil und auf Kosten anderer, das ganze, bitte gerührt und nicht geschüttelt, mit einer ordentlichen Prise philosophischem Tiefgang und zum Schluss, perfekt geschmacklich abgerundet, mit einer kleinen Messerspitze Selbstironie gewürzt. Für mich persönlich die perfekte Mischung, um ein inspirierendes und nachhaltig bereicherndes Gespräch mit meinem Gegenüber zu führen oder jemandem mit tiefer Begeisterung zu lauschen.

Was sich für mich als ultimativer Abtörner, nervend bis zum ausgeprägten, ansonsten für mich ursächlich völlig unerklärlichem, jedoch deutlich spürbarem und anhaltendem Zahnschmerz auswirkt, sind Menschen mit einer medialen Omnipräsenz als letzte Bastion eines vermeintlich geistigen Widerstands gegen die Intelligenz im Stil eines dauerkalauernden Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Sein medialer Auftritt in so ziemlich allen nur erdenklichen Talk- Runden, die kein Mensch wirklich braucht und die lediglich als Einschlafhilfe dienen bis hin zur aktuellen Prime Time- Sendung „Frag doch mal die Maus!“, mit der man allerhöchstens noch Fünfjährige wirklich bespassen kann. Massenkompatibler geistiger Tieftauchgang, zu 100% anspruchslos, oberflächlich und platt, inhalts- und nahezu jugendfrei, gerne als Selbstdarsteller mit ausgeprägtem Hang von der Kamera- Verliebtheit bis hin zum öffentlich ausgelebten mittelschwerem Narzissmus in seiner Rolle als Entertainer, Comedian, Bestseller- Autor eher dünner Literatur, Quiz- Master und Kabarettist mit eigener Bühnen- Show, Fernsehmoderator, Vortragsredner auf wissenschaftlichen Kongressen und Gute Laune- Zauberer, war Dr. med. Eckart von Hirschhausen im Laufe seiner Karriere irgendwann auch mal etwas richtig respektables.

Als vermeintlicher und selbsternannter Allround- Genius und medialer Tausendsassa, der das ganz große Erbrechen über so ziemlich alle öffentlich- rechtlichen und privaten Fernsehsender kultiviert hat, präsentiert er sich gerne als Sex- Experte, Ernährungs- Spezialist, Zauberer und, ja klar, das betont er besonders gern und oft, wie um sich irgendwie selbst gelegentlich daran zu erinnern, auch mal was durchaus gescheites gelernt, bzw. studiert zu haben, natürlich fachlich versierter und universell kundiger Mediziner! Gerne mutiert er dann auch mal zum Allesbesserwisser, wie im März 2015 in Frank Plasberg´s „Hart aber fair!“ zum Thema Impfkritik und ist sich hier auch nicht zu schade, einer anwesenden Mit- Talkerin aufgrund einer eher konträren Meinung zum Thema „Impfen“ blanken Egoismus und Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wobei er eine mehr als unterirdische Diskussionskultur pflegt, generell keinerlei Argumente zulässt und Diskutanten immer wieder brachial ins Wort fällt. Fachliche Ausführungen einer Teilnehmerin werden dann auch gerne mal von ihm mit dem Totschlag- Argument unterhalb der Gürtellinie „Das ist doch Bullshit hoch zehn!“ beschieden und mit bereits von ihm gewohnter Überheblichkeit und Arroganz als schulmedizinisches Allround- Genie abgewürgt. Die Sendung heißt zwar „Hart aber fair!“, von Fairness war hier allerdings vonseiten Dr. med. Eckart von Hirschhausen eher weniger wahrzunehmen, dafür, eher weniger überzeugend, im ganz großen Auskeilen. Last but not least wurde Dr. med. Eckart von Hirschhausen sogar, welch eine hohe Weihe, zum „Krawattenmann 2009“ gekürt! Dies alles wird überstrahlt von einem gloriengleichen Karriere- Aufstieg von der Kleinkunst- Bühne zum glückshumorigen Dauergrins- Apostel der launigen und teilweise recht anspruchslosen Mittelschicht.

Ich habe mir tatsächlich, heute erachte ich das ganze fast eines Pokals würdig ob meines geistigen Masochismus bis hin zur mentalen Selbstkasteiung, diesen Dr. med. EvH (Nennen wir ihn etwas reduzierter der Einfachheit halber mal so!) in diversen Fernsehsendungen, u.a. in der Talkrunde „3 nach 9“, respektive „Tietjen und Hirschhausen“, die er glücklicherweise Ende 2014 verlassen hat und die man sich mittlerweile endlich wieder mal anschauen kann ohne dabei schlechte Laune zu bekommen, angetan und mich durch zähflüssige, gefühlt ellenlange Talk- Shows gequält, um wenigstens fachlich kompetent mitreden und mir angesichts angeblich rauschender und stehender Ovationen begeisterungstrunkener, sich brüllend auf die Schenkel schlagender, Zuhörerschaft, ein eigenes Bild mit im nachhinein besehen, niederschmetterndem Ergebnis in Form von absoluter Lebenszeit- Verschwendung, machen zu können.

Neben seinen diversen, teilweise wirklich gesundheitlich bedenklichen Gewichtszu- und abnahmen, deutlich zu erkennen an den fast zum Zerreißen spannenden Westen und Sakkos in teilweise gruseligen Farben und Mustern, die bereits seit langem in Verdacht stehen Netzhautkrebs zu verursachen, einem seiner Ansicht nach offensichtlich kameratauglichen festgetackerten Dauergrinsen als Gute- Laune- Bär und enervierend aufgesetzter Fröhlichkeit, seinem latenten Hang sich zu allem und vor allen Dingen nichts fast zwanghaft, weitgehendst inhalts- und substanzfrei, äußern zu müssen und eines sich, nachdem ich mir nach rund einem Dutzend Talk- Shows mit ihm als Mitwirkenden angetan habe, angesichts seines medialen Anblicks permanent intensiv einstellenden Gefühls des Fremdschämens, habe ich schlussendlich entnervt aufgegeben, um mich endlich wieder wirklich wichtigem zu widmen. Irgendwie komme ich nicht von der Vorstellung los, dass Herrn Dr. med. EvH irgendwann mal, als Auftakt zum omnipräsenten medialen Rampenferkel auf allen Bühnen und in Erweckung desselben, eine persönliche Sternstunde in Form eines Buddies ereilt haben muss, der ihm selbstlos geraten hat: „Ecki, die Welt wartet auf Dich; mit dem Scheiß, den Du hier an der Theke erzählst, gehörst Du unbedingt auf die Bühne und vor die Kamera!“

Was mich wirklich an dem Menschen Dr. med. EvH, der meines Erachtens absolut null und nichts zur geistigen Erbauung und Weiterentwicklung beiträgt, besonders interessiert hat, ist der Umstand, dass er Mediziner (Dr. med.) ist. Genau an diesem Punkt stellt sich für mich die Frage, inwieweit er sich hier selbst als beständige und unentbehrliche Größe am Himmel etablierter Komödianten sieht oder ob zwischenzeitlich unser Gesundheitssystem tatsächlich so marode ist, um sein Auskommen nicht mehr als praktizierender Arzt verlässlich und stabil verdienen zu können. Forscht man einmal genau nach und begibt sich hier in die Tiefen des Internet, erfährt man, dass Dr. med. EvH, nunmehr seit rund 16 Jahren auf offensichtlich allen nur denkbaren Bühnen dieser Welt zuhause zu sein scheint, in 1994 magna cum laude an der Universität Heidelberg zum Thema „Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinanämie beim Schwein“ zum Dr. med. promovierte, anschließend ein Jahr bis 1995 Wissenschaftsjournalismus an der Freien Universität Berlin studiert hat und sage und schreibe sogar eineinhalb Jahre als Arzt gearbeitet hat. Ein kleiner Schelm derjenige, der angesichts dieser Tatsache kritisch hinterfragt, was hier wohl (… eventuell auch besser Gott sei Dank !) den Patienten erspart geblieben sein mag!

Zur allerletzten Ehrenrettung von Dr. med. EvH mag nicht unerwähnt bleiben, dass er es tatsächlich immer wieder schafft, jeglichen Rest von substantiierten Inhalten und geistigem Tiefgang rückstandslos zu verdampfen. Immerhin handelt es sich hierbei fast um eine Kunst, die nicht wirklich jedem zuteil wird und für die sich andere Comedians relativ hart ins Zeug legen müssen. Dr. med. EvH schafft das immer wieder mit fast spielerischer Leichtigkeit und daher nimmt man ihm auch sofort wahre Authentizität ab, zumal er sich offensichtlich in seiner Rolle als schulmedizinerischer Populist mit latent mental erhobenem und belehrendem Zeigefinger gegenüber dem offensichtlich seiner Ansicht nach unwissendem Plebs mehr als zu gefallen und sehr wohl zu fühlen scheint.

Nachdem Dr. med. EvH in einer seiner medialen geistigen Sinkflug- Auftritte sehr anschaulich eine Reanimation, unterlegt mit dem Bee Gee- Songtitel „Stayin Alive“ als idealen Takt- Geber für eine Herzmassage, demonstrierte, schlägt er nunmehr in seiner One Man- Show mit dem mehr als bezeichnenden Titel „Wunderheiler“ die ganz große Pseudo- Informations- und Humor- Keule gegen alles und jeden außerhalb schulmedizinischer Erkenntnisse. Hier wird aus dem weiten Feld der alternativen Heilung so ziemlich alles jenseits der Grenzen zur Lächerlichkeit ausgeschlachtet, was nicht in den meines Erachtens recht simplifizierten, einseitig geprägten und gestandenen Schulmediziner- Horizont passt. Angesichts dieser Tatsache sollte man sich schon fragen, weshalb ein Dr. med. EvH, der sich augenscheinlich wissenstechnisch und aufgrund seiner überaus fundierten Fähigkeiten öffentlich als Fixstern am Heilerhimmel der evidenz- basierenden Medizin präsentiert, dann nicht selbst erfolgreich praktiziert und selbstlos und altruistisch wenigstens einen Teil der krank siechenden und von der alternativen Heilung offensichtlich heillos verarschten, anscheinend grenzdebilen Bevölkerung rettet. Haben wir irgendwie zum Ende des Studiums festgestellt, dass die Sache mit der Humanmedizin wohl doch irgendwie nicht so das richtige und wahre ist, wie?!!! Ja klar, als Comedian geht´s auch nicht unbedingt um wasserdichte Diagnosen und Therapieansätze, dafür kann man in diesem Genre erheblich besser denn als Mediziner mal so richtig ungehindert ohne Rücksicht auf Verluste und eventuell drohende Kollateralschäden die ganz wilde Wutz gegen alles und jeden auf der Bühne rauslassen und wenn wir ganz ehrlich sind, verdient wird hier auch erheblich besser als beim Buckeln zugunsten des gemeinen Volkes Wohl. Drum sei´s ihm von ganzem Herzen gegönnt und mal ganz ehrlich, möchten Sie von einem Mediziner behandelt werden, der Ihnen anstatt einer haltbaren Diagnose den letzten Brüller aus dem knietief seichten Niveau seiner aktuellen Wunderheiler- Show präsentiert? Wohl eher nicht wirklich!

Besonders kritisch stimmt mich, dass Dr. med. EvH in seiner Bühnen- Show „Wunderheiler“ selbstgefällig, besserwisserisch und mit überheblicher Schulmediziner- Arroganz die gesamte alternative Heilung durch den mittlerweile nur noch lauwarmen und längst abgestandenen Kakao zieht, selbst jedoch kommerziell genau die von ihm so fachlich belächelte und ausgeschlachtete Schiene der Glücksbärchi- Szene und des esoterischen Dschungelcamps bedient. Ganz nach dem Motto: „Scheiß drauf, lach Dich einfach glücklich, sei glücklich und die Welt ist für Dich in Ordnung!“ Besonders herausragend zu erwähnen sei hier seine Glücks- Box mit Glücks- Tagebuch, einer angeblich „magischen“ Glückstasse mit der Aufschrift „Nicht abwarten, Tee trinken!“ und der Beigabe einer obskuren Glücks- Kräuterteemischung mit dem tiefgründigen Namen „Jugendherbergstee“.  Was sich mir ein wenig verschließt, ist allerdings die Deutung der Definition „magisch“ in Bezug auf eine Tasse; zumindest die diesbezüglich sehr tiefgründige Metapher „Wenn man was rein tut, ist was drin!“ lässt bereits tief blicken und vielleicht versteht man tatsächlich erst dann, was „magisch“ wirklich bedeutet.

Besonders enervierend hierbei die beigefügte Glücks- CD mit von Dr. med. EvH umständlich erklärten Pointen, damit auch der Allerletzte der Aufforderung  „Ja, und jetzt kräftig in die Hände klatschen und ganz laut lachen!“ nachkommt. Wahrlich glücklich darf sich meines Erachtens ein jeder schätzen, an dem dieser Kelch in Form der Dr. med EvH´schen Glücks- Box vorübergegangen ist. Mein Tipp für all diejenigen, die dennoch anlässlich des letzten Weihnachtsfestes von einem gutmeinenden Freund oder der sich sorgenden Tante mit diesem ganz besonderen Präsent bedacht wurden: Relativ anonym an Rebuy oder Momox weiterverkaufen und den Erlös an den Tierschutzverein spenden oder bei Nacht und Nebel heimlich, still und leise in der Mülltonne des immer so muffligen und unsympathischen Nachbarn entsorgen!

Mein persönliches Fazit: Wir leben in einer Welt der Dualität, die sowohl die Ebbe und Flut, Tag und Nacht, die Weisheit und Intelligenz, aber auch die Arroganz und den geistigen Tief- und Sinkflug aushält und genau aus diesem Grund hat auch ein Dr. med. EvH durchaus seine Existenzberechtigung und sei es hier nur als grottenschlechtes Beispiel dafür, dass sich auch Humor und Comedy durchaus mit einer großen Schippe Tiefgang und Substanz vertragen, jedoch kein unbedingtes „MUSS“ sind!

Wie Herr Dr. med. E. von Hirschhausen so überaus treffend in einem Interview bereits aus dem September 2012 mit „Der Zeit“ anmerkte: „Ich gehe mir ja selbst auch auf den Zeiger!“. Meine Empfehlung: „Ja, mein Gott, wenn Ihnen das schon damals selbst aufgefallen ist, warum quälen Sie uns dann auch heute noch in Form von geistiger Diarrhoe und Ansammlung schlechten Geschmacks mit unterirdischem Null- Unterhaltungswert zwecks kommerzialisierter Massenbespaßung auf schulmedizinischem Stammtisch- Niveau? Ich schlage daher vor: Etwas weniger wäre zukünftig bedeutend mehr und einfach mal eine zeitlang die Klappe halten!

 

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel