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Erinnerungen und mehr …

„Berührbare Erinnerungen!“ 

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Wenn Gefühle und Emotionen zu Materie werden …

Wie anlässlich des Endes eines jeden Jahres fragen wir uns: „Wo ist nur die Zeit geblieben?“ und „Was war es definitiv wert, sich daran noch einmal zu erinnern?“. Blicken wir dann zurück auf das zu Ende gehende Jahr, ziehen wir dabei zumeist das Resümee, wie furchtbar schlimm, beschwerlich, mit Hürden gepflastert, nervenaufreibend, stressig, hektisch und negativ die vergangenen 365 Tage doch wieder einmal waren. In Erinnerung bleibt in der Regel lediglich das, was es nicht mehr wert ist, sich noch einmal daran zu erinnern, vielleicht auch zu reflektieren, noch einmal in Emotionen hinein zu spüren oder etwas aufzugreifen, um es eventuell noch einmal aus einem neuen Blickwinkel zu beleuchten. Einen ganz negativen und fast bitteren Beigeschmack hat für mich dann, zumeist zum Jahresausklang, der Abschluss- Satz: „Na ja, bald haben wir es ja endlich geschafft!“ Was bitte „geschafft“? Arbeiten Sie etwa an 365 Tagen im Jahr im Steinbruch oder ziehen Sie jeden Tag 24 Stunden lang eine schwere Stahlkugel am Fuß hinter sich her? Gibt es in insgesamt 365 Tagen wirklich nichts, woran Sie sich gerne zurückerinnern und sich noch einmal von erlebten Emotionen berühren lassen möchten? Dann war es wirklich für Sie ein verschwendetes Jahr über das man besser nicht mehr nachdenken sollte!

Was wir bei allem Gejammer völlig vergessen, sind all die wunderbaren kleinen und großen Momente, die unsere Seele berührt und unsere innere Sonne zum Strahlen gebracht haben. All die kleinen Erfolge, gemeisterten Lernaufgaben und Herausforderungen, denkwürdigen Ereignisse und berührenden, wertvollen Begegnungen geraten dabei nur allzu leicht in der großen Holzkiste des Vergessens und werden dabei leider völlig entwertet. Das kommende Jahr sollten wir bereits zu Beginn nutzen, positive Erinnerungen zu sammeln und bis zum Jahresende aufzubewahren, um sie noch einmal ganz intensiv und bewusst Revue passieren zu lassen, diese Momente intensiv zu genießen und uns noch einmal selbst zu zeigen, dass es auch ganz viel bemerkenswertes, erinnerungswürdiges und einfach nur schönes gab. Allein unsere intensive und bewusste Rückbesinnung auf diese Augenblicke und unsere Erinnerungen daran zeigt uns, wie selbstverständlich wir bisher in der Vergangenheit oftmals schönes und betrachtenswertes, berührendes und spielerisches, komisches und freudiges, aber auch tiefgehendes und denkwürdiges achtlos und flüchtig haben an uns vorbeiziehen lassen. Gedankenfreie Ablenkung vom wesentlichen und essentiellen, dafür hin zu Ablenkung, Brot und Spiele!

Schade, denn gerade die kleinen und manchmal auch so banalen, kleinen und trivialen Momente bereichern unser Leben so sehr  und lassen auch dann in unserem Herzen die Sonne scheinen, wenn es einmal regnet, schneit und stürmt. Erinnerungen sind wie ein wärmendes und flackerndes Kaminfeuer, das uns freundlich empfängt, wenn wir nachhause kommen und uns Licht schenkt, wenn die Nacht wieder einmal sehr dunkel, einsam und sternenlos erscheint. Um uns noch einmal dieser grandiosen und bemerkenswerten Augenblicke, all die lichten Momente, aber auch eigener großer und kleinerer Erfolge und erbrachter Leistungen bewusst zu werden und uns intensiv an sie zu erinnern, noch einmal in unsere Emotionen hinein zu spüren, rate ich Ihnen zum kommenden Jahresende mit weisem Vorausblick auf das kommende Jahr 2016 zu folgendem.

Kaufen Sie sich ein schönes großes Glas mit Deckel, das Sie zu Ihrem ganz persönlichen Schatzkästlein werden lassen. Schreiben Sie jedes Mal das, was Sie tief emotional berührt, Sie besonders glücklich gemacht oder inspiriert hat, auf einen kleinen Zettel. Falten Sie diesen Zettel und legen Sie ihn sorgsam in das Deckelglas. Sammeln und konservieren Sie auf diese Weise all Ihre besonders schönen und positiven Erinnerungen in Form der beschriebenen Zettelchen in diesem Glas. Zum Ende des Jahres 2016, sinnigerweise vielleicht genau an dem Tag der Jahreswende, leeren Sie ganz in Ruhe und ungestört das nun sicherlich schon bis obenhin volle Glas und nehmen noch einmal jedes Zettelchen in Ihre Hand, entfalten Sie es und lesen und genießen Sie noch einmal all das, was das Jahr 2016 für Sie so bemerkenswert, schön, intensiv, bewusst und einfach nur wunderbar und enzigartig gemacht hat. Sie werden dabei feststellen: Es war wirklich kein einfaches Jahr, wir sind extrem gefordert worden und mit Sicherheit ausnahmslos alle über unsere Grenzen gegangen, aber es war auch wieder ein Jahr voller wunderbarer Momente, intensiver Ereignisse und unerwarteter Begegnungen, die es definitiv wert sind, sie in bester und nachhaltiger Erinnerung zu behalten!

An was ich mich zum Ende dieses Jahres erinnern möchte? Zum Beispiel an all die Menschen, die mir in 365 Tagen auf meinem Weg begegnet sind. Manche sehr laut und ungestüm, andere hingegen sehr leise, fast unbemerkt und doch deutlich in ihrer Präsenz und Intensität wahrnehmbar. Ich möchte mich an all die Momente erinnern, die mein Leben so sehr bereichert haben, und es freundlich, sonnig, staunend und interessant gemacht, aber die mich manches Mal auch traurig, erschüttert und zuweilen auch nachhaltig berührt haben. Jedes Lebewesen, ob groß oder manches Mal auch ganz klein und unscheinbar, und jeder einzelne Moment, der mein Leben einzigartig, achtsam und bemerkenswert gemacht hat, jeder Augenblick und jede Begegnung ist es wert, sich bewusst daran zu erinnern und dafür aus tiefstem Herzen „Danke, dass Du mir begegnet bist!“ zu sagen!

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

 

 

 

Gelassenheit finden!

„Gelassenheit finden im es einfach sein lassen!“

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Manches Mal sind es eben nur die kleinen Dinge, die uns den richtigen Weg zeigen!

 

Ich hoffe doch sehr, dass es bei Ihnen neben dem alljährlich pünktlich mit spätestens dem ersten Advent startendem vorweihnachtlichem und mit viel Schwere überfrachtetem „Ich muss noch dringend …!“, auch noch genügend Raum für ein entspanntes, leichtes und sehr positiv gestimmtes „Ich darf jetzt endlich …!“ und „Ich will …!“  gibt.

Ich kenne unglaublich viele Menschen, die sich mittlerweile, irgendwie steht gerade die Vorweihnachtszeit und insbesondere der Monat Dezember aus mir völlig unbekannten Gründen als Synonym für enorme Hektik und Stress, radikal und konsequent gegen ein „müssen“ und für ein entspanntes „dürfen“ entschieden haben. Der Fokus liegt dabei nicht mehr starr zentriert und ausgerichtet auf das Ziel, sondern vielmehr, verbunden mit weitgehendst planloser Spontanität, purer Sinnlichkeit und bewusstem Genuss auf allen Ebenen, auf dem Weg zum Ziel: Das Glück in der Einfachheit, in der Langsamkeit und vor allem den kleinen Dingen bewusst erleben! 

Nicht mehr die unüberhörbar tickende Uhr fest im gehetzten Blick, sondern dafür die wertvolle Ressource Zeit bewusst genießend. Kein „Ich komme in spätestens zwei Stunden zurück!“, sondern ein entspanntes „Ich bin dann mal weg!“. Rückkehr wann bitte? Man wird sehen, aber auf jeden Fall immer open end

Ein störungsfreies und entspannendes Mittagsschläfchen? Ja, unbedingt und so oft wie möglich! Wie lange? Schaun wir mal, wann wir ausgeruht und dann wieder wach sind … 

Sie essen bereits Ihr ganzes Leben lang abends um 19.00h und das nur, weil es schon immer so war? Nein, ab heute wird gegessen, wenn wir Hunger oder zumindest Appetit haben, und das bestimmen mit Sicherheit nicht die tickende Uhr und irgendwelche uralten traditionellen Gewohnheiten in memoriam!

Sie liegen äußerst bequem auf der gemütlichen Couch, genießen die Stille und lesen ein sehr inspirierendes und interessantes Buch. Im Hintergrund klingelt zum wiederholten Mal ziemlich laut das Telefon. Okay, Ihre Eltern haben Ihnen irgendwann einmal beigebracht, ist man zuhause, muss man auch ans Telefon gehen wenn es läutet. Das habe auch ich selbst irgendwann einmal so in etwa gelernt! Sie haben überhaupt keine Lust sich von der Couch zu erheben oder auch nur nach dem Telefon zu greifen, um sich irgendwelchen völlig sinnentleerten und somit absolut entbehrlichen Gesprächen chronisch Gelangweilter, die bereits zu Beginn zu 100% unter pure Zeitverschwendung verbucht werden können, hinzugeben? Dann lassen Sie es doch einfach sein und bleiben Sie gelassen und tiefenentspannt auf der Couch liegen! Irgendwann einmal legt sich so ziemlich jedes hartnäckige Klingeln und dafür gibt es schließlich schon recht lange die Vorzüge eines Anrufbeantworters oder einer Voice- Box! 

So ziemlich ausnahmslos jeder, der Ihnen mit Beginn der Vorweihnachtszeit über den Weg läuft, hat selbstverständlich schon seinen Weihnachtsbaum gesichert und den passenden Christbaum- Schmuck dafür aus dem Keller in die Wohnung geschleppt; die Lichterketten vom Vorjahr entwirrt; die Aufbewahrungsdosen für das Selbstgebackene griffbereit nebst umfangreichen Zutaten für die geplanten Weihnachts- Plätzchen in der Küche stehen und garantiert frühzeitig auch ausnahmslos alle Geschenke eingekauft? Fast jeder hat selbstredend dieses Mal die Weihnachts- Präsente für die ganze Familie und alle Freunde und Bekannten ganz besonders aufwendig und hingebungsvoll eingepackt und als kleines Extra obendrauf jetzt schon mal vorsorglich alle Weihnachtskarten geschrieben und vorfrankiert? Absolut keine Lust dazu? Dann lassen Sie es doch einfach bleiben! Sind Sie etwa jeder und unterwerfen Sie sich grundsätzlich jedem nur erdenklichen Gruppendruck nur weil das alle anderen so handhaben?

Jeder weiß schon jetzt bei wem er wann und wie die Feiertage verbringen wird; was aller Wahrscheinlichkeit nach an Heiligabend wie in jedem Jahr gegessen wird; was an diesem Abend, wie all die Jahre zuvor auch, für eine Weihnachtsmusik gespielt wird; wann an wen die Geschenke überreicht werden und prognostisch, was man von wem aller Voraussicht nach wieder mal ganz grauenhaftes und völlig sinnloses geschenkt bekommt? Sie möchten sich in diesem Jahr so garnicht festlegen, und das weder was kommende Einladungen und Pflicht- Besuche anbelangt, noch was Sie wann essen möchten? Dann lassen Sie es doch einfach bleiben!

Selbst wenn wir den schlimmsten anzunehmenden Fall in Betracht ziehen und Sie an Heiligabend mangels Ambitionen und fehlender Muse eine Pizza aus der Tiefkühltruhe ziehen, um sie anschließend in den Backofen zu schieben, wird Ihnen dabei kaum jemand kritisch über die Schulter sehen, und Ihnen mahnend zuraunen „Nein, nein, nein, das tut man nicht! Schließlich ist heute doch Weihnachten!“ und Sie dafür anschließend in der Hölle landen. Wenn Sie Appetit auf eine Pizza haben, kann so etwas auch an Heiligabend richtig toll schmecken und mit einem gedeckten Tisch, Besteck und Kerzen beachtlich und sehr festlich zelebriert werden! Also was soll´s?

Wer sagt Ihnen eigentlich in diesem, wie in jedem Jahr zuvor, dass Sie sich im Weihnachts- Getümmel stundenlang entnervt durch die Geschäfte quälen müssen, um auch noch die allerletzte Gans oder Ente zu ergattern? Sie danach gefühlt eine halbe Ewigkeit in der Küche stehen, um das ganze auch noch in einigermaßen genießbare Form zu bringen; den Tisch festlich für die aufmarschierende gesamte Verwandtschaft in zumeist Fussballteam- Stärke, die sich zumeist mit den Worten „In diesem Jahr bist Du dran! (Aaaah ja und wer sagt das?!!!) selbst einlädt, decken müssen und schon vor dem Gelage frustriert daran denken, dass Sie das ganze plus einem völlig eingesifften Schlachtfeld Küche anschließend alleine spülen, putzen und aufräumen müssen. Eventuell zu erwartende Hilfe? Nein, wo denken Sie denn hin! Schließlich hatten Sie sich Gäste eingeladen und keine dienstbaren Geister, und im übrigen soll man ja bekanntlich gehen, wenn´s am schönsten ist. Fazit: Taktisch und strategisch klug verschwinden die meisten Gäste also grundsätzlich vor dem Abräumen, Spülen und der dann notwendigen Grundreinigung der Küche! Keine Lust dazu und Sie sind schon bei dem Gedanken daran mehr als restlos bedient? Dann lassen Sie es doch einfach in diesem Jahr!

Wer sagt Ihnen eigentlich, dass Sie sich das alles antun MÜSSEN, hingegen definitiv niemand nach dem tatsächlich WOLLEN fragt? Richtig, allein Sie selbst und sonst absolut niemand! Wer redet Ihnen auch in diesem Jahr, machen Sie den ganzen Weihnachts- Budenzauber dieses Mal nicht mit, das anschließend schlechte Gewissen ein und lässt Sie in den nächsten drei Monaten bei der gesamten Verwandtschaft mental kniend Abbitte leisten? Richtig, niemand außer Sie selbst! Keine Lust dazu? Dann lassen Sie es doch einfach und pfeifen Sie drauf!

Mein ultimativer Ratschlag für dieses Jahr: So weit wie möglich raus aus den selbstauferlegten VerPFLICHTungs- Fallen, und hinein in ein bewusstes, entspanntes, genussvolles und selbstbestimmtes sich treiben lassen! Werden Sie zum für andere völlig unberechenbaren, selbstbestimmten und unplanbaren Individualisten, der sich nur nach einem orientiert: An einem ich WILL und ich DARF, jedoch keinesfalls einem selbstauferlegten oder gar fremdbestimmten „Du musst …!“! 

Fangen Sie endlich damit an, und das am besten heute noch, auch die kleinen Highlights, spontanen Überraschungen und sinnlichen Momente in ungehemmter Freiheit zu genießen. So wie es Ihnen gefällt und so wie Sie es für richtig erachten, und nicht wie andere oder gar Sie selbst Ihnen das verordnen und auferlegen. Ohne jegliches schlechte Gewissen, ohne Erklärungsversuche und Entschuldigungen und ohne Ausreden und Relativierungen: Gelassenheit finden im es einfach gut sein lassen! … und was sich für Sie gut anfühlt oder Ihnen tatsächlich ganz besonders gut tut, bestimmen allein und exklusiv Sie selbst!

Herzlichst und Ihnen allen eine wunderbare, genussvolle und entspannte Adventszeit

Jutta Lotz- Hentschel

 

Gute Vorsätze!

„Und alle Jahre wieder ein neuer Versuch!“

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Habe ich etwas verpasst oder ist denn schon Silvester?

So wie bereits mittlerweile Ende Mai eines jeden Jahres der Sommerschlussverkauf beginnt, wir im Hochsommer Ski- Stiefel kaufen können und pünktlich ab Ende August Dominosteine und Lebkuchen erhältlich sind, beginnt in diesem Jahr offensichtlich ein weiteres Phänomen extrem früh: Die Überlegungen hinsichtlich der möglichen Auswahl eventuell guter Vorsätze für das kommende Jahr! Inwieweit diese Vorhaben, die zumeist immer recht vollmundig, umso mehr Publikum und Zuhörer, umso besser und offensichtlich auch gefühlt glaubhafter für den eigenen Kampfgeist, angekündigt werden, dann auch tatsächlich realisiert werden, spielt dabei zunächst keine übergeordnete Rolle. Hauptsache ein guter Vorsatz zum Jahreswechsel und das ganze bitte mit viel Getöse und noch mehr Überzeugungskraft in die launige Runde geworfen!

Weshalb überhaupt gute Vorsätze zum Jahreswechsel, wie auch kollektiv verordnet fröhlich und lustig sein müssen, nur weil der Kalender als Datum in jedem Jahr den 11.November und die Uhr 11.11h anzeigt und eine echte Spaß- Bremse, der da nicht begeistert mitmacht? Warum eigentlich in jedem Jahr das gleiche Geblubber mit genau denselben Absichts- Beteuerungen um exakt die gleichen Themen, von denen man zumeist bereits im voraus genau weiß, dass man das ganze spätestens vierzehn Tage nach Jahresbeginn unisono in die Tonne getreten und aufgrund eigenem Unwillen oder völliger Undurchführbarkeit beerdigt hat?

Tja, weil es sich irgendwie gegenüber anderen, die sich sowieso noch nie an ihre guten Neujahres- Vorsätze gehalten haben, erst einmal genial gut und heldenhaft anhört und vor allen Dingen zunächst so kinderleicht und easy peasy anfühlt! Träume sind nach Auffassung von Sigmund Freud Schäume und sieht das mit Worten aus? Oder heißt es da nicht doch eher: Was gebe ich schon auf mein Gequatsche von vorgestern oder letzte Woche, respektive dem Silvester- Abend so kurz vor Mitternacht!

Aus solch einer Diskussion kann man dann schon mal aufgrund der dann noch vorhandenen eigenen Überzeugung und vollmundiger Absichts- Bekundungen gefühlt als echter Held hervorgehen. Die Außenwirkung wird zumeist ebenfalls in der eigenen anfänglichen Begeisterung und Euphorie überidealisiert und fast ähnlich einer Nominierung auf dem Weg zum Oscar für die Rolle des besten Hauptdarstellers wahrgenommen. Tja, wenn man´s denn wirklich komplett durchzieht und vor allen Dingen auch dabei bleibt … Zumeist fatal unterschätzt wird hierbei die enorme Fallhöhe des fast vorausberechenbaren Scheiterns!

Ich denke, so ausnahmslos jeder – nun ja, wir laufen nun mal nicht über´s Wasser und müssen uns auch nicht bücken, um morgens nicht mit dem Heiligenschein und den Engels- Flügelchen am Türrahmen hängen zu bleiben – kennt das alljährliche Spielchen. Am letzten Tag des Jahres noch hoch- motiviert und zu wirklich großen Heldentaten wild entschlossen, wird dann die vermeintlich letzte Zigarette unter dem mitleidigen Blick aller anderen anwesenden Raucher im Aschenbecher mit den Worten „Das war meine letzte Kippe, ich schwör´s; ab jetzt ist endgültig Schluss mit der Quarzerei und das lebenslang!“ ausgedrückt. Ein steiles Statement und eine todesmutige Absichtserklärung, bei dem jedem gestandenen Genuss- Qualmer die gerade angezündete Zigarette wieder ausgeht, zumal fast jeder Raucher zumeist bereits eine beachtliche „Das war meine letzte Fluppe- Karriere“ hinter sich hat und daher weiß, dass das Vorhaben zwar zunächst gut klingt, aber dieses bisher immer bereits nach einer Woche Entzugs- Kriechgang bis auf weiteres verworfen und wieder aufgegeben wurde.

Spätestens am nächsten Morgen kündigen wir selbstlos und altruistisch an, freiwillig einen ganz langen Spaziergang mit dem familieneigenen Wuffi zu unternehmen, schließlich braucht der Kleine ja auch mal Auslauf, um sich sofort an der Tanke an der nächsten Strassenecke flugs eine Packung der Lieblings- Zigarettenmarke zu besorgen. Wir übersehen dabei dezent, dass das Wetter sich mittlerweile von einem anfänglich leichten Nieselregen in einen ausgemachten Dauerregen verschlechtert hat und unser Wuffi schon recht kläglich und triefnass aus der Wäsche guckt und immer wieder zurück in Richtung warme Wohnung zieht. Nix da, eine Runde geht noch, das reicht gerade mal für noch ´ne Fluppe und damit keiner was merkt, denn das wäre ja echt peinlich, haben wir uns vorsorglich an der Tankstelle gleich noch das hammerharte Eukalyptus- Mundspray besorgt. Sicher ist sicher und man weiß ja schließlich nie!

Oder die wirklich kernige Ansage „Ab morgen gehe ich 3x in der Woche ins Fitness- Studio!“. Wow, was für ein Statement, das jeden überzeugten Couch- Potatoe mit hartnäckigem Hüftgold vor Neid erblassen lässt! Um zu bekräftigen, dass wir´s wirklich ernst meinen, ziehen wir lässig den bereits ausgefüllten Vertrag für das Sport- Studio aus der Schreibtisch- Schublade, unterschreiben ihn vor Zeugen, legen ihn gefaltet in ein vorfrankiertes Briefkuvert und bitten einen Anwesenden, den Brief auf dem Nachhauseweg für uns in den nächsten Briefkasten zu versenken. Am 1. Januar gibt´s dann noch ein bisschen Schonfrist, weil das Sport- Studio ohnehin am Neujahrstag geschlossen ist, aber morgen geht´s ganz bestimmt los und wir freuen uns schon wirklich riesig drauf!

Im Laufe des Nachmittags des ersten Arbeitstages im neuen Jahr stellt sich dann bereits bei dem Gedanken, dass nach Feierabend das anvisierte Sport- Studio seinen mahnenden Ruf in unsere Richtung aussendet, ein leises Unwohlsein ein. Nach dem Verlassen des Büros auf dem Weg zum Auto fällt uns dann blitzartig ein, dass zuhause dringend der Kühlschrank gefüllt werden muss. Also fahren wir noch ganz schnell zum Einkaufen und weil es zu dieser Uhrzeit dort ziemlich voll ist, gestaltet sich die Shopping- Tour auch dementsprechend zeitaufwendig. Beim Einpacken der Einkäufe nehmen wir verstärkt das überdeutliche Grummeln unseres Magens zur Kenntnis, das eindeutig Hunger signalisiert. Sofort stellt sich die Frage: „Hungrig Sport treiben? Neee, geht mal garnicht!“ Also erst einmal nachhause und etwas essen. Dort angekommen werden dann erst einmal in aller Ruhe die Einkäufe ausgepackt und in die Schränke geräumt und dann die Bratpfanne angeheizt. Nach einer Stunde genüsslicher und höchst dekadenter Völlerei liegen wir neben einem leeren Teller auf der Couch, und entscheiden uns mit dem für uns sehr einleuchtenden Argument „Morgen ist auch noch ein Tag und pappensatt bringt Sport ohnehin nichts und schlägt außerdem total ungesund auf den Magen und belastet nur den Kreislauf!“ gegen das Sport- Studio.

Am nächsten Tag bremsen uns dann leider völlig unerwartet zwei Überstunden aus. Am übernächsten Tag ist es leider die überraschende Einladung zu einem kleinen Umtrunk mit Kollegen. Am darauffolgenden Tag hat die beste Freundin Geburtstag und lädt zum Pizza- Essen ein, usw.. So gerät das gesamte Vorhaben im Laufe der kommenden Tage nach und nach im Dunkel der Vergessenheit. Tja, bis wir die Abbuchung des fälligen Monatsbeitrages für das Sport- Studio auf dem Kontoauszug entdecken. Richtig, da war doch noch was! Lassen wir mal den ersten Monat des neuen Jahres vorüberziehen und fangen am besten am nächsten Ersten an, fest in die innere Ghetto- Faust versprochen! Na ja, und weil irgendwie immer irgendetwas dazwischen kommt, das uns vom Gang ins Sport- Studio abhält, zieht auch der zweite und der dritte Monat sportlich ungenutzt ins Land.

So kommt es, dass wir Monat für Monat einen Club für sportliche Aktivitäten und Leibesertüchtigung sponsern ohne diesen ein einziges Mal von innen gesehen zu haben, zumal wir in unserer anfänglichen Selbstüberschätzung und Euphorie gleich einen Jahres- Vertrag unterschrieben haben. Also wird der Vertrag sofort gekündigt, für ein Jahr Mitgliedsbeiträge entrichtet und damit hat sich das ganze wieder bis auf weiteres erledigt. Wie sagte meine Omi immer? „Irgendwas ist immer, das uns davon abhält das zu tun was wir tun wollten!“

Oder die Sache mit dem Abnehmen! Nach endloser Völlerei und reichlich Alkohol- Genuss entsagen wir an diesem Abend öffentlich vor allen anwesenden Silvester- Gästen jeglichen kulinarischen Ausreißern bis wir 15kg abgenommen haben. Ein echt starkes Statement, das man für voll nehmen sollte, schließlich meinen wir das ganze sehr ernst! Am ersten Tag des neuen Jahres fällt es aufgrund leichter Übelkeit und einem mittelschweren Kater noch relativ leicht sich ausschließlich von übrig gebliebenen Salaten und Mineralwasser über Wasser zu halten. Doch am ersten Arbeitstag geht´s schon los, was ein Durchhalten wirklich fast zur Unmöglichkeit macht. Hatte der Chef doch am 31.Dezember seinen runden Geburtstag und lädt nach Feierabend die gesamte Belegschaft zu dem neuen und super- schicken Italiener zum Essen ein. Völlerei und Genuss pur! Das anschließend große Versprechen, nachdem wir wie ein gestrandeter Wal im Bett liegen und nur noch darauf warten, dass Greenpeace klingelt, um uns ins Meer zurück zu rollen, dass Morgen wirklich und endgültig Schluss mit der ungehemmten Fresserei ist. Versprochen und das so was von …

Nach insgesamt drei Tagen nebst allen Begleiterscheinungen, wie chronischer Übellaunigkeit und einer leichten Tendenz zur Aggression ist es dann erneut soweit. Die Schwiegereltern haben die gesamte Familie am Wochenende zum Raclette eingeladen. Unabhängig davon, dass Raclette schon ewig nicht mehr auf der heimischen Speise- Karte zur Disposition stand und sich das immer so gemütlich gestaltet, kann man hier unmöglich absagen ohne dabei sehr unangenehm aufzufallen. Eine Absage oder der Verweis auf eine Diät würde von Ihrer Schwiegermutter als persönliche Schwerstbeleidigung interpretiert und schließlich haben Sie auch noch Ihren guten Ruf als „Best Schwiegertochter forever!“ zu verteidigen. Also was soll´s, der eine Raclette- Abend wird schon nicht so sehr ins Gewicht fallen! Doch, das tut er und das Ergebnis sehen Sie bereits am nächsten Morgen mit dem Ausschlag Ihrer Waage und einem deutlichen Plus von 1,5 kg! Donnerschlag, das hat gesessen, aber es war auch wirklich so lecker!

So könnte man die Aufzählung der kleinen und großen Erfolglosigkeiten der alljährlich pünktlich zu Silvester gefassten guten Vorsätze endlos weiterführen und so wird es erneut im neuen Jahr wie auch in diesem Jaht den würdigen Nachruf auf all das, was wir uns so vorgenommen und nicht gehalten haben, geben und dieser lautet:

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Empirisch belegt, scheitern rund 92% aller gemachten guten Vorsätze in den ersten 10 Tagen eines neuen Jahres. Da stellt sich die Frage: Was machen die übrigen 8% richtig oder anders? Ganz einfach: Eine fast Geling- Garantie erlangen diejenigen, die ihre Ziele und Vorhaben exakt konkretisieren! D.h. es genügt bei weitem nicht, vage und eher ungenau zu signalisieren mit dem Rauchen aufzuhören, 15kg abzunehmen oder drei Mal wöchentlich ins Sport- Studio zu gehen. Da muss eindeutig schon ein bisschen mehr Butter an die Fische! Ein kleines Beispiel anhand eines echten Klassikers: Das Abnehmen! Umso konkreter das ganze formuliert wird und umso mehr Sie für Ihr wirklich realistisches Vorhaben brennen, es tatsächlich und nicht nur halbherzig erreichen wollen, umso dramatischer steigt die Chance, das Ziel auch zu erreichen.

Also sollte Ihr guter Vorsatz folgendermaßen lauten: Ich werde täglich eine halbe Stunde stramm spazieren gehen; keinen Aufzug mehr nehmen, sondern dafür zu Fuß gehen; auf Fast- Food und Süßigkeiten verzichten; Alkohol meiden und täglich Salat und Obst in meinem Ernährungsplan berücksichtigen. Um mein Ziel zu erreichen, plane ich monatlich X Kilogramm abzunehmen. Das ganze am besten schriftlich formulieren, ausdrucken und gut sichtbar am Kühlschrank befestigen. Nehmen Sie Einladungen ruhig an, aber essen Sie bereits zuhause einen großen Teller Salat, dann können Sie auch gegenüber der bisherigen Völlerei weitgehend standhalten.

Die erste Grundregel für´s Abnehmen: Nie mehr hungrig einkaufen gehen und nur noch einmal in der Woche Lebensmittel einkaufen! … und bitte nur das einkaufen, was auch auf dem Einkaufszettel steht, der Rest ist „No Go!“.

Für alle diejenigen, die sich trotz schriftlicher Absichtserklärung an der Kühlschrank- Front beim Anblick des Kühlschrank- Inhalts nicht bremsen können, rate ich gleich zu Beginn zu einem Besuch im Baumarkt zwecks Erwerbs einer handlichen langen Stahlkette und eines großen Schlosses zum Sichern der Kühlschrank- Tür. Den Schlüssel deponieren Sie am besten bei einem unbestechlichen Freund, der null Mitleid kennt und allen Überredungskünsten widerstehen kann. Für alle, die denn doch nicht so weit gehen möchten, gibt es als Merkhilfe im Kampf gegen den inneren Schweinehund das Diät- Piggy Schweinchen, das man in den Kühlschrank stellt und das laut anfängt zu grunzen, wenn sich das Licht im Kühlschrank einschaltet.

Sie haben jetzt noch exakt 13 Tage Zeit, um pünktlich bis zur Silvesternacht Ihr Ziel, für das Sie brennen und das Sie im neuen Jahr tatsächlich erreichen wollen, und das nicht nur mittels vager und ungenauer guter Vorsätze, die Sie ohnehin nicht einhalten werden, genauestens zu konkretisieren. Also ran, die Uhr tickt …

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Haben Sie ebenfalls keine Lust auf die alljährlichen guten Vorsätze, rate ich Ihnen, machen Sie es einfach alternativlos ebenso wie ich: Niemals gute Vorsätze zu Silvester, never ever, und nicht einmal unter Androhung schwerer Folter! Nicht etwa weil ich meine eigenen guten Vorsätzen nicht einhalte, sondern vielmehr deshalb weil ich noch weitere 364 Tage im Jahr Zeit habe genau das effizient und erfolgreich umzusetzen und zu realisieren, was ich mir vorgenommen habe, und ich mich nicht mit Vorsatz selbst zum Gesinnungs- Sklaven eines einzigen Tag des Jahres mache!

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

Wanted!

“Gesucht wird: Die eigene Identität!”

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Von der Beliebigkeit zur unverwechselbaren Exzellenz!

Um von der konturlosen Beliebigkeit der Masse zu einer eigenen, unverwechselbaren und authentischen Identität zu gelangen, bedarf es vor allen Dingen Mut, die bisher sorgsam kultivierte und gehütete Komfortzone zu verlassen und absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst! Was uns definitiv keinen einzigen Schritt zum Ziel, und damit zu uns selbst, weiterbringen wird, sind wie zumeist bisher Vergleiche und Wettbewerbe mit dem außen, weiterhin faule Kompromisse und Strategie- Spielchen in der illusionären Hoffnung, dass sich wie durch ein Wunder alles ganz von selbst verändert und doch alles so bleibt wie es ist.

Was uns von einer eigenen und eigenwilligen Identität fernhält, ist in der Regel die enorme Angst vor Bewertungen und Verurteilungen aus dem außen, der Befürchtung nicht mehr dazu zu gehören und der Furcht vor dem ausgeschlossen sein. Wir stellen damit Meinungen und Ansichten, Forderungen und Erwartungen im außen über unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse und verleugnen damit uns selbst. Oftmals so lange und so vehement, dass wir uns nicht einmal mehr daran erinnern, wer wir einmal waren und wer wir tatsächlich sein könnten. Haben wir uns bis zur eigenen Unkenntlichkeit verbogen und selbst verleugnet, sollten wir uns eingestehen, dass wir nicht mehr unser eigenes Leben als unverwechselbares Original und Unikat führen, sondern ein Leben als Kopie nach den Maßstäben anderer, die über uns bestimmen. Weshalb dies überhaupt möglich ist und wie es soweit kommen konnte? Ganz einfach: Weil wir selbst es zulassen!

Der Grund hierfür: Wohl kaum einer Frage wird so sehr ausgewichen, wie der nach dem eigenen Selbst! Die Frage nach einem klaren und unverfälschten: Wer bin ich? Nicht das, was wir nur allzu gerne allen Menschen von uns zeigen möchten, weil sie uns so sehen und wahrnehmen möchten und auch so nach unseren Vorstellungen wahrnehmen sollen! Nicht ausschließlich die vorzeigbare Sonnenschein- und Schokoladen- Seite unserer Persönlichkeit, die wir erheblich mehr favorisieren als unsere Schatten, und nicht die Definition unseres Selbst über unseren ausschließlich materiellen Besitzstand, den wir so gerne anderen zeigen und dabei hoffen, dass hier ein wenig Glanz auch auf uns fällt und dabei unserer eigener Wert sich mit dem Preis unseres materiellen Besitzes ebenfalls erhöht.

Was zu einer authentischen und eigenen Identität unabdingbar gehört, sind ausnahmslos alle Facetten unserer Persönlichkeit, unseres so seins. Nehmen wir uns so an, pur, echt und seelennackt, lernen wir uns so wertzuschätzen, zu respektieren, zu lieben und können wir uns endlich wieder selbst von uns begeistern, nimmt die bisher konturlose Gestalt in der Masse die Form einer eigenen Identität, eines „Ich bin und ich darf sein!“ an. Was wir dann leben, ist das Original und die beste Version unseres Selbst!

„Man wird nicht erleuchtet in dem man sich Figuren aus Licht vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.“ (Zitat: Carl Gustav Jung)

Was den Blick und den Fokus auf uns selbst völlig vernebelt und verstellt, ist die fast obsessive Aufmerksamkeit auf und in das außen; der konkurrierende Wettbewerb und ewige Vergleich mit der ausschließlichen Fixierung auf das außen. Was wir dabei völlig vergessen, ist hierbei der Blick und die Zentriertheit auf uns selbst. Wir warten auf andere, die uns mit ihrem Licht den Weg in der Dunkelheit weisen und verleugnen dabei das Licht in uns selbst. Wir warten darauf, dass andere uns sagen, wer wir sind und was wir sein könnten. Wir folgen den Spuren anderer und bemerken dabei nicht, dass diese bereits tief ausgetreten sind und wir dabei keine eigenen Spuren mehr hinterlassen.

Du bist nicht mehr Du selbst, sondern Du hast Dich in einer form- und konturlosen Masse eines kollektiven „WIR!“ verloren und aufgegeben. Wann fängst Du erneut an, Dich selbst zu suchen und hast vor allen Dingen auch die Bereitschaft Dich selbst zu finden? Wann fängst Du damit an Dich wieder mit Begeisterung und Hingabe selbst zu entdecken, zu genießen und Dich selbst zu erleben? Wann blickst Du nach vorne und nie mehr zurück? Wann streifst Du endlich das Korsett, das nicht das Deine ist, es niemals war, ab und verbrennst es? Wann realisierst Du endlich, dass Zeit keine Wunden heilt, sondern man sich lediglich an den tiefen Schmerz gewöhnt hat?

Wann begrüßt Du endlich Dich selbst mit einem liebevollen „Hallo!“ in Deinem Leben, in Deiner Grossartigkeit und in Deiner eigenen Identität? Wann bist Du bereit ganz Du selbst zu sein?

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Wann ist wann?

„Später oder doch eher irgendwann einmal?“

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„Irgendwann“ und „später“ bedeutet zumeist NIEMALS!

Das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss und kaum etwas entlarvt Menschen so sehr, wie ihre Sprache und dabei verwendete sehr ungenaue und vage Begriffe, insbesondere wenn es sich dabei um die Notwendigkeit des Konkretisierens handelt!

Wer von seinem Liebsten gefragt wird, ob man gemeinsam zwecks Eheschließung vor den Traualtar treten möchte und „Ja!“ sagt, wird wohl kaum ein Problem damit haben, ein konkretes Datum für den Startschuss beim Standesamt festzulegen. Nicht so hingegen, wenn es sich um die Realisierung der eigenen anvisierten Visionen und Ziele und den Start einer grundlegenden Neu- und Umorientierung handelt. Wird es hier konkret, weichen die meisten dann in den Tieftauch- Bereich der kreativen Ausreden und des Nebulösen aus.

Da ich Menschen, mit denen ich mich unterhalte oder die ich berate, immer und grundsätzlich meine vollumfängliche Aufmerksamkeit schenke, laufen bei mir selbstverständlich alle Äußerungen, Aussagen und dabei verwendeten Begriffe zwecks Analyse des Gesagten hinsichtlich der Überprüfung einer Kompatibilität in Bezug auf klare Überzeugung und eine unverhandelbare Absichtserklärung durch eine Art Nano- Feinfilter. Neben den Begriffen „eventuell“, „vielleicht“ und „eigentlich“, mein ganz persönliches Lieblings- Unwort, gehören zu meinen absoluten Favoriten die wenig konkreten Aussagen „irgendwann“ und „später“. Irgendwann einmal? Später? Wann bitte ist irgendwann und wann findet später tatsächlich statt?

Das beste „Spielfeld“ in punkto Sprach- Analyse, unser Sprachgebrauch ist immer ein Spiegel unserer wahren inneren Überzeugung und Haltung, bietet da ausnahmslos meine Praxis. Zu mir kommen keine Menschen, um mir davon zu berichten, wie gut es ihnen geht oder wie erfolgreich und effizient sie ihre Visionen und Planungen umgesetzt haben. Nein, zu mir kommen Menschen, die sich um- und neuorientieren möchten, die eine erlebte Katastrophe als neue Chance wahrnehmen, die endlich den Sprung von einem Angestellten- Verhältnis in die Selbständigkeit realisieren und hierbei meine fachliche Beratung in Anspruch nehmen möchten.

Nach einer akribischen Analyse nach dem was ist, was bleibt und was beendet werden darf, kommt dann zumeist eine klare Zielsetzung in einzelnen Schritten, um aus einer Vision Realität und Effizienz entstehen zu lassen. Solange Mann/Frau sich noch im Bereich der grauen Theorie bewegt, sprudeln hier innovative Ideen, Gedankenspiele, kreative Planungen und Visionen ohne Limit und in nahezu unbegrenzter Fülle. Bis zu diesem Punkt bewegt man sich in der Regel zumeist noch auf dem Level des Konjunktivs: Man sollte, müsste, könnte …!

Ideen, Planungen und Visionen sind durchaus mit Blick auf Vorhaben, Um- und Neuorientierungen durchaus wünschenswert, ja sogar notwendig, um alle sich bietenden Möglichkeiten und Potenziale ausschöpfen zu können. Kommt das Gespräch dann jedoch zu dem Punkt, an dem es um Entschlossenheit, Eindeutigkeit, Überzeugung und eine klare Absichtserklärung geht, wird es in der Regel wahlweise sehr kreativ bis recht still und bemerkenswert leise. Da nun aber jeder noch so innovativen und kreativen Theorie auch die Vollendung in der Praxis folgen sollte, stellt sich in der letzten Etappe einer Beratung logischerweise auch immer die Frage nach einem realisierbaren Zeitplan, um die einzelnen Schritte des geplanten Vorhabens in Richtung des Ziels auch erfolgreich umsetzen zu können. Die überdeutliche und klare Frage nach dem „Wann?“.

Bleibt eine klare Antwort auf diese wichtige Frage aus oder weicht mein Gegenüber dann einer Konkretisierung aus, ist dies dann zumeist auch der „point of death“, der ultimative Schlußpunkt hinter jeder theoretisch noch so ausgefeilten Vision. Fallen dann im Verlauf einer diesbezüglich folgenden Antwort die beiden Zauberworte „irgendwann“ und/oder „später“, stellt sich für mich nur noch die Frage: „Spielen Sie etwa noch immer oder machen Sie bereits ernst? Wann ist genau und konkret wann?“ „Irgendwann“ oder „später“ kann bedeuten in vier Wochen, in einem Jahr, in zehn Jahren, auf dem Sterbebett oder – und das ist meistens der Fall – bedeuten diese beiden Begriffe nur das eine: „Niemals!“. Die Vision und das anvisierte Ziel fühlen und hören sich zwar theoretisch zunächst sehr gut an, aber das ganze wird in der Praxis zumeist niemals realisiert und umgesetzt werden!

Ein vages, ungenaues und unkonkretes „irgendwann“ oder „später“ signalisiert nicht nur ein „Niemals!“, sondern überdies eindeutig fehlende Überzeugung, einen Mangel an intrinsischer Motivation, ein Ausweichen gegenüber dem Ziel und das Fehlen einer deutlichen und überzeugten Absichtserklärung. Der Schritt von einem „Ich könnte eventuell und müsste eigentlich …!“ hin zu einem überzeugten „Ich will …!“.

„Irgendwann“ und „später“ bedeutet im Prinzip nichts anderes als ein „vielleicht“ oder „eventuell“, ein „Schaun wir mal!“ und „Jein!“ und schlussendlich entsteht daraus ein schleichendes „Niemals!“. Ein „irgendwann“ und „später“ signalisiert keine eindeutige und überzeugte Haltung, sondern vielmehr die sorgsam tapezierte Hintertür des Seelenhauses: Für andere unsichtbar, aber der Hausbesitzer weiß ganz genau, wo er sie findet, wenn sie denn gebraucht wird, um sich selbst und seinen Visionen und theoretischen Zielen erfolgreich auszuweichen! Ich gehe jedoch noch weiter: Mit einem vagen und unkonkreten „irgendwann“ und „später“ verraten wir immer auch Stück weit uns selbst und treten die sich uns bietenden Chancen und Möglichkeiten unser Potenzial auszuleben und die beste Version von uns zu leben mit Füssen. Ein Leben gelebt im Konjunktiv, und im undeutlichen Nebel eines „Ich könnte, würde und sollte …!“. Nur bedenken Sie bitte: Ein jedes vage „später“ und „irgendwann“ erfährt irgendwann zumeist völlig unerwartet einen Schlusspunkt, an dem sich die Frage nach dem „Wann?“ für Sie nicht mehr stellen wird!

Und da das Beste wirklich immer zum Schluss kommt, hat mich zur Frage nach einem grundsätzlichen und konkreten „Wann?“, nicht nur in Bezug auf berufliche Ziele, sondern mit Blick auf ausnahmslos alle Veränderungen in unserem Leben, ein kleiner Filmbeitrag gefunden. Ilja Grzeskowitz ist ein wunderbarer Vortragsredner und er erzählt hier eine kleine, sehr berührende und sehr zu denkende gebende Geschichte aus seinem Leben über das „irgendwann“ und „später“.

 

Stellen Sie sich jetzt bitte selbst die kritische Frage, wann für Sie „Wann?“ ist! Für mich persönlich gilt: „Wann“ ist nicht morgen, nicht übermorgen und nicht in einem Jahr. „Wann“ ist für mich immer und grundsätzlich HEUTE und JETZT, denn es wird niemals einen besseren und günstigeren Zeitpunkt für das wirklich wichtige geben: Uns selbst und unser Leben!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Die Bucket- List!

Das ultimative Must- have: „Die Liste vor der Kiste!“

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Bevor es irgendwann unerwartet ganz leise an der Tür klopft …

Es geht doch wirklich absolut nichts über perfekte Planung und bestens durchorganisierte Menschen haben selbstverständlich Ihren elektronischen, bzw. digitalen Timer immer am Mann, bzw. an der Frau und zwar in Form eines Smartphones. Akribisch getaktet, bloß keine Minute mit Sinnlosigkeiten, geschweige denn Stille und Nichtstun verschwenden und immer hart am Wind der Viel- und Vollbeschäftigung segeln! Umso voller der eigene Terminkalender, umso bedeutender fühlt sich der Mensch, umso gefühlt inhaltsvoller und erfolgreicher das eigene Leben. Umso verplanter und schneller die Zeitschleife der eigenen Existenz mancher Menschen abläuft, umso mehr Wichtigkeit wird damit in das hinein interpretiert, was man intensiv, bewusst und genussvoll erleben sollte, weniger hingegen sollte man das Leben abarbeiten wie das tägliche Pensum im Steinbruch.

Ganz wichtig und das ultimative Must- have ist mittlerweile die „Bucket- List“, die Löffel- Liste oder Liste vor der Kiste bevor man schlicht und ergreifend den Löffel abgibt. Diese Abhak- Listen für´s angeblich ultimative Lebensglück bevor man denn irgendwann einmal von dieser Welt abdankt, verbreiten sich mittlerweile wie viraler Schwachsinn und das geht mittlerweile tatsächlich schon so weit, dass man zum Geburtstag gefragt wird, ob man denn zwischenzeitlich wenigstens einen Großteil der eigenen Bucket- List abhaken konnte.

Hab ich da irgendwie etwas nicht mitgekriegt? Ist an mir etwa völlig vorbei gerutscht, dass wir offensichtlich ein Mindesthaltbarkeits- Datum haben oder der Akku des Lebens nur eine äußerst begrenzte und sehr überschaubare Lebensdauer hat? Ja, geht´s denn noch?!!!

Wo es früher mal fast bewundernd hieß: „Wie in Deinem Alter noch …!“, wobei dabei die Altersgrenze völlig im Unklaren blieb, wird man heute auf die Liste vor der Kiste angesprochen! Vermeintliches Lebensglück zum Abarbeiten und Abhaken, am besten noch im elektronischen Timer gespeichert, damit man´s bloß nicht vergisst und keinen Termin verpasst! Jetzt weiß ich endlich, was mir definitiv (nicht) fehlt im Leben …

Was sich mir dabei völlig verschließt: Gibt man den Löffel sofort ab, wenn die Liste vor der Kiste abgearbeitet ist oder lebt man solange, bis die Liste vollständig abgehakt worden ist? Und was passiert, wenn ich die Liste endlich durch habe und mir eine neue Löffel- Liste vorschwebt. Darf ich dann nochmal ran oder gibt´s hier nur eine einzige Chance? Gibt es für eine vollständig abgearbeitete Bucket- List eigentlich Bonus- Punkte für was auch immer oder wirkt sich das im Endergebnis garnicht aus? Tja, und was ist, wenn ich gar keine Liste vor der Kiste habe? Lebe ich dann ewig bis mir das passende einfällt oder habe ich dann garnicht gelebt? Das wichtigste jedoch überhaupt: Brauche ich zwingend eine Bucket- List als Wegweiser, um Lebensglück zu entdecken oder führe ich ein trauriges und glückloses Leben gänzlich ohne Löffel- Liste? Ist es vielleicht nicht sogar vielmehr so, dass ich ein weitaus intensiveres und glücklicheres Leben führe, wenn ich mich spontan überraschen lasse, anstatt mich anhand eines Abhak- Zettels auf der Suche nach dem Glück leiten zu lassen und mich von dieser Liste vor der Kiste abhängig zu machen?

Ganz ehrlich? Ich brauche, um ein intensives, bewusstes, glückliches und einfach tolles Leben zu führen weder einen elektronischen Timer, noch eine Liste vor der Kiste! Ich lebe ungeplant und ohne jegliches Zeitgefühl; ich „DARF“ und „WILL“, anstatt einem ich „muss“; ich esse, wenn ich Hunger habe; steige morgens aus meinem Bett, wenn ich ausgeschlafen habe, und ich genieße ausgiebig und intensiv alles das, was mir das Leben an Überraschungen und Herausforderungen schenkt. Ich gestalte mir meine Welt, wie sie mir gefällt und das ist gut so. Für mich persönlich ein Leben in absoluter Gelassenheit, Harmonie, Inspiration, Freiheit und Bewusstsein. Eine Liste vor der Kiste? Ja, klar unbedingt, auf alle Fälle und mit absoluter Sicherheit definitiv nicht!

Und die Sache mit dem „Was Du in Deinem Alter …?“ korrigieren wir mal ein bisschen, zumal die Epigenetik es äußerst erfolgreich als Errungenschaft der Lebensverlängerung geschafft hat, den Alterungsprozess bei Mäusen mit Hilfe von reprogrammierten Zellen um ein Drittel zu verzögern und jetzt versucht, diese Kenntnisse auf den Mensch zu übertragen. Aber auch egal! Gestorben wird ohnehin – und das eindeutig ohne Liste vor der Kiste – erst mit 120 Jahren und einem Tag. Denn wer will diese Welt bitte schon an seinem 120. Geburtstag verlassen?

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Einfach anders sein …

„Außergewöhnlich gewöhnlich und abnormal normal“

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Das Märchen vom kleinen schwarzen Schaf, das so gerne wie alle anderen sein wollte!

Und wie alle Märchen, beginnt auch dieses mit: Es war einmal …

Ein kleines schwarzes Schäfchen wurde in eine große Herde von weißen Schafen geboren. Seine Eltern waren ebenfalls beide schneeweiß wie all die anderen Schafe, und niemand konnte sich so recht erklären, weshalb ausgerechnet dieses kleine Lämmchen als einziges von unendlich vielen schwarz war.

Nachdem sich das kleine Lämmchen von der anstrengenden Geburt etwas ausgeruht und noch ein wenig in der warmen Mulde mit seiner Mutter gekuschelt hatte, nahm es all seinen Mut zusammen, und lief freudig neben ihr über die Wiese, um dort endlich alle anderen zu begrüßen. Es sprang fröhlich auf die anderen kleinen Lämmchen zu, überglücklich gleich so viele ebenso kleine neue Freunde gefunden zu haben.

Zunächst hatten alle das kleine Schäfchen neugierig, wenn auch etwas reserviert, aus der Ferne beobachtet. Als es ihnen jedoch näher kam, flüchteten alle zu ihren Müttern und liefen dann gemeinsam mit all den anderen ans äußerste Ende der Weide. Das kleine Schäfchen dachte zunächst an ein lustiges Spiel und rannte allen anderen Schafen und Lämmern hinterher. Doch wieder passierte genau das gleiche. Alle anderen liefen sofort in die genau entgegengesetzte Richtung.

Das kleine Schäfchen kam mit seinen noch so kurzen Beinen garnicht hinter den anderen her und rief deshalb laut: „Hey, wartet doch auf mich. Ich will doch mitspielen!“ Da blieb das Leittier, ein großer und mächtiger Schafsbock, stehen. Er drehte sich nach dem kleinen Lämmchen um, schaute es sehr böse an und sagte laut: „Verschwinde, wir wollen nichts mit Dir zu tun haben!“ Das kleine Lämmchen blieb erschrocken stehen, sah ängstlich den großen Schafsbock an und sagte verständnislos:“ Aber warum denn nur? Ich bin doch einer von Euch. Ich bin doch nur ein Schaf und genauso wie Ihr alle!“ Der große Schafsbock, schon merklich ruhiger, aber noch immer sehr abweisend und feindselig, sah das kleine Schäfchen ruhig an und sagte nach einer ganzen Weile: „Nein, das bist Du nicht! Wir alle sind weiß, das siehst Du ja wohl, und Du als einziger bist schwarz und deshalb wirst Du niemals einer von uns sein!“

Das kleine Lämmchen lief ganz langsam zu seiner Mutter zurück, sah sie traurig an und sagte mit leiser Stimme: „Mama sag, warum darf ich nicht einer von ihnen sein? Ich bin doch ebenso ein Schaf wie sie alle, nur eben noch ganz klein!“ Die Mutter stupste das Lämmchen an, sah ihm tief in die Augen: „Ja, mein Kleines, Du bist ein Schaf wie alle anderen. Aber alle weißen Schafe werden immer nur sehen, dass Du schwarz bist. Für sie bist Du anders und deshalb lehnen Dich alle ab. Für mich allerdings bist Du außergewöhnlich und etwas ganz besonderes eben weil Du schwarz bist.“

Das kleine Schäfchen dachte lange nach und sagte dann: „Mama, werde ich deshalb niemals zu allen anderen gehören?“ Die Mutter blickte ihrem Lämmchen liebevoll in die Augen: „So ist es, mein Kleines! Du wirst für immer anders sein, ein schwarzes Schaf, und aus diesem Grund werden Dich auch alle anderen immer ablehnen. Sie sehen nicht in Dein großes Herz, und sie wollen nicht sehen, dass Du genauso bist wie sie alle. Sie werden immer nur als Besonderheit Dein schwarzes Fell sehen!“

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Text: © Jutta A. Lotz- Hentschel

Detox your life!

„Wenn weniger mehr ist“

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Was wir definitiv nicht brauchen!

Noch einmal zur Erinnerung für alle diejenigen, die noch immer und unverbesserlich der Ansicht sind, uns täglich nach ihren Vorstellungen zwangsweise missionieren und belehren zu müssen.

Wir brauchen definitiv keine selbsternannten Super- Gurus, die uns für „Nur viel Bares ist wahres!“ erklären, wer wir sind und wer wir sein könnten ohne uns jemals zu fragen, wer wir wirklich sein wollen.

Wir brauchen auch keine Lebens- Bedienungsanleitung, die wir nur noch einmal durchlesen müssen, um zu erfahren, wo bei uns die Stop- Taste ist.

Wir brauchen für unser kleines narzisstisches Ego auch keine Fan- Gruppe, die schon deshalb Standing Ovations gibt und uns liked, nur weil wir mal geniest haben, und wir brauchen auch definitiv keine innovative, wissenschaftlich fundierte, computergestützte, individuelle, ganzheitliche und als absolut unverzichtbar angepriesene Anleitung zum Selbstmanagement, um für das Überleben im angeblich so gefährlichen Lebens- Dschungelcamp Update 2.0 trainieren zu können.

Wir brauchen auch niemanden, der uns täglich beteuert, dass wir für ihn der ultimative Lebensretter sind, ohne den er sich frühzeitig schon eine Kugel in den Kopf gejagt hätte oder ohne unseren Beistand längst am Strick des eigenen selbst gezimmerten Galgens baumeln würde! Kapiert es endlich: Wir retten immer und grundsätzlich nur uns selbst!

Was wir brauchen ist nur eines: Den Mut zur unabdingbaren Stille und Einsamkeit, in der wir endlich wieder unserem eigenen Seelen- Geflüster lauschen können, das uns sagt, wer wir wirklich sind und was wir tatsächlich brauchen, um ganz in Einklang und Balance wir selbst zu sein!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Game over!

„Das endgültige GAME OVER“

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Das Ende aller Ausreden!

Wie viele Argumente und Ausreden liefern Sie sich eigentlich noch immer täglich selbst, um Ihre bequeme und warmgekuschelte Komfortzone nicht verlassen und sich eingestehen zu müssen, dass Sie nicht in der gefühlten Champions League Ihres Lebens mitspielen, sondern eher auf der Reservebank der Kreisliga sitzen?

Fakt ist unbestritten: Sie wurden geboren, aber haben Sie sich auch wirklich für das wahre Leben mit allen sich bietenden Facetten, Chancen, Herausforderungen und Möglichkeiten entschieden? Haben Sie bereits vor sich selbst kapituliert und resigniert oder schwimmen Sie bereits bewusst gegen den Strom? Was hindert Sie daran, Ihre Visionen und Ziele sehr erfolgreich in die Tat umzusetzen und endlich Ihr Leben in seiner ganzen sich bietenden Vielfalt und Fülle zu (er-)leben? Welcher faulen Ausrede bedienen Sie sich eigentlich bevorzugt, um sich Ihre persönliche Kapitulation vor dem Leben selbst zu erklären, weiterhin zu rechtfertigen, zu relativieren und und vehement schönzureden?

Die Bezeichnung „Komfortzone“ hört sich zunächst einmal sehr nach Stabilität und Sicherheit, einem überaus luxuriösen und sorgenfreien Umfeld an. Was jedoch gerne übersehen wird: Auch eine selbstgewählte latente Opferhaltung und das eigens eingeredete angebliche Elend können zu einer gefühlten Komfortzone werden, einem Lebensbereich, den man kennt, der berechenbar und transparent erscheint, an den man sich gewöhnt hat, der zur Routine geworden ist und an dem man dauerhaft festhält. Die Problematik hierbei ist, dass die gefühlte und gelebte Komfortzone immer kleiner und enger wird; die Grenzen, in denen wir uns bewegen, unser Reich Leben immer weiter einschränken. Da wir in unserer selbstauferlegten Starre und aufgrund einer fehlenden übergeordneten Betrachtung uns das ganze noch immer als (Norm-)ale Entwicklung erklären, nehmen wir nahezu kritiklos diesen Zustand an und akzeptieren diesen ohne auch nur einen einzigen Schritt in Richtung Befreiung aus dieser Einzelhaft in unserem Seelengefängnis zu gehen.

Im Laufe vieler Jahre meiner Praxisarbeit gibt es wohl kaum eine kreative und phantasievolle Antwort auf die Frage „Was hindert Sie eigentlich daran, endlich ein glückliches, bewusstes, sinnliches, intensives und erfolgreiches Leben zu leben?“, die ich noch nicht von meinen ratsuchenden Klienten gehört habe. Ich musste dabei leider feststellen, dass gefühlte „Opfer“ in der Regel erheblich mehr Energie in ihre Erklärungsversuche, weshalb sie ihr Drama weiter pflegen und aufrechterhalten, legen, als in die Schilderung einer möglichen Vision eines sinnerfüllten und glücklichen Lebens. Geschafft haben es in die Nominierungen der Top- Ten- Liga der ultimativen Ausreden diese zehn Aussagen.

Mein persönlicher Top- Favorit der zündendsten Pseudo- Argumente: „Weil ich Steinbock, Löwe oder sonst was mit Aszendent XY, Sonne im vierzehnten Haus und einem ganz bedrohlichen Lilith- Aspekt und Mond und Saturn im geht-nicht-mehr habe, bin ich gezwungen, grundsätzlich immer auf Nummer sicher zu gehen und deshalb keinerlei Risiko einzugehen!“

Die Auflistung dessen, was man alles angeblich naturgegeben und schicksalhaft nicht kann oder können soll und wozu man angeblich nicht in der Lage ist, weil man ausgerechnet in diesem oder jenem Sternzeichen mit einem Aszendenten im was auch immer geboren wurde, ist hierbei unüberschaubar lang, wird auch entsprechend kreativ gestaltet und permanent auf alle erdenklichen Lebenslagen ausgeweitet. Untermauert und zementiert wird das ganze gerne mit Hilfe eines hauseigenen, zumeist hoch- ambitionierten Hobby- Astrologen, der in periodischen Abständen gerne mal um Rat gefragt wird und das ganze Elends- Szenario noch entsprechend befeuert, protegiert und bestätigt.  

Besonders gut kommt bei mir auch an: „In fünfzehn Jahren gehe ich ohnehin in Rente, das ziehe ich jetzt noch voll durch und dann fange ich erst einmal so richtig an zu leben, die Zeit kriege ich bis dahin auch irgendwie noch rum!“

Bedenkt man, dass zwischen der Geburt und dem eigenen Tod das liegt, was man gemeinhin Leben nennt, sollten Sie sich an dieser Stelle selbst eingestehen, dass Sie lediglich versuchen, die noch verbleibenden Jahre bis zu Ihrem unausweichlichen Lebensende irgendwie rumzukriegen, aber mit Sicherheit diese nicht intensiv und sinnerfüllt erleben! Aspiranten dieser Couleur rate ich immer besonders gerne zu dem Film „Das Beste kommt zum Schluß !“ mit Morgan Freeman und Jack Nicholson. In diesem Film treffen sich zwei an Krebs erkrankte Männer, die nur noch sechs Monate zu leben haben und die angesichts des eigenen Todes eine Bucket- List mit den wichtigsten Taten, Herausforderungen und Begegnungen erstellen, die sie unbedingt noch bis zu ihrem Tod erleben und vollenden wollen. Ein sehr zu Herzen gehender und aufrüttelnder Film, der uns die Endlichkeit unseres eigenen Lebens vor Augen führt, aber auch wie trivial, unachtsam und sorglos wir mit dem Thema Lebenszeit umgehen, als wäre unser Leben nie endend und beliebig verlängerbar.  

Ein für mich wirklich einleuchtendes und überzeugendes Argument: „Am 20.Dezember 2012 sollte ohnehin schon mal die Welt untergehen, das passiert irgendwann ganz bestimmt, und da lohnt sich doch jetzt kein Einsatz mehr!“

Und was haben Sie gemacht, als Sie am 21.Dezember 2012 morgens aufgewacht sind und die Welt sich wider Erwarten noch immer drehte? Bedenken Sie bitte bei Ihren Überlegungen, dass in immer wiederkehrenden periodischen Abfolgen auch in der Vergangenheit immer wieder mal ein drohender Weltuntergang vorausgesagt wurde. Und? Es ist absolut nichts passiert und uns gibt es noch immer! Wie also möchten Sie in Zukunft Ihr Leben gestalten und wie möchten Sie es erleben? Schaumgebremst und sehr verhalten mit dem Blick auf den nächsten drohenden Weltuntergang oder endlich frei, intensiv, glücklich und sehr sinnlich und sinnerfüllt?    

„Ich bin doch schon seit zwanzig Jahren in meiner miesen Beziehung, das lohnt doch nicht mehr jetzt noch einmal nach etwas anderem zu suchen, bei anderen Paaren sieht es auch nicht anders aus!“

Greift man täglich zu einem Hammer, um sich mit Genuss auf den Daumen zu schlagen, gewöhnt man sich auch irgendwann einmal an den einsetzenden Schmerz! Wen interessiert wirklich, ob andere täglich zum Hammer greifen; müssen Sie deshalb das gleiche tun? Geben Sie sich nicht mit dem zufrieden, was Sie bereits bestens kennen, sondern nur mit dem, was Sie wirklich glücklich und intensiv, leidenschaftlich und mit Hingabe leben möchten. Sie haben nicht Ihre am Nullpunkt dümpelnde Beziehung aufgegeben und akzeptiert, realisieren Sie bitte, Sie geben sich selbst damit auf und verraten Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse und damit sich selbst täglich aufs neue!  

„Ich habe nie in meinem Leben den richtigen Partner gefunden, der das nötige Kleingeld, das super- tolle, vollständig bezahlte große Haus und die Luxus- Karosse besitzt; seine Aufmerksamkeit ausschließlich in mich, selbstverständlich mit allen Exklusivrechten, tollen  Urlauben und dem Einkaräter zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest investiert, mich immerwährend auf Händen trägt und mir das Gefühl gibt, seine Göttin zu sein. Deshalb habe ich aufgegeben, überhaupt noch zu hoffen, den Richtigen finden!“

Sie sollten sich endlich eingestehen, dass Sie noch immer dem naiven Märchen von der Prinzessin auf der Erbse und damit einem völlig unrealistischen Traum hinterherlaufen! Glauben Sie wirklich, dass ein vorzeigbares Haus, ein Auto der Luxusklasse und tolle Urlaube in Edel- Refugien die Qualität einer glücklichen Beziehung ausmachen? Halten Sie weiterhin an diesem unerfüllbaren Traum fest, empfehle ich Ihnen im Gegenzug: Träumen Sie weiter alleine vom unerreichbaren Glück in Ihrem Leben in Ihrem einsamen Wolkenkuckucksheim oder fangen Sie alternativ endlich damit an, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen! Steigen Sie endlich und für immer aus der selbst geschaffenen Abhängigkeit aus, sich ausschließlich über materiellen Besitz zu definieren und der Unterordnung gegenüber einer Norm, was man angeblich alles, inklusive einem erfolgreichen und vorzeigbarem Mann und viel Blingbling am Ringfinger, besitzen muss, um sich selbst bestätigt, dazugehörig und wertgeschätzt zu fühlen. Verinnerlichen Sie bitte endgültig, dass ein glückliches, bewusstes und intensives Leben absolut nichts mit der Anhäufung von materiellem Besitz gemein hat und man dies alles auch für kein Geld dieser Erde käuflich erwerben kann. Lebensqualität und Intensität, Glück und Erfülltheit, Achtsamkeit und Zufriedenheit sind ein Geschenk des Lebens an uns. Der Preis dafür ist, sich von einigen Dingen endgültig zu verabschieden, die uns bisher keinen Meter weiter gebracht haben. Ein Abschied von zumeist selbst eingeredetem Mangeldenken, blankem Egoismus, Paradigmen, begrenzenden Verhaltensmustern, selbst auferlegten Glaubenssätzen und althergebrachten Strukturen.  

„Meine astrologische Konstellation in meinem Geburtshoroskop ist derart ungünstig, deshalb kann ich in diesem Leben gar kein Glück haben!“

Sie sollten sich darüber im klaren sein, dass Ihr ursprüngliches Geburtshoroskop niemals Ihr Leben bestimmt, sondern ausschließlich Sie selbst bestimmen welchen Weg Sie gehen möchten! Indem Sie sich in die Abhängigkeit von nicht beeinflussbaren Aspekten, wie einer imaginären astrologischen Konstellation begeben, haben Sie vor dem Abenteuer Leben bereits restlos kapituliert und sich die Verantwortung für Ihr Leben, Ihre ganz persönliche Macht, restlos abnehmen lassen. Wachen Sie endlich auf, werden Sie aktiv und vor allen Dingen, fangen Sie endlich an eigenverantwortlich zu leben! Sie wurden geboren, um zu leben und nicht um lebenslang auf den unausweichlichen Tod zu warten!  

„Ich habe solch ein mieses Karma aus einem meiner früheren Leben, das kriege ich in diesem Leben ohnehin nicht mehr los!“

Karma bedeutet immer eine Lernaufgabe und nicht etwa lebenslanger Fluch! Sie entscheiden immer und grundsätzlich selbst: Sind Sie endlich bereit zu lernen und Ihr Leben als Ihr größtes Abenteuer und Herausforderung zu sehen oder stehen Sie sich auch weiterhin mit Vorsatz und Ignoranz Ihrer Aufgabe, das Leben in seiner ganzen Fülle und seinem Reichtum zu erleben, mit beiden Füssen auf Ihrer (Lebens-)Bremse? Die Welt wartet auf nichts anderes als Ihre Antwort, setzen Sie endlich das Signal: Ich nehme mit Hingabe die Herausforderung an und ich will mein Leben sinnerfüllt und intensiv erleben !  

„Ich wünsche mir einfach, was ich haben will und mache dafür täglich 100 Affirmationen an das Universum, da wird sich irgendwann schon was ändern!“

Hier stellt sich für mich die ganz einfache Frage: Wann ist zum einen irgendwann und mal ganz ehrlich, haben Sie jemals jemandem die Hand schütteln dürfen, dem tatsächlich das vollumfänglich geliefert wurde, was er sich im kosmischen Supermarkt bestellt hat? Nein? Meine Gratulation, ich ebenfalls noch nicht! Und ganz ehrlich? Realisieren Sie bitte endgültig, dass es die Geschenke- Abwurfstelle des Universums nichts gibt und bisher noch nicht einmal eine Wunsch- Hotline nach oben geschaltet wurde. Wann hören Sie endlich damit auf noch an dieses naiv- kindliche Märchen zu glauben und daran eisern festzuhalten. Gestehen Sie sich möglichst heute noch ein, dass nichts, absolut nichts, in Ihrem Leben passieren wird, außer Sie werden selbst aktiv, bewegen Ihr Hinterteil und verlassen endlich Ihre gut geheizte und überaus bequeme Kuschelzone, die schon zu lange zum Seelenknast geworden ist !

„Bis jetzt ist alles immer nur schlechter geworden und wer weiß, was da noch kommt. Jetzt weiß ich wenigstens, was ich (nicht) habe!“

Kein Problem: Mit diesem Mangeldenken gesegnet, sollten Sie sich jedoch bereits jetzt mit dem Gedanken anfreunden, auch noch das letzte bisschen, das Sie heute noch besitzen, zu verlieren! Sie sollten sich ganz schnell mit der Tatsache anfreunden, dass Sie immer genau das bekommen, mit was Sie sich am meisten mental beschäftigen: Mangel oder Fülle, Glück oder Drama, alles oder nichts, Sie haben die ganz große Auswahl und entscheiden! Lieber weiter mit Mundwinkeln, die tiefer hängen als die Unterkante Ihres Kiefers, durch´s Leben schleichen und sich weiter hinter Ausflüchten und Ausreden verstecken oder endlich aufrecht, hoch erhobenen Hauptes und mit Siegerlächeln im Gesicht machtvoll und eigenverantwortlich durch das Leben schreiten? Sie sollten sich endlich entscheiden! Sagen Sie endlich „JA!“ zum Leben oder weiterhin „NEIN!“ zur Herausforderung Ihr Leben in seiner Vielfalt zu erleben?

„Ich habe mich ohnehin schon daran gewöhnt, dass ich im Leben niemals Glück haben werde, das war schon bei meinen Eltern, Großeltern, Ur- Großeltern so, das habe ich halt geerbt!“

Zum einen gibt es keine genetische Disposition zum lebenslang gepachteten Unglück und Drama und haben Sie zum anderen schon einmal darüber nachgedacht, dass man ein angebotenes Erbe auch einfach ablehnen kann ohne dafür in der Hölle zu landen oder Minus- Punkte auf dem eigenen Karma- Konto anzusammeln? Gestehen Sie sich am besten heute noch ein, dass Sie sich und Ihre Lebensziele mit dieser ultimativen faulen Ausrede täglich und bereitwillig selbst verraten! Nicht Ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern bestimmen bis auf weiteres Ihr Leben, sondern Sie. Sie allein besitzen die Exklusivrechte an Ihrem Film „Leben“! Entscheiden Sie bitte endlich selbst, wie dieser heißen soll: „Vom Winde verweht!“ oder doch lieber „Grandioses und sinnliches Geschenk Leben!“

Ein mehr als auffälliges Kuriosum ist, dass sich nahezu alle Menschen, die täglich ihren ganz persönlichen „Bacillus Opferitis“ oder die abgrundtiefe und selbstgeschaffene Drama- Suhle pflegen, wie eine erstrebenswerte Eigenschaft, gerne in kollektiven Elends- Netzwerken und Opfer- Allianzen bewegen. Im Durchschnitt kennt ein jeder, der sein Opfer- Dasein derart hingebungsvoll düngt und weiterhin nährt, noch mindestens ein halbes Dutzend weitere Menschen, denen es mindestens ebenso schlecht geht, wenn nicht sogar schlimmer. Als Synergieeffekt dieses kollektiven Beweinens und Bejammerns des irdischen und angeblich schicksalhaften Daseins und der immerwährenden Benachteiligung, wird die eigene Trägheit und Bequemlichkeit schöngeredet, relativiert, schlussendlich als normal betrachtet und gemeinsam akribisch nach Beweisen für diesen Zustand gesucht. Im Hinblick auf das eigene Opfer- Dasein stellt man sich nicht mehr die zwingend notwendige Frage nach dem „Wie?“ auf der Spurensuche nach der ultimativen Lösung der Herausforderung, sondern sucht ausschließlich und grundsätzlich nur die Antwort nach dem „Warum?“ und vor allen Dingen „Wer?“. Ein selbst ernanntes Opfer sucht keinen Weg aus dem Dilemma, sondern vielmehr die Begründung und Rechtfertigung dafür, warum es Opfer geworden ist und wer dafür im außen verantwortlich gemacht werden könnte.

Man trifft sich oft und gerne mit ebenso bedauernswerten und bedürftigen Gleichgesinnten, tauscht sich unablässig aus, bejault und beklatscht mit Hingabe gegenseitig die Tatsache, wie sehr man doch vom Leben benachteiligt wurde und wie angeblich unverdient gut es doch nur den anderen gehe. Den farbenprächtigen Schilderungen des eigenen bedauernswerten Elends sind hier keinerlei Grenzen gesetzt, ganz im Gegenteil befeuern sich die zahlreichen Mitglieder dieser kollektiven Elends- Netzwerke im Zuge der Gruppendynamik gegenseitig und tragen damit maßgeblich zur Akzeptanz der angeblichen Gründe und vor allen Dingen, der Suche nach Schuldzuweisungen gegenüber in der Regel abwesenden Dritten, weshalb man ehemals gewählte Ziele und Visionen angeblich nicht erreichen konnte, bei. Fakt ist definitiv: Jaulen ist Kult und mittlerweile gesellschaftsfähig! Man betrauert kollektiv das gemeinsame Schicksal und akzeptiert ergeben das schier Unvermeidliche und Unausweichliche.

Was ebenfalls auffällt: Diese kollektiven Opfer- Allianzen scheinen einen hervorragend gedüngten Nährboden für jedwede Ergüsse und Kreationen des esoterischen Absurdistans und einen nahezu unerschütterlichen Glauben an die kosmische Spontan- und Wunderheilung, bzw. magische Wunscherfüllung des Universums zu bieten. In ihrer nahezu naiven Realitätsferne und einem kindlichen Wunschdenken erleben die Mitglieder dieser Drama- Netzwerke nicht mehr das Leben bewusst mit all seinen Facetten, Möglichkeiten und Herausforderungen, sondern warten hingegen bewegungslos und starr auf die freundliche Zauberfee, die ihnen ihre Wunschträume möglichst schnell und vollständig erfüllt und das ganze gerne über Nacht „all inclusive“ und passgenau auf dem güldenen Tablett serviert.

Durchforsten auch Sie noch immer jede Woche akribisch die Liste der Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt auf der Suche nach dem neuesten überaus erfolgversprechenden und hochgelobten Werk aus dem Bereich des „Wünsch Dir das Leben super- glücklich und rosarot!“, um sofort im Anschluss daran die Buchhandlung Ihrer Wahl zu stürmen? Wundervoll! Jeder Erfolgsautor dieses Genres wird Sie als Traumkunden und treuen Käufer seiner geistigen Ergüsse lieben und schätzen. Sie können jetzt bereits sicher sein, dass zumindest der Wunsch des Autoren mit dem reißenden Absatz seines Werkes, zu dem auch Sie maßgeblich in Ihrer Euphorie beigetragen haben, in Erfüllung gegangen ist.

Mal ganz ehrlich: Wie viele dieser Wunsch- Standard- Werke stehen bei Ihnen bereits zerlesen und mittlerweile recht eingestaubt im Regal? Glauben Sie tatsächlich noch immer an das wundersame Märchen, der kosmische Supermarkt des Universums warte nur darauf, seine Tore zu öffnen, um seine Gaben an Sie zu verteilen? Ist Ihnen jemals nach Lesen der Anleitung zum erfolgreichen Wünschen und anschließendem Praktizieren der empfohlenen 100 Affirmationen pro Tag die kosmische Fee erschienen, um Ihnen mit devot gesenktem Haupt die Erfüllung Ihres Herzenswunsches sogleich auf dem Silbertellerchen zu präsentieren? Wie? Sie warten noch immer vergeblich? Sie sollten an dieser Stelle weniger darüber nachdenken, ob Sie vielleicht doch einen Fehler hinsichtlich der Formulierung oder Absendung Ihres Herzenswunsches an den Supermarkt des Universums gemacht haben, sondern vielmehr darüber, dass Sie in Ihrem naiven Wunschdenken einer unreifen Illusion, bzw. einem gigantischen Selbstbetrug erlegen sind.

Leider muss ich Sie an dieser Stelle, auch wenn Sie das vielleicht bis jetzt trotz inzwischen eventuell leise aufkommender Zweifel nicht wahrhaben wollten, einer Ihrer vielleicht letzten Illusionen berauben: Zum einen existiert der kosmische Supermarkt des Universums definitiv nicht, der sehnlichst erwartete magische Liefer- Service wird auch nicht bei Ihnen klingeln und ob Sie täglich 100 oder aber 1.000 Affirmationen an das Universum schicken oder es besser gleich bleiben lassen, spielt ebenfalls keinerlei Rolle, denn die vielgepriesene magische Wunscherfüllung gibt es nicht und wird es auch niemals geben! Ein kleines Licht des Trostes, auf das Ihnen dieses auf dem Weg des Erwachens Licht spenden möge, sei Ihnen an dieser Stelle mitgegeben: Seien Sie jetzt bitte nicht traurig, das Geld, das Sie für diese Bücher ausgegeben haben, ist nicht wirklich verloren, das besitzt jetzt nur ein anderer!

Sie sind jetzt endlich aus Ihrem Dornröschen- Schlaf erwacht und wieder auf dem Boden der Realität angekommen? Wundervoll, dann haben Sie jetzt bereits den ersten und vielleicht schwersten, aber auch wichtigsten Schritt in Ihr befreites Leben und eine zukünftig sinnerfüllte Zukunft getan! Verabschieden Sie sich bitte endgültig von illusorischen Wunschträumen und kindlichem Glauben an Märchen, Rituale und Zauberformeln, die ohnehin nicht funktionieren, sondern Ihnen lediglich immer wieder aufs neue bestätigen, niemals Glück im Leben verdient zu haben. Hören Sie endlich damit auf, Ihr angeblich desaströses Geburtshoroskop und Ihr übles Erbe in Form eines miesen Karmas als Ausrede für Ihre eigene Trägheit und Bequemlichkeit verantwortlich zu machen. Verschwenden Sie nicht länger Ihr wertvolles Potenzial und Ihre ungeahnten Ressourcen damit, weiterhin Ihre Opfersuhle täglich neu zu pflegen, zu zementieren und Ihr bisher erreichtes eingeschränktes Limit als ultimative und höchstmögliche Königsklasse zu relativieren. Hören Sie endlich auf damit, sich selbst täglich neue Ausreden und Argumente dafür zu liefern, weshalb Sie nicht das Leben führen, das Sie gerne führen würden und nicht der Mensch sind, der Sie so gerne wären!

Der nächste Schritt zurück ins Leben: Wachen Sie endlich aus dem kollektiven und komatösen Tiefschlaf auf und fangen Sie damit an endgültig Formulierungen, wie z.B. „wenn …“ und „eigentlich …“ aus Ihrem Wortschatz zu streichen. Wenn nicht heute, wann dann? Eigentlich müsste man endlich damit beginnen richtig intensiv zu leben, anstatt nur zu funktionieren und sich weiterhin im Kriechgang durch das Leben zu bewegen und sich lediglich mit der gefühlten unteren Hälfte des Mittelmaßes zufrieden zu geben! Der gefasste Vorsatz klingt zunächst wirklich sehr gut und zukunftsträchtig, wenn … Tja, wenn da nicht das kleine Wörtchen „eigentlich“ wäre! Denn jetzt kommt die ultimative Frage nach dem „wann“! Wann wollen Sie Ihr persönliches Projekt „Leben“ endlich beginnen und voll durchstarten? Wann wollen Sie endlich damit beginnen das zu erleben, was Sie sich bis jetzt mit Vorsatz bewusst vorenthalten haben? Wann möchten Sie endlich so richtig durchstarten?

Wenn am 20.Dezember 2012 die Welt nicht untergeht, Sie endlich Ihre Wohnung renoviert haben, der Garten neu bepflanzt ist, Sie das Renteneintrittsalter erreicht haben, Sie irgendwann den richtigen Partner gefunden haben, die Kinder endlich das Elternhaus verlassen haben, es Ihrem Seelenleben und Ihrer Psyche endlich wieder besser geht oder wenn Sie bereits tot sind? Wann ist wann und was muss in Ihrem Leben entscheidendes passieren, damit Sie endlich aktiv werden und beginnen, Ihr Leben nach Ihren Vorstellungen, Ihren Zielen und Visionen und Ihrer Antwort auf der Suche nach dem Sinn Ihres Lebens selbst zu gestalten und vor allen Dingen zu leben? Bedenken Sie bitte: Nichts ist so gerecht verteilt auf dieser Welt wie die Zeit! Ein jeder Mensch besitzt immer nur 24 Stunden pro Tag dieses überaus kostbaren Gutes und lebt aktuell immer nur dieses eine Leben! Beschäftigen Sie sich ab sofort nicht mehr mit unwichtigem Ballast, der Sie nur weiterhin auf der Stelle treten und dabei ausbrennen lässt, sondern endlich mit dem, was wirklich wichtig und erstrebenswert ist: Mit Ihrem zukünftig sinnerfüllten und sinnlichen Projekt Leben!

Eventuell fällt Ihnen die Antwort auf die gestellte Frage hinsichtlich des „Wann?“ etwas leichter, wenn Sie sich darüber im klaren sind, dass Ihr Leben nicht ewig währt und es niemals den falschen Zeitpunkt gibt, das richtige zu tun. Liefern Sie sich selbst nicht mehr täglich faule Ausreden, um nicht endlich aktiv zu werden und weiterhin Ihre Lethargie und Bewegungslosigkeit zu pflegen. Hören Sie endlich auf damit, Menschen, die mit Vorsatz und bewusst weit unter ihrem Potenzial leben und anstatt zu agieren nur reagieren, als leuchtendes Beispiel auf den Opfer- Thron Ihres eigenen Versagens zu heben und sie weiterhin tatkräftig darin zu unterstützen, indem Sie gemeinsam mit ihnen ihr angeblich so bedürftiges Schicksal bejammern, beweinen und unablässig diskutieren, wer von Ihnen die schlechtesten Karten des Lebens gezogen hat. Lassen Sie sich nicht länger von der negativen, besserwisserischen und pessimistischen Haltung und Denkstruktur von selbsternannten Opfern beeinflussen und weiterhin einreden, das lebenslang gepachtete Elend sei leider schicksalhaft und dagegen können man definitiv nichts tun.

Ich rate Ihnen mit sofortiger Wirkung zur fristlosen Kündigung Ihrer Mitgliedschaft in Ihrem ganz persönlichen kollektiven Elends- Netzwerk. Die lange Mitgliedschaft war zwar bisher umsonst, könnte Sie jedoch den sehr kostbaren Sinn Ihres Lebens kosten! Ich kann Sie dahingehend beruhigen, dass Sie mit Sicherheit keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen bei einem sofortigen Entzug befürchten müssen. Ganz im Gegenteil werden Sie in der Lage sein, unbeeinflusst und eigenverantwortlich aus dem gemeinschaftlichen Drama- Dasein auszusteigen und bisher begangene und ausgetretene Pfade zu verlassen, um endlich eine grundlegend positive Veränderung Ihres Bewusstseins in Richtung Transformation mit Blick auf das angestrebte Ziel „Ich und mein neues Leben!“ beginnen zu können. Sie können ganz beruhigt sein: Sie werden absolut nichts verlieren, nichts hergeben müssen und nichts vermissen, ganz im Gegenteil haben Sie die ganz große Chance auf den bisher lediglich erhofften Hauptgewinn. Das Los hierfür haben Sie bereits in der Tasche, greifen Sie endlich danach und holen Sie sich jetzt das ab, was Ihnen schon immer gehört: Ihr glückliches und sinnliches Leben!

Nichts und niemand kann Sie daran hindern, heute noch damit zu beginnen, Ihre persönlichen Träume und Visionen zu verwirklichen, mit einer Ausnahme: Sie selbst! Fangen Sie endlich an, Ihr Leben und Ihr Lebensglück selbst zu bestimmen und hören Sie nicht mehr auf die Menschen, die Ihnen täglich erzählen, Sie hätten doch schon alles erreicht, was wirklich glücklich macht. Was Sie persönlich unter Lebensglück, Lebensqualität und Intensität definieren, bestimmen ausschließlich Sie selbst und niemals Ihr Partner, nicht Ihr Chef, keinesfalls Ihr bester Freund und schon garnicht Ihr Nachbar! Diese essentiell wichtige Entscheidung treffen Sie täglich allein und in jeder Minute Ihres Lebens neu: Wie will ich leben, wer will ich sein, was ist der Sinn meines Lebens und was brauche ich, um ein sinnerfülltes und glückliches Leben zu führen! Schreiben Sie bitte nicht länger Ihre Hoffnungen, Träume und Visionen als unerfüllbare Illusion ab, sondern fangen Sie vielmehr damit an, sie zu leben, zu fühlen und geben Sie Ihrem Leben endlich einen einzigartigen Sinn und fühlbare Sinnlichkeit, Qualität und Intensität, Glück und Erfolg. Es stellt sich hierbei nicht die Frage, welches zukünftige Ziel Sie für sich gewählt haben, sondern vielmehr welcher Mensch Sie werden müssen, um das angestrebte Ziel auch tatsächlich zu erreichen.

Verinnerlichen Sie bitte: Nichts und niemand kann Sie daran hindern und Sie bremsen, das zu verwirklichen, was allein Sie unter ultimativem Lebensglück verstehen und definieren. Realisieren Sie bitte: Alles was Sie benötigen, besitzen Sie bereits; Sie waren bisher nur nicht in der Lage dieses Potenzial zu erkennen und dieses sinnvoll und zielgerichtet für sich selbst einzusetzen. Als Kompensation dieses Mangels haben Sie sich zumeist ausschließlich über das außen konkurrierend definiert, jedoch niemals Ihre ganz eigene Vision von Ihrem Leben gelebt. Die Definition, was Lebensglück und Sinn des Lebens bedeuten könnte, wird zumeist daran bemessen, was andere besitzen, verwirklichen und erleben. Ein folgenschwerer und fataler Fehler, da hierbei die gesamte Aufmerksamkeit und Fixierung für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nur noch ins außen gerichtet und hierüber gewertet, jedoch nicht mehr auf das wesentliche, die eigene Definition eines Lebenszieles, ins innen gelenkt werden. Ein Wettbewerb mit der mühseligen Einzelanstrengung, unbedingt mithalten und womöglich sogar konkurrieren zu wollen, bei dem man angesichts der eigenen vermeintlichen Defizite und des gefühlten und erlebten angeblichen Mangels nur überaus schlecht abschneiden kann. Was dabei gerne übersehen wird: Durch die Anhäufung materiellen Besitzes wird oftmals lediglich eine öffentliche Zurschaustellung nicht gelebter und nicht umgesetzter guter Vorsätze signalisiert. Hier heißt es nicht etwa „Ich bin, was ich bin!“, sondern vielmehr „Ich bin, was ich besitze und zeige!“. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wir bewerten uns selbst nicht mehr als tatsächlich wertvoll, sondern definieren uns selbst als bedürftig angesichts eines selbst eingeredeten, für uns jedoch im Vergleich mit dem außen, offensichtlichen und erkennbaren Mangels.

Betroffene angeblich Bedürftige beschäftigen und fokussieren sich nicht mehr auf das Erleben der tatsächlich vorhandenen Fülle und dem eigenen Reichtum, sondern nur noch mit einem imaginären Mangel nach dem Prinzip und verinnerlichten Glaubenssatz: „Warum haben andere immer alles und ich nichts?“. Kurioserweise wird die Definition „Alles haben!“ und „Reich sein!“ zumeist ausschließlich an materiellem Besitz festgemacht. Aus diesem Grund sollten wir an dieser Stelle zunächst einmal den Begriff „Reichtum“ genauer beleuchten. Fragen Sie einen Menschen, der sein halbes Leben in Armut auf der Strasse gelebt hat und völlig mittellos ist, was für ihn Reichtum bedeutet, wird er Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach antworten: „Alles was mehr ist als nichts!“. Fragen Sie hingegen einen materiell und finanziell sehr gut gestellten Mitmenschen das gleiche, wird er Ihnen vielleicht die Antwort geben: „Wenn ich meine erste angesparte Million auf dem Kontoauszug sehen kann!“ Reichtum hat jedoch absolut nichts mit finanziellem  Sicherheitsdenken, dem Kontostand und versorgt sein zu tun, sondern vielmehr mit dem, was wir ganz persönlich als Fülle und Sinn des Lebens definieren. Reich ist ein Mensch, der anderen etwas von sich gibt und verschenkt: Verständnis, Sensibilität, Mitgefühl und Empathie, aber auch vielleicht auch Zeit, Aufmerksamkeit und Raum schenken für ein intensives Gespräch, für zwischenmenschlichen Austausch und für ein einander nah sein. Reichtum erwartet und fordert nichts, sondern gibt in der Fülle des eigenen gefühlten und erlebten Reichtums!

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt!“

(Erich Fromm (1900-80), amerikanischer Psychoanalytiker dt. Herkunft)

Reichtum bedeutet, ein Zeichen in die Welt zu setzen und Spuren in ihr zu hinterlassen; endlich das langjährige Herzensprojekt in Angriff zu nehmen und ein Buch mit Gedichten zu schreiben oder nach Jahren wieder zu beginnen, sich künstlerisch zu betätigen, zu malen und vielleicht mit Gleichgesinnten die erträumte Galerie zu eröffnen. Reichtum kann auch bedeuten, mit befreundeten Familien endlich das Mehrgenerationenhaus neuester ökologischer Technologie zu planen und entstehen zu lassen, von dem man schon immer gemeinsam geträumt hat. Reichtum bedeutet für manche Menschen auch, im eigenen Garten genau das komfortable Insekten- Hotel zu bauen, das schon so lange als Bauplan auf dem Reißbrett existiert hat und das jetzt endlich realisiert werden will. Reichtum bedeutet, die eigenen Lebensträume und -ziele zu erspüren, sich darüber klar zu werden, für was das eigene Herz wirklich brennt und Wege zu suchen, diese endlich nach langen Jahren zu realisieren und in die Welt zu tragen.

Da wir aufgrund einer fokussierten Zentrierung auf ein selbst konstruiertes Mangeldenken genau das anziehen, was im Prinzip für uns nicht erstrebenswert ist und ein exaktes inneres Bild davon in unserem Unterbewusstsein erschaffen, nämlich einem latenten gefühlten Mangel, wird sich nach und nach eine tatsächlich reale Bedürftigkeit in allen Bereichen nahezu selbständig in allen Lebensbereichen manifestieren. Das bedeutet schlussendlich, Sie werden auch das kleine bisschen realen Reichtum, das Sie noch besitzen, endgültig verlieren ausschließlich aufgrund der Tatsache und Überzeugung, dass Sie unerschütterlich und fest nicht nur an den Mangel glauben, sondern darüber hinaus Ihren Fokus und Ihre gesamte Aufmerksamkeit darauf gelegt haben, was Sie im Prinzip alles nicht mehr wollen und damit weiteren Mangel erschaffen und anziehen. Ein gutgedüngter Nährboden, um weiterhin unerschütterlich am Mangel festzuhalten und diesen weiter in seinem Wachstum zu nähren!

In dem erfolglosen Bestreben und vagen Hoffnung nach einer grundlegend positiven Veränderung ohne hierbei jedoch die Bereitschaft zu eigenen Aktivität zu entwickeln, beherrschen die Betroffenen nicht mehr Ihr Leben, sondern kontrollieren und verwalten nur noch den erschaffenen Mangel und vergrößern hiermit das, was sie nicht mehr wollen und was sie dauerhaft daran hindert den entscheidenden Schritt zu wagen. Die Angst noch mehr zu verlieren und aufzugeben als bereits geschehen, verhindert somit aktiv jeden Handlungsspielraum. Ausschließlich das endgültige Loslassen des Mangeldenkens und der eigenen Bedürftigkeit, dem Ausstieg aus dem selbstgewählten Opfer- Dasein, gibt Raum für neues, erfüllendes und unerwartetes. Opfer sind kaum noch in der Lage sich vorzustellen und zu visualisieren, dass auf sie noch etwas anderes wartet, als sie bereits bisher kennen gelernt und gelebt haben: Das eigentliche Leben! Geben wir hier jedoch die selbstgewählte Kontrolle und das Festhalten am Drama ab, werden auch wir nicht mehr vom Mangel festgehalten. Ergo: Alles was und woran wir festhalten, hält uns ebenfalls dauerhaft fest und wir gehen hiermit in eine aktive Verhinderung, anstatt dieses Potenzial für eine aktive und grundlegende Veränderung und Transformation zu nutzen!

Für betroffene Menschen, die verinnerlichten Glaubenssätzen unterliegen und diese zu ihrer ganz eigenen Philosophie, nahezu einer Religion, gemacht haben, sprengen diese Endlosspirale nur durch einen radikal veränderten Blickwinkel auf sich selbst und die tatsächlichen Gegebenheiten, nämlich die Ursachen und Gründe für die Tatsache, dass sie ihr Leben nicht mehr eigenverantwortlich, sinnlich und selbstbestimmt leben, sondern sich vom Leben, den Umständen und dem selbsterschaffenen Mangeldenken erleben lassen. Selbst erstrebenswert erscheinende Ziele und Visionen können aufgrund der eigenen Verstrickung in einer dauerhaften Opferrolle nicht mehr uneingeschränkt positiv formuliert werden. Anstatt „Ich will eine emotional erfüllte und glückliche Partnerschaft erleben!“ oder „Ich will in Fülle und Reichtum leben!“, erfährt auch diese zunächst positive Absichtserklärung eine äußerst negative und destruktive Ausrichtung in Richtung „Ich will weg vom Alleinsein!“ oder „Ich will keinen Mangel mehr in meinem Leben!“ oder aber auch gerne „Ich will nie mehr kämpfen!“. Eine grundlegend positive Wandlung wird nur möglich sein, wenn Sie endgültig und für immer damit aufhören sich unablässig mit den Fragen zu beschäftigen, was Sie zukünftig alles nicht mehr wollen, sondern sich vielmehr die Antworten auf die Fragen geben, was Sie tatsächlich leben und erleben möchten. Ein radikaler und endgültiger Abschied für immer vom bisher negativen „Weg wollen von …!“ und hin zu einem zukünftig positiven „Ich will … !“

„Wer sich dauerhaft einer Visualisierung des schier Unmöglichen

verweigert, wird niemals auch nur das ihm Mögliche erreichen!“

Es genügt nicht, lediglich eventuell mögliche erstrebenswerte Ziele vor Augen zu haben. Nur die multidimensionale Betrachtung aus einer neuen Perspektive und die klare Definition einer Vision, bzw. eines Zieles gibt einer tatsächlich auch möglichen Realisierung den dafür notwendigen Raum. Nutzen Sie ihr zur Verfügung stehendes inneres Potenzial, indem Sie sich sofort von allen vagen und schwammigen Aussagen mit Blick auf die Hintertüre zum Tiefkeller der eigenen Ausflüchte und Ausreden in Form von „eigentlich-“, „vielleicht-“ und „eventuell- Sätzen“, sowie ein Leben im Konjunktiv mit halbgaren und vagen Aussagen wie „Ich sollte, ich müsste und ich könnte …!“ für immer verabschieden und diese durch eine deutliche, kraftvolle, radikale und überaus klare Absichtserklärung ersetzen: „Ich will, ich werde und ich darf!“

 

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Urteile nie vorschnell

„Wahr ist nicht immer das, das wir als wahr betrachten!“

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Eine kleine, jedoch sehr berührende Geschichte zum Thema „Schein und Sein“: Eine alte Dame setzt sich am Nachmittag eines warmen Sonnenscheintages in ein Café. Die Kellnerin kommt kurz darauf an ihren Tisch und überreicht ihr die Menü-Karte und erkundigt sich, was sie denn gerne bestellen möchte. Die alte Dame fragt daraufhin: „Wie teuer ist denn bei ihnen ein Stück von der Torte?“

Die Kellnerin antwortet: „Das Stück kostet fünf Euro!“ Die gebrechliche alte Dame holt daraufhin einige Münzen aus ihrer Tasche und beginnt diese ganz langsam und gemächlich zu zählen. Sie schaut die Kellnerin an und fragt sie erneut: „Und was kostet bei ihnen ein ganz einfaches Stück Kuchen?“ Die Kellnerin schon merklich gestresster, da sie noch viele Gäste bedienen muss, antwortet sehr ungeduldig in unfreundlichem Tonfall: „Das kostet bei uns vier Euro!“ Die alte Dame daraufhin: „Das ist gut so, dann nehme ich gerne einmal den ganz einfachen Kuchen für vier Euro!“ Die Kellnerin serviert der Dame mit genervtem Gesichtsausdruck den Kuchen und legt ihr sogleich die Rechnung dafür hin. Leise, aber deutlich hörbar, murmelt sie dabei vor sich hin: „Immer diese geizigen Leute; es kann nie billig genug sein!“

Die alte Dame blieb eine ganze Weile in dem Café sitzen und aß ganz langsam und genussvoll den Kuchen. Dann stand sie langsam auf, legte das Geld neben die Rechnung auf den Tisch und ging davon ohne sich noch einmal umzudrehen. Als die Kellnerin zurückkam, um den Tisch aufzuräumen, stellte sie zu ihrer Überraschung fest, dass die alte gebrechliche Dame ihr neben dem Geld für den Kuchen, den sie ihr gebracht hatte, zusätzlich einen Euro Trinkgeld hingelegt hat. Ihr stiegen vor Rührung die Tränen in die Augen, aber es war bereits zu spät, um sich bei der alten Dame für das, was sie deutlich hörbar zu ihr gesagt hatte, zu entschuldigen. Sie begriff schmerzhaft und fühlte sich dabei ganz klein und schrecklich schlecht, dass die alte Dame sich mit einem einfachen Stück Kuchen zufrieden gegeben hatte, nur um ihr ein Trinkgeld zu schenken!

(Autor leider unbekannt)

 

Diese kleine und sehr berührende Geschichte zeigt uns wieder einmal ganz deutlich und auch aufrüttelnd, dass wir niemals über andere Menschen vorschnell urteilen sollten! Bevor wir über einen anderen Menschen urteilen und werten, uns damit über ihn erheben, sollten wir zunächst einmal mit ganz viel Sensitivität und Empathie hinter die Mauern sehen, um dahinter seine Ängste und Sorgen zu erkennen. Erst dann können wir erkennen, wie zerbrechlich und verletzlich dieser Mensch hinter seiner Maske ist …

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis Ansavita