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Gelassenheit finden!

„Gelassenheit finden im es einfach sein lassen!“

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Manches Mal sind es eben nur die kleinen Dinge, die uns den richtigen Weg zeigen!

 

Ich hoffe doch sehr, dass es bei Ihnen neben dem alljährlich pünktlich mit spätestens dem ersten Advent startendem vorweihnachtlichem und mit viel Schwere überfrachtetem „Ich muss noch dringend …!“, auch noch genügend Raum für ein entspanntes, leichtes und sehr positiv gestimmtes „Ich darf jetzt endlich …!“ und „Ich will …!“  gibt.

Ich kenne unglaublich viele Menschen, die sich mittlerweile, irgendwie steht gerade die Vorweihnachtszeit und insbesondere der Monat Dezember aus mir völlig unbekannten Gründen als Synonym für enorme Hektik und Stress, radikal und konsequent gegen ein „müssen“ und für ein entspanntes „dürfen“ entschieden haben. Der Fokus liegt dabei nicht mehr starr zentriert und ausgerichtet auf das Ziel, sondern vielmehr, verbunden mit weitgehendst planloser Spontanität, purer Sinnlichkeit und bewusstem Genuss auf allen Ebenen, auf dem Weg zum Ziel: Das Glück in der Einfachheit, in der Langsamkeit und vor allem den kleinen Dingen bewusst erleben! 

Nicht mehr die unüberhörbar tickende Uhr fest im gehetzten Blick, sondern dafür die wertvolle Ressource Zeit bewusst genießend. Kein „Ich komme in spätestens zwei Stunden zurück!“, sondern ein entspanntes „Ich bin dann mal weg!“. Rückkehr wann bitte? Man wird sehen, aber auf jeden Fall immer open end

Ein störungsfreies und entspannendes Mittagsschläfchen? Ja, unbedingt und so oft wie möglich! Wie lange? Schaun wir mal, wann wir ausgeruht und dann wieder wach sind … 

Sie essen bereits Ihr ganzes Leben lang abends um 19.00h und das nur, weil es schon immer so war? Nein, ab heute wird gegessen, wenn wir Hunger oder zumindest Appetit haben, und das bestimmen mit Sicherheit nicht die tickende Uhr und irgendwelche uralten traditionellen Gewohnheiten in memoriam!

Sie liegen äußerst bequem auf der gemütlichen Couch, genießen die Stille und lesen ein sehr inspirierendes und interessantes Buch. Im Hintergrund klingelt zum wiederholten Mal ziemlich laut das Telefon. Okay, Ihre Eltern haben Ihnen irgendwann einmal beigebracht, ist man zuhause, muss man auch ans Telefon gehen wenn es läutet. Das habe auch ich selbst irgendwann einmal so in etwa gelernt! Sie haben überhaupt keine Lust sich von der Couch zu erheben oder auch nur nach dem Telefon zu greifen, um sich irgendwelchen völlig sinnentleerten und somit absolut entbehrlichen Gesprächen chronisch Gelangweilter, die bereits zu Beginn zu 100% unter pure Zeitverschwendung verbucht werden können, hinzugeben? Dann lassen Sie es doch einfach sein und bleiben Sie gelassen und tiefenentspannt auf der Couch liegen! Irgendwann einmal legt sich so ziemlich jedes hartnäckige Klingeln und dafür gibt es schließlich schon recht lange die Vorzüge eines Anrufbeantworters oder einer Voice- Box! 

So ziemlich ausnahmslos jeder, der Ihnen mit Beginn der Vorweihnachtszeit über den Weg läuft, hat selbstverständlich schon seinen Weihnachtsbaum gesichert und den passenden Christbaum- Schmuck dafür aus dem Keller in die Wohnung geschleppt; die Lichterketten vom Vorjahr entwirrt; die Aufbewahrungsdosen für das Selbstgebackene griffbereit nebst umfangreichen Zutaten für die geplanten Weihnachts- Plätzchen in der Küche stehen und garantiert frühzeitig auch ausnahmslos alle Geschenke eingekauft? Fast jeder hat selbstredend dieses Mal die Weihnachts- Präsente für die ganze Familie und alle Freunde und Bekannten ganz besonders aufwendig und hingebungsvoll eingepackt und als kleines Extra obendrauf jetzt schon mal vorsorglich alle Weihnachtskarten geschrieben und vorfrankiert? Absolut keine Lust dazu? Dann lassen Sie es doch einfach bleiben! Sind Sie etwa jeder und unterwerfen Sie sich grundsätzlich jedem nur erdenklichen Gruppendruck nur weil das alle anderen so handhaben?

Jeder weiß schon jetzt bei wem er wann und wie die Feiertage verbringen wird; was aller Wahrscheinlichkeit nach an Heiligabend wie in jedem Jahr gegessen wird; was an diesem Abend, wie all die Jahre zuvor auch, für eine Weihnachtsmusik gespielt wird; wann an wen die Geschenke überreicht werden und prognostisch, was man von wem aller Voraussicht nach wieder mal ganz grauenhaftes und völlig sinnloses geschenkt bekommt? Sie möchten sich in diesem Jahr so garnicht festlegen, und das weder was kommende Einladungen und Pflicht- Besuche anbelangt, noch was Sie wann essen möchten? Dann lassen Sie es doch einfach bleiben!

Selbst wenn wir den schlimmsten anzunehmenden Fall in Betracht ziehen und Sie an Heiligabend mangels Ambitionen und fehlender Muse eine Pizza aus der Tiefkühltruhe ziehen, um sie anschließend in den Backofen zu schieben, wird Ihnen dabei kaum jemand kritisch über die Schulter sehen, und Ihnen mahnend zuraunen „Nein, nein, nein, das tut man nicht! Schließlich ist heute doch Weihnachten!“ und Sie dafür anschließend in der Hölle landen. Wenn Sie Appetit auf eine Pizza haben, kann so etwas auch an Heiligabend richtig toll schmecken und mit einem gedeckten Tisch, Besteck und Kerzen beachtlich und sehr festlich zelebriert werden! Also was soll´s?

Wer sagt Ihnen eigentlich in diesem, wie in jedem Jahr zuvor, dass Sie sich im Weihnachts- Getümmel stundenlang entnervt durch die Geschäfte quälen müssen, um auch noch die allerletzte Gans oder Ente zu ergattern? Sie danach gefühlt eine halbe Ewigkeit in der Küche stehen, um das ganze auch noch in einigermaßen genießbare Form zu bringen; den Tisch festlich für die aufmarschierende gesamte Verwandtschaft in zumeist Fussballteam- Stärke, die sich zumeist mit den Worten „In diesem Jahr bist Du dran! (Aaaah ja und wer sagt das?!!!) selbst einlädt, decken müssen und schon vor dem Gelage frustriert daran denken, dass Sie das ganze plus einem völlig eingesifften Schlachtfeld Küche anschließend alleine spülen, putzen und aufräumen müssen. Eventuell zu erwartende Hilfe? Nein, wo denken Sie denn hin! Schließlich hatten Sie sich Gäste eingeladen und keine dienstbaren Geister, und im übrigen soll man ja bekanntlich gehen, wenn´s am schönsten ist. Fazit: Taktisch und strategisch klug verschwinden die meisten Gäste also grundsätzlich vor dem Abräumen, Spülen und der dann notwendigen Grundreinigung der Küche! Keine Lust dazu und Sie sind schon bei dem Gedanken daran mehr als restlos bedient? Dann lassen Sie es doch einfach in diesem Jahr!

Wer sagt Ihnen eigentlich, dass Sie sich das alles antun MÜSSEN, hingegen definitiv niemand nach dem tatsächlich WOLLEN fragt? Richtig, allein Sie selbst und sonst absolut niemand! Wer redet Ihnen auch in diesem Jahr, machen Sie den ganzen Weihnachts- Budenzauber dieses Mal nicht mit, das anschließend schlechte Gewissen ein und lässt Sie in den nächsten drei Monaten bei der gesamten Verwandtschaft mental kniend Abbitte leisten? Richtig, niemand außer Sie selbst! Keine Lust dazu? Dann lassen Sie es doch einfach und pfeifen Sie drauf!

Mein ultimativer Ratschlag für dieses Jahr: So weit wie möglich raus aus den selbstauferlegten VerPFLICHTungs- Fallen, und hinein in ein bewusstes, entspanntes, genussvolles und selbstbestimmtes sich treiben lassen! Werden Sie zum für andere völlig unberechenbaren, selbstbestimmten und unplanbaren Individualisten, der sich nur nach einem orientiert: An einem ich WILL und ich DARF, jedoch keinesfalls einem selbstauferlegten oder gar fremdbestimmten „Du musst …!“! 

Fangen Sie endlich damit an, und das am besten heute noch, auch die kleinen Highlights, spontanen Überraschungen und sinnlichen Momente in ungehemmter Freiheit zu genießen. So wie es Ihnen gefällt und so wie Sie es für richtig erachten, und nicht wie andere oder gar Sie selbst Ihnen das verordnen und auferlegen. Ohne jegliches schlechte Gewissen, ohne Erklärungsversuche und Entschuldigungen und ohne Ausreden und Relativierungen: Gelassenheit finden im es einfach gut sein lassen! … und was sich für Sie gut anfühlt oder Ihnen tatsächlich ganz besonders gut tut, bestimmen allein und exklusiv Sie selbst!

Herzlichst und Ihnen allen eine wunderbare, genussvolle und entspannte Adventszeit

Jutta Lotz- Hentschel

 

Wanted!

“Gesucht wird: Die eigene Identität!”

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Von der Beliebigkeit zur unverwechselbaren Exzellenz!

Um von der konturlosen Beliebigkeit der Masse zu einer eigenen, unverwechselbaren und authentischen Identität zu gelangen, bedarf es vor allen Dingen Mut, die bisher sorgsam kultivierte und gehütete Komfortzone zu verlassen und absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst! Was uns definitiv keinen einzigen Schritt zum Ziel, und damit zu uns selbst, weiterbringen wird, sind wie zumeist bisher Vergleiche und Wettbewerbe mit dem außen, weiterhin faule Kompromisse und Strategie- Spielchen in der illusionären Hoffnung, dass sich wie durch ein Wunder alles ganz von selbst verändert und doch alles so bleibt wie es ist.

Was uns von einer eigenen und eigenwilligen Identität fernhält, ist in der Regel die enorme Angst vor Bewertungen und Verurteilungen aus dem außen, der Befürchtung nicht mehr dazu zu gehören und der Furcht vor dem ausgeschlossen sein. Wir stellen damit Meinungen und Ansichten, Forderungen und Erwartungen im außen über unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse und verleugnen damit uns selbst. Oftmals so lange und so vehement, dass wir uns nicht einmal mehr daran erinnern, wer wir einmal waren und wer wir tatsächlich sein könnten. Haben wir uns bis zur eigenen Unkenntlichkeit verbogen und selbst verleugnet, sollten wir uns eingestehen, dass wir nicht mehr unser eigenes Leben als unverwechselbares Original und Unikat führen, sondern ein Leben als Kopie nach den Maßstäben anderer, die über uns bestimmen. Weshalb dies überhaupt möglich ist und wie es soweit kommen konnte? Ganz einfach: Weil wir selbst es zulassen!

Der Grund hierfür: Wohl kaum einer Frage wird so sehr ausgewichen, wie der nach dem eigenen Selbst! Die Frage nach einem klaren und unverfälschten: Wer bin ich? Nicht das, was wir nur allzu gerne allen Menschen von uns zeigen möchten, weil sie uns so sehen und wahrnehmen möchten und auch so nach unseren Vorstellungen wahrnehmen sollen! Nicht ausschließlich die vorzeigbare Sonnenschein- und Schokoladen- Seite unserer Persönlichkeit, die wir erheblich mehr favorisieren als unsere Schatten, und nicht die Definition unseres Selbst über unseren ausschließlich materiellen Besitzstand, den wir so gerne anderen zeigen und dabei hoffen, dass hier ein wenig Glanz auch auf uns fällt und dabei unserer eigener Wert sich mit dem Preis unseres materiellen Besitzes ebenfalls erhöht.

Was zu einer authentischen und eigenen Identität unabdingbar gehört, sind ausnahmslos alle Facetten unserer Persönlichkeit, unseres so seins. Nehmen wir uns so an, pur, echt und seelennackt, lernen wir uns so wertzuschätzen, zu respektieren, zu lieben und können wir uns endlich wieder selbst von uns begeistern, nimmt die bisher konturlose Gestalt in der Masse die Form einer eigenen Identität, eines „Ich bin und ich darf sein!“ an. Was wir dann leben, ist das Original und die beste Version unseres Selbst!

„Man wird nicht erleuchtet in dem man sich Figuren aus Licht vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.“ (Zitat: Carl Gustav Jung)

Was den Blick und den Fokus auf uns selbst völlig vernebelt und verstellt, ist die fast obsessive Aufmerksamkeit auf und in das außen; der konkurrierende Wettbewerb und ewige Vergleich mit der ausschließlichen Fixierung auf das außen. Was wir dabei völlig vergessen, ist hierbei der Blick und die Zentriertheit auf uns selbst. Wir warten auf andere, die uns mit ihrem Licht den Weg in der Dunkelheit weisen und verleugnen dabei das Licht in uns selbst. Wir warten darauf, dass andere uns sagen, wer wir sind und was wir sein könnten. Wir folgen den Spuren anderer und bemerken dabei nicht, dass diese bereits tief ausgetreten sind und wir dabei keine eigenen Spuren mehr hinterlassen.

Du bist nicht mehr Du selbst, sondern Du hast Dich in einer form- und konturlosen Masse eines kollektiven „WIR!“ verloren und aufgegeben. Wann fängst Du erneut an, Dich selbst zu suchen und hast vor allen Dingen auch die Bereitschaft Dich selbst zu finden? Wann fängst Du damit an Dich wieder mit Begeisterung und Hingabe selbst zu entdecken, zu genießen und Dich selbst zu erleben? Wann blickst Du nach vorne und nie mehr zurück? Wann streifst Du endlich das Korsett, das nicht das Deine ist, es niemals war, ab und verbrennst es? Wann realisierst Du endlich, dass Zeit keine Wunden heilt, sondern man sich lediglich an den tiefen Schmerz gewöhnt hat?

Wann begrüßt Du endlich Dich selbst mit einem liebevollen „Hallo!“ in Deinem Leben, in Deiner Grossartigkeit und in Deiner eigenen Identität? Wann bist Du bereit ganz Du selbst zu sein?

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Einfach anders sein …

„Außergewöhnlich gewöhnlich und abnormal normal“

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Das Märchen vom kleinen schwarzen Schaf, das so gerne wie alle anderen sein wollte!

Und wie alle Märchen, beginnt auch dieses mit: Es war einmal …

Ein kleines schwarzes Schäfchen wurde in eine große Herde von weißen Schafen geboren. Seine Eltern waren ebenfalls beide schneeweiß wie all die anderen Schafe, und niemand konnte sich so recht erklären, weshalb ausgerechnet dieses kleine Lämmchen als einziges von unendlich vielen schwarz war.

Nachdem sich das kleine Lämmchen von der anstrengenden Geburt etwas ausgeruht und noch ein wenig in der warmen Mulde mit seiner Mutter gekuschelt hatte, nahm es all seinen Mut zusammen, und lief freudig neben ihr über die Wiese, um dort endlich alle anderen zu begrüßen. Es sprang fröhlich auf die anderen kleinen Lämmchen zu, überglücklich gleich so viele ebenso kleine neue Freunde gefunden zu haben.

Zunächst hatten alle das kleine Schäfchen neugierig, wenn auch etwas reserviert, aus der Ferne beobachtet. Als es ihnen jedoch näher kam, flüchteten alle zu ihren Müttern und liefen dann gemeinsam mit all den anderen ans äußerste Ende der Weide. Das kleine Schäfchen dachte zunächst an ein lustiges Spiel und rannte allen anderen Schafen und Lämmern hinterher. Doch wieder passierte genau das gleiche. Alle anderen liefen sofort in die genau entgegengesetzte Richtung.

Das kleine Schäfchen kam mit seinen noch so kurzen Beinen garnicht hinter den anderen her und rief deshalb laut: „Hey, wartet doch auf mich. Ich will doch mitspielen!“ Da blieb das Leittier, ein großer und mächtiger Schafsbock, stehen. Er drehte sich nach dem kleinen Lämmchen um, schaute es sehr böse an und sagte laut: „Verschwinde, wir wollen nichts mit Dir zu tun haben!“ Das kleine Lämmchen blieb erschrocken stehen, sah ängstlich den großen Schafsbock an und sagte verständnislos:“ Aber warum denn nur? Ich bin doch einer von Euch. Ich bin doch nur ein Schaf und genauso wie Ihr alle!“ Der große Schafsbock, schon merklich ruhiger, aber noch immer sehr abweisend und feindselig, sah das kleine Schäfchen ruhig an und sagte nach einer ganzen Weile: „Nein, das bist Du nicht! Wir alle sind weiß, das siehst Du ja wohl, und Du als einziger bist schwarz und deshalb wirst Du niemals einer von uns sein!“

Das kleine Lämmchen lief ganz langsam zu seiner Mutter zurück, sah sie traurig an und sagte mit leiser Stimme: „Mama sag, warum darf ich nicht einer von ihnen sein? Ich bin doch ebenso ein Schaf wie sie alle, nur eben noch ganz klein!“ Die Mutter stupste das Lämmchen an, sah ihm tief in die Augen: „Ja, mein Kleines, Du bist ein Schaf wie alle anderen. Aber alle weißen Schafe werden immer nur sehen, dass Du schwarz bist. Für sie bist Du anders und deshalb lehnen Dich alle ab. Für mich allerdings bist Du außergewöhnlich und etwas ganz besonderes eben weil Du schwarz bist.“

Das kleine Schäfchen dachte lange nach und sagte dann: „Mama, werde ich deshalb niemals zu allen anderen gehören?“ Die Mutter blickte ihrem Lämmchen liebevoll in die Augen: „So ist es, mein Kleines! Du wirst für immer anders sein, ein schwarzes Schaf, und aus diesem Grund werden Dich auch alle anderen immer ablehnen. Sie sehen nicht in Dein großes Herz, und sie wollen nicht sehen, dass Du genauso bist wie sie alle. Sie werden immer nur als Besonderheit Dein schwarzes Fell sehen!“

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Text: © Jutta A. Lotz- Hentschel

Alle Jahre wieder …

„Der alljährliche Friedhof der Kuscheltiere hat wieder seine Pforten geöffnet“

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Kommen Sie ruhig näher, treten Sie ein und fühlen Sie sich wie in jedem Jahr ganz wie zuhause!

Wenn sich Gewissen und Bewusstsein temporär verabschieden, kann man davon ausgehen, es ist demnächst wieder mal soweit: Es weihnachtet! Alle Jahre wieder auf´s neue beschäftigt mich die überaus wichtige und umtriebige Frage: Wie hätten Sie denn gerne Ihr diesjähriges (pelziges) Weihnachtsgeschenk? Was darf´s denn dieses Mal nettes sein: Vergast, erschlagen, per Stromschlag getötet, durch Genickbruch gemeuchelt oder doch lieber bei lebendigem Leib das Fell über die puscheligen Ohren gezogen? Wuffi und Hauskatze nach „Methode Chinoise“ brutal vor dem Haus ihrer Besitzer eingefangen und in das Auto der Tierfänger gezerrt, oder darf es doch lieber etwas üppiger und edler in Form eines kuscheligen Marderhundes oder gar Waschbärs aus staatlichen Zuchtbetrieben sein?

Wie bitte? Das wollen Sie garnicht so genau wissen, weil es Ihnen dann immer ziemlich übel wird und ihnen das Wissen um diese Praktiken den ohnehin schon recht miesen Tag endgültig versaut? Nein, das gehört meines Erachtens unbedingt mit dazu, denn schließlich sollen Sie Ihre neue „Pelz- Leiche“ auch wirklich mit Überzeugung und Genuss tragen, und hierzu gehört nicht nur das Wissen um die die Frage „Was?“, sondern insbesondere die Antwort auf das „Wie?“ Wie bitte, Sie sind schon seit Jahren Fördermitglied bei Greenpeace, dem WWF und Peta und spenden sogar immer wieder regelmäßig zu Weihnachten an einige kleinere lokale Tierschutzorganisationen und das örtliche Tierheim? Sie haben sogar die Petition gegen Massentierhaltung und Legebatterien unterschrieben, lehnen seit neuestem Fleischkonsum ab und sind aus moralisch- ethischen Gründen Vegetarier oder Veganer geworden? Spitzenklasse, das nenne ich wirklich selbstlosen Einsatz mit Weitblick! Ich bin wirklich nachhaltig beeindruckt, das haben Sie ganz toll gemacht und Ihre Eltern sind ganz bestimmt auch enorm stolz auf Sie. Aber glauben Sie ernsthaft, Sie könnten sich auf diese Weise am gängigen Ablasshandel beteiligen, um so Ihr eventuell und gelegentlich aufkeimendes schlechtes Gewissen freizukaufen? Nein, das nehme ich Ihnen definitiv nicht ab, zumal der klerikale Ablasshandel schon vor sehr langer Zeit abgeschafft wurde und ich mich an Ihrer Stelle definitiv nicht auf die alljährlich pünktlich zu Weihnachten stattfindende päpstliche General- Absolution „Urbi et Orbi“ verlassen würde!

Nur nochmals zum verinnerlichen: In dem Wort „Gewissen“ versteckt sich auch immer das Wörtlein „WISSEN“ und gegenüber diesem können Sie sich aufgrund von angeblichen Nicht- Wissen und Unkenntnis dieses Mal definitiv nicht verstecken, denn in diesem Jahr gibt es meine Bewusstseins- Antipelz- Offensive zwecks GeWISSENserweiterung einiger weniger noch immer angeblich Unwissender bereits pünktlich vor dem demnächst stattfindenden Weihnachtsfest! Sie können sich also demzufolge jederzeit noch pünktlich zum Geschenke verteilen in unendlicher Vielfalt für alles mögliche, mit Ausnahme von Echt- Pelz, entscheiden und damit endlich mal authentisch und bewusst, vor allen Dingen ohne weitere Leichen auf Ihrem Karma- Weg zu hinterlassen, mit Ihren Lieben das diesjährige Weihnachtsfest verbringen. Meine dringende Empfehlung: Denken Sie bitte hierüber nochmals ganz genau nach! Und jetzt zum wesentlichen, bzw. der Wahrheits- und Bewusstseins- Offensive und dem moralisch- ethischen Wake- up.  Fangen wir also mal ganz locker und flockig mit den unzweifelhaften Fakten an …

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Nein, jetzt nicht eben mal kurz kotzen gehen, das können Sie gerne anschließend erledigen, wenn sich Ihr Gewissen wieder zu Wort meldet. Einfach zurücklehnen und entspannt weiterlesen und idealerweise dabei reflektieren und mitdenken!

Schlendert man demnächst, Spekulatius, Dominosteine und Gewürz- Lebkuchen gibt es ja immerhin schon seit dem Spätsommer in allen Supermärkten und an jeder Ecke, ergo müsste es bald wieder soweit sein, aufmerksam und interessiert durch die dann schon zumeist weihnachtlich geschmückten und frühzeitig festlich illuminierten Strassen unserer Innenstädte, fällt auf, dass in nahezu jedem Geschäft, das Bekleidung oder Accessoires anbietet, wieder verstärkt Pelze oder aber zumindest Bekleidungsstücke mit Pelz- Applikationen und Pelz- Besatz angeboten werden. Mich persönlich überkommen da zumeist, wenn auch weitgehend ungewollt, sofort Erinnerungen an Stephen King´s „Friedhof der Kuscheltiere“. … aber das war auch nur ein Film zum schön gruseln, hier geht es um´s wahre Leben, respektive einen völlig sinnlosen Tod!

Auch wenn Sie mich jetzt für etwas leicht durchgeknallt halten: Die Vorweihnachtszeit ist immer die Jahreszeit, in der ich meinen Wuffi von sonst entspannten Innenstadt- Besuchen fernhalte und Luna zuhause bis zu meiner Rückkehr in ihrem Körbchen mit ihrer lila Quietsche- Maus als Gesellschaft kuschelt. Schliesslich trägt auch mein Hundi Fell (= Pelz) und ich möchte ihr den Anblick angesichts ausgestellter Artgenossen (Jaaa, das was Gae- Wolf heisst, war in Wahrheit zu Lebzeiten tatsächlich mal ein Artgenosse von Luna! Nur, mal ehrlich, Gae- Wolf hört sich irgendwie geländegängiger und weitaus beruhigender an, als eben ganz profan Hund!) in Prävention eines eventuell zu erwartenden Traumas, nicht zumuten!

Mit ein Grund, weshalb ich nie, wirklich niemals, noch nicht einmal unter Androhung von schwerster Folter und ähnlichem Unbill, die Ausstellungen der „Körperwelten“ von Gunther von Hagen, der für mich so ein klitzekleines bisschen Ähnlichkeit mit Frankenstein hat, besuchen würde. Allerdings bin ich in diesem Fall schon wieder ein wenig morbide. Denn mich würde unbedingt mal interessieren, woher er die ganzen Leichen hatte, aus denen er dann filetierte Schaustücke für seine gruselige Wanderausstellung fertigte. Was man da sieht, hat ja schliesslich auch alles mal tatsächlich gelebt. Ob die alle wussten, wo sie mal landen und ein jeder Besucher ihr Innenleben, gut ausgeleuchtet und vorteilhaft präsentiert, mit Gänsehaut im Nacken bestaunen kann? Oder gab es da etwa Bares zu Lebzeiten inklusive Dauerkarte für die Ausstellung bis ans zu erwartende Lebensende? Ich darf da irgendwie garnicht drüber nachdenken, aber ganz, ganz ehrlich, interessieren würde es mich doch brennend!

Aber zurück zum Thema: Selbst wer sich angesichts aggressiver Anti- Pelz- Kampagnen, wie z.B. von PETA oder öffentlicher, teilweise recht handfester, Reaktionen privater Anti- Pelz- Aktivisten, etc. nicht traut, das begehrte pelzige Beutestück seiner Wahl in seiner vertrauten Heimatstadt zu erwerben, wird schnell u.a. bei AMAZON und einer Vielzahl von Online- Shops etablierter Internet- Anbietern fündig. Im Hause AMAZON kann dann auch gleich noch überaus diskret die allseits verpönte Gänsestopfleber- Pastete oder hochtrabend und kulinarisch korrekt „Foie Gras“, das derzeit aktuelle Angebot „Mousse de Foie d´Oie Truffée“ oder verständlich für den Hausgebrauch „Gänsestopfleber- Mousse mit Trüffel“ (Sorry, jetzt könnte ich mich an dieser Stelle mal eben kurz aus ethisch- moralischen Gewissensgründen beherzt übergeben. Sehr empfehlens- und lesenswert hierzu auch mein Beitrag „Ach, Du arme Gans!“), mitbestellt werden ohne sich eventuell dem zu erwartenden Spießrutenlauf im Geschäft und schiefen Blick des ebenfalls dort befindlichen ethisch bewussten Nachbarn aussetzen zu müssen. Eine kleine Anmerkung meinerseits: Ich wünsche den Bestellern dieser vermeintlich kulinarischen „Köstlichkeit“ an dieser Stelle, damit Sie endlich auch mal aufgrund eigener Erfahrungen mitreden können, aus tiefstem Herzen im nächsten Leben die Wiedergeburt als Mastgans! 

Galt dieser mehr als fragwürdige Mode- Trend doch angesichts einer weltweit aggressiven Aufklärung, PETA sei an dieser Stelle für die oftmals heroischen Einsätze nochmals zutiefst gedankt, und einer verstärkten Anti- Pelz- Bewegung jahrelang und bis vor kurzem noch als absolutes „No Go“. Nicht nur die gerne als körnerfressenden Öko- Spinner in Bio- Latschen bezeichneten Aktivisten sprachen sich vehement und energisch gegen das Tragen von Pelzen und Pelz- besetzten Accessoires aus, selbst VIP´s der A- Liga, wie Eva Mendes, Elisabetta Canalis oder die Sängerin Pink waren sich nicht zu schade, die Kampagnen von PETA aktiv zu unterstützen und demonstrativ bei pressewirksamen Auftritten nur noch im Kunstpelz zu erscheinen. Die Gemeinde West Hollywood ging sogar soweit, hier ein Gesetz zu verabschieden, das den Kauf und das Tragen von Pelzen strafbewehrt verbietet.

Nur ganz Mutige wagten sich lange Zeit noch mit Kaninchen- Muff in die Öffentlichkeit, legten aber bereits vorsorglich angesichts wüster Beschimpfungen im Schwerstbeleidigungs- Niveau und schlimmerem die gegen die Kälte Pelz- bewehrten Ohren an. Sehr populär und beliebt waren in der Vergangenheit des öfteren vor allen Dingen Rot- Kreuz- Altkleider- Container, in denen die noch in Besitz befindlichen Pelz- Kreationen gerne in Nacht- und Nebel- Aktionen heimlich, still und ganz leise versenkt und entsorgt wurden. Schlug denn doch das schlechte Gewissen und die eigene Reflektion im Hinblick auf das PETA- Zitat „Wenn Du Pelz zum Warmhalten brauchst, hast Du ein Problem!“ an, so wollte auf jeden Fall niemand mehr seinen manchmal jahrelang ans Herz gewachsenen Pelz öffentlich spazieren tragen und sich damit selbst als latenten Bewusstseins- Verweigerer outen.

Besonders auffallend und die endgültige Absage an gute Vorsätze und die Trendwende der Vorjahre war jedoch bereits der Umstand, dass große Modehäuser wie Fendi, Versace, Gucci & Co. auf den diesjährigen Herbst-/Winter- Shows erneut verstärkt Pelze, wenn schon nicht als Jacke oder Mantel, denn doch in Form von Innenfutter, Applikationen und Besatz, präsentierten. Wen wundert es also, dass dekadente „Ober- Wichtig´s“ des Promi- Olymps wie z.B. Paris Hilton, Heidi Klum, Sylvie Meis, Donatella Versace oder auch Jennifer Lopez, aufgrund offensichtlich mangelnder Reflektion und Weitblicks und / oder mangels Masse des denkenden Organs zwischen den Ohren weiterhin über jedem einleuchtenden Argument stehen und nach wie vor ihr Image und Äußeres durch Echt- Pelze aufwerten. Hier gilt augenscheinlich das Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, agiert sich´s gänzlich ungeniert!“

Besonders bemerkens- und überdies denkenswert die Show von Donatella Versace anlässlich der diesjährig stattfindenen Fashion Week: Um das ganze besonders üppig und dekadent zu präsentieren, trampelten dort die Models über einen Echtpelz- bezogenen Catwalk! Okay, dass die verpflichteten Models hierbei ohnehin nicht viel Mitspracherecht genießen dürften und überdies aufgrund einer mehr als üppigen Apanage für diesen Auftritt das Gewissen ohnehin weitgehend abschalten, dürfte wohl einem jedem klar sein; dass jedoch die Zuschauer angesichts dieser Entgleisung auch noch rauschenden Beifall zollten und sich gegenseitig abklatschten, dass man auch in diesem Jahr wieder dabei sein durfte, ist mir persönlich völlig unerklärlich und auch definitiv nicht näher nachvollziehbar.

Da sich nun einmal nicht ein jeder gleich einen Pelzmantel oberster Preiskategorie leisten kann oder auch will, die Nachfrage jedoch grundsätzlich den Markt reguliert und sich auch Otto- Normal- Verbraucher gerne dem Hauch des Luxus- Feelings hingibt, werden nun massenkompatibel, wie zum Beispiel im Hause Bogner (www.bogner.com) Pelze verstärkt weiterhin und für jeden erschwinglich in Form von Pelzkrägen, Innenfutter und Verbrämungen angeboten. Trösten Sie sich bitte an dieser Stelle nicht mit der lahmen Ausrede „Ist doch nur ein klitzekleines bisschen Pelz!“. Nein, reden Sie sich das ganze bitte jetzt nicht selbst besser verdaulich: NUR ein klitzekleines bisschen gibt es bei Echtpelz ebenso wenig, wie nur ein klitzekleines bisschen schwanger!

Einem jeden Konsumenten sei sein ganz persönliches Bogner- Fire & Ice- Feeling wirklich gerne gegönnt, daher hier schon einmal ein Vorschlag zur Beruhigung des eigenen Gewissens, sofern sich dieses nicht bereits in den Winterschlaf verabschiedet hat und das ultimative Argument für den kritischen und ethisch korrekten Nachbarn, falls dieser Sie auf Ihren Kragen aus Pelz ansprechen sollte: „Macht doch nichts, das Tier war ja schon tot, als ich den Pelz gekauft habe!“ oder könnte auch ganz gut ankommen: „In der Steinzeit wurden schließlich auch schon Pelze getragen!“ und im schlimmsten Fall: „Frau Sonia Bogner trägt das schließlich auch!“ Sie halten das ganze emotionale Getue um den Schutz von Pelztieren noch immer für von heuchlerischen und selbsternannten Gutmenschen inszeniert und von moralistischen Instanzen, wie Tierschutzorganisationen und moralin- sauren Öko- Spinnern etwa aus Sozialneid propagiert? Sorry, aber dann sind Sie noch weitaus schlimmer, als Ihr Nachbar das ohnehin von Ihnen bereits glaubt!

Mal ganz ehrlich: Glauben Sie nicht auch, dass das Tier, dessen Pelz Sie jetzt an Ihrer Jacke oder Ihrem Mantel spazieren tragen, diesen viel dringender gebraucht hätte als Sie? Glauben Sie tatsächlich ernsthaft, Ihr bisheriges Image und gesellschaftliches Ansehen hätten sich durch das Tragen von Pelz in irgend einer Form verändert? Positiv mit absoluter Sicherheit nicht, das kann ich Ihnen jetzt bereits versichern. Sollten Sie hier anderer Ansicht sein und tatsächlich die Auffassung vertreten, das Tragen von Echtpelz würde maßgeblich und nachhaltig zur positiven Image- Politur beitragen und Sie im gesellschaftlichen Ansehen in die ersehnte und bisher nicht erreichte Königsklasse katapultieren, rate ich Ihnen dringend, als guten Vorsatz für das neue Jahr, einen Termin bei einem adäquaten Psycho- Analytiker oder Psychiater Ihrer Wahl ins Auge zu fassen, denn Sie haben wirklich ein Problem, das man sich unbedingt mal näher anschauen sollte. Vielleicht ist da ja noch etwas korrigierbar …

Mit dem Tragen von Pelz tragen Sie nur zu einem bei: Zu Ihrer eigenen Peinlichkeit, Ihrer eigenen zur Schau gestellten Ignoranz und Arroganz, völlig fehlendem Bewusstsein und als Helfershelfer der Pelz- Industrie, zu unvorstellbaren Grausamkeiten, sowie zur Selbstbefriedigung Ihres kleinen narzisstischen Egos. Glauben Sie nunmehr noch immer nicht, dass Pelz Sie definitiv nicht zu einem besseren Menschen macht, Ihnen kein besseres Image verleiht und verstecken Sie sich noch immer hinter dem Argument, schließlich habe man schon in der Steinzeit Pelze getragen und, last but not least als Gipfelsturm der Heuchelei, finanzieren Sie schließlich mit dem Kauf Ihres Pelzes auch das Einkommen und den Arbeitsplatz der Menschen, die in China sonst noch ärmer wären, als sie es bereits sind, sollten Sie sich den nachfolgenden Beitrag ansehen.

Liebäugeln Sie danach noch immer auch in diesem Jahr mit dem Kauf eines Pelz- Produktes oder aber sollte ein ebensolches Stück auf Ihrem Weihnachts- Wunschzettel stehen oder aber Sie noch immer nicht überzeugt sein, empfehle ich Ihnen vorsorglich und dringend einen Blick in diesen Filmbeitrag – live, in Farbe und aus der allerersten Reihe – aus chinesischen Pelztier- Farmen und Tier- Märkten zu werfen. Zur Warnung: Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle dringend Ihre Kinder, bevor Sie die Play- Taste betätigen, nach draußen zum Spielen zu schicken, da dieser Beitrag meines Erachtens für eine Kinder- Seele mehr als ungeeignet ist!

„China´s grausame Pelz- Industrie“

Ihnen sind dabei die Tränen gekommen, haben Sie vielleicht sogar bitterlich geweint oder hatten Sie spontan das tiefe Bedürfnis, trotz ansonsten sehr friedfertiger Gesinnung, den Arbeitern das gleiche anzutun, was sie diesen armen, geschundenen Tieren zufügen? Das ist gut so, denn mir erging es nicht anders als Ihnen! Sie haben den Film wirklich zu Ende gesehen?  Wunderbar, das sollten Sie auch!  Sie haben sich anschließend übergeben? Hervorragend, dann haben Sie den Film nicht nur gesehen, sondern haben auch Mitgefühl und Empathie kennen gelernt und zugelassen! Sie möchten auch jetzt noch immer einen Pelz oder ein Accessoire mit Pelzbesatz? Dann ist Ihnen leider wirklich nicht mehr zu helfen! Ich rate Ihnen nochmals eine Nacht über Ihre Entscheidung zu schlafen und die Filme nochmals zu sehen. Entscheiden Sie sich dann dagegen, noch einmal in Ihrem Leben Pelz, in welcher Form auch immer, zu tragen, kann ich Sie zu Ihrem Entschluss nur beglückwünschen. Entscheiden Sie sich dann noch dagegen, jemals wieder Foie Gras, bzw. Gänse- und Entenstopfleber zu essen, keinen lebenden Hummer und keine Flusskrebse mehr in kochendes Wasser zu werfen, keine Produkte mehr mit Gänsedaunen aus Lebendrupf zu kaufen und intensiv über Ihre Entscheidung und Ihre Kaufabsicht nachzudenken, bevor Sie konsumieren, sind Sie auf dem allerbesten Weg wieder das zu werden, was Sie aller Wahrscheinlichkeit einmal vor vielleicht langen Jahren einmal waren: 

Ein mitfühlender Mensch mit tiefem Bewusstsein, Reflektion und Empathie!

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis “Ansavita”

Quelle Bild (Alexandra Kamp): www.peta.de

Ach, Du arme Gans!

Eine mehr als zweifelhafte Erfolgs- Story oder das Grauen hat einen Namen:

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„Lebendrupf  und Gänsestopfleber (Foie Gras)!“

Nachdem viele unserer Kinder und Enkel mittlerweile der Ansicht sind, Kühe seien alle lila, Kabeljau und Goldbarsch hätten von Natur aus die Form von Fischstäbchen ohne Gräten, Fleisch käme aus der Tiefkühltruhe und Milch komme ausschließlich aus dem Tetra- Pack, wundert es nicht, dass leider viele die Gans nur noch fertig gerupft, wahlweise mit oder ohne Füllung, knusprig gebraten und in handlich mundgerechte Stücke zerlegt, kennen. Grundsätzlich sei einem jedem sein Gänsebraten in der Vor- und Weihnachtszeit, wenn er ihn denn für sein Seelenheil und trotz drohender Verdauungsbeschwerden bis zur eigenen Darmverschlingung im Zuge heimischer Völlerei unbedingt braucht, wirklich von Herzen gegönnt. Jedoch machen sich die wenigsten angesichts der eher saisonal alljährlich wiederkehrenden Tradition Gedanken hinsichtlich der Tatsache, dass das, was da in der Bratröhre gemütlich vor sich hinschmurgelt und anschließend auf dem Teller landet, auch irgendwann tatsächlich einmal gelebt hat.

Man kann sich an dieser Stelle natürlich zur Beruhigung des Gewissens und zwecks Erhalt der eigenen Naivität und Ignoranz an Hans A. Piper´s „Märchen von der Gänseliesel“ festhalten und sich noch immer einreden, dass solch ein Gänseleben doch überaus lustig sein muss oder man orientiert sich eisern an dem Grundsatz: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral!“

Spätestens seit einer seit Jahren, gerne von vorzugsweise selbsternannten Gourmets und den „Ich bin`s !“ dieser Welt als Schlachtgebrüll überzeugter Tierschützer, veganer Körnerfresser und einer sinnsuchenden Öko- Fraktion abgebügelt, erbittert geführten Diskussion hinsichtlich einem französischen nationalen Kulturgut, der „Foie Gras“ oder etwas weniger elitär und zu gut deutsch, der Gänsestopfleber, die zwischenzeitlich und glücklicherweise in einigen Ländern verboten wurde, hinterfragen immer mehr Menschen nicht nur, was sie eigentlich essen, sondern vielmehr stellen sich viele die kritische Frage: „Unter welchen Bedingungen hat einmal das gelebt, was ich da gerade auf meinem Teller habe und zu essen gedenke?“

Verabschieden Sie sich also bitte am besten bereits zu Beginn und bevor Sie weiterlesen schon mal von allen Märchen und Gute-Nacht-Geschichten wie „Die goldene Gans“ der Gebrüder Grimm, die Ihnen von Ihrer Omi immer vor dem Einschlafen in Ihrer Kindheit erzählt oder vorgelesen wurden. Zum besseren Verständnis und zur Verdeutlichung: Das Wort Märchen ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Begriff „Maere“, was so viel wie unglaubhafte Kunde oder erfundene Nachricht bedeutet. Bei Märchen handelt es sich also demzufolge um phantasievoll ausgeschmückte Erzählungen, in denen die Naturgesetze aufgehoben werden und zumeist Wunder das Szenario beherrschen. Selbstkritisch sollten wir uns dafür eingestehen: Dem Alter, wo wir noch an Märchen glaubten, dürften wir zwischenzeitlich entwachsen sein, halten wir uns heute also lieber an nackte Fakten.

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„Wie schön könnte doch eigentlich das Gänseleben sein!“

Ursprünglich aus der Arktis und Subarktis stammend, heute jedoch in Gesamt- Europa beheimatet, monogam in lebenslanger Einehe mit dem geliebten Partner „Konkurrenz gibt es nicht am Markt, wir sehen ohnehin alle gleich aus!“, einträchtig nebeneinander über die Wiese watschelnd, gerne auch mit einem Tümpel zum Planschen in der Nähe, denn immerhin gehören Gänse zu der Familie der Entenvögel, friedliebende Pflanzen- Verwerter, besonders gerne in einer WG mit vielen Gleichgesinnten lebend und beim gemeinsamen nächtlichen Gruppenkuscheln vereint. Eigentlich könnte das Gänse- Leben auch in Zukunft so richtig schön, herrlich friedlich und beschaulich im Kreise vertrauter Artgenossen sein! Tja, eigentlich …

Aus bestinformierten Insider- Kreisen war zu erfahren: „Okay, es gab da mal einen rüpeligen und chronisch übellaunigen Typen mit rotbraunem Fell, buschigem Schweif und spitzen Ohren, der uns Gänsen gelegentlich zu schaffen machte und uns zumeist nachts gerne mal einen unerwarteten Besuch abstattete, jedoch eher weniger, um uns eine „Gute Nacht“ zu wünschen. Das passiert jedoch nur noch ganz selten in bevorzugt ländlichen und recht einsamen Gegenden und manchmal, das sagen wir nicht ohne Stolz, haben auch wir gewonnen!“ Irgendwann in grauen Vorzeiten entdeckten dann die Menschen ihre bis heute gepflegte Vorliebe, besonders in der Weihnachtszeit, für besagten schmackhaft knusprigen Gänsebraten, gerne mit Rotkraut und Knödelchen. „Nun ja, auch das haben wir überlebt, schließlich geht auch das wie in jedem Jahr irgendwann mal vorüber!“ Trotzdem waren das einst friedliche und glückliche Zeiten für alle Gänse, als es damals noch hieß:

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„Fuchs, Du hast die Gans gestohlen!“

Was den Gänsen mittlerweile jedoch bereits seit Jahren das Leben zu einer wahren Hölle werden lässt, ist nicht etwa der altbekannte Erzfeind Fuchs, sondern es ist eine ganz andere, überaus dekadente, gewissenlose, gierige, umtriebige und nimmersatte Spezies: Es ist der Mensch! 

Was sich noch immer bei besonders hartleibigen und unbelehrbaren Konsumenten zu halten scheint, ist die Vorstellung, einem echten Gourmet bleibe der Zutritt zum Olymp der genußsüchtigen Feinschmecker auf ewig verschlossen, spricht er sich gegen den Konsum von Gänseleberpastete oder in kulinarischen Kreisen auch gerne als „Foie Gras“ bezeichnet, aus. Gerne werden hierbei die Augen vor dem grausamen Schicksal und Leben zwangsweise ernährter und gemästeter Gänse verschlossen, wobei mittlerweile so ziemlich jedem die Bilder aus Gänsemast- Produktionen bestens bekannt und vertraut sein dürften. Noch einmal gerne zur Erinnerung: Die bedauernswerten Tiere werden mittels eines in den Schlund eingeführten Schlauches mehrfach täglich zwangsweise gestopft bis ihre Leber auf das zehnfache, völlig verfettet, angeschwollen ist!

Viele Tiere sterben bereits während dieser Zwangsmast aufgrund von Organversagen, Atemnot und inneren Verletzungen. Nicht umsonst wurde mittlerweile diese Quälerei in vielen Ländern verboten. Doch auch wenn diese ganz besonders verachtenswerte Grausamkeit bei uns per Tierschutzgesetz untersagt wurde, dürfen trotzdem weiterhin Produkte aus Gänsemast- Produktionen nach Deutschland importiert und vertrieben werden. Besonders denkwürdig ist hierbei, dass krankhaft veränderte Organe tierischen Ursprungs per Gesetz in Deutschland überhaupt nicht in den Handel gebracht, geschweige denn zum Verzehr freigegeben werden dürfen, da diese ein hohes Gesundheitsrisiko bergen. Angesichts dieser Tatsachen: Wohl bekomm´s, Gourmets dieser Welt! Ihr Bluthochdruck vergangener Jahre, Ihre ohnehin viel zu hohen Cholesterinwerte, Ihr massives Übergewicht aufgrund unreflektierten Fraßes und Völlerei ohne Grenzen, und selbstverständlich Ihr Hausarzt, der seit neuestem ein Auto der oberen Luxusklasse fährt, und nicht zu vergessen die Pharma- Industrie mit ihrer sehr gut aufgestellten Produkt- Palette gegen solche selbstverursachten Luxus- Krankheiten, werden es Ihnen von ganzem Herzen auch zukünftig danken und Ihnen sicherlich einen würdigen Nachruf angesichts Ihres zu erwartenden frühzeitigen Ablebens spendieren!

Besonders ignorant beim Vertrieb von Gänsestopfleber- Pastete zeigt sich hierbei auch in diesem Jahr erneut und deutlich verstärkt das Unternehmen Amazon, das trotz enormer Proteste, wieder eine Vielzahl von Gänseleber- Produkten diverser Anbieter im Programm hat. Das Argument seitens Amazon, man könne hier nicht auf die Entscheidungsfreiheit der Kunden einwirken, da entsprechend große Nachfrage bestünde, scheint hier eher vorgeschoben und schmeckt noch fader, als die angebotenen Gänseleber- Produkte. Allerdings hat Amazon zumindest in diesem einem Punkt definitiv Recht: Es wird nichts angeboten, was der Kunde nicht auch verlangt und kauft!

So bietet beispielsweise auch weiterhin ohne jegliches schlechtes Gewissen das bekannte Unternehmen Lacroix nach wie vor Gänseleber- Paté über Amazon an. Und weil anscheinend die Gänsestopfleber zu Weihnachten gehört, wie beispielsweise die Legende vom Weihnachtsmann, den heiligen drei Königen und dem Christkind, empfiehlt das Galeries Lafayette in Berlin auch in diesem Jahr für die Weihnachts- Feiertage in Ergänzung zum geheiligten Gourmet- Menue für den verwöhnten kulinarischen Gaumen neben allerlei geflügeligem und (Ja, was dachten Sie denn jetzt bitte?) selbstverständlich wieder die allseits begehrte Foie Gras und dieses Mal auch Confit de Canard, also demzufolge Enten- Stopfleber!

Schöngeredet wird einer der Anbieter dieser Produkte, das französische Familienunternehmen Castaing, dann in Bezug auf die Produktion von Entenleber- Pastete folgendermaßen: „Die Enten leben 100% in der Natur und stammen hauptsächlich aus der Mulard Race. Und trotz der zu Recht sehr kontrovers diskutierten Technik wird das Stopfen bei Castaing traditionell nach wie vor von Hand durchgeführt. Dabei geht es dem Unternehmen vornehmlich nicht um Masse, sondern um Qualität!“ Ich bin überzeugt davon, den Enten dürfte es, wie auch den Gänsen, ziemlich egal sein, ob sie maschinell oder von Hand, was offensichtlich auch noch als ganz besonderes Güte- und Qualitäts- Merkmal des Unternehmens Castaing interpretiert wird, gewaltsam gestopft werden. Fakt ist hierbei allein, dass es sich sowohl in Enten- wie auch Gänsezuchten um höchst tierquälerische Praktiken zwecks Ausbildung einer mehr als bedenklichen Fettleber, die dann in den Pasteten Verwendung findet, handelt. Der peinlichen und unsäglichen Dekadenz des verwöhnten Gourmets sei an dieser Stelle Rechnung getragen!

Die einziges Möglichkeit hier endgültig Einhalt zu gebieten, ist das Vermeiden ausnahmslos aller Produkte relevanter Unternehmen, die nach wie vor Produkte aus Gänse- und Entenstopfleber anbieten. Hier auf Einsicht und Handlung unserer politischen Elite und auf ein endgültiges Einfuhrverbot im Hinblick auf Gänsestopfleber- Produkte zu hoffen, dürfte so vielversprechend sein, wie das Vorhaben, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu zwängen. Ganz im Gegenteil hat die Gänsestopf- Industrie in Frankreich anlässlich der alljährlich stattfindenden  Lebensmittelmessen zum wiederholten Mal versucht, bei der man eigentlich schon vor Jahren auf die Anbietung von Produkten aus Gänsestopfleber verzichten wollte, die EU mit einer drohenden beispiellosen Massenarbeitslosigkeit zu erpressen. Haben frühere Produktionsländer wie Polen, Tschechien oder aber auch das südliche Österreich die Produktion von Gänsestopfleber eingestellt und verboten, wird nach wie vor in Ungarn und Frankreich weiter produziert.

Sind Sie noch immer als Gourmet von Welt der festen Überzeugung, auch in diesem Jahr nicht ohne Ihre Gänsestopfleber Weihnachten wirklich genießen zu können, sollten Sie sich wenigstens, bevor Sie sich den Teller füllen, mit der Ausgangsbasis dessen, was Sie mit mehr als zweifelhaftem Genuss zu Ihrer Ernährung zählen und was Sie sich in Kürze einzuverleiben gedenken, doch etwas vertraut machen. Also gehen wir´s mal locker an, schlage ich vor:

„Stopfleber in Frankreich“ – eine Undercover- Recherche von Animal Equality 

 

Bedenkt man hierbei, dass gerade Ungarn, bereits seit dem 01.Mai 2004 EU- Mitgliedsstaat, sein Bruttoinlandsprodukt zu weit mehr als 70% aus EU- Fördermitteln deckt, wäre es ein leichtes, hier besagten Geldhahn zuzudrehen und Ungarn zu einem grundlegenden Umdenken und vor allen Dingen Handeln zu zwingen. Leider sieht hier die EU, wie üblich seit Jahren offensichtlich völlig betriebsblind, weiterhin tatenlos zu!

Auch wenn sich begrüßenswerterweise viele Konsumenten gegen diesen zweifelhaften Genuss ausgesprochen haben, gibt es noch immer ein weiteres grausames und viel zu selten beachtetes Leiden unserer bedauernswerten Gans. Blicken wir noch einmal über die Grenzen zu unserem EU- Nachbarn Ungarn hinüber, müssen wir feststellen, dass dort etwas passiert, vor dem viele teilweise aus Unkenntnis, aber auch oftmals aufgrund purer Ignoranz beide Augen fest verschließen: Die Gänsedaunen- Produktion aus Lebendrupf! Neben Ungarn praktizieren auch China, Polen und Frankreich nach wie vor diese grausame Prozedur zur Gewinnung von Gänsedaunen. Wie bitte? Noch nie etwas davon gehört? Dann wird es aber langsam Zeit, dass Sie aufgeklärt werden, woher oftmals die seidenweichen Daunen stammen, auf die Sie nächtens Ihr müdes Haupt zur Ruhe betten. Und hier geht es zur eventuellen Füllung Ihres neuen Daunen- Kissens, bzw. Ihrer ersehnten Daunen- Steppdecke:

„Gänserupfen – Daunen um jeden Preis“

Der Inhalt des Films dürfte damit wohl endgültig und ein für alle Mal das Ende aller Illusionen, Gänse würden eventuell rasiert, die Daunen anlässlich der regelmäßig stattfindenden Mauser eingesammelt, bzw. gewonnen oder aber die Daunen nur nach erfolgter Schlachtung verwendet werden, zerstören.

Laut Tierschutzgesetz dürfen nur die Daunen geschlachteter Tiere weiter verwendet werden, nicht jedoch in Ungarn, Polen, Frankreich oder, dort pfeift man ohnehin auf so ziemlich alles und nichts, China. Hier werden Millionen Tieren im Akkord von Rupfer- Brigaden, die durch das Land reisen, bis zu vier Mal in ihrem ohnehin kurzen Leben die Daunen vor der Mauser ausgerissen, wobei extrem große Verletzungen von bis zu zehn Zentimeter langen und stark blutenden Risswunden entstehen, die dann ohne Betäubung grob mit einer Nadel und einem Faden wieder zugenäht werden. Teilweise verenden die Tiere dabei aufgrund ihrer großen Verletzungen elendig. Nicht nur, dass die gewonnenen Daunen in Kissen und Decken als Füllmaterial Verwendung finden, ein Großteil geht hiervon auch an die Bekleidungsindustrie zur Fertigung und Befüllung von Daunenjacken, Handschuhen und Mänteln.

Aufgrund von massiven Protesten namhafter Tierschutzorganisationen hat die Europäische Union, vertreten durch das wissenschaftliche Gremium der EFSA, der European Food Safety Athority, nunmehr intensiv über das Kämmen und Bürsten von Gänsen nachgedacht, das von Praktikern der Gänsedaunen- Industrie als unrentabler Unsinn bezeichnet wurde. Hinzufügen muss man an dieser Stelle sicherlich nicht, dass man, wie nicht anders zu erwarten, innerhalb der Europäischen Union noch immer über eine adäquate und praktikable Lösung nachdenkt und nachdenkt und nachdenkt, jedoch keinesfalls handelt. Anstatt hier zu einer klaren und eindeutigen Entscheidung zu kommen, hat man nunmehr die grandiose Idee und Schlupfloch für die EU- subventionierten Gänsedaunen- Produzenten aufgegriffen, dass man Gänsedaunen angeblich erheblich schonender beim Rupfen während der Mauser gewinnen könnte, da die Daunen dann erheblich lockerer in der Haut sitzen und, man höre und staune, das Wohlbefinden der Tier insgesamt damit nicht beeinträchtigen würde.

Woher diese Erkenntnis stammt und inwieweit hier eine repräsentative Umfrage unter betroffenen Gänsen stattgefunden hat, ist leider nicht bekannt! Auf jeden Fall dürfte diese Erklärung ebenso sinnvoll sein, wie die Behauptung, dass es mit Sicherheit keine Schmerzen bereitet, wenn man Ihnen täglich eintausend Haare mit dem zündenden Argument, einhundert davon würden ja ohnehin täglich von selbst ausfallen, ausreißen würde! Unbestrittener  Fakt ist hingegen, dass die betroffenen Tiere bei der Mauserrupf ebenso entsetzlich und qualvoll leiden müssen, wie beim bisherigen Lebendrupf. Hier kann es nur eine einzig sinnvolle Konsequenz und Entscheidung geben: EU- weit keinerlei Lebend- und Mauserrupf von Gänsen, ein uneingeschränktes Einfuhrverbot für Gänsedaunen aus Lebend-, bzw. Mauserrupf und keinerlei Ausnahme, wie immer diese auch aussehen mag. Aufgrund zahlreicher Proteste verlagert sich seit Jahren daher die Produktion von Lebendrupf- Daunen nunmehr von Ungarn, Polen und Frankreich zunehmend gen Osten. Und ja, zu 100% richtig geraten: Nach China! Dass China es grundsätzlich in punkto Tierschutz nicht, na ja, ganz so eng sieht, ist weit über die Grenzen hinaus bestens bekannt, ebenso dass sich hier wohl kaum etwas in absehbarer Zeit verändern dürfte.

Ebenso unglaubwürdig erscheinen hier die einschlägigen Erklärungsversuche vieler etablierter Unternehmen, u.a. bekannte Outdoor- Ausrüster, die Großabnehmer von Daunen aus der Gänsemastproduktion ist. Den Unternehmen ist sehr wohl die Herkunft der Daunen bekannt, man will jedoch auch weiterhin keinesfalls auf deren Verwendung verzichten, verweist jedoch Veganer, die grundsätzlich Gänsedaunen- Produkte ablehnen, großmütig auf die Alternative der hauseigenen, mit synthetischen Füllstoffen isolierten, Kollektion. Diesbezügliche magere und eher halbherzige Statements, man engagiere sich für langfristige Lösungen, könne nur sehr schwer die Produktionskette nachverfolgen und kontrollieren und man werde die Öffentlichkeit über die weitere Entwicklung auf dem laufenden halten, nehme ich persönlich nicht allzu ernst und ziehe in diesem Fall für mich persönlich die Konsumenten- Notbremse: Konsequent und radikal kein Kauf von Daunen- Produkten ohne wenn und aber, und zwar solange bis nachweislich (!!!) keinerlei Daunen mehr aus Gänsemastproduktionen in Form von Lebendrupf  bei der Herstellung, bzw. Befüllung von Bekleidungsstücken und Bettwaren, wie Kissen und Decken verwendet werden !

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von führenden Anbietern am Markt, die Kissen und Decken, ohne Daunenfüllung im Programm führen. Sollten Sie sich also mit einer Neuanschaffung derselben beschäftigen, rate ich Ihnen zu einem virtuellen Spaziergang zum Beispiel auf den Webseiten der Unternehmen http://www.grueneerde.com, http://www.hessnatur.com oder auch http://www.kissenwelt.de. Dort werden Kissen und Steppdecken mit alternativen natürlichen Materialien, Micro- Kügelchen oder aber auch Schaumstoff- Flocken angeboten, die im Hinblick auf den Schlafkomfort und die Pflege, insbesondere für Allergiker, sehr empfehlenswert und überdies ökologisch nachhaltig sind. Auch gibt es zwischenzeitlich bereits führende Fachgeschäfte und bekannte Outdoor- Ausrüster, die gefütterte Jacken und Mäntel anstatt wie bisher mit Daunen, mit synthetischem Isolationsmaterial gefüllt, anbieten und für die mit absoluter Sicherheit keine arme und bedauernswerte Gans ihre Federn lassen muss.

Mein ganz persönliches Fazit: Da grundsätzlich die Prinzipien, bzw. das Angebot des Marktes aufgrund der Nachfrage des Konsumenten geregelt wird, ist hier die kritische Eigenreflektion und Bewußtein eines jeden Einzelnen und eine konsequente Auseinandersetzung mit der Thematik als solches gefragt. Solange wir uns noch selbst einreden, Foie Gras, bzw. Produkte aus Gänseleber würden unser aller Gourmet- Dasein bereichern oder Kissen und Decken mit Daunenfedern- Füllungen würden die Schlafqualität günstig beeinflussen, müssen wir uns leider eingestehen, dass wir uns weiterhin unendliches und grausames Tierelend schönreden und ignorant wegsehen. Wir sorgen uns unablässig um das Wohlergehen unserer Haustiere und kein, manches Mal auch völlig sinnentleerter, Aufwand ist hoch genug, um uns selbst das Gefühl eines bewusst denkenden und handelnden Menschen zu geben. Wir sind entsetzt ob der Grausamkeiten gegenüber vergifteten und erschlagenen Straßenhunden, die anlässlich einer längst in Vergessenheit geratenen Säuberungsaktion anlässlich der Fußball- Weltmeisterschaft in der Ukraine, zum Opfer gefallen sind und die teilweise lebendig verbrannt wurden. Wir sind stolz darauf, aktives Mitglied bei Greenpeace, Peta, Vier Pfoten und unzähligen weiteren Natur- und Umweltschutzorganisationen zu sein und setzen uns intensiv mit dem Schutz der Eisbären, der Robben und einer Verringerung des CO2- Ausstoßes auseinander. So lobenswert diese Aktivitäten auch sind, sollten wir jedoch endlich damit beginnen, nicht nur über den eigenen Tellerrand hinwegzusehen, sondern insbesondere zu hinterfragen, wie und auf wessen Kosten wir weiterhin weitgehendst unbedacht unsere eigene Komfortzone und Bequemlichkeit pflegen. Ich empfehle hier allen ausnahmslos dringend das Verinnerlichen des Zitats von Mahatma Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt!“

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“

Detox your life!

„Wenn weniger mehr ist“

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Was wir definitiv nicht brauchen!

Noch einmal zur Erinnerung für alle diejenigen, die noch immer und unverbesserlich der Ansicht sind, uns täglich nach ihren Vorstellungen zwangsweise missionieren und belehren zu müssen.

Wir brauchen definitiv keine selbsternannten Super- Gurus, die uns für „Nur viel Bares ist wahres!“ erklären, wer wir sind und wer wir sein könnten ohne uns jemals zu fragen, wer wir wirklich sein wollen.

Wir brauchen auch keine Lebens- Bedienungsanleitung, die wir nur noch einmal durchlesen müssen, um zu erfahren, wo bei uns die Stop- Taste ist.

Wir brauchen für unser kleines narzisstisches Ego auch keine Fan- Gruppe, die schon deshalb Standing Ovations gibt und uns liked, nur weil wir mal geniest haben, und wir brauchen auch definitiv keine innovative, wissenschaftlich fundierte, computergestützte, individuelle, ganzheitliche und als absolut unverzichtbar angepriesene Anleitung zum Selbstmanagement, um für das Überleben im angeblich so gefährlichen Lebens- Dschungelcamp Update 2.0 trainieren zu können.

Wir brauchen auch niemanden, der uns täglich beteuert, dass wir für ihn der ultimative Lebensretter sind, ohne den er sich frühzeitig schon eine Kugel in den Kopf gejagt hätte oder ohne unseren Beistand längst am Strick des eigenen selbst gezimmerten Galgens baumeln würde! Kapiert es endlich: Wir retten immer und grundsätzlich nur uns selbst!

Was wir brauchen ist nur eines: Den Mut zur unabdingbaren Stille und Einsamkeit, in der wir endlich wieder unserem eigenen Seelen- Geflüster lauschen können, das uns sagt, wer wir wirklich sind und was wir tatsächlich brauchen, um ganz in Einklang und Balance wir selbst zu sein!

Herzlichst

Jutta A. Lotz- Hentschel

Praxis „Ansavita“